Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1931)
- Date
- 1931-05-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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J L jUsraelif zum t.D-Gi. Organ -es Knn-es gesrtzestrener Mischer Kehrer DeutMan-s Verantwortliche Schriftleitung: L. Kaufmann, Sprendlingen (Kreis Offenbach). Mitteilung an unsere Mitglieder. Anstelle des verstorbenen Herrn Eugen Ettlinger bn\ hat Herr Josef Rosenbaum, Frankfurt a. M.', Rückertstraße 59, das Amt des Kassierers übernommen. Wir bitten, die Jahresbeiträge an seine Adresse unter Postschecknummer 19 576 zu entrichten. Der Vorstand. /unytf xiaVa fina ’3x s?aits? na?ir;i?x2 waan nMa nna?n nai anat Vip ns?a ww'n a*nfc?i nVa '3§> wVa*n natfVa T : | V V -! -- - " - - - - nrZn >na$ ^Van T? ^Van /xa ns?an :amn xsa ’asV jpjn -»x'a'n a’tfjx ’V’xx anx Väa irana ]n a’tfaa ”a-np’ nznx nianrn aaia Vs? aaia /D*m nm aiv na vnifosfe? mn ’Vs? aniat?' xg?> ’a tsa am xVa tVn nnna ,a';rx innsi >a’3s? aanx nap :anjn ^Va Vs? aaintp’nV ns ns?. «V /nixna vrs? axs? nnMan nsrn :ns?i a^a^a iVip nx anrn ,niainx nimxa anfrn ’rs? :nipinx apT’n Vx niaraa nisvn majn 'a'paa pisnn *^Van /Ttp'n ninix Vs? inaaV mx :amn ii'an i'MX Vs? 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Er machte die Sache der Lehrer zu seiner eigenen. Dank seiner Persönlichkeit konnte er an jede Türe klopfen, und wenn es dem Bund in überaus zahlreichen Fällen gelungen ist, schon in der Vorkriegszeit und erst recht während des Krieges und der Inflationszeit von der Schwelle vieler Lehrerhäuser die Sorge fernzuhalten, so war es in erster Linie das Verdienst Eugen Ettlingers. Denn aus seiner jüdischen Weltanschauung heraus wüßte er die Wirksamkeit des jüdischen Lehrers in ihrer Bedeutung für die Erhaltung des gesetzestreuen Judentums zu würdigen. Wie oft kam es vor, wovon natürlich nur die Eingeweihten wissen, daß er aus eigener Tasche eine namhafte Summe zulegte, wenn sich für den Bund die Notwendigkeit ergab, eine Hilfsaktion zu unternehmen. Wenn in früheren Jahren die Generalversammlungen des Bundes mit einer nix» bv mwo geschlossen werden konnten, so war er es auch, der es sich zur Ehre machte, die Teilnehmer auf seine Kosten zu bewirten. Der Name Eugen Ettlinger wird in der Geschichte des Bundes unvergessen bleiben. Wir werden seiner immer mit dem Gefühle innigen Dankes gedenken. Was geht in Köln vor? Ein günstiger Wind weht uns eine Nummer des „Kölner jüdischen Wochenblatt" auf den Tisch. Darin werden Über den derzeitigen Stand des Kölner Seminars allerlei merkwürdige Dinge berichtet. Das preußische Kultusministerium hat zwar die Genehmigung erteilt, daß Köln bis zum Jahre 1933 seine Zöglinge noch nach dem alten Seminarlehrplan ausbilden darf. Aber es fehlt dort schon seit geraumer Zeit an den nötigen Geldern zur Bezahlung der Lehrer. Das Kuratorium des Seminars hat sich darum zu einer Radikalkur veranlaßt gesehen: Es hat den Seminarlehrern, Männern, die seit Jahrzehnten im Dienste der jüdischen Lehrerausbildung und damit im Dienste des jüdischen stehen, die in unermüdlicher Arbeit für die jüdischen Gesamtinteressen alt und grau geworden sind, den Kündigungsbrief ins Haus geschickt. So werden Männer, die ihrem edlen Berufe die Arbeit ihres Lebens geopfert, glattweg mit einem Federstriche auf die Straße gesetzt, so daß sogar in dem genannten Kölner Blatte ein jüdischer Schulmann, der, wie wir wissen, auf der äußersten Linken steht, sich zu dem emphatischen Ausrufe veranlaßt fühlt: Ein Unrecht soll geschehen in Israel! Wir geben zu, die wirtschaftliche Lage ist unerträglich, es lasten die Schwierigkeiten der Zeit auf allen Institutionen und Gemeinden. Aber sollte es nicht möglich fein, dessenungeachtet die Gelder auszubringen, um ein solches Unrecht zu verhüten? Wir müssen es aussprechen: Das Kuratorium des Kölner Seminars hat versagt und es ist unsere Pflicht als Sprecher der gesetzestreuen jüdischen Lehrerschaft, dies unumwunden vor aller Oeffentiichkeit auszusprechen. Die Schuld trifft aber nicht allein das Seminarkuratorium. Das Seminar ist noch — abgesehen von der Frankfurter Akademie, an der jedoch nach den Bestimmungen des Kultusministeriums jährlich nur zehn jüdische Kandidaten ausgenommen werden — die einzige Stätte in Preußen, von der aus die orthodoxen Gemeinden mit Volksschul- und Religionslehrern versorgt werden. Also haben auch die orthodoxen Organisationen ein gewichtiges Interesse an der Erhaltung der Lehrerbildungsstätte, die ihnen die Lehrer ihrer Kinder verschafft. Wir fragen darum, was haben die orthodoxen Verbände für das Kölner Seminar getan? Wo waren der Halberstädter Gemeindeoerband, der Keren Hathora in Hamburg, die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums? Hat der orthodoxe Rabbinerverband nicht seine Stimme zu erheben für nötig erachtet, um ein solches Unrecht, wie es in Köln sich entwickelt, unmöglich zu machen? Man sehe nur die den jüdischen Zeitungen beigegebenen Spendenlisten und man kann feststellen, welche Summen für Auslandsschulen fortgeschickt werden. Gilt der altjüdische Grundsatz nicht mehr: j»»-np ~mp>»? Als die „Ehemaligen Kölner" Pfingsten 1930 in Köln waren, da hörte man schöne Worte. Schöne Worte, Ihr Herren, tun es nicht, wir wollen Taten sehen. Und eine Tat, eine wahrhaft jüdische Tat wäre es, wenn das Kuratorium in Köln einen Weg suchte, der den Seminarlehrern — die, nebenbei bemerkt, trotz des ihnen gewordenen Kündigungsbriefes und stark reduzierten Einkommens auf ihrem Posten weiter ausharren — das Recht gäbe, das ihnen von G'ttes und der min wegen zukommt. Brief aus Baden. Cs sei die Furcht vor deinem Lehrer wie die Furcht vor G'tt. (Sprüche der Väter.) Mit gemischten Gefühlen las ich in diesen Tagen den Notschrei eines badischen Lehrers im Familienblatt. Ich war darob nicht sehr entzückt, zumal ich keine Freude empfinde, wenn „interne Angelegenheiten", die eigentlich nur vor das Forum der betr. Behörde gehören, die Oeffentlichkeit beschäftigen. . Ich erkläre hier offen, daß ich diesen Ausweg nie gebilligt, nie gewählt hätte, wiewohl rechtlich und logisch der Fehler eigentlich nicht beim Lehrer, vielmehr bei einer anderen Stelle zu suchen ist. Es ist tatsächlich ohne Uebertreibung ein .Verzweiflungsschrei eines badischen Lehrers, welcher keinen Ausweg fand, um seinem betrübten, enttäuschten Herzen Lust zu verschaffen. Denn wir haben in Baden nicht wenige Religionslehrer, welche für den heiligen Beruf des Thoralehrers große Begeisterung empfinden und die großes, immenses Wissen besitzen und dieses, gepaart mit großer Energie, voll und ganz in den Dienst der heiligen Sache stellen. Sie dienen sich, dienen der badischen Landessynagoge und dienen dem Judentum mit ganzem Herzen und mit vollem, inpulsiven Empfinden. So muß, angesichts des einleitenden Grundverses: .»'»v rriiv» 121 rrii» Es sei die Furcht, die Achtung, die Wertschätzung vor deinem Religionslehrer, wie die Furcht vor G'tt" uns badischen Religionslehrern viel zu denken geben, weil wir seitens unserer Behörde, unseres geschätzten Oberrats nicht die Wertschätzung und Achtung ernten und erhalten, die einem Thoralehrer gebühren. Voraus-