Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1931)
- Date
- 1931-04-30
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit Blätter ZV. April 1931 gen! —> Wir find überzeugt, daß die Idee solcher Kürse überall Anklang finden roWitnö alle jüdischen Eltern uns der d!er Realisierung dieser Pläne in jeder Beziehung unterstützen werden. >! Anmerkung: Auskunft über unsere B.-J.- Sommsrkurse gibt die Beth-Iakob-Zentrale, Wien, H., Leopoldsgasse 26. Es wird gebeten, sich möglichst zeitig anzumelden, damit wir nach der Zahl der Teilnehmerinnen unsere Dispositionen treffen Können.; ' * * * Die Leitung des Beth-Jakob-Lehrerinnenkurfes erhielt auf Grund . der vorgenommenen Prüfungen von Herrn Oberrabbiner S. Fürst (Schifffchul) folgendes Schreiben: nvan nx run*? TV'S'i .sin wmw apsr aaon ’m ’pawa mw mia a'anna 'a nwx ■»jinaui apy n?a a^a rv»:iaar? wmn rmaV ninian p 'rnTöVnn nx ’mnaw mrnan v/y rran ’^na “pna Vnj bysnv ni'tmvn naa ns/'T mx^a riin'a^nn baa -nrn mia mann sba ^mm nnn’n rmnxpa baa mnax •>"$ -pirriy Tnyn mm xav Vxaw' •urpxj xnn l^sn nxsfT ia rbxa nia^a ->V§aa a^a' ^rnpn ^vsan '^a ' man n^rft, a'SP'oam tanmn Va ton arm’; baa iaaan'1 fn nana xan ':nia |r>to>a rrn nx nxp n^x “»naa axi -aiv uxu> na mi»n neipna Q’pöiirni a^snsn anin *>:x mai '2X ax ’a^ nav' na anaiy nnxsni np' 'wn baa DDTD 'W5 f"n •x^n ^'n bwüs'w v,np n"ax An die Führerschaft des Mädchenerziehungswerkes Beth Dakob! Ich habe die Lehrerinnenbildungsanstalt „Beth Jakob" in Wien, in welcher junge Mädchen zu gesetzestreuen Lehrerinnen herangebildet werden, besucht. Ich habe mich durch Prüfung der Schülerinnen davon überzeugt, daß hier ein großes Werk hevanreift. Bei allen Schülerinnen fand ich ein gediegenes und reiches Wissen in Judaicis und Religion. Alle find vom Geiste des überlieferten Judentums durchdrungen, und diese zukünftigen Lehrerinnen werden an den Beth- Jakob-Schulen Großes wirken. Das künftige Geschlecht, von solchen Müttern erzogen, wird der Stolz und Ruhm Israels sein. Die Führer dieses heiligen Werkes dürfen auf ihr Werk stolz.4ein und alle, die bei der Errettung jüdischer Mädchen, vom geistigen Verfall helfen, wird der Segen G'ttes erreichen. Sollten diese meine Worte dazu ■ beitragen, den Mut derjenigen, die in dieser kritischen Zeit mit allen Mitteln für diese gute und große Sache eintreten, ein wenig zu heben, so wäre ich darübler glücklich. Ich zeichne mit dem Ausdrucke großer Wertschätzung Rabbiner S. Fürst. Die zweite Landeskonferenz der Poale Agudas Jisroel in Polen. Am Sonntag wurde nach vielen vorangegangenen Vorbereitungen die Landeskonferenz der in der Aguda organisierten religiösen Arbeiterschaft eröffnet. Der große Saal des Kleinhändlerverbandes war schon Stunden vor Beginn bis auf den letzten Platz angefüllt. Mit Rücksicht aus die Zugverbindungen konnte die Konferenz, unter Beteiligung von 150 Delegierten aus ca. 20 Städten, erst um 12 Uhr eröffnet wenden. Der Vorsitzende der P. Ä. I., Herr I. L. Orlenn, eröffnete die Versammlung' mit : einet großangelegten Begrüßungsrede. Hatte die erste Konferenz vor anderthalb Jahren die Geburtsstunde der religiösen jüdischen Arbeiterschaft zu verkündenfochat die zweite Konferenz'weniger! demonstrative Ziele, als vielmehr die Aufgabe, die Organisation innerlich zu befestigen und durch Taten ihre innere Verbundenheit mit dem religiösen'Klall zu beweisen. Es folgen Begrüßungen. Rabbi R e u f e l d sprach als Vertreter der Agudas Harabonim; im Namen der Warschauer Kehillanerwaltung begrüßte Herr Ephraim Rundo und für die Agudas Jisroel in Polen Herr I. M. L e w i n. Letzterer verbindet mit feiner Begrüßung einen Ueberblick über'die jüdische Gesamtlage und eine Besprechung der wichtigsten Aufgaben der Poale Agudas Jisroel. Im Namen der Chinuchzentrale begrüßt Herr A. S. F r i e d m a n n, der betont, daß auf dem Gebiete der Erziehung keine Meinungsverschiedenheiten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herrschen. Es sprechen noch Ratmann Moses Lern er für den Kehillorat und A. M. K r o n g r a d als Vertreter der Zeire Agudas Jisroel in Polen. Dann bekommt das Wort der bekannte Schriftsteller Hille Z e i t l i n, dessen flammende Rede großen Eindruck macht. „Es gibt, keinen bedauernswerteren Menschen,"' sagte er, „als den frommen jüdlischen Arbeiter, der als Jude, als Arbeiter und als religiöser Arbeiter dreifach zu leiden hat. Worin besteht die Sünde des religiösen Handwerkers und Arbeiters, daß ihn die allgemeine Arbeiterschaft nicht anerkennen will?. Darin, daß er Sabbat hält und Tefillin legt. Die Arbeiter der Agudas Jisroel nehmen die größten Prüfungen auf sich und bringen dem religiösen Gedanken die größten Opfer. Ich bin keiner Partei angeschlossen, aber mein Herz ist bet Euch!" Eine Reihe von schriftlichen Begrüßungen, u. a. auch von der Aguidazent-rale in Frankfurt wird verlesen, womit die feierliche Eröffnungssitzung ihren Abschluß findet. Rach einer kurzen Pause wird mit den Wahl e n an die praktische Arbeit getreten: Rach den vorgenommenen Wahlen kommt gleich die Frage der Zugehörigkeit der P. A. I. zur Agudas Jisroel auf die Tagesordnung. Mit großer Mehrheit geht die Landleskonferenz über einen Vorschlag, sich von der A. I. zu trennen, zur Tagesordnung über. Es wird vielmehr betont, daß die orthodoxe Arbeiterschaft e inen Bestandteil der Agudas Jisroel a u s m a ch t. Dieser Beschluß wurde mit stürmischem Jubel ausgenommen: Es wird darauf ein Referat über „Organisation uNd Propaganda" gehalten. Der Referent, Herr H. Kr 0 nschek, plädiert für bessere Disziplin in den Reihen der P. A. I. und für einen besseren Kontakt mit den verwandten Organisationen in den Randprovinzen und in Galizien. Herr L. Fromm spricht über die Stellung der P. A. I. zu den Kehillawahlen. Die P. A. I. hält fest und -tbeu ' zum r et t g i ö s e n Charakter der' jüdischen Kehllla. Die Kehilloth hätten aber bis jetzt ihre Aufgaben in sozialer Beziehung nicht gleöst. Bei der nächsten Wahl wird es darum gehen, eine geeinte orthodoxe Front gegen die Zionisten ' zu schaffen. Herr L a n d e n b e r g schlägt in einem Korreferat vor, daß die P. A. I. überall mit selbständigen Listen in die Wahlen gehen sollen^, wo nötig, soll aber durch Listenverbindungen verhütet werden, daß der Orthodoxie Stimmen verloren gehen. Herr A. L e r n e r referiert über E re z I i sr 0 e l. Er. bringt eine ganze Reihe von praktischen Vorschlägen für die Arbeit in Erez Jisroel und die Beteiligung der P. A. I. an derselben. Die General.de hat t e führte einige Dutzende Redner auf den Plan: Es wurde viel über die jüdischen Arbeitgeber geklagt, die in dieser bitteren Zeit ihre Bruderpflicht gegen den jüdischen Arbeiter gröblich verletzen. In der jüdischen Industrie hätte d>er jüdische Arbeiter kaum einen Platz. Auch die Tätigkeit der Exekutive wurde kritisiert. Zum PalästinÜproblem wurde mehr konkrete Arbeit verlangt. Einen höchst stürmischen Grad 'errsichte die Debatte bei dem Punkte K e h i l l 0 w a h l e n. Die zwei Tleimmgen: eigene Listen oder Zusammengehen mit der großen Aguda, platzen scharf aufeinanider, was zuwellen zu tumultuöfen Auftritten führte. Nr. 9 Seile 3 Die letzte Sitzung war ökonomischen F x atze n gewidmet. Herr D. B 0 m a tz - Lodz schilderte m einem eingehenden Referat die tragische Lage ö'cr jüdischen Arbeitermassen, die nicht allein von der Regierung, sondernl sogar von den sozialistischen Instanzen zurückgesetzt werden. Die jüdischen Fabriken schließen aber dem jüdischen Arbeiter die Türe. Gegen diese Zustände müsse eine große Protestaktion unter der Losung: „Recht aus Arbeit" einsetzen. Unter anderen Vorschlägen bringt er auch den aus eine fünftägige A r b e i t s w 0 ch e e in. Es wird noch ferner ein Referat über I u - gendprobleme von Herrn P. G u l a gehalten. Nach Mitternacht wird die Konferenz mit begeisterten Schlußreden der Herren Kronschek und I. L. Orlean geschlossen. Internationale Vereinigung der Agudas Jisroel grauen- und Mdchengruppen, ZentraleZürich. Aus dem Berichte der Zentrale der Internationalen Beremigung der Agudas Jisroel- Frauen- und Mädchengruppen über den Stand und die Entwicklung der A. J.-Frauenarbeit in den verschiedenen Ländern ist folgendes zu entnehmenr Nachdem an der Kenefsto Gedaulo in Wien letzten Herbst die Vereinigung der A. J.-Frauen- und Mädchengruppen stattgesunden hat, hat die Zentrale sich bemüht, die dort angeknüpften Beziehungen zwischen den Ländern und Gruppen weiter zu entwickeln, und mit den verschiedenen Ländern und Gruppen einen dauernden Konnex aufrecht zu erhalten. Im verlaufenen Jahr ist btsreulicherweife ein schöner Fortschritt der A. I.- Frauenbewegung zu verzeichnen. In verschiedenen Ländern sind neue Frauengruppen gegründet worden, die tellweise hervorragende Arbeit leisten. Leider machte die momentane trostlose wirtschaftliche Lage die Durchführung eines Delegiertentages bis jetzt unmöglich, fo daß die Arbeit der Zentrale nur auf einem schriftlichen Verkehr mit den Gruppen basiert. Cs ist selbstverständlich, daß deshalb wichtige Fragen unserer Frauen- Organisation, die nur durch mündliche Aussprache geklärt werden können, bis jetzt noch keine Erledigung fanden. Die Zentrale konnte sich nur darauf beschränken, auf schriftlichem Wege vermittelnd oder orientierend zu arbeiten. Dieser Weg zeitigte auch sehr oft erfreuliche Resultate. Im Laufe des Jahres wurde von der Zentrale den verschiedenen Gruppen folgendes Material zugestellt: St a t u t e n, A r b e i t s p r 0 g r a m m, Fragebogen, Gedanken und Anleitung zu Arbeitsgemeinschaften, Verzeichnis j ü d rs ch e r Literatur, Referate, jüdische Theaterstücke für Festlichkeiten. Es ist ein schönes Merkmal unserer A. I.- Frauenbewegung, daß dieselbe ihre Ausgabe nicht in organisatorisch oder politisch lärmender Tätigkeit sieht, sondern in stiller Arbeit auf religiöses uud soziales Gebiet ihre Haupttätigkeit verlegt hat. Fast überall bestehen Arbeitsgemeinschaftenwo Frauen untereinander mit ernstem Willen jüdische Wissensstoffe sich zu eigen rnachen. Die Zeit stellt heute die jüdische Frau auf erzieherischem Gebiete vor so große Verantwortung und schwere Aufgaben, daß sie sich für dieselben immer mehr rüsten muß. Nachstehender Ueberblick über die Tätigkeilt in den verschiedenen Gruppen bestätigt dies vollauf. Wir richten hiermit die Bitte an die einzelnen Gruppen, der Zentrale wertvolle Referate, die in den Arbeitsgemeinschaften von Dozentinnen oder Dozenten gehalten werden, einzusenden, damit die Zentrale dieselben vervielfältigen kann, und somit auch andere Gruppen Nutzen davon haben. Es fehlt häufig an Anregung, besonders an den kleinen Orten, und wird die Zentrale häufig um Stoff und Anregung ersucht. (Schluß folgt.)