Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1931)
- Date
- 1931-04-16
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Hfäffev der Condesorgonifatton der flgudas-Jisroel in Venlsekland. Jahrgang Hamburg, IS. April 1931 / 29. Nißan 5891 Nummer 8 Schriftleitung: Wolf S. Aacobforl in KswSurg. Agudas Zisroel Jugendorganisation. Organisations-Vorstand. 1. Me neue O.-L. hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst praktische Anregungen in den Vordergrund ihrer Arbeit zu stellen. In diesem Sinne wurde als Neueinrichtung die Mischnah I a u m -i s eingeführt, die von allen jugendlichen Agudisten gelernt werden soll und so für Ae deutsche Jugendorganisation ein gemeinsames Band bedeuten wird. (Vergl. auch den Artikel von E. Blau: „Das J a u m i und wir" in den Blättern Nr. 7 und Ae beiliegende Lerntabelle). Außerdem hat die O.-L. durch Rundschreiben an ihre Mitglieder eine Reche von Vorschlägen für die Ausgestaltung der Arbeit in den einzelnen Gruppen, insbesondere im Zusammenchang mit Purim und Pessach, herausgehen lassen. II. In Anlehnung an die Jeschiwokasse des Esra ist eine ähnliche Einrichtung auch für junge Agu Asten ins Leben gerufen worden. Durch regelmäßige Sammlung, selbst ganz kleiner Beträge, ist es im Esra möglich gewesen, einer Reihe von Menschen den Jeschiwo-Besuch zu ermöglichen. Es wird von der O.-L. vorgeschlagen, daß innerhalb jeder Jugendgruppe ein wirklich interessierter Mensch die Sache in die Hand nimmt; die Gelder werden dann vom Limmud-Amt des Esra verwaltet, wofür allen in Frage kommenden Agudisten, eine gleiche Beihilfe wie den Esräern gewährt werden soll. III. Für einen neuen Entwurf für Ae Telegrammformulare erläßt Ae O.-L. hierdurch nächst e h e n d e s P r e i s a u s s ch r e i b e n , an dem sich alle geeigneten Agudisten und AguAstinnen beteiligen sollen. Bedingungen: I. Die' Zeichnung muh auf einen Doppelquartbogen (16,5 : 21 cm) cm gefertigt werden, d. h. unser Telegramm soll demnach 2 Blätter bezm. 4 Seiten enthalten. II. Die 1. Seite soll möglichst in ornamentalem Schmuck (schwarz-weitz ausgeführt) folgenden Text enthalten: a) Agudas Zisroel und zwar sowohl in deutscher als auch in hebräischer Schrift. b) Depeschen-Dienst. c) Zweck der Agudas Zisroel ist die Lösung der feweiligen jüdischen Eesamtheilscrufgaben im Geiste der. Thora. Der Tert b und c kann nach Belieben auf der ersten oder dritten Seite stehen. Zn bemerken ist, dah die dritte Seite nur in Typendruck cmsgeführt werden soll. Hl. Die Zeichnung darf keinen Namen, sondern nur ein Kennwort tragen und mutz der Zeichnung ein mit dem Kennwort versehener Briefumschlag, der den Namen nnd die genaue Adresse des Einsenders enthält, beilregen. IV. Zeichnungen sind einzureichen bis zum 15. Mai -a. c. an die A. Z. I. O., Hamburg 13, Bornstratze 2. V. Der zur Ausführung gelangende Entwurf wird mit Mk. 25— prämiiert. Im' klebrigen behalten wir uns vor, andere Entwürfe gegen entsprechende Vergütung zu veröffentlichen. VI. Kommission: Herr Zeichenlehrer Kalman Rothschildt, Jsi Samson, Frl. Gertrud Lange sowie die Orqasationsleitnng der A. I. Z. O. IV. . Die Landesorganisation hat sich bereit erklärt, in den „Blättern" für Ae Mitteilungen und Aufsätze aus 'den Kreisen der Jugend einen Platz zu reservieren. Um jedoch mehr als nur Mitteilungen bringen zu können, ist es notwendig, daß alle diejenigen Agudisten, die glauben, etwas für die Jugendorganisation Wesentliches sagen zu sollen, uns ihre Aeußerungen 'in Form von Aufsätzen oder Briefen zukommen lassen, damit aus diesem Teil der „Blätter" bald ein wirkliches Spie- 'gölbild der Arbeit unserer Jugendorganisation Mird. ■*U>\;! Preisfragen des Keren - Hatorab. Der Frankfurter Keren-Hatorah schreibt ein Preisrätsel aus, und zwar unter folgenden Bedingungen: Jeder Einsender von mindestens Mk. 1.— kann sich an der Lösung nachstehender Preisfragen beteiligen. Die Lösung muß bis Lagbeomer (Dienstag, den 5. Mai) an die Adresse des Herrn Notar Dr. 8. Goldschmidt, Frankfurt a. Main, Börsen* straße 1 gesandt werden. Später eintreffende Lösungen können nicht mehr berücksichtigt werden. —- Die in verschlossenem Umschlag mit Aufschrift „Preisrätsel" einzusendenden Antworten werden beim Eingang numeriert und gemeinsam am Mittwoch, den 6. Mai 1931 geöffnet. Jede 50. Antwort enthält, einerlei, ob die Lösung richtig ist oder nicht, ein Geschenk. Außerdem wird unter den Einsendern der besten Lösungen eine Verlosung veranstaltet und es werden, genügende Beteiligung vorausgesetzt, folgende Preise verteilt: 1 komplettes Mischnah-Exemplar, 1 Tallis, 1 Sederschüssel, 1 Kidduschbecher, 1 Hawdolohteller, 1 silberne Mesusoh, 1 Tatschermesser, 1 Tatscherdeckchen, 1 Schabbosklopfer, 1 Buch jüdischen Inhalts. Das Preisrichterkollegium besteht aus den Herren: Studiendirektor Dr. Elias, Redakteur S. Schachnowitz, Studienrat Munk, sowie den Mitgliedern des K. H.- Kommissariats, sämtlich in Frankfurt a. Main. Die Namen der glücklichen Gewinner werden in - dieser Zeitung veröffentlicht. — Jeder Teilnehmer an diesem Preisrätsel sei sich bewußt, zum Bestand jüdischer Schulen beizutragen und Lehrer und Schüler in ihrem hohen Streben zu fördern, lehagdil Tauroh ulehaadiroh. Preisfragen: 1. Wie hießen die Mütter der drei Stammväter Awrohom, Jizchok und Jaakauw? 2. Wie hieß die Frau vom Monau ach, die Mutter des Schimschon? 3 Warum hat G'tt nach Fertigstellung der Arche die Sintflut noch 7 Tage zurückgehalten? 4. Wie hieß der Gatte von Mirjam? 5. Welche bedeutende Persönlichkeiten waren beim Turmbau von Babel zugegen? 6. Warum wird am Purim kein Hallel gesagt? 7. Welche Mizwoh kann weder bei Tag noch bei Nacht geschehen? 8. Welcher Gegenstand kann erst zu einer Mizwoh verwendet werden, wenn er zerbrochen ist? 9. Welcher Posuk wird ca. 30 mal im Jahr geleient? 10. Von zwei Brüdern fastet einer an der Jahrzeit, der andere nicht, obwohl natürlich beide gleich medakdek bemizwaus sind. — Wie kann das Vorkommen? Auch wer nicht alle Fragen beantwortet hat, sende seine Lösungen ein; das Preiskollegium wird auch Teillösungen gerecht und wohlwollend beurteilen. Keren-Hatorah Kommissariat Frankfurt a. M., Bärenstr. 12, Postscheckkonto Nr« 41666 Frankfurt am Main« V’K WIN 1112*12 11200 mpp j Pia_annV ar n n 3nixo 3P77n 'a x x i 2 2 i A A i 7 . 7 i n n i i i i 7 * T i v'VNp nnx 's p"w n n i o X 7 ■* 2 r X' A 7 2' 7 7 r n 7 V X N 710X 'S p"D 10 2 N 70 A N , n 7 77 701173 77’ n 77 0' i N 2 T N X2 n N 7,73 'S p"B7 32 X 0 JÖ 2 V 72 A 0 712 7 v 12 n I 0 72 nxs risvo x X 772 2 X 72703 'S > 02 Agudas Zisroel und die Sejmwahlen in Polen. Von Hilel Seidmann in Warschau. 1. Die organisierte Orthodoxie, d. h. Agudas Jisroel in Polen, hat immer und bei jeder Gelegenheit nach einer Vereinigung mit allen jüdischen Parteien gestrebt trotz der bestehenden Meinungsverschiedenheiten. Das war immer ihre konsequente Stellung. Im Jahre 1922, als die Agüda sah, daß durch die für Ae Juden ungünstige WahlorAnation es notwendig geworden sei, mit den anderen Minderheiten zu den Sejmwahlen zusammen zu gehen, erkannte sie diese Notwendigkeit als das kleinere Uebel, erklärte aber ausdrücklich, daß sie nur einem technischen Wahlblock zustimmen kann. Die Juden können sich keinesfalls mit den andern Minderheiten identifizieren. Die Verhältnisse der Ukrainer beispielsweise sind ganz andere als die der Juden. Ihre Forderungen als territoriale Minderheit, die in manchen Provinzen sogar die Mehrheit der Bevölkerung bilden, sind naturgemäß ganz andere als die der Juden. Daher ist ihre Taktik dem polnischen Staat gegenüber, milde ausged'rückt, eine unfreundliche. Sie streben nach einem selbständigen Staatswesen aus einem Teil des Territoriums, das zu Polen gehört. Aus all diesen Gründen wollte die Aguda keinesfalls auch auf der parlamentarischen Bühne mit ihnen verbunden bleiben. Dasselbe wurde auch von den zionistischen Abgeordneten Galiziens und von den Abgeordneten der jüdischen Kaufmannschaft erkannt. Herr Grünbaum dagegen wollte aber auf jeden Fall in einem dauernden parlamentarischen Bündnis mit den nationalen Minderheiten bleiben und so das polnische Judentum für ein Bündnis mit denjenigen. Ae in einem offenen Kampfe gegen den polnischen Staat stehen, engagieren. Damals entstand zwischen ihm und den anderen jüdischen Richtungen im jüdischen Sejmklub ein Kampf, der während der ganzen damaligen Sejmkadenz andauerte.