Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 15 (10.4.1931)
- Date
- 1931-04-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 Nr. 15 Der Israelit 10. April 1931 Fortbestandes beitragen, sei an dieser Stelle unser aller Dank abgestattet. Schreitet unsere Ieschiwa zahlenmäßig und qualitativ aufwärts, so ist auch bei unserer Realschule unter der anregenden, allein Fortschritt zugowandten Leitung ihres Direktors erfreulicherweise der Geist der Verjüngung und der intensiven Erfassung der Erziehungs- und Unterrichtsausgaben unverkennbar. Trotz der Enge unserer Verhältnisse und sparsamster Verwaltung haben wir der Schule nichts versagt, was eine Lebensnotwendigkeit für sie ist, und was erforderlich ist, sie auf der Höhe der Anforoerungen der Pädagogik und erfolgreichen Unterrichtsgestaltung zu erhalten. Abgesehen davon, daß die Schule durch den Geist des Unterrichts, durch Beispiel und durch lebendige Einwirkung eine Festigung der jüdischen Weltanschauung der ihrer Führung anvertraueten Jugend vermittelt, mutz es als ein Glück bezeichnet werden, daß wir in einer Zeit, in der sich in den nichtjüdischen Schulen der Geist der Unduldsamkeit und der Verfolgung gegenüber jüdischen Schülern in bedenklicher Weise bemerkbar inacht, eine höhere Schule besitzen. Auf behördliche Anordnung sowohl wie aus Ersparnisrücksichten wird auch in diesem Jahre die Herausgabe des Schulberichts unterbleiben. Eine Uebersicht über das abgelaufene Schuljahr 1930/31 wird jedoch in den von der „Vereinigung ehemaliger Schüler und Schülerinnen der Samson Raphael Hirsch-Schule" herausgegebenen „Mitteilungen" erscheinen, welche Nummer sämtlichen Gemeindemitgliedern zugehen wird. Schwung, Auswärtsstreben und mitreißendes Aufbaugefühl legt auch die Volksschule in erfreulichem Maße an den Tag. Auch hier fühlt sich jede Lehrkraft für den Geist der Anstalt verantwortlich, und alle wetteifern darin, es hinsichtlich der Leistungen den erstrangigen Schulen gleichzutun. Wie groß die Beliebtheit und die Anziehungskraft der Schule ist, läßt sich daran ermessen, daß die Schülersrequenz eine von Jahr zu Jahr steigende Tendenz zeigt. Zurzeit wird sie von 750 Kindern besucht, und vom neuen Schuljahr an wird sie etwa 300 Kinder zählen. Die durch die Verhältnisse uns aufgezwungenen Einsparungsmaßnahmen haben uns veranlaßt, an den Lernk u r s e n Einschränkungen vorzunehmen. Wir sind einig mit Ihnen in dem Wunsche, daß die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse es uns zu einem baldigen Zeitpunkte ermöglicht, diese Lernkurse in ihrem vollen Umfange herzustellen. Realschule und Volksschule waren im Berichtsjahre von ca. 1100 Kindern besucht. Sie nehmen den gesetzestreuen Teil der Juden unserer Stadt den Hauptteil der Sorge um die religiöse Erziehung ihrer Kinder ab. Jeder, der von unseren Unterrichtsanstalten Gebrauch machen will, einerlei, ob er unserer Gemeinde als Mitglied angehört oder nicht, wird von uns willkommen geheißen. Mögen alle Eltern und darüber hinaus der Kreis aller Gesetzestreuen dessen eingedenk sein und unserem Schulwerk das verdiente Maß materieller Förderung zuteil werden lassen. Innigen Dank sprechen wir den Leitern und' Lehrern der Realschule, des Lyzeums und der Volksschule für das unablässige und mühevolle Werk der Erziehungsarbeit aus. Trotz des Druckes der Zeit und der Enge der Verhältnisse war unser Streben in der Berichtsperiode daraus gerichtet, dem geistigen Mittelpunkt unserer Gemeinde, der Synagoge, das zu gewähren, was erforderlich ist, um den Rahmen des E'ttesdienstes auf der Höhe zu erhalten. Leider weist die Synagoge eine Anzahl unvermieteter Plätze auf, doch hat deren Zahl mt Berichtsjahre keine erhebliche Vermehrung erfahren. Jedes Gemeindemitglied sollte es indessen als eine Ehrenpflicht betrachten, einen Synagogenplatz zu nehmen, selbst wenn er wegen seiner Wohnlage eine näher gelegene Synagoge besucht. Wir möchten' bei dieser Gelegenheit wiederum an unsere Gemeindemitglieder die eindringliche Bitte im Sinne und im Geiste von Rabbiner Samson Raphael Hirsch Vs: richten, die Gemeindesynagoge zu besuchen, um das Gefühl der Zusammengehörigkeit und Verbundenheit mit der Gesamtgemeinde zu stärken. Aus ein schweres Jahr, aber ein um so verdienstvolleres Wirken, kann eine der wichtigsten Institutionen unserer Gemeinde, die Fürsorgekasse, zurückblicke,i. Die Verelendung hat im Berichtsjahre weitere Kreise ersaßt. Mit deni Anwachsen der Not steigert sich ihr Aufgabenkreis. Die 'Ansprüche wachsen, die Leistungen gcyen leider zurück. Trotz allem betrugen die'Einnahmen Mk. 25 130.—, denen Ausgaben wt gleicher Höhe gegenüverfleyen. Die Kasse hat ein 'festes Ausgäbenbudget. Sie har moralische Verpflichtungen gegenüber IDiierstützringsbedürftigeu, deren Rückhalt vorwiegend ln 'dem Zuschuß der Kasse besteht. Sie hat oft zu sorgen für erneu Personenkreis, der ohne Schuld in die größten Drangsale geraten ist. Die Erfüllung dieser jüdischen und menschlichen Pflicht ist ihr nur dann möglich, wenn sie auf ein gesichertes Einnahmebudget rechnen kann. Die Kasse bittet daher eittdringlichst, ihr durch Gewährung von Monatsbeiträgen die Erfüllung ihrer Aufgabe zu ermöglichen. Die Kasse genießt auch die Mitwirkung und Förderung anderer Organisationen. Ihre Fürsorgetätigkeil beschränkt sich nicht allein auf den Kreis der Gemeindeangehörigen, sondern erstreckt sich nach Maßgabe ihres Könnens auf jeden Hilfesuchenden. Unsere Bitte ergeht daher an alle, der Kasse nach Kräften beizustehen, damit sie imstande ist, dem Gemilluth Chesed-Werk in altjüdischem Sinne in dieser der katastrophalen Armut gerecht zu werden. Das Hospital der G. S. von Rothschild'- s ch e n Stiftung war im Berichtsjahr normal belegt. Die Verwaltung ist jetzt mit den Vorbereitungen für | die in Aussicht genommenen Um- und Ausgestaltungsj arbeiten beschäftigt, und es steht zu erwarten, nachdem alle Voraussetzungen geklärt sind, daß das Werk in * diesem Jahre zu Ende geführt wird. Das Hospital wird ror allem in medizinischer und technischer Hinsicht so reorganisiert werden, daßes den Vergleich mit jeder , anderen modernen Anstalt aushält. Zu den Kosten der \ unbedingt notwendigen Herstellungsaroeiten hat Frau Baj ronin Edmund v. Rothschild in Paris in bewährter Muuij fizenz einen wesentlichen Beitrag bewilligt, für den die Stiftung auch an dieser Stelle ihren herzlichsten Dank zum Ausdruck bringt. Veit Dank und Anerkennung sei der Tätigkeit des „I s a a c und Agathe W e i l l - F o n d s" gedacht, der stiftungsgemäß für die weltanschauliche Fortvilsung solcher Schüler bestimmt ist, die zwecks Fortsetzung ihrer Studien ron unserer Schule in andere Schulen übertreten. Die „D e r e i n i g u n g ehemaliger S ch ü l e r" und Schülerinnen der Samson Raphael Hirsch-Schule" hat im Berichtsjahre das Schulgeld für einige begabte Kinder unbemittelter Eltern ausgebracht. Außerdem hat sie in ehrenoeni Gedenken der Heimgegangenen Gattin des uni die Schule hochverdienten Herrn Direktor Dr. Fink einen „Frau Direktor Lina Fink- Freivlatz" errichtet. Ferner hat die Vereinigung einen ansehnlichen Betrag zur Verfügung gestellt, um Kindern unbemittelter Kreise den Aufenthalt im Landheim zu ermöglichen und eine entsprechende Beihilfe cm die Schule zur Ausgestaltung der Lehrunb Anschauungsmittel bewi.Iigt. Für ihr soziales und ideelles Wirken wissen ihr Vorstand und Schulrat herzlichen Dank. Zu Dank verpflichten uns ferner die in unserer Mitte wirkenden Leru-Vereine Mekor-Chajim und Livjas Ehen durch ihre auf Limud Hathauro und innere Bereicherung eingestellte Tätigkeit. Mit besonderer Befriedigung blicken wir auf die Tütigkeii der ,,M eier Selig und Selina Goldschmidt-Stiftung für Kranke und Erholungsbedürftige". Die Stiftung erwirbt sich durch ihr humanes und soziales Wirken infolge Gewährung vyn Beihilfen an solche Hilfesuchenden, denen die Mittel zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit fehlen, den Dank weiter Kreise. . Wir möchten wiederholt die Aufmerksamkeit auf den Verein Schäumer Mizwo lenken, der es sich zur Aufgabe stellt, in den Häusern wie auch aus dem Friedhof den Wachdienst in altjüdischem Sinne auszuüben. Dieser Verein sowie die Frauenchewra-Schaumer- M i z w o verdienen es, durch Erwerb der Mitgliedschaft gefördert zu werden. Leider haben wir auch im abgelausenen Jahre den Verlust manches geschätzten Mitgliedes zu verzeichnen, das sowohl im Gemeindeleben wie in seinem beruflichen und menschlichen Wirkungskreis vielfache Lücken hinterläßt. Im Berichtsjahre ist Herr Josef Sänger heimgegangen. Mit ihm ist eine Persönlichkeit großen Formats entschwunden, ein Jehudi voll Glut und Feuer, ein Mensch voll Wärme und reichen Herzensqualitäten, ein Charakter von Reinheit und Stärke. Der Heimgegangene war vorbildlich wirkendes Mitglied unserer Friedhofskommission, und wo es galt, eine Mizwo-Tat aus dem Gebiete des Gemilluth-Chesed schel Emes zu erfüllen, war er der eifrigsten einer. Aber all das wird überstrahlt von seiner gestaltenden Tätigkeit und seinem nie erlahmenden Interesse für die Belange des Mekor-Lhajim-Vereins, dessen Vorsitzender er viele Jahre hindurch war. Alles, was er für den Mekor-Chajim tat, geschah nur um der Sache selbst willen und entquoll einer in der Seelentiefe verankerten Frömmigkeit. In seiner vorbildlichen Bescheidenheit vermied er es, über sein verdienstvolles Wirken etwas nach außen verlauten zu lassen. Lohn genug war ihm das Bewußtsein, zur Ermöglichung von Limud Hathauro nach Kräften beigetragen zu haben. Dieser belebende Funke sprang auf seine Seele über und entschädigte ihn für Mühe und Unbill. Im gesegneten Alter von 80 Jahren ist Herr Ascher E s ch w e g e in die Ewigkeit eingegangen. Nach einem segenerfüllten, mehrere Jahrzehnte umfassenden Wirken innerhalb seiner Heimatgemeinde, wo er durch Lehre und Leben für die Betätigung von Thauro und Mizwaus begeisterte, erwählte er unsere Stadt als Ruhesitz. Wir sind der Vorsehung dankbar, daß sie seine Schritte hierher lenkte. Mit unverbrauchter Kraft und jugendlichem Mut hat er seine lebenweckende Tätigkeit des Lernens und Lehrens in vorbildlicher Weise gepflegt, und wir waren stolz auf seine Zugehörigkeit zu unserer Gemeinde. Seine innige Liebe galt seiner Lehrtätigkeit an der Ieschiwa, die stolz daraus war, diese seltene Persönlichkeit zu ihrem Lehrkörper zählen zu können. Eine längere Würdigung seiner Persönlichkeit müssen wir uns mit Rücksicht aus seinen Wunsch, von Nachrufen abzusehen, leider versagen. Erwähnt sei jedoch, daß sein Heimgang einen schweren Verlust für unseren ganzen Kreis bedeutet, und unsere Gemeinde um eine der markantesten Persönlichkeiten ärmer gemacht hat. Wir stehen unter dem frischen Eindruck des Hin- 'cheidens des Hern Dr. N. E. Weil!. Der Heimgegangene war langjähriges Mitglied des Schulrats, dem er durch seine große Interessiertheit an allen Erziehungs- und Schulsragen unvergängliche Dienste erwiesen hat. Diesem vorbildlichen Interesse entsprang auch die Gründung de. „Jsaac und Agathe Weill-Fonds", dem er eine starke finanzielle Basis gab und in beispielgebender Freigiebigkeit laufend Zuwendungen machte. Unvergessen werden aber die Dienste bleiben, die er der Gemeinde, besonders in den Jnflationsjahren als Finazberater geleistet hat. Sein scharfer Verstand, sein vorausschauendes Urteil und ferne großen Kenntnisse aus dem Gebiete des Finanzwesens haben uns oft den Weg aus der Ratlosigkeit gewiesen. Mit ihm ist ein Mann großer Intelligenz, hoher Gersteskultur und offener Hand entschwunden. Unsere Gemeinde beklagt in ihm ein treu ergebenes, um Schule und Gemeinde hochverdientes Mitglied. Wir bitten Sie, zum ehrenden Andenken der Heimgegangenen sich von Ihren Plätzen zu erheben. Die Verwaltungsarbeit der Gemeinde ist unter dem Einflüsse der Zeitoerhältnisse in ungewöhnlich starkem Maße gewachsen. Sie stellt an Zeit und Arbeitskraft der sich ihr widmenden Personen derartig starke'Anforderungen, daß eine Steigerung kaum noch möglich erscheint. Großer Dank gebührt den Männern, die sich in selbstloser Weise bereitsinden, uns in unserer schweren Arbeit zu unterstützen. Wir sprechen an dieser Stelle den Mitgliedern unserer Kommissionen, den Oekonomen und sonstigen Mitarbeitern unseren allerherzlichsten Dank für ihre tätige Mithilfe aus. Auch fei denjenigen Herren, die ihre Kraft und ihre Begabung in den Dienst des Synagogenchors stellen, der Dank der Verwaltung ausgesprochen. Sehr geehrte Herren! Sie haben einen Bericht über einen Zeitabschnitt von ungewöhnlichem wirtschaftlichem Druck entgegengenommen. Der Lenker der Geschicke und der Gestalter der Zeiten hat uns vor schwere Aufgaben gestellt, Aufgaben, an denen unser Lebenswille sich erproben soll. Wenn er uns diesen Weg führt, so wird er uns auch die Kraft verleihen, die Hemmnisse zu überwinden. Die Gemeinde ist in ihren Grundfesten unerschüttert, daß sie auch den Stürmen dieser Zeit gewachsen fei, dazu beizutragen, ist unser aller Aufgabe. Die Not, die au unsere Tore pocht, werden wir nur überwinden, wenn bei allen da; Bewußtsein wach ist, lebendiges Glied der Gemeinde zu sein, für deren Existenz und Weiterentwicklung jeder verantwortlich ist. Nur gegenseitiges Verstehen, Eintracht und sieghafte Opferfreudigkeit werden uns die Tore zu einer helleren Zukunft öffnen. HBBBBSEBaBSnSBanEBaBBSSBBm Die U)oche. Frau Helene Marr geb. Nosenbaum Im patriarchalischen Alter von 66 Jahren ist in den letzten Acar-Tagen Frau Helene Marr b*t ihrem nunmehr vor 12 Jahren verstorbenen Gatten bn in die Ewigkeit gefolgt. Die Heimgegangene gehörte zu jenen Frauengestalten altjüdischer Prägung, wie sie die heutige Zeit kaum mehr kennt. Als Enkelin von Rabbi Mendel Zell bewies sie als Gattin und Mutier eine seltene jüdische Pflichttreue, vor allem aber hat ihr lebendiges Beispiel Unzählige, die ihren Lebenspfad kreuzten, jenes felsenfeste yintn gelehrt welches durch keine Schicksalsschläge zu erschüttern war. Es wahr bei ihr wahrlich keine Phrase, wenn sie in ihren Wohnräumen sich als ihren Wahlspruch das 'mar» nany fw» »Vt dm» xb nan anaebracht ■ hatte. Ein stattlicher Trauerzug gab der Verstorbenen das letzte Geleite. Wenn auch das Wort der Klage und des Nachrufes wegen Rauschchaudesch Nissan unausgesprochen bleiben mußte, so wird doch in den in ihrem Geiste erzogenen Kindern und .Enkeln das Andenken der seligen Frau Marr als Vorbild und Richtschnur weiterleben, und so sich bewahrheiten: rnsisb Jip*r* 3saak M. Mainz In der zweiten Sedernacht ist eine der verehrtesten und beliebtesten Persönlichkeiten der Frankfurter Judenheit, der einzige noch lebende Sohn von Rabbi Mosche Mainz y*7, Isaak M. Mainz, im Alter von 85 Jahren heimgegangen. Trotzdem infolge des Festtages eine Bekanntgabe in keiner Form erfolgen konnte, iand sich zur Bestattung, die noch vor Eintritt des Sabbats erfolgte, eine unübersehbare Menschenmenge zusammen, die dem Heimgegangenen die letzte Ehre erwies. Eine Würdigung der einzigartigen Persönlichkeit des Verstorbenen folgt. Ein nalionalfozialistifcher Aeberfall. Am 30. März d. I. begab sich Herr Dr. Willy H o fmann, der Chirurg des Rothschild'schen Hospitales, nach Ausführung einer Operation und Teilnahme an einer Sitzung im Hospitale zusammen mit zwei anderen Herren der Verwaltung auf den Heimweg. In der Gaußstraße, Ecke Bäckerweg, kam den Herren ein Trupp von etwa 7—8 Nationalsozialisten entgegen und begann, sie ohne jeden Grund anzurempeln. Als die Herren daraufhin weitergingen, kehrten einige der Burschen um und drangen unter dem Rufe: „Dreckiger Jude!" auf sie ein. Einer der Herren, Herr S. Gutmann, wurde zur Seite geschleudert, sodann ging einer der Rohlinge auf Dr. Hosmann los. Als dieser sagte, man möge ihn in Ruhe lassen, er sei Arzt, erhielt er zunächst einen Faustschlag ins Gesicht und sodann mit einem eisernen, gezähnten Schlagring einen wuchtigen Schlag aus den Kopf, o daß er blutüberströmt zu Boden fiel. Rach Ausführung liefer Heldentat ergriffen die Rowdys schleunigst die Flucht. Dr. Hofmann, der außer mehreren Kopfverletzungen infolge des Falles auch Verletzungen der rechten Körperseite erlitt, befindet sich wieder auf dem Wege der Besserung. Die polizeiliche Untersuchung ist eingeleitet, doch ist sie bisher ohne Ergebnis. In den Kreisen der hiesigen Aerzteschaft herrscht über den unglaublichen Vorfall allgemeine Empörung, und sie hat dies Herrn Dr. Hofmann durch den Vorstand des Aerzteverbandes zum Ausdrucke gebracht.