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Der Israelit · 1931-04-01 · Heft 14 (1.4.1931) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 14 (1.4.1931)
Date
1931-04-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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Nr. 14 Seite 15 1. April 1931 Ainderecke. Mit diesen Worten ließ der Fremde das Kamel niederknieen, sprang ab und mit großer Sorgfalt und Behutsamkeit wurde Azaljah in den Tragsessel gehoben. Langsam und vorsichtig, als verstünde es, wen es jetzt trug, erhob sich das Kamel. Während der vornehme Fremde sich auf einen der Esel setzte, ritt Azaljah dankbar und voll Glück im Herzen Jerusalem zu. (Der II. Teil folgt). feine rierrenhute bekannte Harken Fabrikate Haarfilz von 12.50 an Die Ehrung des Namens. Wallfahrt zum Peffachfeste. I. Es war in den Tagen Josiahs, des Königs von Juda, da erging der Ruf durch das ganze Land Juda: „Kommt, zieht herauf nach aforr, um das Pessachfest wieder in alter Pracht und Feierlichkeit zu begehen!" Da machten sich von fern und nah alle Leute auf mit ihren Söhnen und Töchtern und mit ihrem ganzen Haus und zogen hinauf nach den Bergen Jehudas in großer Zahl und mit Jubel und Jauchzen. Alle Straßen waren voll von Menschen und Eseln und Wagen und mit heiteren Rufen begrüßten sich alte Bekannte. So lange hatte Götzendienst geherrscht im Lande und nun endlich war dem Volk wieder ein König erstanden, der die Götzenbilder niederriß und verbrannte und die falschen Götzenpriester verjagte. In dieser Zeit lebte ein alter Mann in der Nähe von Hebron und sein Name war Azaljah. Er war 80 Jahre alt und hatte schon die Herrschaft von vier Königen erlebt. Als kleines Kind war er von seinem Vater zur Zeit des guten Königs Hiskia zum Pessachfest nach Jerusalem mitgenommen worden und er konnte sich noch ein wenig daran erinnern. Dann kam die schlimme Regierung des Königs Menasche, der wieder den Götzendienst in der heiligen Stadt einführte und nach ihm sein Sohn Amon, der ganz in den Wegen seines Vaters ging. In dieser Zeit betrat Azaljah die Stadt nicht mehr, er hielt sich fern von ihrem sündigen und häßlichen Treiben. Nun endlich, am Ende seiner Tage hätte Azaljah es wieder erleben können, wie das Pesiachopfer in alter feierlicher Ordnung dargebracht wurde.. Sein heißester Wunsch wäre es gewesen, nun noch einmal nach der heiligen Stadt kommen zu dürfen — und nun war er zu alt! Es fiel ihm schon recht schwer, sich gu bewegen und die Reife wäre ihm viel zu anstrengend gewesen. Sein alter Esel hätte ihn wohl noch getragen, aber wie hätte der alte Mann sich so lange auf ihm halten können! Nein, es blieb ihm nichts anderes übrig, als zu Hause zu bleiben, so traurig er auch darüber war. Von agen Seiten rüstete man zum Aufbruch,' eine Familie nach der anderen zog an der Straße nach Jerusalem vorbei und allen blickte Azaljah nach und gab ihnen seine Grüße mit für die geliebte heilige Stadt. Allmählich ließ der Strom der Wandernden nach und nur mehr einzelne Nachzügler kamen des Wegs. Azaljah wurde immer trauriger, wenn er daran dachte, wie schön es jetzt in Jerusalem sein müßte. Wenn die Vorbereitungen zum Pesiachopfer getroffen würden und der Lärm und der Jubel der vielen Menschen die Stadt erfüllte! — In seine Gedanken vertieft hatte Azaljah nicht gehört, wie ein neuer Trupp sich näherte. Erst als die Reisenden ihm ganz nahe gekommen waren, schaute Azaljah aus. Von einigen Dienern auf Eseln begleitet, ritt auf einem Kamel mit herrlich gepolstertem Tragsessel ein vornehmer Mann heran und hielt vor Azaljah. „Warum ziehst du nicht auch hinauf nach Jerusalem?", fragte der Fremde. „Wie gern würde ich 'es tun", erwiderte Azaljah, „doch ich bin zu alt und schwach". „Deshalb sollst du nicht Zurückbleiben, lieber Alter", antwortete der^Reisende, „mein frommes Kamel wird dich sanft und gemächlich tragen und du sollst auch teilnehmen an der großen Freude in Jerusalem!" Der Elijahu-Vecher (Nach einer hebräischen Dolkserzählung.) Es war einmal ein reicher Mann in einer kleinen Stadt nnd sein Name war Rabbi Esriel. Er hatte eine fromme, g'ttesfürchtige Frauwelche Channa hieß. Esriel und. Channa waren sehr freigebigen Herzens; ihr Haus war den Armen jederzeit geöffnet, wer hungrig eintrat, verließ es gesättigt und jeder erhielt noch eine kleine Gabe mit auf den Weg. Alljährlich, wenn Pessach herannahte, luden sie zehn arme Leute oder mehr zum Seder ein und sobald der Nissan begonnen hatte, strömten Arme und Bedürftige dem Städtchen zu, um an Pessach am Tisch Rabbi Esriels gespeist zu werden. So vergingen viele Jahre. Auf einmal aber verarmte Esriel und wurde selbst sehr arm. Trotzdem bemühten sich er und seine Frau das ganze Jahr hindurch, den Armen noch von ihrem dürftigen Brote abzugeben; aber wenn sie an Pessach dachten, wurde ihnen sehr schwer ums Herg: bestimmt würden auch dieses Jahr zehn Arme zum Seder kommen, und wie sollten sie ihnen etwas zu essen geben? Sie überlegten hin und her und beschlossen am Ende, daß Rabbi Esriel fortreisen sollte, um von einigen befreundeten Kaufleuten hundert Schekel zu erbitten. Zwei Monate vor Pessach zog Esriel fort; Eisenbahn gab es damals noch keine, und das Reisen mit dem Wagen war langsam und beschwerlich. Wochen gingen vorüber und Channa hörte nichts von ihrem Mann. Das bekümmerte sie sehr. In der Stadt begannen sie schon mit dem Mazzosbacken und sie hatte nicht ein bißchen Geld für die nötigsten Dinge zu Pessach. Da erhielt Ehanna eines Morgens einen Brief von ihrem Mann. Sie öffnete ihn besorgt und las folgende Worte: „Liebe Frau! Ich durchzog verschiedene Städte und kam zu meinen Bekannten, den Kaufleuten. Aber alle weigerten sich, mir zu helfen. Es bleibt uns also npr ein Rat übrig: verkaufe den goldenen Becher, den Elijahu-Becher, der uns noch geblieben ist und für den Erlös, kaufe alles Nötige für das Fest-" Die Augen Ehannas flössen über von Tränen, als sie diese Zeilen las. Aber dann faßte sie Mut und beschloß in ihrem Herzen, auf G'tt zu vertrauen und den teuren, alten Elija-Hanowi-Becher doch nicht zu verkaufen! Kurz daraus kam ein alter Mann ans Haus mit langem weißem Bart und ehrfurchtgebietendem Aussehen. „Kann man an deinem Tische dieses Jahr zu Pessach gespeist werden?", fragte der Alte. „Nein, mein Herr! Auch für die regelmäßig kommenden Gäste sind dieses Jahr nicht genügend Mazzos vorhanden." „Ich verlange meine Mahlzeit nicht umsonst! Mit gutem Gelbe werde ich sie bezahlen." Mit diesen Worten zog der Alte einen goldenen Dinar aus der Tasche, gab ihn Channa und sprach: „Dieses Goldstück wird ausreichen für alles Nötige auf Pessach!" Schnell eilte Channa in den Laden und bestellte Mazzos. Sie bezahlte gleich und was vom Geld noch übrig blieb, tat sie in ihre Tasche. Als sie aber aus dem Laden herauskam — siehe da — da war auch das Goldstück noch in ihrer Tasche! Sie kaufte alles Nötige für das Fest, auch neue Kleider für sich und ihren Mann — und das Goldstück, das der Alte ihr gegeben hatte, blieb noch immer in ihrer Tasche! Müde und niedergeschlagen kehrte Esriel am Crew Pessach von seiner Reise zurück. Aber als er an die Schwelle seines Hauses kam, strahlten seine Augen: wie in jedem Jahre standen die Tische voll von guten Dingen und zwischen den Bechern erglänzte der Becher des Elija Hanowi! Esriel wunderte sich sehr darüber und Channa erzählte ihm glückstrahlend von dem seltsamen Goldstück des fremden Mannes. Am Abend ging Esriel in die Synagoge, kehrte in Begleitung feiner Gäste nach Haufe zurück und setzte sich an den Sedertifch. „Rabbosai", sagte Esriel, „wir müssen noch ein wenig auf einen würdigen Gast warten, der heute nacht ZU UNS kommen wird." Sie faßen eine Stunde und mehr und der East kam nicht. Da begannen sw den Seder zu halten, wie es sich gehört. Nach dem Benschen schenkten sie den vierten Becher ein und Channa öffnete die Türe. Da erhob sich ein plötzlicher Windstoß, der alle Kerzen fast verlöschte und im Halbdunkel sahen sie, wie eine hohe Gestalt ins Zimmer trat. Der geheimnisvolle Gast näherte sich dem Tisch, trank den Becher des Elijahu aus und verschwand. Trotz des trüben Lichtes der flackernden Kerzen hatte Ehanna sofort jenen Alten erkannt, der ihr das Goldstück gegeben hatte und alle verstanden nun, daß Elisa Hanowi der Channa erschienen war. In der Nacht sah Esriel den Elijahu im Traum und dieser sprach: „Weil deine fromme Frau meinen Becher nicht verkaufen wollte und aus G'tt vertraute, habe ich ihr geholfen. Und um ihrer Frömmigkeit willen 'oll der Segen auch nie mehr von deinem Hause weichen." Vom Dubner Magid kennt ihr bestimmt schon einige Geschichten zur Hagodoh, aber vielleicht habt ihr diese noch nicht gehört. Also: In sine kleine Stadt, in welcher der Dubner Magid noch nie gewesen war, kam einmal ein Schwindler, der sich für den berühmten Dubner Magid ausgab. Er hatte ein paar von den Geschichten und Gleichnissen des Magid auswendig gelernt, trug sie den Leuten des Städtchens vor und alles war begeistert. Der falsche Magid wurde geehrt und gefeiert und erhielt bei seinem Scheiden noch schöne Geschenke zum Dank. Am Tage danach kam im gleichen Städtchen der echte Dubner Magid mit ein paar Schülern an. Kaum hatte er seinen Namen genannt, wurde er als Lügner und Betrüger beschimpft und mit Knüffen und Püffen zur Stadt hinausgejagt. Nun stand er draußen — und er lachte und freute sich! Schüttelten die Schüler die Köpfe und sprachen: „Warum freust du dich denn, wenn ein Schwindler die Ehren genießt und du geschimpft und geprügelt wirst?" „Versteht ihr das nicht?", antwortete der Magid. „Die Ehren galten doch meinem Namen, warum soll ich mich da nicht freuen? Die dummen Leute haben sich wohl in der Person geirrt, das war freilich unangenehm für mich — aber der Name des Dubner Magid wurde doch geehrt!" Seht ihr, so können wir auch — CfyambiI — den Satz verstehen: 'n de? bbnn sinn ns vav mron- Nicht überall auf Erden wurde der wahre G'tt verehrt. Aber dem Namen G'ttes galt die Verehrung, wenn sich die Menschen auch irrten, solange sie es nicht besser wußten. In diesem Sinne konnte man sagen: Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang wird gepriesen der Name des Herrn! Rätsel. Es steht in jeder niun Es steckt in jeder rßsn In wiivv b'b kommt's zwei mal vor Doch nicht in min. Was ist das nur? Die Antworten auf die lustigen Nätselfragen sind: 1. Die mm der Tefillin. 2. Der j»td, die oberste Mazzo auf der Sederschüssel. 3. rwn Em*i oder vnn »an- 4. Die t»/ mit der man beim Vorlesen aus der Thora deutet. 6. D»i>;n die drei Wallfahrtsfeste Richtige Lösungen sandten: Erich Leoy, Berlin; Moses Marx, Frankfurt a. M.; Oskar Lewin, Frankfurt a. M.; Ilse Lewin, Rastenburg (Ostpr.) Lösungen von früheren Rätseln gingen noch ein von: D. Grün, Berlin; Max Lauchheimer, Jchenhausen. Preisausgabe. (Für die Aelteren.) Heute sollt ihr auch einmal eine Preisäufgabe bekommen! In den Ferien habt ihr doch Zeit dazu, nicht wahr! Die Aufgabe lautet: Aus den Buchstaben des Wortes »ip's« sollt ihr so viele neue Wörter bilden, wie ihr findet; wer die meisten Wörter herausfindet, die aus diesen sieben Buchstaben gebildet werden können, bekommt den 1. Preis, ein schönes Buch. Außerdem haben wir noch drei kleinere Preise für die nächstbesten Löser. Die einzelnen Buchstaben dürft ihr natürlich auch als Schlußbuchstaben verwenden und umgekehrt, aber jeden Buchstaben in jedem Wort nur einmal. Verstanden? Der letzte Termin der Einsendung ist der 1. Jjar. Also, an die Arbeit! Wenn man die hebräische Orthographie nicht kann. In einer kleinen Stadt befand sich ein Kolonial- Waren-Laden dessen Besitzer einmal auf Pessach auch Koschermilch verkaufen wollte. Cr schrieb also ein großes Schild, um bekannt zu geben, daß er koschere Milch verkaufen wolle, hängte es an seiner Tür aus und wartete auf die Kunden. Aber niemand kam! Er konnte sich gar nicht vorstellen, woran das liegen möge und befragte seinen Nachbarn darum. „Ja, weißt du auch, was du angeschrieben hast?", stagte ihn dieser. „Daß ein Hund an deiner Türe angebunden liegt!" „Aber wieso denn???" Der gute Mann stand nämlich auf etwas gespanntem Fuße mit der Orthographie und hatte statt um 2bn nvs bv geschrieben nns by -mp Da war's kein Wunder, daß niemand kam, um Milch zu kaufen! y ’ i in.

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