Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1931)
- Date
- 1931-03-26
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2450652-2450665--77770-2535419- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
I 6 *D(äftev der tanriesoeganifation der Agudas-Zireoel in Veulfekland. 7. Jahrgang Hamburg, 26. März 1931 j 8. Nißan 5691 Schriftleitung: Wokf S. Iacoösorr in Kawöurg. Nummer 7 Als einer der ältesten Bewohner des heiligen kurz daraus in der ganzen agudistischen Presse Landes, der ich das Glück gehabt habe, jetzt vollen Wortlaut veröffentlicht worden. Wir 60 Jahre in diesem Lande zu weilen, der ich'haben die Leitung der Jüdischen Telegraphen- Augenzeuge war der vielen Jahre friedlichen, Agentur aufgefordert, von der lügenhaften Darruhigen Zusammenwohnens unter allen Vewohstellung ihres Mitarbeiters öffentlich abzurücken, nern des Landes, ich erlaube mir, mich mit die- An die Orts- und Zugendgruppen der Agudas Israel! Die Unterzeichnete Landesorganisation hat mit der S i e d l u n g s g e s e l l s ch a f t des Neichsbundes jü dt scher Frontsoldaten die Vereinbarung getroffen, daß bei genügender Beteiligung an der im Frühjahr 1932 in Vollbetrieb zu nehmenden Mischen Siedlung Gr. Gaglow ein besonderes Haus mit rituellem Küchenbetrieb für gesetzestreue junge Leute eingerichtet wird, denen auch gewissenhafte Wahrung der Sabbate und Festtage zugesichert wird. Es wird daneben unsre Aufgabe sein, diesen jungen Leuten ein religiöses Milieu mit entsprechender geistiger Anregung zu schaffen. Neben der persönlichen Qualifikation ist eine gärtnerische Vorbildung vor Eintritt in die Siedlung notwendig. Wir richten an die Orts- und Jugendgruppen die Bitte, ihre Mitglieder auf diese Vereinbarung aufmerksam zu machen und diejenigen, die persönlich qualifiziert sind und einen Eintritt in den landwirtschaftlichen Beruf ins Auge fassen, zur unverzüglichen Meldung beim Vor st and der Landesorganisation der Agudas Jisroel zu veranlassen. Ueber die Einzelheiten findet alsdann in jedem Falle eine schriftliche und mündliche Verständigung statt. Hamburg, 6. Nissan 5691. Vorstand der deutschen Landesorganisation der Agudas Jisroel. Verstand der Jugendorganisation der Agudas Jisroel. Am Wahrheit und Frieden. Ein öffentliches Sendschreiben von Oberradbrirsr Joseph Chasim Sonnenfeld in Jerusalem. (5U15 dem Hebräischen.) Das heilige Land, auf das die Augen G'ttes unseres G'ttes von Anbeginn des Jahres bis zu seinem Ende gerichtet sind, das Land, von dem Segen ausgegangen ist für alle Völker, und in dem die G'ttespropheten ihre Verheißung für die Zukunft und Vervollkommnung der Menschheit erfüllt sahen, von dem aus sie Frieden verkündeten allem Geschaffenen, es seufzt und wehklagt seit zwei Jahren unter tiefem seelischen Leid. Seine Erdschollen, die voll sind des heiligen Andenkens an Herzensreinheit und sittliche Vollendung, sind Zeugen geworden für Rassenhaß und Bruderzwist. Die Luft, die unser Dichter „Seelenluft" nannte, ist von erstickenden Giften erfüllt, die in den Herzen Liebe und Menschlichkeit ertöten. Der fortgesetzte Kamps und die fortgesetzte Entfremdung der Herzen verdrängen die Schechina und den G'ttessegen aus unserem köstlichen Lande, das sonst der speziellen Vorsehung gewürdigt ist und stattdesfen herrscht Erbitterung, Bruderhaß, brütender Groll, Mangel an.,Glauben und G'ttvertrauen und ein alle Beziehungen durchdringendes gegenseitiges Mißtrauen. fen Worten an a l l e E i n w o h n e r des heiligen Landes ohne Unterschied des S t a m m e s und der Religio zu wsnoen, an das Volk, das die g'ttliche Vorsehung gewürdigt hat, auf dem an Heiligkeit die ganze Erde übertreffenden Boden zu wohnen und ich bitte sie, aus der Tiefe eines gebrochenen und demütigen Herzens, sich über ihr eigenes schönes Land zu erbarmen und über die Menschen, die darin wohnen, zusammenzutreten, um die Trümmer der Sittlichkeit wieder aufzuerbauen und den Zusammenbruch aller Gefühle der Menschlichkeit und des sittlichen Aufschwunges wieder gut zu machen, der in den letzten Jahren über uns gekommen ist. Reißt den S t a ch e l a u s Euren Herzen! Banntdie auf Jrrtumund Verkennung beruhenden Verdächti-, gungen, di e in Euch wohnen und bahnet den Weg zum Frieden! Die Führer des jüdischen Volkes im heb ligen Lande mögen die ersten sein, die den Frieden verkünden, und das Herz der Führer und Häupter des arabischen Volkes möge ihnen entgegenschlagen, um dem ganzen Volke den Frieden wiederzugeben. Der Segen G'ttes, der dem guten Willen aller Teile der Bewohnerschaft des Landes sicher ist, wird diesem Beginnen Erfolg geben und den heiligen Boden mit dem Tau der Wiederbelebung erquicken. Sv mögen wir das neue Licht erschallen, das G'tt auf Zion erstrahlen lassen wird und Völker werden wandeln in seinem Lick^» nach dem Flehen des in Sehnsucht des g'ttticheo Erbarmens harrenden. Joseph Ehajim Lonnenfeld. Die Verhandlungen zwischen Agudas Zisroel und Agency. Die „Jüdische Rundschau" beschäftigtsich mit den un dieser Stelle veröffentlichten offiziellen Mitteilungen und nichtoffiziellen Kommentaren zu den in Berlin stattgchabten Verhandlungen zwischen den Kommissionen der Agudas Jisroel und der Agency. Wir halten es im Interesse der Fortsetzung der Verhandlungen und angesichts der ganzen politischen Lage nicht für angebracht, auf die Ausführungen des zionistischen Blattes einzugehen. Wir möchten nur nochmals feststellen, daß der von uns veröffentlichte Wortlaut des Communiques und nur dieser den wirklichen Sinn der in Berlin getroffenen Vereinbarungen wiedergibt, und daß hierüber sämtliche Vertreter der „Agudas Jisroel" in der Kommission eines Sinnes sind. Der G. A. schreibt uns: In der uns soeben zugehenden Nummer des „Haarez" in Tel-Awiw vom 15. März ds. Js. befindet sich die Wiedergabe eines Artikels, den der Journalist B. Samuliar, einer „der Leiter der Jüdischen Telegraphen-Agentur", in dem Newyorker Tageblatt „Tog" unter, der Ueberschrift „Das Memorandum der Agudas Jisroel an Lord Paßfield" veröffentlicht haben soll. Der Artikel strotzt von Verleumdungen und Unwahrheiten, die aufzuzählen sich nicht lohnt. Bekanntlich ist das Memorandum der Agudas Jisroel von dieser sofort auch der Jewish Agency überreicht und Der Palästina-Aufruf der Agudas-Zisroel. Bon Salh Gris in Tel-Awiw. Ein Bekenntnis als Einleitung. Der Schreiber der nachstehenden Ausführungen saß im Präsidium des Preßburger Kongresses von 1904, der dem Misrachi seine Organisation schuf. Als die Aguda 1912 in Kattowitz gegründet wurde, hatte der Misrachi schon festgefügte Grundlagen, hatte schon Resultate, sah schon auf eine Vergangenheit. Trotzdem Schreiber der Leitung des Misrachi angehörte und ihn besonders journalistisch propagierte, trat er sofort der Aguda bei, denn er akzeptierte den Standpunkt der Aguda-Mitbegründers Louis Feist V'Si , daß eine Plattform notwendig sei, die alle Richtungen der Orthodoxie zu gemeinsamer Tätigkeit uinfasse. Seit Jahren steht Schreiber abseits der aktiven Misrachi-Tätigkeit, da er in verschiedenen Punkten mit der Art der Führung nicht übereinstimm.t Hätte er die Geschicke dieser Partei zu lenken, er würde ideell und materiell eine vor der Oeffentlichkeit klare Marschroute verfolgen und eher die Alternative stellen als, daß er von den ihm vorgezeichneten Prinzipien abwiche. Der Misrachi als solcher hat nur Thora-Kultur zu treiben: sie ist auch seine einzige Politik. In jeder anderen Politik muß er vorsichtige Zurückhaltung üben. Die Misrachi-Leitung muß ein moralischer Faktor sein und als solcher in der zionistischen Bewegung empfunden werden. Wenn die Thora unverrückbar Basis und Ziel gibt, dann folgert sich natürlicherweise das Berpflichnmgsgefühl für möglichste Zusammenarbeit mit allen, die der Thora treu sind, als p r i m ä r. Diese Forderung muß stets wach im Bewußtsein leben und darf bei Bereinigung mit Andersgesinnten, wie es z. B. h i er der Anschluß an dlie Zionistische Organisation bedeutet, nie in den Hintergrund treten. Deshalb sollte sich auch der Misrachi mit jedem Erfolg in der positiven Arbeit der Aguda aufrichtig freuen, Entfremdungen vermeiden und Annäherungen erstreben. Wer so denkt, wird auch gern jede Gelegenheit zur aktiven Mitarbeit an den praktischen Aufgaben der Aguda ergreifen. Hiermit motivieren sich die nachstehenden Ausführungen. Das finanzielle Problem. Inaner wieder und wieder ertönt Jahr für Jahr der Ruf der Aguda, ihr die finanzielle Möglichkeit zur Durchführung ihres Palästina-Programms zu geben, — doch das Resultat überstieg nie einen bescheidenen Umfang. Wohl ist die Orthodoxie überall weit mehr als andere Teile der Judenheit in Anspruch genommen, wohl leistet kein Teil der Judenheit auch nui annähernd so viel für sein Judentum als gerade ihre Kreise, — aber das ändert nichts an der Notwendigkeit, mindestens die zehnfachen Summen wie bisher auszubringen. Die einzige Kolonie der Aguda — Machneh Israels— blieb im Anfang stecken und liegt heute verlassen ohne Menschen da. Die Schulen werden nur mit größter Schwierigkeit durchgehalten und können nicht ausgebaut werden. Unter solchen Umständen laßt sich an die Errichtung neuer Schulen nicht denken, während mit Geldmitteln sich 1 f