Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1931)
- Date
- 1931-03-26
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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L e rzic^ung und Leiere Pädaaoaiscf)e ßeiiaae zum ..Osraefif sajo^gisci^e Oeila^c Organ des Kun>es gesetzestrener Mischer Kehrer Deutjchiands. an den inneren Türbalken gehüpft sein und dabei seine cher Leser denken, das heißt doch „Eulen nach Athen schützende Hand ausgestreckt haben, damit der rv>rwn nicht tragen", in unseren Kreisen eine solche Selbstverständhinein konnte! So beschützt er auch mich in größter Gejlichkeit zu behandeln. Aber gerade wegen dieser Selbstfahr, wenn ich mich als sein Kind führe. Er kannte Verständlichkeit ist es vielleicht doch vonnöten, die Bejeden Aegypter und jedes ihrer Tiere, er weiß auch, was deutung der jüdischen Schule etwas zu beleuchten, um ich tue. so mehr in unserer Zeit des Judenhasses ihre Aktualität Anstelle von nvs laii? und nran haben wir nur noch sich schon aus äußeren Gründen ergibt. Man lernt einen Fleischknochen und Braten. Das Ei ist die jüdische Trost-, Besitz meist zu spät erst schätzen, wenn man ihn nicht speise, die man dem Trauernden reicht. Aus dem Ek kann mehr hat. Und deshalb gilt auch für die jüdische Schule neues Leben quellen (Symbol für v'vvn n"nn nach dem! das Goethewort: „Was du ererbt von deinen Vätern nur) Die Trauer rollt durch die Welt. Sie rollt auch!hast, erwirb es, um es zu besitzen." Gibt es doch auch wieder weg. G'tt möge Jerusalems Trauer wieder wegin unseren Kreisen in Anbetracht der finanziellen Not rollen lassen 012 .nu anpa ij’n-a „mnaa ,mnaa singen wir! einzelne Stimmen, die die Preisgabe des Vätererbes hoffenden Herzens. Wie oft faßen wir schon am gleichen immerhin, sagen wir einmal, in Betracht ziehen, Wochenabend wie beim Seder um den Tempel trauernd gar keine Beweisführung notwendig, daß in (am 9. Aw) zu Boden! ' I einer jüdischen Schule die religiös-sittliche Charakteren - 1 r ganze Hagadah.!hjldung in unserem Sinne ganz anders durchaeführt Wie echt kindlich Ueb ist die Frage des oanmit feinem;roerößn kann als in einer nichtjüdifchen Bekenntnisschule a-nrr (mcht wk) Er ist noch Kind. Die Ehrerbietung! oder auch in einer Simultanschule, die ja zumindest neugegen die Erwachsenen, seine Eltern, seine Lehrer ver-ftM sein'soll. Für uns aber ist Neutralität niemals pä- ' r , . rLrr ' r* ruu vieren ihm, sich schon oozu zu rechnen. Dagegen örücft öaaocttfcfte ßctftutttf* denn die EemeinichaU autl) die kann, Em,t„nmung, st°,g°nd°s Jnt-r°,s-. r°L° , Selbstda- «. de-l zweiten Jungen flegelhaste ««zmMKu«, VwiK-LK« w des Alters, beabsichtigten Spott und eigne Ueberhebung der Erziehung, und sie erzieht am stärksten durch ihr ous- , ' Sein, wenn sie einheitlich geformt, innerlich gleichge- Gelstesheroen, wie R. Aklba und seine Genossen, ' ' - - - - * - wußten die schwierigsten Gedankengänge in überaus anschaulicher Form den Kindern nahe zu bringen im pw nsai na» Das freut das Kind. Die Erklärung der Schristverse sind in ihrer Kürze „ .... u« und pädagogischer Femhert mcht zu ubertreffen. Nur zwei einer simultanen Grundschule oder einer katholischen Leisplele. 17 'HpTH T>3 2)ic „gleiche nöffuno nht>r onrirmofifrium ^A^PoYinfMiGfrfinTö hofurhan in miiffon* Verantwortliche Schriftleitung: L. Kaufmann. Sprendlingen (Kreis Offenbach). Unsere Pesach-Hagadah, ein Buch für unsere Kinder. Skizze. Der Name Hagadah, in Anlehnung an m 122^ rmni „verkünde Deinem Sohne" bezeichnet ausdrücklich ein Kinderbuch. Sein Ursprung geht auf die Mischnah zurück. Die jüdische Schule hat somit das vermutlich älteste noch heute in Gebrauch befindliche Schulbuch. Trotzdem ist es nicht veraltet. Im Gegenteil. Nicht »«in. nicht nten regen das Kind dermaßen an wie die r-mn■ . Die Kinderaugen leuchten, wenn es hetzt: man mitbringen l Woher kommt das? Weil dieses Wunderwerk unsrer Weifen so überaus ckindgemäß, so pädagogisch fein ist, daß es von keinem zeitgenössischen Buch der Arbeitsschule erreicht werden kann. Einstimmung, steigendes Interesse, rege Selbsttätigkeit, geweckte Urteilskraft, entschiedener Willensentschluß: alles ist da. Die Kinder fragen Mah nischtanoh, nicht der Vater, der Lehrer. Die Antwort ist derart, daß sie zum Weitersorschen anreizt: Arbeitsünterricht. Beim „vierten Jungen" steht die Weisung I^rmon.1«' sage dem Kind in verständlicher Form, was es nicht wissen kann und suche nicht herauszuholen, wo nichts drin ist. Ganz zeitgemäße Mahnung. Die Einstimmung ist ungezwungen. Die Zeit des Schüttelns, des Stöberns, des Eintreffens der nn». die Jomtoftafsen spannen die Erwartung von Tag zu Tag. Mit dem Chomez wird das Kind aus den gewohnten Räumen von seinen gesäuberten Spielsachen vertrieben. Es^landet schließlich in einem Eckchen des Vorplatzes inmitten eines wunderbaren Durcheinanders von allerlei Geschirr und Brotresten, in der Tat ein ->">»» n&s im kleinen. Das flackernde Chomezfeuer mit den standrechtlich zu verbrennenden Brosamen beleuchtet den Einzug einer neuen Zeit. Das Chomez ist tot, hoch lebe die Mazzoh. So mitten drin in der „Geschichte" werden die Symbole des 110 Abends so leicht verstanden wie der Sinn einer guten Fabel. Sie sind naheliegend. Wer ist der Sauerteig, der, aufgeblasen und hohl. Beispiele, imn ir mpm r-a Dse '„gleiche Fassung' niv durch yin dem Beweisvers sagt nur wenig. Der Schüler liest die Stelle im vmn nach und findet, daß die Seuche „wunderbar" vor den Tieren der Kinder Israel halt machte. Man erzählt ihm die Anekdote von dem mürttembergischen Herzog und der Schwarzwälder Wirtin. Der Herzog kehrt im Sommer zu Hirsau ein. Die V'ILV rnirr»»' Wirtin hrägi auf und die schwäbischen Fliegen setzen sich respektlos auf des Herzogs Suppenteller. Worauf dieser der Wirtin unwillig zurust, sie möge doch den Mücken eine gesonderte Suppe hinstellen. Die Frau klappert eine Weile geschäftig mit den Tellern und meldet dann ehrfurchtsvoll: „Herr Herzich, die Supp' ist ang'richt. Befehlen Herr Herzich, daß sich die Mucka setzet." Das konnte der Herzog allerdings nicht. Das können auch andre nicht. Bei so kleinen Geschöpfen riv-,s2v mno schlaleichtsinnig aus der Schüssel steigt, allein in die wei^ gcn alle menschlichen Einflüsse''und Erziehungskünste Welt spaziert und dabei versauert und verdirbt? Ich Die Mücken kümmern sich nicht um Kanonendonmöchte es nicht sein, denkt das Kind, ich esse kem Cho- - --- - — - J -- - mez, weil ich kein verkommenes Früchtchen, sondern folgsame Mazzoh sein will, von meinem Ururvater auf der _— eri~ OaU imh ntfif Schulter getragen. Sie hält unbegrenzte Zeit und gibt einen Erub, auf den man sich verlassen kann. Wir waren Sklaven, sagt der Vater. Aber was für stimmt ist." Ganz abgesehen davon, ist es aber doch selbstverständlich, daß sogar in den Simultanschulen die starke christliche Betonung auf die Struktur des Unterrichts abfärben muß. Es ist sicher kein Vergnügen für ein jüdisches Kind, im Monat Dezember die Unterklassen oder evangelischen Bekenntnisschule besuchen zu müssen; denn es ist ja ganz klar, daß das Weihnachtsfest dem ganzen Stundenplan fein Gepräge aufdrückt. Wie viel besser hat es das jüdische Kind in der jüdischen Schule, wo ja nicht bloß die Religionsstunden, sondern das gesamte Schulleben vom religiösen Geiste durchdrungen ist. Schon in früheren Jahrzehnten, in welchen die derzeitige politische Einstellung sich noch nicht auswirkte, fühlte das jüdische Kind in der nichtjüdischen Schule heraus, daß eine seelische Kluft vorhanden war, daß gegen alles, was jüdischen Charakter besaß, zum mindesten ein leiser Argwohn bestand. Daß liberal und human denkende christliche Lehrer in solchen Schulen einen wohltuenden; Einfluß ausüben können und tatsächlich ausübten, muß ohne weiteres dankbar anerkannt werden. Daß aber auch das Gegenteil möglich ist, bedarf keines weiteren-Beweises. In ihren „Memoiren einer Sozialistin" erzählt Lily ner und nicht um FM-njpisl. Und erst Pestbazillen! ^raun wie eine iildiickie ffiiitfdiüfsdn unter 'fot* entmÄST;'!? Sen“ İh°L7g ,«Kn‘SottTÄ das SfiÄ *i?if »rü »frhS iSW durch die Blume hören muß. wie das „Alte T°,t°. fuugsscharen von klein bis groß gehorchen, sehnlich tneJrt. 3ur Ltrurrorat erziehe, wie es nichts Böses gibt, =2, LTrZn-tä, ÄÄÄ? jSfcöL1’j£! k«In Laster in der Welt eristiert. das man nicht dem weichet denkt das Kind,' inS seine Äugen blitzen. Gold^,^, aus Besehl irae hält,' das im Augenblick Judentum andichtet so drückt das des Kindes Seele und Silber mochten beim Umzug die Kinder, die Last-.^0 000 hinrafft, aber nicht einen mehr. Das Schwert P,ßI?el’' und der Schmerz darüber zütert oft iahrelang tiere, tragen. Das Frühstück für uns, die Kleinen, die msv mußte peinlchst prüfen, n-vinsv v>d, daß i v”0<Anüchtern, fastend Aegypten verlassen mußten, trugen Seele hingerissen wurde. Das ist der ge- Glücklich die Kinder, denen solche Seelenpein erspart unsre treu sorgenden Sklaven-Bäter selbst aan^> 11DaItiqß ©’ttesorm, der um Mitternacht in Blitzesschnelle 'geblieben, die in Orten wohnen, wo man in weiser Einals Vorbild, wie die Pflicht über alles gehen muß. Geben Schwert in Myriaden Häuser eindringen ließ :und sicht jüdische Schulen geschaffen, in welchen „mit gleichem unsre Eltern nicht auch das Letzte für uns. ihre Kinder? anderen zurückhielt; eine augenscheinliche --.n^ . Ernst und gleicher Sorgfalt das alte heilige Erbgut der Deswegen will ich nann sein für die Bitternisse, jIakobsgemeinde Hand in Hand mit allem Wahren, die andre ihnen antun. Die roten Bäckchen der Aepsel Daß die späteren Zusätze zur Hagadah: Das Lied Edlen und Guten der europäischen Bildung, vom Aleph des Charoses erinnern mich an die roten Bäckchen der vom Vöcklein, das Zahlenrätsel usw. den richtigen kindbeth und Abc an alle Stadien der Erkenntnis und Ent- —-l it.—~ sn» frhmörnrfitftf<»nhPM 'ii^en Jon getroffen haben, wer wollte es bestreiten? ,Wicklung hindurch einheitlich gepflegt wird, wo die ganze s Mittagessen unter die schattigen Apfelbäume! Selbst eine schlagwortartige Abkürzung von Geistes-' und Gemütsbildung'der . Knaben und Mädchen trugen und durch die Liebe eines innigen «ganzen Sätzen, ähnlich wie Va inn {jat kindgemäße von vornherein in so einheitlicher Richtung erstarkt, wie Kinder, die mit ihren Müttern den schwerarbeitenden! li BäterN da2 SJ« {A\nH<nart NsnksMännil» . rz Famil/enlebens^die Lasten der Knechtschaft erträglich zu - Darstellung.' Es ist so schön, mit einem Wort einen, sie sich im Leben dereinst^als wahrhaft gebildete Juden, machen suchten, ('n 'n n"v) "iai 'nnw mann nnn Lehmsonst überaus langen Refrain andeuten zu können. So als wahrhaft jüdisch gebildete Menschen und Bürger be- - ' " .v geht es durch die ganze Hagadah.w'nia->11. ' " " ' Verlinger, Vuttenhausen. arbeit und Gatten- und Kindesliebe ist in diesem Kompott wundersam vereinigt. .. . . Es gibt auch jetzt noch Menschen, die agyptergleich andern das Leben verbittern. Dazu wollen wir nicht gehören. Kommt mir Bittres zu, dann schlucke ich meine Portion tapfer hinunter. . Wie. lustig hüpften die Pessach-Zicklem und -Lammlein! Wie flink und geschickt mußte über die jüdischen Häuser mit dem Prüfungs- und Gehorsamszeichen währen sollen." Wenn nun in einer Zeit wie der heutigen, wo natürlich gespart werden muß, in manchen Köpfen der Brauchen wir jüdische Schule» D°n °b°r-yz°°l,°hr-r «. 0ch,-nmE in MX ° Wenn man in diesen Blättern die Frage der Ausdie Absperrung in der konfessionellen Schule ungesund rechterhaltung der jüdischen Schule bespricht, wird man-«sei und weltfremd mache, zu Unverträglichkeit, zu eng-