Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1931)
- Date
- 1931-03-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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26. Mürz 1931 D er I s r «el it wurden; dkß -die Wee der selbständigen Gemeindebilduna öishet sich in Deutschland nicht durchgesetzt habe an und für sich eine unbestreitbare Tatsache, aus der aber rein gar-nichts gegen:die -Wahrheit der Idee zw folgern ist, Daß es in Deutschland.nicht mehr und numerisch stärkere AustrittsgsMmden : gibt, hatverschiedene Ursachen; es liegt einmal daran, daß in Preußen der individuelle Austritt vom Gesetz verlangt wurde ein Schritt, zu dem sich nur entschließen kann, wer bereit ist, seiner Ueberzeugung sehr große Opfer materieller und geistiger Naturzu bringen. Hinzu kommt i die in der Zeit liegende Idee des Nationalismus, der allenthalben im jüdischen Lager versucht, die alte jüdische Kehilla in eine Gemeinschaft rein bluts- und räffemäßigen Charakters zu verwandeln. Im Uebrigen würde schon die Existenz auch nur einer einzigen selbständigen und von der Reform unabhängigen Gemeinde Zeugnis davon oblegen, daß in jüdischem Kreise allein das G'ttesgesetz das organisierende Moment sein darf. Einen Hinweis auf Ungarn — wie es geschehen ist — zum Beweis für die gemeindeorthodoxen Gedankengänge sollte niemand für möglich halten, der weiß, daß gerade in den ungarischen Nachfolgestaaten das Prinzip der völligen Unabhängigkeit und Selbständigkeit der Orthodoxie fast zu 100 Proz. verwirklicht ist, so daß es schwer ist, ungarische Rabbiner überhaupt nur zum Vier.- st ä n d n i s für die Motive der deutschen Einheitsgemeinde-Orthodoren und für die Duldsamkeit der selbständigen Orthodoxie in Deutschland zu bewegen. Was Polen angeht, so bedarf es dort selbstverständlich keines Austritts der Orthodoxie, wo die bei weitem überwiegende Mehrheit der Gemeindemitglieder jede Reform ablehnt und es nur der politischen Erziehung bedarf, um die Macht der orthodoxes Massen zur aktuellen Geltung zu bringen. Was die Angriffe gegen den „Israelit" angehe, so halte es diese Zeitschrift allerdings schon um der Heranwachsenden Jugend willen für ihre Pflicht, gegen Versuche aufzutreten, den fundamentalen Unterschied zwischen Liberalismus Seligmann'fcher Prägung und dem wahren Judentum der Thora zu vertuschen oder zu verschleiern. Unrichtig sei jedoch die Anklage, der „Jsrae'it" wolle Erfolge und Leistungen der Eemeindeorthodorie vnleugnen und verschweigen. Gerade von Kreisen der Austrittsorthodorie werde gegen den „Israelit" der entgegengesetzte, ebenso unberechtigte Vorwurf erhoben, daß er „Institutionen der Eemeindeorthodorie kritiklos verherrliche." Schon hieraus ergibt sich die Unrichtigkeit der gegenerischen Behauptungen. Es ist aber auch nachzuweisen, daß über Hoffmann'sche Jeschiwa, Talmud Thora-Verein und Sijumim stets mit Unbefangenheit berichtet wird, ohne daß etwas verschleiert werden soll. Trotz der im Laufe des Referates mit aller gebotenen Deutlichkeit und Schärfe klargelegten ideellen Gegensätze sieht der Redner Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Zusammenarbeit aller Thoratreuen, unabhängig Hagada-Vorträge. Jrst M e k o r C h a j i m, Langestr, 18, findet nächsten Sonntag, nachmittags 6.30 Uhr, ein Vortrag des Herrn S. Schächnorvitz statt über das Thema „Vom Seder des Abarbanel". Es soll der Versuch gemacht werden, Hägadaerklärungen des Abarbanel mit den Geschicken dieses Lehrerfürsten und aus der Geschichte seiner Zeit heraus zu erklären. Am ersten Pessach tage spricht eine Stunde vor Nacht, ebenfalls im Rahmen des Mekor Chajim, im Hörsaale Friedberger Anlage, Herr Dr. S. E h r m a n n über die H agad a von P effach. _ Auch der Liwjath Chen-Vortrag an diesem Sabbat, im Anschluß an Mincho, im Hörsaale Friedberger Anlage, behandelt Hagada-Motive in Beziehung zum Wochenabschnitte und zu Fragen der Zeit. Gäste sind zu all diesen Vorträgen willkommen. Vereinigung ehem. Schüler und Schülerinnen der S. R. Hirsch-Schule. Wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß die^in der kommenden Woche erscheinenden „Mitteilungen" den Jahresbericht der Schule enthalten. Jüdischer Lurnerbund L. V. Der Jüdische Turrrerbund E. V., Frankfurt a. M. lädt alle seine Mitglieder zur ordentlichen Generalversammlung ein, die am Sonntag, den 12. April 1931, abends um 8: Uhr (präzise), im Jüdischen Heim, (Rachelsohn), Langestr. 55, 1. stattfindet. Rabbiner und Geistlicher. Wie bekannt, entschied das Preußische Oberverwaltungsgericht eine Eingabe der Israelitischen Religionsgeseüschaft, ein ihr gehöriges Haus; das als Wohnung ihres Rabbiners dienen soll, aus Grund des 8 3 Absatz 1 von der Hauszinssteuer zu befreien, abschlägig, mit der Begründung, ein Rabbiner sei nicht im Sinne der Bestimmung „Geistlicher", unter welchem man nur Kirchendiener der evangelischen oder katholischen Kirche verstehe. Dazu führt nun der Staatsrechtslehrer der Frankfurter Universität, Prof. Dr. F. G i e f e, aus, daß der Rechtsstandpunkt des Oberoerwaltungsgerichts dem Rechtsgefühl widerspreche und daß er mit dem in Art. 133 ff. der Reichsverfassung zugrunde gelegten Prinzip der staatsseitigen Gleichbehandlung aller Religionsgesellschaften unvereinbar sei. Der Ausschluß der Staatskirche in Art. 1371 gestatte keine Bevorzugung einzelner Religionsgesellschaften. Da das Oberverwaltungsgericht für Einsprüche gegen die Hauszinssteuer den letzten Rechtszug bildet, kann also jetzt nur noch durch Gesetz Abhilfe geschaffen werden. Israelitisches Arauenheim Bad Nauheim. In der Generalversammlung am 18. März 1931 erstattete der Vorsitzende einen Bericht über den Kurbetrieb des Heimes im Jahre 1930. Es wurden nahezu . . .300 Kurbedürftige in dem Heim verpflegt. Der Erfolg Organ,,-twnsform ihrer G-m-mdm. So Bebarf;6(t Äuren ^durchweg ein günstiger Die ärzMche z. V. der Kampf um das neue preußische ^Udengesch, Lgjjung des Heimes versahen die Herren Dr. Med. F. Kamps um denun& Dr. med/S. Weinberg gemeinschaftlich. Tr!™!LS Ä'! Oberin Lehmann leitete den inneren Betrieb der gesammelten Kraft Ostens in gewohnter Weise. ^er ~99,ra hoch- Der Schatzmeister erstattet Bericht über die Kassen- Zusammenarbett müssen | ocrjjältniffe. Infolge der allgemeinen ungünstigen Wirtschaftslage ist das Defizit seit dem vergangenen Jahre j leider weiter erheblich gestiegen. Der Fehlbetrag beläuft ftich heute auf rund Mk. 6000.—. In den Schlußworten hob der Vorsitzende hervor, daß trotz der ungünstigen Aussichten für das Jahr 1931 der Kurbetrieb am 27. April ds. Js. wieder aufgenomdas Schuluud Erziehungswesen, Sabbat und die Abwehr der gefährdenden Scheinwissenschast aller derer, die das Banner halten wollen. Für diese allerdings auf beiden Seiten gewisse psychologische Voraussetzungen erfüllt sein. Die Gemeindeorthodoxie muß anerkennen, daß auch für sie die selbständige, nur um die Thora und durch sie organisierte Kehrllah das Idealbild für die Zukunft ist, und daß deren ungeschwächte Existenz schon als lebendiges Gewissen, die nicht wegzudenkende Bedingung auch der gemeinoeorthodü^tn - Pionier-Arbeit ist. Sie .muß auch . bedenken, daß wieder einmal die selbständige . Gemeinde die „Rückzugsstellung" der Thoratreuen in den neutralen Gemeinden werden kann. Ans der anderen Seite wird die selbständig organisierte Orthodoxie sich bewußt werden müssen, daß die Gemeindeorthodoxen nicht aus Mutwillen und aus willkürlichem Subjektivismus in der Großgemeinde verharren, sondern weil ihnen rabbinische Autoritäten zur Seite stehen, deren halachische Entscheidungen sie nun einmal für richtig halten. Es sollte auch weiterhin ohne kleinliche Nörgelei zugestanden werden, daß die Gemeindeorthodorie, unbeschadet ihrer anfechtbaren prinzipiellen Grundlage, auf religiösem Gebiete. .beachtenswerte praktische Leistungen vollbringt, die anerkannt werden müssen und daß es sich bei ihren Anhängern schließlich um Brüder handelt. die genau w e li: Ausgetretenen di: V-:r;s ich'ungskrast des Sinaigebotes anerkennen und die darum von dem unlösbaren Band umschlungen werden, das G'tt selbst durch die 613 Thoragebote um alle die geknüpft hat, die '22 irr»*» v'2'vrw und N12» sind. ES war naturgemäß nur ganz annähernd möglich, die Eedankengänge des zweistündigen Referates rm Nahmen eines Berichtes aufzuzrrgen. Cs ist zu hoffen, daß die Insprache in möglichster Vollkommenheit dem Drude wird übergeben werden können. Die tausendköpfige Schar der Zuhörer und Znhörerinnen stand trotz der drangvollen Enge, die im ^aale herrschte, vom ersten bis zum letzten Worte ganz im Dann der durch klaren Aufbau, tiefes Eindringen un8 gewählte Diktion gleich ausgezeichneten Darlegungen. Di. R. Schulfeier der Samson Raphael Hirsch-Schule. Cs fei ausdrücklich daraus aufmerksam gemacht, daß das Konzert rm Dr. Hoch'schen Konservatorium - pünktlich beginnt. Die Saaldiener sind angewiesen, puntt 8 Uhr die Saaltüren zu schließen. Restliche Karten zu 75 Pfg. an der Abendkaffe. men wird. Er gibt der Hoffnung Ausdruck, daß durch Beihilfen au2 weitesten Kreisen der jüdischen Bevölkerung dieses schöne'Werk der Nächstenliebe erhalten bleibt. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag nachm. 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal, Mikro. Herr Dr. W. Hofmann. — abds. y29 Uhr Newiim. Herr Dr. Marcus Lange. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) entt "m Herr Red. Schachnowitz — vormittag 8 Uhr (ebenso Samstag 4 Uhr) Gemoro Herr I. Soffer — vormittag 91/2 Uhr (ebenso Dienstag abends 6l/2 Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerson Posen — abends y27 Uhr, „Vom Seder des Abarbanel". Hagadavortrag des Herrn S. Schachnowitz. Montag (auch Donnerstag), nach Schul: Mischna Mitgliederlernen—abends 7 Uhr auch Mittwoch), Gemoro, Herr Robb. Dr. Jos. Breuer, abends 8 y4 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna, Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis einschl. Freitag morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 2/4 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen, Herr H. Holpern. Jahrreltsstiftungen. Sonntag, 29. März. Schlaumoh Simnn Kallmann- Stiftung. _ t m Montag, 30. März. Carl Kallman- und Jenny Ries geb. Sundheimer-Stiftung. Aguda» Jisroel-Iugend- und Mädchengruppe. Sonntag, 9—11, Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Dozent: Herr Herz Holpern. — 11—12, Das Jaumi. _ _, "" Nr. 13 Heile 9 Dozent: Herr Herz Holpern. —19-20, Sefer Ehinuch. Leitung: Rabbiner HorovitzfFriedb. Anlage 4). Montag, 9—12, Gelegenheit zum Lernens Dozent: Herr Herz Holpern. — 12-13, Das Jaumi. Dozent: Herr Herz Holpern. — 20‘/2—2^ Ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskkm. Dozent: Herr Rabbiner Horovitz. — 203/4—22, Mischna. Dozent: Herr Gerson Schnerb (Kantstraße 4). — 20'/2—22, Hilchaus Schabbos. Dozent: Herr B. Rachelsohn (Zeit 2). Dienstag, 9—12, Gelegenheit zum Lernen. Dozent: Herr Herz Holpern. — j2—13, Das Jaumi. Dozent: Herz Holpern. — 20</2—22, Ausspracheabend über aktuelle Probleme. Leitung: Jakob Landau (14 tägig). — 21—22, Die Ideologie der Agudas-Jisroel. Leitung: Dr. Willy Hofmann (14tägig). — 20y2—2172, Bowo Kamo. Dozent: Dr. Willy Hofmann. — 21—22, Brochaus. Dozent: P. Wollmann. Mittwoch, 9—12, Gelegenheit zum Lernen. Dozent: Herz Halper. — 12—13, Das Jaumi Dozent: Herz Holpern, — 20l/2_ 2lx/2, Ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskim- Dozent: Rabb. Horovitz. — 201/2—21'/2, Dinim. Dozent: Konrektor A- Hirschberg. — 203/4—22, Mischna. Dozent: Gerson Schnerb (Kantstraße 4). — 203 4—22 74, Kiduschin- Dozent: Dr- I. Posen (Hölderlinstraße 9). — 203/4—2274, Makkaus. Dozent: Herrn. Bing. — 21—22, Dinim. Dozent: Leopold Oppenheimer (Bärenftratze 12). Donnerstag, 9—12, Gelegenheit zum Lernen- Dozent: Herz Holpern. — 1—13, Daf Jaumi. Dozent: Herz Holpern. — 203/4—22, Religionsphilosophie. Leitung: Studienrat Max Munk Liwjath Chen. (Hörscal Frievberger-Anlage.) Samstag 474 Uhr, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. (Hagada-Motive). Gebetzeiten. 12 ra» Freitag abend 6.25 Samstag noDvn 6.45 Samstag morgen 8.— Predigt Samstag nachmittag 1.— und 4.30 Samstag abend 7.40 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 6.00 Tefillin-Legen am Morgen 4.55 nos Mittwoch morgens 6.15 Chomezoerbot 9.15 Mittwoch abend 6.40 I. und II. Tag nastsm 6.45 Morgens 8.— Nachmittag 1.— und 5.— Abends I. Tag 7.45 Schiurim des Gemeinderabbiner». Talmud-Schiur für Fortgeschrittene, ll'nvs ’o» Samstag, Dienstag und Donnerstag abends 201/2 Uhr int Hörsaal Friedb. Anlage. Sefer Chinuch Arbeitsgemeinschaft für junge Leute, Sonntag Abend 7 Uhr im Amtszimmer des Herrn Rabbiner. Ausgewählte Stücke aus Talmud und Poskim. Schiur für Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren. Montag und Mittwoch 201/2 Uhr im Vereinslokal der Agudas Jisroel- Iugendgruppe Schwanenstr. 12. Nicht jede Hausfrau hat die Zeit dazu, sich ihre Kuchen zu Pessach selbst herzustellen, jeder wird auch gerne einsehen, daß es überftüftg ist, sich abzuhetzen, wenn dieser hervorragend in Güte und Preiswürdigkeit von der Eonditorei Grünebanm^ hier, Hanauerlandstr. 2 (siehe Inserat) ins Haus geschickt werden kann. Diese Konditorei paßt sich durchaus der schweren Zeit an und liefert kaum teurer, als sich ber Selbstherstellung der Kuchen für die Hausfrau stellt. (Chaulhamaued geöffnet.) Wollen Sie der lieben Gemahlin oder Braut eine ganz besondere Freude machen? Dann gehen Sie zu Pletzsch u. Sohn, Zeil 95 oder Töngesgasse 25—27, und wählen Sie ihr dort zur Zierde Ihres Heimes einen schönen Silbergegenstand, irgend ein praktisches Tafelgerät oder einen gut sortierten Besteckkasten. Auch Uhren aller Art, aparte Göldwaren und Juwelen finden Sie dort in größter Auswahl, undalles bei soliden Preisen und aufmerksamster und fachmännischer Bedienung! (Siehe Inserat.) So mancher wird durch die zwangsmäßige Umstellung auf die Peffachkost ein Mittel benötigen, welches ihm hilft, seinen Organismus bei ungewohnten Anforderungen vor Beschwerden zu schützen. Die Hersteller des so beliebten Mittels gegen Kopfschmerzen, Migräne und Neuralgien usw. „Citrovanille" (siehe Inserat) teilen uns mit. daß dieses Medikament in Pulverform in allen Apotheken zu haben ist, und daß in ihm nichts enthalten ist, was zu Peffach unerlaubt wäre. Jeder Arzt informiert feine Patienten über die erlaubte Zusammensetzung dieses Mittels in Pulverform zu Pessach.