Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1931)
- Date
- 1931-03-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Rr. 12 Seite 9 19. März 1931 Der I s r a e l i t ,, gestalten MÄken^Äuchrwenw \ äußere -lltnstände uns die Cvreichungünsei^s ZfÄes^WgcheuerMrschweren./Durch^Rslr-s . gioN und/ Philosophie könsten wirvdazu kommen? das Schöne auf unserem Lebenswege zu ergreifen, und - alles . Häßliche zu? ubersehen c Wir gelangen -dann > inifbett Besitz ^rlder^Mstiedenheit/ mit--der?-Welt;? einer- ZüfriedÄiheit, die eine Verbindung - der! Philosophie mit der Religion dartut, die auch von jeher dem Menschen die Welt freundlicher gestalten wollte, damit er den Kampf Ums Dasein besser bestehen kann. Die eindringlichen Fragen in der Diskussion bewiesen dem Redner, daß er ein dankbares -Publikum.gefunden hatte. Jakob Frankund die Frankisten. ' > . In der Gesellschaft für jüdis ch c |jU k s * b ild ung sprach Herr N.estel aus Lemberg über: „Jakob Frank und die Frankisten." Das Thema hat für Frankfurt insofern auch lokalhistorisches Interesse, als Jakob Frank, der katholische „Sabbatai Zewi",— hundert Jahre nach dem ersten Verführer, der im Islam gelandet war, — seine letzte Jahre vor den Toren Frankfurts, in Offenbach, verlebte und dort auf dem christlichen Friedhofe-auch begraben ist. Herr,Nestel, ein-Mann von vielfachen historischen Kenntnissen und politischen Interessen, hatte in Archiven. Und Bibliotheken dem Frank-Problem nachgespürt.. Er bot. uns eine gründliche Arbeit über die Leidensepoche, aus. der, wie immer, auch dieser falsche Messias hervorgegangen ist, entwarf ein lebendiges Bild von seinem'Wollen und Treiben bis zu seinem Glück und - Ende bei 'Frankfurt? Die Hauptetappen seiner Wanderung waren Polen, Böhmen, Deutschland, überall vom Bannstrahl der Rabbiner verfolgt und von der offiziellen katholischen Kirsche zwar mit Skepsis und Mißtrauen, aber immerhin mit Sympathie empfangen und protegiert. Mit Jakob Frank und seiner Tochter Eva, die nach dem Tode, des. Vaters noch eine,.zeitlang dessen Blendewerk fortsetzt, geht der Frankismus — und damit die letzte Phase der verhängnisvollen Sabbatai Zewi-Bewegung — zu Ende. Das kommt daher, weil Frank seine Aktion mit keiner Idee fundierte, sondern nur als Gemisch von Phantasterei, Betrug und Eitelkeit betrieb, Motive, die mit dem Menschen vergehen, ohne Spuren zu hknterlassen. Dem Vortrag wohnte u. a. der polnische Generalkonsul mit den anderen Herren des Konsulats bei. Herr Rabb. Dr. Salzberger dankte dem Redner' für die belehrenden Ausführungen. Gefallenengedenkfeier auf dem jüdischen Ehrensricdhof. Anläßlich, des Voltstrauertags, den der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge alljährlich zum Gedächtnis der im Kriege gefallenen veranstaltet, fjat'e der Reichsbund jüdischer Frontsaldaten zu einer Gedenkfeier aus dem jüdischen Ehrensriedhof eingealden. - In Anwesenheit einer großen Anzahl geladener Gäste, daruter Vertreter der Stadt Frankfurt, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Delegationen des Arbeiter Samariter-Bundes, ' des Deutschen Osfiziersbundes,. des Reichsbanners „Schwarz Rot Gold" und der studentischen Verbindung „Nafsooia" Frankfurt a. M. fand die äußerst stimmungsvolle Feier statt. Sie wurde mit einem Trauermarsch und mit einem Liede, vorgetragen vom Vaterländischen Gesangverein, eröffnet. Dann folgte die Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. S alz b er g er. .Er ging aus von dem Sonntag Reminiszere, der an den vorausgegangenen Sabbath Sochaur (Sabbath des Gedenkens) erinnerte. Heute sollten wir uns nicht nur auf dem Felde der Toten begegnen, sondern auch aus dem großen Felde gemeinsamer Not. und Sorge, gemeinsamen Ringens und Wirkens. Nicht nur der Vergangenheit sondern auch der Zukunft, soll unser Gedenken gehören.Einer Zukunft, in der dieser Tag tiefer Trauer unseres deutschen Volkes, sich zueinemTage tiefer? ^gemeinsamer Freude gewandelt haLen wird. SJK-';■ . ,;)- 0 Nach einiem ^weiteren Gesäng folgte bosr&Cä d d i s ch? g e Öse t. Hieraus wurde im -Nanien l '^dels? Magistrat? der. .Light / ein./Hxgyz medergeteL7,Mtadtrat Dr/ Schlotrer -gedächte in wärmen Worten der Gefallenen jüdischen Gläübens. Der Volks b und Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Kreiskriegerkameradschast, das Reichsbanner, der Republ. Reichsbund, der Verband der Kommünalbeamten und der Bund d e r >K r i e g-s b e s ch ä d i g;t e n legten mit. gedenkenden Worten Kranzspenden nieder: - Zum Schluß , spielte die, Kapelle das Lied vom güten Kameraden, die Fahnen senkten sich zum letzten Gruß und die Feier war -beendet. Nach Dankesworten des Vorsitzenden, Herrn Karl Adler, an die Versammelten, der noch einmal alle, zur Zusammenarbeit im Sinne der Toten, auch insbesondere der 12 000 jüdischen Gefallenen des Weltkrieges ermahnte, schloß die schlichte aber eindrucksvolle Feier. Virobidschan im Frankfurter Sender. Im Frankfurter Rundfunksender berichtete Ottto Heller über die von der Sowjetregierung in Virobidschan (Ostasien) begründete jüdische Siedlung. Er führte aus: Zur Ausnahme des ersten russischen Groß-Tonsilms ist unter. Leitung des „Turksib"-Regisseurs Turi eine Expedition nach dem Amurgebiet ausgezogen, die auch das Entstehen dieser ersten jüdischen Räterepublik in Bild und Tpn 'festhallen wird. Bis, jetzt arbeiten, dort ettwa 5000 Juden, hauptsächlich aus der Ukraine, an der Urbarmachung des Urwaldbodens. Bis 1933 sollen dort 40000 jüdische Arbeiter angesiedelt sein. Der geplante russische Tonfilm „Juden im Urwald", der als Kulturfilm im Gegensatz zu ähnlichen westeuropäischen Bildstreifen, die allzu lehrhaft sind, nicht. Bilder,. sondern —■ Geschichte bieten soll, zeigt das Werden der ersten Wege und Häuser, das Zusammentreffen mit den Amurkosaken, die noch nie etwas von Juden gehört haben und sich wundern, weißen, russisch sprechenden Menschen ohne Schlitzaugen zu begegnen. Wenn auch in erster Linie an einen reinen Reportagesilm ohne gestellte Szenen gedacht ist, so ist doch eine kleine, einfache, authentisch verbürgte Handlung als Rückgrat des Films vorgesehen, die schildert, wie Amurkofaken- Frauen ins Judendorf kommen, nicht mehr wegziehen wollen und so die „ersten Mütter der jüdischen Räte-« republik" werden. Wie in den letzten Jahren bringt die Ostend- Apotheke, Frankfurt a. M. für Pessach eine eigene Z a h n p a st e und neuerdings auch ein Mundwasser, beides unter Aussicht der israelitischen ReligionsgeseNschaft, Frankfurt a. M., heraus. Diese vorzüglichen eigenen Fabrikate der Ostendapotheke stehen in Bezug auf Preis und Geschmack nicht hinter den besten Markenfabrikaten zurück. (Siehe Inserat im Annoncenteil.) Zu konkurrenzlos billigem Preise hat diesen Pessach auch die den Haushalt streng koscher führende Hausfrau eine vorzügliche Pflanzenbutter koscher al Pessach, (hergestellt unter . Aufsicht . des Rabbinats der Israelitischen ReligionsgeseNschaft, Frankfurt a. M.) zur Verfügung, die sich bestimmt durch ihre prima Qualität, hergestellt aus dem allerfeinsten Nußfett, und durch ihren überaus billigen Preis treue Freunde erwerben wird. Es ist dies die Pflanzenbuttermargarine „Jaffa", die in allen einschlägigen Geschäften geführt wird. Generalvertrieb hierfür hat Herr Robert Aron, Frankfurt a. M., Ostendstraße 41, der Interessenten gern Auskunft erteilt. (Siehe Inserat.) Auf'das Inserat vön Herrn Hugo Oppenheimer Inder heutigen; Nummer sei noch einmal hingewiesen. Bücherfreunde finden da eine große Auswahl deutscher und fremdländischer Literatur, jüdischen und profanen--. Inhalts, » auch; -- Schulbücher/ ..und Zeitschriften. Mansehe?,sich .die Sammlung/ an. Ein großW-Borrat schöner Bücher zu Eeschenkzwecken ist vorhanden. Was die Hausfiau bisher am meisten am Pessach fürchtete, waren die Mazzokrümel, die sich nach jeder Mahheit auf dem. Teppich festsehten und dazu zwangen, ,d'as Zimmer am Tage mehrmals gründlich zu säubern. Dank den Bemühungen det unseren Lesern wohlbekannten Teppichsirma Gustav Schwarz, Hier, j e tz t Eschenheimeranlage 19 a kann sich jeder den billigen Pessach-Teppich anschaffen, der in verschiedenen Größen und Ausmusterungen vorhanden ist; ihn nimmt man nach Beendigung der Mahlzeit zusammen Uskd schüttelt ihn aus. Mit dieser kurzen Arbeit ist die ganze Tätigkeit erledigt, ohne Staub und Aerqer. (Siehe Inserat.) Wir machen darauf aufmerksam, daß die Pension Rosiner^ hier, Zeil 44 ihren Gästen Gelegenheit bietet, am Seder (bei bekannt guter Küche) teilzunehmen und um rechtzeitige Anmeldungen bittet. (Siehe Inserat.) Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Lhajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaale: Dinim. Herr Dr. Elieser Posen. — nachm. 3)4 Stunde vor Mincho im. Vereinslokal, Mikro. Herr Dr. W. Hofmann. — abds. d Uhr Newiim. Herr Dr. Marcus Lange. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) bir "n- Herr Red. Schachnowitz — vormittag 8 Uhr (ebenso Samstag 4 Uhr) Gemoro Herr I. Soffer — vormittag 91/2 Uhr (ebenso Dienstag abends 6V2 Uhr) Gemoro, Herr R. A. Gerfon Posen — abends y2 7 Uhr, Aus der talmudischen Agava, Herr Dr. S. Ehrmann. Montag (auch Donnerstag), nach Schul: Mischna Mitgliederlernen—abends 7 Uhr auch Mittwoch), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer, abends 81/4 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auäf Freitag) nach Schul: Mischna, Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis einfchl. Alltag morgens nach Schul, im Sitzungszimmer, Gemoro Herr Dr. S. Ehrmann. Jeden abend 8 3/4 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen, Herr H. Halpern. Jahrzeitsstiftungrn. Montag, 23. März. Helene Apelt geb. Leucht- und Ester Swetizki-Stiftung. Dienstag, 24. März. Ernst Ascher-Stiftung. Donnerstag, 26. März. Salli Frankenthal-Stiftung. Aguda» 3i8toe[*3ugenö- und Mädchengruppe. Sonntag, 9—11, Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art. Dozent: Herr Herz Halpern. — 11—12, Das Jaumi. Dozent: Herr Herz Halpern. —19—20, Sefer Chinuch. Leitung: Rabbiner Horovitz (Friedb. Anlage 4). Montag, 9—12, Gelegenheit zum Lernen. Dozent: Herr Herz Halpern. — 12—13, Das Jaumi. Dozent: Herr Herz Halpern. — 2OV2—2172, Ausgewählte Stücke aus Talmud und Posktin. Dozent: Herr Rabbiner Horovltz. — 202/4—22, Mischna. Dozent: Herr Gerson Schnerb (Kantstraße 4). — 20l/2—22, Hilchaus Schabbos. Dozent: Herr B. Rachelsohn (Zeil 2);? Ftiesländer Chasonus "■'lüräjjh: (Brense. 2Jiün schreibt uns aus Gailingen-Randegg: Das Schneegestöber am /max y'»n hielt mich nicht zurück, den winterlichen Wald zü durchwandern, denn als Ziel winkte mir ein Stück Heimat. Ich schüttelte den Schnee von den Schuhen und betrat die Synagoge von Randegg, die mich schon einmal an den heiligen Tagen des n»-, Festes mächtig ergriffen hatte, ivip» nrr 122» bis, der Mensch verschafft seinem Raume Ehre. Und der iaw gibt dem Gotteshause das Gepräge. Wohlbekannte Töne aus der'Heimat drangen an mein Ohr, seit Jahrzehnten hatte Ich? sie nicht mehr gehört, uasr Hub in zitternder Wehmut der pn an. Da schlich der Alltag aus der Synagoge, laa» erfüllte den Raum.. In Andacht standen die? Beter. So, genau ,• so ergreifend pflegte am Taanjs Estermein Vater V'Tder Oberkantor der Frankfurter Israelitischen Religionsgesellschast, das 13» vorzutragen. Gebannt war ich als Kind jedem feiner Töne gefolgt, unverlierbar hatten sie sich mir in die Seele gepflanzt., Und nach Jahren hörte ich sie hier in der schönen Randegger Synagoge wieder, unverletzt in heiliger Hut. Das Wort der n>an kam aus bem Herzen und ging in das Herz der Hörenden. Melodisch paßte sich die Stimme des pn, der unvergessenen Stimme meines fel. Vaters an. Das war auch feine Gestalt, dieselbe vornehme, bescheidene Haltung vor dem iiay. Mit einem Male weitete sich die Schul. Das war nicht mehr das kleine. Gotteshaus an der Schweizer Grenze. Das war die heißgeliebte Schützenstraße. Tränen beglückten Wiedersehens stiegen in mir auf. Da vorne stand die oonjtns allen so innig verehrte Gestalt Rabbiner Hirsch's. Dort sah ich Rabbi Seckel Bamberger, den Dajon der Gemeinde, Mendel Hirsch, Rabbiner Fromm, Moses Lewin. Neben diesen mit vielen anderen geistigen Trägern der Gemeinde standen in herzlicher Frömmigkeit die Kaufleute, Selig und Falk Goldschmidt, Emanuel Schwarzschild, Abraham Fürth, Julius^ Ieidel, die großen Baale Zedokoh. Ich, als Sohn despn, hatte an ihnen und all den Bekannten ein besonderes Interesse. — (Betragen von dem Wohlwollen der Hörer. hatte mein Vater sein nnav vollendet. Das. Bewußtsein erfüllter! Fastpflicht bildete die .Einleitung zu den Freuden des Purim und helle Freudenstimmung erfüllte die Schul, als das Friesländerische!3»3» ikt> erscholl, anya war zu Ende. Alle Augen richteten sich auf die Megilloh, die unter hörbarem Knistern aufgerollt wurde. Rechts und links neben dem pn hatten die Vorsteher der Religionsgesellschast, Theodor Hornberger und Moses Frankel Aufstellung genommen. In andächtiger Ergriffenheit vernahm das dichtgefüllte Gotteshaus die Broche zur Megilloh. Doch was sah ich, da standen zwei kleine Knaben neben dem pn- Jeder hatte in der Hand eine brennende Kerze, deren mattes Licht in die Megilloh leuchtete, ein wohlbehüteter Randegger Minhag. So seid Ihr verschwunden, Ihr Gestalten aus der Vergangenheit. Alles ist anders hier. Rur der pn auf dem Almemor in feiner vornehmen Zurückhaltung, bleibt ganz Friesländer. Dort, der Rabbinersitz in der Randegger Schul ist verwaist. Jahrzehnte hatte ihn Rabbiner Eljokim Picard in unverrückbarer Frömmigkeit inne, und noch heute, lebt in der jetzt kleinen Gemeinde etwas von der tiefen überzeugten Herzensftömmigkeit dieses Rabbiners. Die meisten Baale Batttn haben ihn noch gekannt. Und wenn er jetzt kommen möchte^ er würde . zufrieden sein mit der Würde des Gottesdienstes und auch mit den Baale Battim seiner Schul. Wie oft hatte Rabbiner Hirsch meinem Vater voll Anerkennung die Hand geschüttelt und gewiß möchte Rabbiner Picard dem derzeitigen Randegger pn, dem treuen Interpreten meines Vaters seine. Anerkennung ausfprechen, rvejl er unbeschadet des nervösen Hastens der Zeit, da draußen, die Kewonot im Gotteshaufe hochzuhalten versteht, weil ihm die Tefilloh keine Last ist, die möglich schnell abge. warfen wird, sondern weil er der Tefilloh ihre Zeit gönnt und damit die Würde des Gotteshauses wahrt. Nach Jahren deb Fremde bin ich hier in Randegg zum erstem Male wieder dem Chasonus meines Vaters begegnet; und das ist kein Wunder, denn der Chafan in dem kleinen Orte an der Schweizer Grenze ist ein Frankfurter Kind, ein Sohn des rühmlich bekannten Herrn D. I. Weil. Wie wir Kinder, so hat auch Weil von frühester Kindheit an, das Chasonus meines fel. Vaters in sich ausgenommen. Aber keiner könnte wohl so imstande sein, so vor dem die Friesländerischen Tefillaus zu Gehör zu bringen. Die unvergeßlichen weihevollen Melodien der n-1 Gebete, ich habe sie nirgendwo wieder so gehört, wie hier in der Randegger Schul. Das Unsanne Tankes und das .Oleinn, die bem «rn das Gepräge geben, das war Friesländer's Kunst, und Frühlingshoffen bringt das Weilfche Aur Ponecho ins Herz, so wie., mein Vater alljährlich am nviv stohe Früh« lingsgedanken bei seinen Zuhörern wachgerufen hatte. Es giebt eigenarttge Fügungen. Wohl habe ich nirgendwo wieder einen pn mit so minitiöser Genauigkeit meinen Vater interpretieren hören, wie hier in Randegg durch Weil. Aber Treue um Treue, mein Vater war auch ein treuer Interpret vom alten Randegger Chasonus. Den wunderschönen Nigun des Talgebetes hatte mein fel. Vater von Herrn Dr. Plato b~r übernommen,. der ihn seinerseits aus dem Badischen und wahrscheinlich aus Randegg mit nach Frankfurt a. M. gebracht und mein Vater hat dem Tal-Nigun eine bleibende Stätte in der Frankfurter Kehilloh geschaffen. Jedem Verehrer Friesländerschen Chasonus sei die Randegger Schul empfohlen. Er wird wie ich in Herrn Weil einen der besten Interpreten meines Vaters W erkennen, der in äußerster Treue der Reinheit des traditionellen Chasonus wahrt, der sich nicht hören lassen will, sondern die alten Nigunim, die uns bedeuten — ein Stück Heimat. M. Fr.