Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1931)
- Date
- 1931-01-29
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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dei> ländesoeganifation der jlgudas'jiseoei In UeuJfefiland. 7: Jahrgang , Hamburg, 29. Januar 1931 / 11. Schebat 5691 Schristleitung: Wolf S. IacoKsdN in KawVurg. Nummer 3 VerhMdlüngen derZeWY Agency and -er Agudas Dsroet. (Offizielles Lomnmnique.) Berlin, 23. Januar 1930. Am 20. ds. Mts. tagte in Berlin unter Vorsitz von Rabbiner Dr. Baeck zum ersten Male bis von der Jewish Agency uttd der Agudas Jisroel eingesetzte gemeinsame Kommission, die die Uragen der Zusammenarbeit prüfen sollte. An der Sitzung nahmen außer dem Vorsitzenden teil die Herren Rabbister Dr. Pinchas Kohn, Wiern Dr. Moses - Auerbach, Berlin und Julius landen, Frankfurt vonseiten der Agudas Jisroel, die Herren Heschel Farbstein, Warschau, Dr. Aron Barth und Rechtsanwalt S. Moses, Berlin vom seiten der Jewish Agency und. als Vertreter der -Exekutive der letzteren-, Herr Lazarus Barth. Es b estand Einv er.ständ Nis d arü b e n, daß di e Bes chlü s s e d e r K o m - M r s s i o n l e d i g l^i ch a l s E m p f e h l u n - Z e n z u b e t r a chte n s e i n M erdeN und der Genehmigung der beschlußbet« cht i g t e n I eit e nde n Organe der Je Mi sh Agency Me zw. der Agudas I i s r o e l unte r Ii e g e n. Die Sitzung behandelte zunächst die Frage des E i n t r i t t s der Agudas Jisroel in die Jewish Agency. Bezüglich .der religiösen Grundforderungen würde die Agudas Jisroel sich als befriedigt erklären, wenn der über die Wahrung des Religlvnsgesetzes im öffentlichen Leben gefaßte Beschluß des 12.Zionistenkongresses in die -Verfassung der Jewisst Agency ausgenommen -Merden und in eist ei noch zu besprechenden Weise 'Garantien dafür geschaffen würden, daß seine Durchführung gesichert Mare. Bezüglich der von Agudas Jisroel geforderten Abtrennung des Kulturwerkes von der Arbeit der Jewish Agency würde sich eine wesentliche Erleichterung vielleicht ergeben, wenn der aus anderen Gründen zur Diskussion stehende Plan einer Ueberleitung des Schulwerkes auf den Jifchuw sich realisierte. Per einer K o oper a t i o n , der an sich weit geringere Hindernisse im Wege stehen, würde es von beiden Seitest, als höchst wünschenswert , betrachtet, daß angesichts der gegenwärtigen politischen Laste Agudas Jisroel.selbständige außenpolitische Schritte .betreffend ' Erez Jisroel nicht Unternimmt, ohste daß vorher der Versuch unternommen ist, Jewish Agency und Agudas Jisroel auf eine gemeinsame politische Linie zu einigen. Die Jewish Agency wird dies dadurch erleichtern, daß sie die Agudas Jisroel über die politischen Vorgänge, soweit nicht Diskretion vorgeschrieben ist, informiert. . Unter der Voraussetzung, daß diese Zusammenarbeit sich bewährt, würde ein Zusammengehen auf wirtschaftlichem Gebiete als nicht zu schwierig angesehen, werden. Detailfragen, die sich hier ergehen, sollen in einer, nächsten Besprechung nach Ablauf einiger Wochen behandelt werden. •ö> Diese Empfehlung^ betstMnMisfiNMird der KerMustg M Schoße Ms TWaMaÜsfchusies ber JiKoel üMWgM; / vsi Aus einem Memorandum der «Agudas Zisroel" Aederreicht dem Colonial Office in London am 9. Dezember 1930. / (Schluß.) 7. Während Ziffer 3 und Ziffer 6 unserer Erklärung vom 9. November mehr nach innen gerichtet ist und einer Erörterung in diesem Zusammenhänge. nicht bedarf, gestatten' wir uns, Ziffer 4, jener Erklärung noch mit wenigen Worten zu interpretieren. Aus den unter Nr. 1 und 2 dieser Eingabe dargelegten prinzipiellen Gesichtspunkten ergibt sich schon, welch weittragende Bedeutung für die jüdische Orthodoxie dieZorm der inneren Organisation der jüdischen Gemeinschaft Palästinas, besitzt. Für uns ist das nationale Heim des jüdischen Volkes in Palästina, wie groß oder wie klein es extensiv auch fein mag, vor allen Dingen ein H e im des jüdischen G e i st e s. Zwar bedarf der Geist des Körpers, und solange keine den Zusagen des Mandates entsprechende freie und intensive jüdische Einwanderung und Ansiedlung auf gesunden ökonomischen Grundlagen möglich ist, kann sich auch kein wurzele cht es geistiges Leben entfalten. Aber als Ziel aller politischen Arbeit schwebt uns eben jene Heimstätte des jüdischen Geistes vor. Sie zu schassen, ist Aufgabe der Juden selber. Aber diese Aufgabe kann von den Juden nur gelöst werden, wenn die Mandatarmacht ihrerseits die politischen und administrativen Vorbedingungen dafür schafft. Drei dieser Vorbedingungen möchten wir hier hervorheben: a) Durch das Gerneindegesetz ist unter dem Namen „Knefes Israel" eine jüdische Gemeinschaft in Palästina geschaffen und öffentlich-rechtlich anerkannt worden, deren Verfassung nach unserer Ueberzeugung nicht den Grundsätzen des jüdischen Religionsgesetzes entspricht. Es fehlt in dieser Verfassung vor allem die grundsätzliche Anerkennung der Autorität dieses Religionsgesetzes für sämtliche Akte der Verwaltung. Aus diesem Grunde haben etwa 20 000 Juden Palästinas von dem Rechte des Austritts Gebrauch gemacht , und sich in privaten Congregations zusammengefunden, die zwar ihr inneres.Leben frei gaftasien können, denen aber die öffentlichrechtlkche Anerkennung und düs Steuerrecht fehlt. In dieser Tatsache, daß gerade diejenigen Gemeinden, die jüdische Tradition und jüdischen Geist in yoller Reinheit verkörpern, vom. Staate zurückgesetzt und in ihren Rechten benachteiligt werden, siegt nicht nur eine in die Augen springende Ungerechtigkeit, sondern auch eine schwere pädagogische Gefahr für die Erziehung der Jugend,-die des Glaubens feinMuß, daß der Staat die altüberlieferte orthodoxe jfrötni der Religiosität geringer bewertet unp sts Mörholt. betrachtet. Wir erachten die Beseitigung dieses tigkeit und dieser Gefahr ajs dringendes Erfordernis für eine. gchechljche. Entwicklung cher innerjudischen Verhältnisse.m Palästina und beantragen, alsbald einst Äenderung des geltenden,Gemeindegefetzes nach^ der RiöMng in die Wege zu lMn,. däß den Eongreggtions unter.gewissen Voraussetzungen... .paritätische öffentlich-rechtliche Aner.kenyüng nebMchstrHnHes Israel Und ebenso d en RcrbWate'nMrEvngregaUons. die. of^eiMkch- »y-i: >;.•> .sw..=r. > JrLI i. MstandlguM, si MerÜng einer m fetzänderung grundsätzlich geneigt ist, nicht ausgeschlossen erscheint. b) Die zweite Vorbedingung für die Schaffung einer wahrhaften Heimstätte für den jüdischen Geist in Palästina ist die Förderung der alten Bildungsstätten des jüdischen Volkes: der Thora Hochschulen. (Jefchiwoth). Es wäre zu verlangen, daß den Lehrern und Studenten dieser Hochschulen besondere Rechte auf Erlangung von Einreiseerlaubnissen zugestanden werden, soweit' für ihre wirtschaftliche Existenz gesorgt ist. Eine Blüte der palästinensischen Thorahochschulen hätte zur Folge, daß in allen Ländern der Judenheit allmählich hervorragende Gelehrte, die ihre Ausblldung in den palästinensischen Hochschulen genossen haben, an die Spitze von Gemeinden oder GemeindeinstitutiHnen berufen werden würden. Die Rückwirkung einer solchen Entwicklung aus Geltung und Anerkennung des nationalen Heimes im geistigen Sinne liegt auf der Hand. c) Die dritte Vorbedingung für die Förderung eines nationalen Heimes für den jüdischen Geist in Palästina wäre die bewußte Förderung der Einwanderung des Mittelstandes. Wir haben uns in dieser Hinsicht bereits in einer ausführlichen Eingabe geäußert, die wir Sir John Hope Simpson gelegentlich seiner Anwesenheit in Palästina überreichten und die wir neuerdings durch eine Eingabe an den High Commiffioner ergänzten, und nehmen hierauf Bezug. Zum v"VN llvv des Wtf »öl» Am 15. Schrvat feiert unsere jüdische Welt ihr großes Thorafest, den^ Sijum auf ganz vw welches sie in einem Zeitraum von mehr als sieben Jahren durchgelernl hat. Wir wissen nicht, wieviele Menschen den Dafjaumi-Schiur vom ersten Tage an gelernt haben, wieviele Zehntausende oder gar Hunderttausende es sind. Wir wissen aber, daß dieser Sijum-Haschah, wohl das schönste und erhabenste Fest ist, das die jüdische Seele feiert, seitdem wir im Golus sind — daß sie ihr jüdischstes Fest feiert. Es ist kein Fest, das dem Sieg einer politischen Idee, dem Erfolg einer diplomatischen Aktion gilt, kein Fest, das Organisatoren vorbereitet haben, das mit lärmender Propaganda inszeniert wurde, das Ohr der Welt aufhorchen zu machen: in der Stelle des Beth-Hamidrosch wurde es vorbereitet, seine Initiatoren sind die Männer und Jünglinge unseres Volkes,, die ruhig, bescheiden. Tag um Tag, Blatt um Platt gefügt haben und die nun in Wahrheit mit dem großen Wort den Schaß beenden! Die Schüler der Weisen mehren den Schölaum in der Welt. 'T»O^Jl Unser Rabbi Meier Schapira. hat innerhalb eines Jahres das jüdische Volk mit zwei großen Geschenken aus der Tiefe feiner Seele und aus dem Reichtum seines Geistes beglückt: mit Lublins Jeschiwah und mit diesem Sijum Haschaß. Wir . brauchen aus dem Schatz hersicher Worte, mst denen er ürts den Gedanken des Dafjaumi- Schiurs in die Hexzen gepflanzt hat, hier keines zu wiederholen: „Redet die Seele, redet bie Seele nicht mehr". Der Sifum-Hchchaß muß uns allen zu einem fo gewasiigen Erlebnis werden, daß Wörte unser Empfinden nicht ausfchöpfen köMen. .Nytz, furchtbar.e Mt,4rr der. Wett. Äerqll, in der judychen.West hoppelt. Bedroht , ist urffere rnÄerkeÜe Existenz,, oehrobt ist. unsere geiMe aus Not und ToL Maus und nift oer Welt von