Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 72 (1931)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1931)
- Date
- 1931-01-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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/ rzidpumj c zum,ysrac E.D-a. Organ -es Sundes gesetzestreuer Wischer Kehrer Deutschlands Nif-Iki plsv '.nzviki fm'ir mW anai Verantwortliche Schriftleitung: L. Kaufmann, Sprendlingen (Kreis Offenbach). Nachdichtungen. Von B. Wolff in Aurich. tn*5nK rnm '2-)p ^ina m) ]n ixxv 2-1.37 fi’an ,2'2X mar /^ip :2'2vy :a*rniö dwa atf 11» m qk :a*afttf 1»V *öns? ny8 rii'»?dw' ^pna ntfx 'ü*>:iDi3 nspa nnx jni’?ö’j?nnab .mv n’pbin 'D’pyn na? nrr nx axoxa non nn$ px ntfx -onsv x'in xnian ]n tonspa ijin 'önspa bnia ^in?ä>*}(?ab a*vp. morna /Dnsx nspo nm yjv? 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Auf Ersuchen stellte uns der Verfasser den folgenden Vortrag als Beispiel zur Verfügung. Die Schriftleitung. Bei kühnen Kletterpartien auf die mit Eis und Schnee bedeckten Gipfel des Hochgebirgs, wie bei Wanderungen in den Gewitterstürmen des glühenden Sommers ladet die Hütte zur Ruhe und Raft. In geschützter Lage bietet sie mitten im Aufruhr der Elemente, Friede für Körper und Seele. Wie innig mögen dann auf der Herzensharfe des geborgen sich fühlenden Wanderers die Worte des Abendgebetes ertönen. „Dank Dir, Allmächtiger, der Du ausbreitest über uns die Hütte Deines Friedens!" Wenn die Stürme des Herbstes mit ihren rauschenden Fittichen über Feld und. Wald brausen und dann nur noch gedämpfter Sonnenschein wie letztes Abendrot durch den Aether zittert, hält Israel freudigen Herzens seinen Einzug in die Hütte seines E'ttes. Vertrauensvoll bekundet es mit dem Verlassen seines festgefügten Hauses, datz inmitten aller Erscheinungen Flucht auf Erden einzig und allein die Mizwa der ruhende Pol ist. Friedlos und freudlos wäre die Pilgerfahrt des Menschen ohne die von G'tt gestiftete imnvv pr Unter der schwankenden Decke und in den wankenden Wänden umfangen zarte, unsichtbare Bande unseren Geist, wie es nur noch Tallis und Tefillin vermögen; heiligen Boden umschließen diese Pfähle und mit einer Fülle inneren Friedens schwebt die Decke wie eine mit Sonnengold gesäumte Wolke über unserem Haupte. In ihr sinnt unser Geist über das Werden und Vergehen der Natur und ahnt er-die Ewigkeit der menschlichen Seele. Weißt du noch, wie in Hütten G'tt der Heerscharen unsere Vorfahren wohnen ließ, als er sie aus dem Lande der Knechtschaft führte? In diesem Augenblicke summt in der alten Lernmelodie der erste Satz der Mischna durch dein geistiges Ohr: .ni>ivs nvn a'ivsm 'iaa nmv naiv „Zwanzig Ellen" — bemerkt der Midrasch — bedeuten die zehn Worte mit denen G'tt am Sinai seine Tauro Israel offenbarte. Eine Sucko, die höher als 20 Ellen emporstrebt, die sich erhaben dünkt, über das g'ttliche Ausmaß der Weltschöpfung und der Tauro-Offenbarung ist etwas Untaugliches. Prüfend fragt dich der Weltenschöpfer, der Meister sein Werk: „Sind die Strahlen deines Geistes, die ich in dir' als Spiegelbild meiner Geistessonne gnadenvoll aufleuchten ließ, der Menschheit zu lichtvollen Zeichen geworden? Oder zu Fackeln, an denen sich die Kriegsflammen eines Weltbrandes entzündeten? Waren fte mnkn oder min»? Segen oder Fluch — Gleicht der Geschmack der Frucht, dem Geschmack des Stammes, dem sie entsproß? Fühlt sich noch das Herz der Jugend mit der Allgewalt kindlicher Liebe zu den altjüdischen Idealen hingezogen und drängt auch jugendlicher Frohsinn in Vater und Mutter nach lebensfrischem Ausdruck und Leben erneuender Gestaltung? — Rauschen noch die quellreinen Bäche und Flüsse meiner Lehre in eurem Leben oder sind sie verskecht in den Wüsteneien materialistischer Weltanschauung? — Tönt noch wie am Ende der ersten Schöpsungswoche das Waj'chulu der Arbeit in euer Ohr? Uebt ihr die Kunst einmal freiwillig fertig zu sein, die Kraft, Werk und Besitz dem alliebenden E'tte aus einen Tag zurückgeben zu können? 771b «brr?nirr->anb im* *iasaa «bni ,vbixn tnas nnnsa mcw •n-nriKn rnwya maaw vbiy.i n« j’a’pae? v'p'ieb aiö An diese zehn Ausmaße der Schöpfung der physischen Welt, klingen die zehn Worte der g'ttlichen Tauro- Schöpfung an, der Schöpfung der sittlichen Weltordnung. Niemand aus der heutigen Kulturwelt dürfte es wagen sich über diese v'ia^n /msr erhaben zu erfühlen. Von den Wänden unserer Wohnräume grüßen ernst und feierlich die pietätvoll in Eoldrahmen gefaßten Bildnisse der Eltern und Großeltern herab. Lebt aber auch ihre hoheitgeadelte, - sittliche Gesinnung in den Herzen der Nachkommen? Wandelt noch heute ihre untadlige Lebensauffassung in ihren Kindeskindern durch die Welt? Ihr Bild scheint zu bitten: O, daß noch die gleichen starken Bande der Liebe euch Spätgeborenen an euren G'tt knüpfen möchten wir uns und daß an den Pfosten eurer Häuser dieselben Wächter und Hüter eures Aus- und Einganges befestigt sein mögen! — Flammen noch an jedem Erev Schabbos und Erev Jomtof die beiden „großen Lichter" von 127 und ivv' von den Händen echt jüdischer Mutter entzündet, in beseligendem Lichterglanze aus? Wenn beim Aufbau einer Lebenshütte diese 2V Ewigkeitsmaße G'ttes in Grund- und Aufriß berücksichtigt wurden, dann kann sie eine Hütte des Friedens, ein« lebensspendende und dauernde Cukko werden, rnvbv nb pnv /-min? ,nnin :tifT>V$7 nvip vbivnv avivt nvbv ibrr -nbivs mwn -Lv'nvn r-ob'vr Wenn das Dach der Sukko nicht von mindestens drei Wänden getragen wird, ist sie ebenfalls unbrauchbar. Die Sukko ist der Raum, auf dem sich unser Leben abspielt, das Leben und Weben unserer Seele während ihrer irdischen Laufbahn. Wie ein Bräutigam aus seinem Trauzelt trat sie aus Himmelsferne auf den Erdball und vermählte sich mit körperhaften Formen. Ihr Lebensprogramm gründet sich auf die drei Säulen von Tauro, Avaudv und Gemilus Chassodim. Tauro ist die Theorie, Avaudo die Praris des Lebens. Eine gute Theorie, sagte ein Pädagoge, ist die beste Praxis. Wenn die Seele von der Wahrheit der L,ehre durchdrungen ist, kann sie sich aus die Dauer nicht mehr von ihr lossagen. Was aber überzeugt unser innerstes Wesen, unser Fühlen, Denken und Wollen bis ins kleinste mehr als die Lehre, die non min genannt wird? ruwV bv non mini- Nur s i e wird v"n mm, die lebensvolle und lebensweckende Tauro, sie allein pflanzt nvn nan«, die Liebe zur Liebe, den glühenden Wunsch zum Segen zu werden, mit nimmer endendem Erbarmen der armen Menschheit den Frieden zu bringen. Wir begreifen mln den liefen Sinn der schlichten Mischna: Eine Sukko ohne diese drei Wände, die Tauro, Avaudo Und Gemilus Chassodim uinschließen, verdient den Namen Sukko nicht. Die Sukko muß aber auch unbedingt standhalten bei einem mittelstarken Wind. Eine Mindestforderung! Ob der Wind von rechts oder links heranstürmt, ob das Gezeter über unsere heilige Religion von diesem oder jenem politischen Lager einsetzt, kümmert den nicht, der sich in