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Der Israelit · 1931-01-15 · Heft 3 (15.1.1931) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 3 (15.1.1931)
Date
1931-01-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 3 Der Is r ae l i t 15. Januar 1931- Dauerwellen und Haararbeiteu ist Vertrauenssache! EE UG EN OCHS Spezialist dafür Moselstr.16 . Taunus 1593 mmmmmmmmm Unverbindlicher Besuch erbeten ■«■■■■■ merkuvg Dr. Wolfs (Köln) verweisen, der das sprachliche System Hirschs auf das Buch 'bwn anwandte und hierbei zu dem merkwürdigen Resultate kam, daß er auf diesem Wege zu ähnlichen Erläuterungen gelangte, wie sie aus im Talmud und MLrafch sich verstreut vorfmdenden Stellen hervorzugehen scheinen.*) Auch sei uns zu bemerken gestattet, daß man gar oft zu vorüber irgend eine Ethymologie Hirschs ein ablehnendes Urteil fällt. Ich habe es mehrfach erfahren, wie man manchmal eine nur flüchtig hingeworfene Aeußerung Hirschs als dessen feststehende wissenschaftliche Ueberzeugung aufsaßt und kolportiert, um sie natürlich.ablehnen zu können. Und doch war jene Aeußerung keinesfalls die endgültige Meinung des Meisters. In anderen Fällen lehnt man feine Ethymologie ab, weil er scheinbar ganz entfernt voneinander liegende Wortbeziehungen in nähere Verwandtschaft miteinander bringen will. Wenn man aber genauer zufchaut, so sieht man, wie auch andere Vorgänger jene gang verschiedene Gegenstände oder Begriffe bezeichnende Wörter, ihrer starken Aehnlichkeit halber, in Verbindung miteinander zu setzen, sich bestreben. Es sei nur folgenden Vorfall zu erwähnen gestattet: Vor drei Jahrzehnten hatte ich in Marburg a. d. L. eine längere Unterredung über die Bedeutung S. R. Hirschs mit dem allzu früh verstorbenen nachmaligen Rabbiner in Frankfurt, Dr. N. A. Nobel b"xif der damals, nach Niederlegung seines Amtes in Königsberg, sich längere Zeit hindurch an erwähntem Orte aufhielt. Im Laufe des Gesprächs erzählte mir derselbe, auch, wie er bereits in früher Jugend von seinem Vater, dem seligen Rabbiner I. Nobel in Halberstadt, der ein großer Verehrer der Hirsch'schen Schriften war, allsabbatlich angehalten worden war, ein Pensum im Hirsch-Chumisch zu lesen, später aber, da er die Universität Berlin bezog und auch orientalische Philologie trieb, befriedigten ihn die ethymologischen Erklärungen Hirschs nicht mehr. Zugleich begründete er mir sein nunmehriges ablehnendes Verhalten u. a. mit folgendem Beispiel: Hirsch erkläre, daß man die drei Buchstaben b o direkt zu dem Zwecke zusammengesetzt habe, um den Führer als denjenigen zu bezeichnen, a: von dem *) Die Sprüche Solomons, o. 4. alles ausgehen soll, b: z u d e m alles zurückkehren und d: der das Vorbi l d, das Ideal für alle sein soll. Dies aber sei ein schöner izm tan 's by> aber keine Ethymologie. Momentan hatte ich nichts zu erwidern, da ich damals Hirschs Werke nicht zu Händen hatte und auch andersettrge Studien mich voy dem weiteren Verfolgen des Gegenstandes Zurückhielten. Einige Jahre nachher, da ich bereits im Amte war und°?'-wnb ri"? 'n Dr. Nobel V'xr in Hamburg amtierte, kam ich zufälliger Weife wieder an die Stelle im Kommentare zu l. B. M., 10, 10 und ersah zu meinem freudigen Erstaunen,, wie Hirsch das Wort ^a in Verbindung mit dem Chald irischen ^ai echymologisch erklärt, erwähnte Ausdeutung der einzelnen Buchstaben aber selber als eine „gewagte Behauptung" bezeichnet, welche wohl den Begriff König in reinster Auffassung darzustellen geeignet' ist, die er aber mcht im entfern-, testen als seine endgültige Meinung hinstellt. Ich erinnerte mich der erwähnten Unterredung und schrieb sofort an den seligen Dr. Nobel b^i* daß Hirsch selber diese Buchstaben-Ausdeutung als ein bloßes Tai hinstellte. Ich bat Dr. N. zugleich, Einsicht in die betr. Stelle zu nehmen. Dr. Nobel hatte die Aufrichtigkeit, wie überhaupt Aufrichtigkeit fein hervorstechender Charakterzug war, mir sogleich in seinem klassischen Hebräisch für meine Mitteilung innigst zu danken, und mir zu berichten, wie sehr er sich darüber, freue, nunmehr eines Besseren belehrt worden zu sein. Wochenrundschau. Jewish Agency und Agndas Jisroel. Während die Außenwelt über den Verlauf der Verhandlungen, die das englische Kabinett auf Grundlage des neuen Weißbuches mit der Jewish Agency erössnete, wenig Authentisches erfährt, ist die jüdische Oeffentlichkeit vorige Woche durch die Nachricht überrascht worden, daß die Jewish Agency selber vor einer akuten Finanzkrisis von unerhörtem Ausmaße steht, so daß sie sich vorläufig nicht einmal mehr imstande sieht, von den nach so langem Kampfe glücklich errungenen 15 0 0 Einreiseerlaubnissen für Chaluzim weiteren Gebrauch zu machen. Man war bisher der Meinung, daß ungeachtet des ökonomischen Zusainmenbrpches der amerikanischen .Wirtschaft die führenden Fmanzpolittker! der Agency doch fähig sein würden, das palästii nensische Aufbauwerk über die kritischen .Zeiten. hinwegzutragen und zum mindesten nach außen, , schon;im Interesse der schwebenden politischen! Verhandlungen, das Gesicht zu wahren. Die! Sistierung der Ausgabe von Zertifikaten zeigt, i daß diese Erwartung unberechtigt war. Zu den ' finanziellen Schwierigkeiten, mit denen die Agency!und damit erst recht die zionistische Organisation ' zu kämpfen hat, kommt eine immer stärker hervor-. .tretende organisatorische Krisis,' die aus der ungeduldigen und erregten Stimmung der verelendeten jüdischen Maßen ihre Nahrung zieht und die vernünftige Realpolitik Weizmanns-durch den Sturm und Drang der Revisionisten ersetzen will. Es klingt wie ein Treppenwitz der Weltgeschichte, daß diese revisionistische Kraftmeierei, die an den Ereignissen in ganz kurzer Frist völlig zerschellen würde, auch von „Misrachi" gefördert und unterstützt wird.. Die Demission Rabbi Meir Berlins war. zwar nur eiine Geste, aber sie sollte doch jedenfalls besagen, daß auch der Misrachi Herrn Woizmann durch eine energische Führerhand hinweggefegt sehen möchite. Der Misrachi fetzt sich durch diese Art von Demagogie in schroffen Gegensatz zur guten jüdischen Golustraditivn und belädt sich mit einer Verantwortung vor der Geschichte, die er schwerlich wird tragen können. Es ist nun eine merkwürdige Fügung, daß gerade in einem Augenblick, in demdie ganze Position der . Agency wirtschaftlich und politisch aufs schwerste gefährdet erscheint, die seit der „Kenessio Gedaulo" beabsichtigte und immer wieder hinausgefchobene Zusammenkunft von Vertretern der Agency mit Beauftragten der „ A g udasIisroel " im Laufe der nächsten Woche in Berlin stattfinden soll. Man erinnert sich, daß die K. G. mit Zustimmung des Rabbinischen Rates eine Resolution faßte, die eine Beteiligung der Agudo an der Jewish Agency dann für denkbar erklärte, wenn die Agency ihr Arbeitsgebiet auf wirtschaftliche und politische Dinge beschränken, alles Kulturelleausschließen und alsdann ihre gesamte Tätigkeit der Autorität des Religionsgesetzes unterstellen werde. Aus der Antwort, die der Vorsitzende des Admmistrativ-Komitees der Agency der Agudas Jisroel erteilte, ging» bereits hervor, daß die Agency sich nicht in der Lage sehen werde, diese Bedingungen der Agudas Jrsroel zu genehmigen, daß sie aber dennoch Verhandlungen über eine Kooperation der beiden Körperschaften auf dem Gebiete der Erez Jisroel-Arbeit für wünschenswert halte. Diese Die dreifache Bürgschaft für Israels Erlösung. Von Rabbiner Dr. IN. Lewin in Hamburg. Moses erste Sendung an Pharao ist ohne jeden Erfolg geblieben. Sein Auftreten hat sogar die Lage des Volkes noch um ein Beträchtliches verschlimmert. Unendlich schwer lastet jetzt die Hand des Tyrannen' auf dem Nacken der sei rer Laune und Willkür preisgegebenen Kinder Israel. Wer kann sich da wundern, daß Moses selbst für eine Weile in Verzveislung gerät und das harte, schwere, aber doch von inniger Liebe für sein Volk zeugende Worte spricht: nrn os?b nnsnn -xb, Warum hast Du solches Leid zuge.üqt diesem Volke, ’janVp nr naV Warum hast du mich gesandt? In seiner vorbildlichen Bescheidenheit und Demut hat er bei seiner Berufung gezaudert, dem Rufe G'ttes zu folgen, und jetzt, wo der erste Versuch sehlgeschlageu, ist er entmutigt und glaubt, nur er habe all' das Weh verschuldet, die Unzulänglichkeit seiner Person sei die U'sache all' der Qualen, die mit verstärkter Gewalt über Israel hereingebrochen... Wahrlich, diese Erzählung beweist, wie wenig von Natur aus Moses zum Befreier und Führer feines Volkes geboren, daß erst G'ttes Wille ihn gerufen und allmählich zu dem Berufenen gemacht. Freilich sind seine Herzenseigenschaften, seine Liebe und Treue, die ihn fort vom ägyptischen Königsthrone hin zu seinen in hartem Druck schmachtenden Brüdern trieben, das strahlende Licht, das ihn zum Horeb leitete und allmählich sein Zagen und Zaudern überwand. Aus seinem Armut richtet Moses G'ttes eindringliche Wort wieder auf: 'n »jk Ich Bin das ewige Sein, das alles trägt und. hält, die stets qüellende unerschöpfliche Liebe, dir immer bei den Schwachen ist. Das ist die erste Gewähr für das endgültige Gelingen meiner Pläne. G'tt spricht dann weiter ein zweimaliges an „und auch". Much das noch ist der Quell der Hoffnungeuch in euren Nöten und Leiden onb nrh dhk ’ma an ’aapn Dr. Ich habe doch auch aufgerichtet meinen Bund mit ihnen (den Vätern), um ihnen das Land Kanaan zu geben. Sollte ich nicht die Macht haben zu erfüllen, was ich verheizen? Der Bund, den ich mit euren Vätern geschlossen,-ist gleich sam eine -unlösbare Bindung für mich.aprr) an visfa?? ’js Br 'a'->o an -nw aan d’tojtb d’-ixb iVn Sch i ßllch habe ich auch vernommen das Wehklagen der Kinder Israel, die die Aegypter knechten, und ich gedenke meines Bundes." Israel selbst hat den Weg zu mir gefunden und mit seinem Rufen nach Erlösung und Errettung an meinen Thron gerührt daß ich es würdig finde des großen Vermächtnisses seiner Ahnen... Dreierlei sind also die Bürgschaften für die Erlösung Israels aus der mizraitifchen Knechtschaft. Das. Dasein G'ttes, der in seiner -unendlichen Liebe und Güte der Hort der Geknechteten und Gebeugten ist. Sodann die Verheißung, die den Vätern geworden, deren Erfüllung allmählich die Zeit reift. Und nicht zu allerletzt das in seiner'Not zu G'tt rufende Volk erweist sich als würdiger Sproß großer Ahnen,- daß seine Erlösung nicht allein G'ttes Gnade ist, sondern auch einen Sieg des Sittengefehes darstellt, des Gedankens, daß erlöst wird, wer innerlich frei bleibt. Ist das Golus in Mizraim, das an der Wiege unseres Volkstums steht, nicht für unsere Geschichte bis auf unsere Zeit vorbildlich geworden? Wenn wir trotz all' der großen und kleinen Pharaonen, die immer von neuem sich unserem Volke entgegenstellten, nicht vom Erdenrunde verschwunden sind, so beweist das, daß „die dreifache' Bürgschaft für Israels Erlösung" nicht nur für jene erste Befrcinng galt. .Wir siid und leben und weben, weil der himmlische Vater uns mit seiner Liebe gegen alle feindlichen Mächte gewappnet und weil gegründet ist für die- Ewigkeit der Zeiten der'Bund, den der Alliebende mit unfern Stammvätern. geschlossen und. schließlich sich Israel am Ende zu seinem himmlischen Vater -als dem Fels seiner Hoffnung immer wieder zurückgefunden. Dasbleibt auch für die Zukunft, für die dauernde Erlösung Israels und der. Menschheit unser Hoffnungsanker. G'tt,. der sich als der liebreiche, barmherzige Vater der Menschen Moses zuerst geoffenbart und vorher mit den Stammvätern den Bund der Ewigkeit geschlossen hat, unerschöpflich in seiner Machtchlle und unermeßlich in seinen Erhabenheit, führt sein Volk seinem Ziele entgegen. Das soll uns den Mut geben, uns auch jetzt über die Härte des Tages zu erheben und nicht zu verzweifeln. Nur dürfen wir an unserem Teil nicht versagen, daß wir gleich unfern Vätern in Aegypten aus der Kümmernis des Lebens Aug und Herz zum Höchsten erheben. Er wird unser Flehen vernehmen, auch uns ist er gekündet der vierfache Ruf der Erlösung: a-au'rinpbi-ovarr ’a^sai ,D2a« -aVsirj ,D3m ’nKXinr DVb 'b Ich werde euch heraussühreri, euch eretten, euch erlösen und euch mir zum Volke nehmen — und am Ende- 'nrrrni. pRn asm werde ich euch bringen in das Land... Das Sabbakopfer. Ein neues Vach von Rabbiner PH. Fischer in Sarospatall in Angarn. Dieser Tage erschien unter,dem Titel: mv aVty ein neues Buch von Rabb. PH. Fischer in Sarospatak. Es enthält Betrachtungen, Schrifterklärungen und Abhand-

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