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Der Israelit · 1931-01-08 · Heft 2 (8.1.1931) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 2 (8.1.1931)
Date
1931-01-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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* V “*-< " *'-y -3 JA!L3, € . »> , t 8. Januar 1981 Frankfurt a. M., den w. z^thWi Nr. 2 Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab 3iili -4«». ««ni>v.»»v . ^«v. «.>». . — - - ——.. jabrpreise (entsprechend dem Veutschen Tnllindspreis zuzüglich Kaste« des Streifband-Deri - " lifftns 61—;— - " * " """ Deutschland. 1.30 Mark monatlich; Ausland: Bierteländspreis zuzüglich Ksste« des Streifband-Ber- Ainerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1 STüIi fl.; Italien ab 1.1.38.18 Lire; Jugo- ___ ____.... . .. 27. 150 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty; Schweiz 5 Fr>; Tschecho-Slowakei 25 Kronen; Ungarn Pengö 5 ab 1. Juli1927; Dänemark 3.50 Krön.; Norwegen 3.50 Krön. . " " Einzelnummer vierzig Goldpfennige. sandes) Deutsch-Österreich: Schil... _ Frankreich 25 Fr.; Belgien ab 1.7.27. Belga 6.; „ slavien 65 Din.; Litauen 7.60 Lit.; Rumänien ab 1. 7. Schweden 3.50 Krön. Nonpareille-Zeile. Abonnente» zahlen bei Stellengesuchen und FamUienanzetgennur ^0Ps. Die 75 mm breite Reklamezeile: letzte Tertseite 2.— Mk., vorletzte Textsette 250, Mk.; Chiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden Inserataufträgen tartfm. Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Inseratenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b. Fiankfurt a. M.. Rechneigrabenstraßej 7. Tel. Hansa 21084 sow. durch sämtl. Annoncen-Erped. d.I». und Auslands. Alleinige Inseratenann. für Franks. Geschäftsanz.: Jul. Schmidt, Hölderlinstraße 25 Tel. 45806. Platzvorfchr. ohne Verbindlich! Zahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt tMatn) Nr. 19612. — Aatzrrdem an: Psitiparkaffe Mten Nc.796^,.—Poftsvarkaffenamt Budapest Nr H,?stfcheSkoi»to Warschau Nr. 190757. - Postscheckamt Zürich Nr. 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So k ließ er dem außergewöhnlich begabten Sohne 1 neben einer gründlichen talmudischen Ausbildung f die Hallen der modernen Wissenschaft erschließen. I Markus Lehmann absolvierte, als einer der weinigen Inden, mit Auszeichnung das etwas feuk dale Gymnasium und schloß sich, von nun an iganz seinem Rebben, Dr. EsrielHi l d e s h ei - fo m e r zuerst in HaWrstM, Dnn in Berlin, ^ach Cr ieyllte in Berlin auch noch bei Rabbi; Michael Landsberger Vst und obW dort seinem philosophischen ^Studium. Vorübergehend stuidierte er/auchin Prag, in der i, Stadt,^ in der sein Vater seine schönsten Lehr-. und Werdejahre verlebt hatte. Dort lernte er bei Rabbi Samuel 'Freund Vst- In einem von ihm gegründeten und heute noch bestehenden Talmud-Thoraverein -errichtete er sich dort ein ewiges Denkmal. Als er in Halle promovierte, war er bereits als Lehrer der Thora und Mann der Tat bekannt, als einer der wenigen, die ansingen-, die von den Aufklärungsaposteln geschaffene Kluft zwischen Welt und Wissen^Mit der Verbreitung der Erkenntnis, daß die heilige Lehre die Quelle alles Wissens sei und das offene Licht der Bildung nicht scheue, zu überbrücken. In Mainz ergab sich'zur rechten Zeit der richtige Platz für den richtigen-Mann, von wo aus er in der Nähe von Samson Raphael Hirsch in seiner eigenen Weise, ein Lehrer und ein Führer seines Volkes in einer Zeit schwerer geistiger Not werden/ konnte. ' 1853 drang die Reform mit Orgelklang' auch in das alte Magellzo ein. In Frankfurt wirkte bereits der große Mann, der mit seinem FlcnKm-engeiste alles, was noch -treu zu G'tt und seiner x Thora in Deutschland hielt, erfaßte. Die Keine Frankfurter Kehilla, nur mit kümmerlichen Ver- Linsrechten ausgestattet, war damals in Wcchrheit schon die Basis einer großen unsichtbaren Gemeinde der stille Hoffenden. In der aus der Rot der Zeit entstandenen orchodoxen> R e l i gi o n sgefellschaft zu Mainz übernahm, von Donas Bondi Vst gewissermaßen entdeckt, der erst 23jährige Dr. Markus Lehmann die Führung, und schon in kurzer Zeit konnte er an der Rabiner Dr. Markus Lehmann. Vst* Seite Rabbi Samuel Bondis feines nachmaligen Schwiegervaters und anderer trefflicher Männer zeigen, daß sich das alte Judentum in der alten Kehilla durch keine Reform und keine Zwangsmaßnahme bannen läßt. Kanzel, Katheder, Schule und Feder waren die Mittel, um die in den Herzen noch glimmenden Funden zur Flamme anzufachen. Es fehlte auch nicht an schweren Kämpfen-, aber die milde Form, bei aller Unerbittlichkeit des Prinzipes, vor allem aber die an Hildesheimer orientierte warme Menschlichkett Lehmanns, die restlose Aufopferung für die bedrohte heilige Sache entwaffneten auch die Gegner und rangen ihnen persönliche Achtung für den von heiligem Feuer getriebenen jungen Kämpfer ab. Die Rettglonsgefellschaft wuchs undwuchs, ihre Institutionen wurden ausgebaut. Schon 1856 hat sie eine eigene schölle Synagoge. Aus der Religionsfchule wird eine Volksschule für Knaben und Mädchen, in der der religiöse' wie profane Unterricht erteilt wird. So sieht der Mensch und der I u d e Markus Lehmann aus, so wirkt er als Rabbiner der Mainzer Israelitischen Rettgiionsgefellschast. Aber der Geist sprengt den engen Rahmen. Dr. Markus Lehmann ist nicht Lehrer von Mainz, sondern Lehrer der deutschen Judenheit und; im wetteren Sinne, der Diaspora. Zu Kanzel und Katheder kommt Me Feder, und es war eine goldene Feder. Er. schürst nicht in dem Maße in die Tiefe wie Samson Raphael Hirsch, um die Gebildeten, die wegeverloren aus fremden Weinbergen ihre Kraft verspritzen, mit der Fackel der jüdischen Wahrheit unter die Fahne heimzuführen, Markus Lehmann appeMxt mehr an die weniger tief Denkenden, an die Masse, tni" die Jugend. Er will die noch größere Gefahr bannen: die Gefahr der Indolenz, der Gedankenlosigkeit, Me 3um Herde allen Abfalls werden kann in einer Zeit, da von anderer SÄte das Nichthalten als Kult gepredigt wird. Die Alten zu befestigen, aus der Lethargie zum Nachdenken zu reißen, die Jungen, auch die Frauen aus der geistigen Mittelschicht zu entflammen füt den jüdischen Pflichten kreis, dem sie ohne Kenntnis und ohne innige Teilnahme anhangen, das ist die wettere Aufgabe Markus Lehmanns als Begründer und Letter des „Israelit" und als Schriftsteller von edelster Volkstümlichkeit. Im Frühjahr 1860 erschien die erste Nummer des „Israelit". Es war das erste populäre orthodoxe Organ, das erste jüdische Familienblatt von gesetzestreuem Geiste, somit die erste moderne Waffe im Kampfe gegen die Seuche, die damals das jüdische Leben bedrohte. Die Reform arbeitete damals schon mit dem geschriebenen Worte. Die Philippsohn'sche „Allgemeine Zeitung dies Judentums" diente der Popularisierung der Re formideologie und hatte in moderner gefälliger Form manche Giftkeime in die Häuser und Herzen getragen. Der von S. R. Hirsch redigierte „Deschurun" war naturgemäß nur für eine kleine geistig höher stehende Schicht bestimmt. Der Mainzer „Israelit" fand in kurzer Zeit den Weg zur jüdischen Volksseele weit über Deutschlands

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