Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 51 (18.12.1930)
- Date
- 1930-12-18
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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tas^XJeff uni Lehn Ollu-stricrtc Beilage zum^tlsraefif \e. vXc; Unsere Bilder. Die alte Synagogenkunst lebt sich hauptsächlich im Aron Hakodesch aus. Es gibt alte Holzsynagogen in Polen und Litauen, die mit ihrem die ganze Ostwand einnehmenden Aron hakodesch eine Sehenswürdigkeit sind und Wallfahrtsstätte für Liebhaber alter phantasiereicher, durch keine Gesetze der Technik gehemmter Baukunst. Unser Bild (erstes Bild S. 2) zeigt eine heilige Lade mit Seiten- und Giebelschmuck. Die 2 traditionellen Löwen vor den Stufen fehlen nicht. Die Wappenschilder sind originell und zugleich typisch für die Art. Neben Löwen sieht man auch Vögel und Hirsche. Dazwischen hebräische Inschriften und Bibelsprüche, auch Blumenvasen und Rankenwerk. Sodann vergoldete Kronen und zum Segen 'ich ausbreitende Priesterhände. Die Rückwand zeigt die undestaseln mit den Anfangsworten der „Zehn Gehängenöe Uhr in vergoldetem Blattkranz auf. Hinter den Leuchterarmen sitzt je ein Vogel. Kleine vergoldete Vasen sind mit Blumen gefüllt. Das Exemplar wird in der schon genannten Sammlung als eine Seltenheit bezeichnet. Eher bekannt ist die Standmenorah in Form eines. Fabeltieres (Bild 2). Das Tier zeigt einen J gefieberten Leib auf zwei Krallenfüßen. Die Kerzenj Halter oben find Adlerköpfe, die in den geöffneten Schnäbeln die Lichtlein tragen. Bei der Schaffung des Tieres waren der Phantasie des Künstlers keine Grenzen gezogen. Nicht minder selten und interessant ist die Wandmenorah im Bild 3. Auch diese ist reich mit Rankwerk, Blumen, Früchten, Tieren und Kronen geschmückt. Alle drei Menoroth zeichnen sich durch einen Reichtum der ' Formen aus. I Die jüdische Kolonisation in der! st k r a i n e bildet wohl den einzigen Lichtpunkt im Goj lusleide der russischen Judenheit. In der Ukraine, aber liche, zufriedene Gesichter, wie man sie unter den Krämern und Händlern der jüdischen Stadtbeoölkerung in Rußland — heute auch im Westen — kaum sieht. Der Begründer des Chassidismus, Rabbi Israel Baal Schemtow, blühte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sein Heimatstädtchen lag in Podolien. Sein Name und seine Lehren wirkten sammelnd und erlösend in einem stets wachsenden Kreis, der heute einen großen Teil des Ostens umfaßt. Wie sehr sich die einzelnen Chassidimgruppen nuancieren, alle sehen sie zu Rabbi Israel Baal Schemtow als zum geistigen Vater der chassidischen Bewegung zurück, die in einer Zeit der vom Westen her drohenden geistigen Gefahr das Judentum Polens und Galiziens gerettet hat. lieber die Geschichte des Chassidismus, feine Entwicklung, und die Strömungen innerhalb dieser jüdischen Weltbewegung orientiere man sich am besten bei A h r o n Marcus: „Der Chassidismus". (Buchhandlung Mar- fr. '.I ‘ / . L - MV 0* V#v -hx & -iL ' i§; -..M' }J8§ - - 'f*VJ Wandmenorah» Standmenorah Menorah als Uhr zu benutzen. (2. Hälfte des 18' Jahrhunderts) (in Form eines Fabeltieres v. 1800) (Aus vergoldetem Silber um 1800) Aus der Sammlung Hugo Helbing in München bote". Wo die Vergoldung oder eine symmetrisch notwendige Verzierung fehlt, ist es eine bewußte und gewollte Beschränkung: Zur Erinnerung an die Zerstörung Jerusalems, die eine volle Freude und einen vollen Kunstgeüüß nicht gestattet. Das Ganze ist ein Prachtexemplar sakraler Kunst und tiefen religiösen Empfindens,' das seinen Ausdruck, soweit dies einem Juden gestattet ist, in Farben und Formen sucht und findet: Die Illustration ist dem Katalog einer Sammlung a l t er Hu n st ge ge n stände für das j üdis che Rit.uäl'ststtttömmen, die. von Hugo Helbing ^in München dieser Tage versteigert ryird und ist näturgetreuesAbbiVdes^cheiligen Schreines ist einer uralten osteuropäisch^ Holzsynagoge. ' ' Untest den MhUlststM - Gegenständen des jüdischen Rituals erfreut sich in.erster Reihe die Menora'h der größten Beachtung der Künstler. Bei der Menorah im ersten Bild stuf Seite 1 fäsit eine zwischen den Säulen auch in der Krim und in anderen Gegenden des weiten früheren Zarenreiches, gelingt es, immer größere Kreise der proletarisierten und deklassierten jüdischen Bevölkerung für die Landwirtschaft zu gewinnen. Die 'Erfolge sind ganz überraschend. Es gibt heute schon eine große Anzahl wahrer jüdischer Musterkolonien in Rußland. Das System der Kollektivierung hatte erst einige Verwirrung in den mühsam erkämpften Frieden des jüdischen Landlebens gebracht: Doch scheinen die ersten Schwierigkeiten überwunden. Die Behörden hatten auch Einsehen genug, die religiösen Gemeinschaften auf dem Dorfe nicht zu zerstören und geistige Bande sticht gewaltsam zu lösen. Die Ueberzeugung dringt mehr und mehr durch, daß, wenn die Juden im neuen Rußland noch eine Zukunft haben, so nur auf dem Lande und in her Landwirtschaft. Die 2 Bildet auf S. 2 zeigen eine jüdische B a uer n f a mi l i e und ein auf dem Felde arbeitendes jüdisches Mädchen: gliickcus, Harburg b. Hamburg). Die 2 Bilder auf S. 3 zeigen Rabbi Israel Baal Schemtow und die kleine D o r f s y n a g o g e, in der er gebetet und seinen Getreuen mit der Kraft und Glut des innerlich erlebten Gebetes, das er eine Vermählung mit der Schechina nannte, vorbildlich war. Frieda Abraham ist eine moderne Künstlerin im guten Sinne. Ihr „Das Dorf Siloa in der Sonne" stammt aus einer Ausstellung ihrer palästinen Landschaften. Wie die Künstlerin selber erzählt, hatte die Sonne Palästinas auf sie, die Berlinerin, und auf ihr künstlerisches Schaffen oen größten Einfluß ausgeübt. Wie in all ihren Palästina-Bildern sieht man auch hier das Blau und Weiß als Farbensymbol des Landes. Es sind hier Licht, Luft- und Farbenphänomene in die Sprache von Pinsel und Leinwand übertragen. Mehr als fünf DUtzend Aquarelle und eine stattliche Reihe von Oelbitdern machen die Ausbeute der Künst- M iS: fl W!’]V' mv; 'vlt'-! L