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Der Israelit · 1930-11-27 · Heft 48 (27.11.1930) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 48 (27.11.1930)
Date
1930-11-27
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 48 Seite 3 27. November 1930 große Anhängerschaft wieeine praktische Forderung an die Gegenwart ausgesehen hatte, entpuppte sich plötzlich vor der Wucht, ja, der Tragik eines infamen Vertrauensbruches, als Utopie usid hohes, mehr oder minder unerreichbares Ideal D. h.: Ideal für diejenigen, die dieses Projekt in ungemMderter iBegeisterung und' Hingabe weiter zum Ziel ihrer Arbeit machen; daß es' für uns nie Ziel, höchstens Mittel zur Erreichung unseres großen Zieles, des Menschheitszieles sein konnte, braucht nicht erst gesagt zu werden. Uns ist durch den englischen Wortbruch nicht die Erreichung unseres Ideales schwerer oder gar unmöglich gemacht, sondern! höchstens ein Mittel dazu genommen worden. Vielleicht ist es an der Zeit, dieses Mittel einmal näher nach seiner Zweckmäßigkeit, seinem realpolitischen und ideellen Wert kritisch zu untersuchen. Die Frage, mit welchen Mitteln die jüdische Gemeinschaft zu unserem und der Völker Heil zu verwirklichen ist, lösen die Zionisten mit dem Projekt eines jüdischen Staates. Staat ist die reale Einheit der Einrichtungen, die jedes Volk zum Schutze seiner Angehörigen braucht (Jellinek). Zu dieser trockenen, sachlichen Staatsaufgabe verlieh nian dem Staat GWichkeit, Weihe, Allmacht. Verführt durch die Autorität jener, denen die Leitung im Staat zugefallen war, machte man ein nützliches Mittel der Gesellschaft zu ihrem Zweck. Da als oberster Wert die Macht in Geltung gekommen war, verlieh man' ihr auch die oberste Würde: vielleicht glaubte man (wie Hegel) im Staat d^n Geist verwirklicht. Im 19. Jahrhundert kamen anstelle einzelner Personen oder Familien die europäischen Nationen zu größerer Geltung. Weil sie aber in der Bewunderung staatlicher Gewalt erzogen waren, meinten sie, das höchste Ziel ihres Daseins, der größte Triumph ihres Gefamtwillens fei der nationale Staat. In dien edelsten Köpfen brannte dieser Glaube: nicht' die Nation gelte es durch den Staat zu schützen, sondern alles, was an Körper und Seele, Leidenschaft und Gedanken vorhanden sei, müsse dem Staat dienen. Die aber, die ein nützliches Mittel zur Absolutheit gelangen, die Nation ihre edlen Kräfte nicht über sich hinaus aufs Geistige richten lassen und sie dem Staat gleichsetzen, dürfen nicht klagen, daß heute keine europäische Nation geistige Gemeinschaft habe, der Geist vielmehr im einzelnen sich isoliere. Welche Unterwerfung nun unter die Staatsgesinnung des modernen Europas ist es, Leid und Glück eines Volkes, seinen Wert und> feinen Sinn in der Gründung eines neuen, unter allen Beleuchtungen problematischen Staates sehen zu wollen! Ein Wort Tolstois über den Zionismus: „er ist Knochen vom Knochen, Schweiß vom Schweiß des modernen Europäismus, sein verweichlichtes, schwaches Kind, 'das das Spiel der Aelteren, die halttose Kartenhäuser schäften, steht und nachäfft."; ' - Das Buch „Der Judenstaat"' von Herzl, das dieses Kind gebar!,' war sicher eine große'Und tapfere Tat, doch in, Het' Richtung und .Gesinnung eines Jahrhunderts, das seine Armut an Ideen durch technische Fortschritte zu verbergen suchte. Der Ausgangspunkt seines Buches ist der Antisemitismus. Herzl wählt gegen ihn nicht den kämpferischen Weg, sondern den schöpferischen, der zu seiner Rechtfertigung de§ geistigen Zieles bedarf. Dieses Ziel, für das die Juden-Not nur äußerer Anlaß, der Judenstaat ein Mittel wäre, aber fehlt. Herzl jucht es zwar nachträglich, nicht aber der Sache, sondern nur der Lockkraft auf eine Masse zuliebe: „Niemand ist stark öder reich genug, um ein Volk von einem Wohnort nach einem anderen zu versetzen. Das vermag nur eine Idee. Die Staatsideehat wohl eine solche Gewalt." Diese Sünde, gegen den Geist suchte ' er auf hoppelte Weise zu. sühnen. Einmal durch den Hinweis auf den alten Gedanken, des Zions-! staates, zweitens durch das nur sehr beiläufige! Motiv des Musterstaates. Beides aber sind nicht wirkliche Ziele. Der; palästinensische Staat („G'ttesstaat") war ja überhaupt kein Staat im modernen Sinne.'Im? Der Israelit Blätter Gegensatz zu den oMentalischen Despotien, in denen die Machtbefugnisse der Könige jedes vorstellbare Maß überschritten«, hat das.israelitische Königtum kaum nationale und praktische Bedeutung besessen, wenn man von Zeiten absieht, in denen die Leugnung der g'Äichen Autorität von Staats wegen proklamiert wurde. Cistheit und. Autorität hatten G'tt sind die ProphÄen. Daher die Begriffsprägung „Theokratie", die von alten (Flavins Josephus) und neuen (Georg Jellinek und vielen anderen) Forschern auf den jüdischen Stg-at angewandt wppde, weil fein.„alleiniges Gesetz das g'ttliche ist und' der wesentliche Inhalt des antiken wie modernen Staates fehlt: das Machtverhältnis. (Schluß folgt.) Aus der Bewegung. Berlin. Die hiesigen Agudo-Gruppen versenden ihr Arbeitsprogramnl für den Winter. In der Ortsgruppe sind allmonatlich Vorträge mit Aussprachen über folgende Themen vorgesehen: Aufgaben der thoratreuen Gesamtheit; Stetigkeit und Beweglichkeit der Halachaf^'Thoratreue und Sozialismus; Antisemitismus als soziale; Erscheinung; Juden und Araber in Palästina. Außerdem ein mehrstündiger Kursus über die Geschichte des Gebetbuches. . : Die Frauengruppe veranstaltet Arbeitsgemeinschaften für Tenach (Betty Guggenheim) Moderne Litvratur (Frau Louis Lewy und Frau Emanuel Meyer); Die Stellung der jüdischen Frau (Hedy Rosenblüth). Ferner einen Kursus über Dinim durch Dr. Eduard Biberfeld, sowie Nachhilfeunterricht für jüdischer Schüler und Schülerinnen jüdischer Schulen, '; -Die Iu gie n d g r u ppe veranstaltet zu Beginn jedes' Monats einen Ausspracheabend' über Erez Jisroel. DeS weiteren werden religiöse Probleme der Gegenwart besprochen. Die Schiurim erstrecken sich auf Chumesch, Dinim, Gemoro. Außerdem findet ein hebräischer Sprachkursus statt. Die Mädchengruppe veranstaltet Kurse über die Psalmen (Frl. Steinert)'; Dinim (Dr. S. Halberftadt); Chumesch (A. Keller); Hebräische Sprache (Frl. Blechmann). Ausspracheabende unter Leitung von Franz Nosenbaum. Subotica Innerhalb der Agudas-Iisroel-Organisation unseres Landes würde durch Frau Samuel Deutsch eine Mädchengruppe ins Leben gerufen. Vor der offiziellen Gründung legte Frau Samuel Deutsch den Zweck und die Ziele des Vereins dar. Neben den ideellen Bestrebungen von jüdischem Geiste und jüdischem Gemeinschaftssinn getragen, soll es auch — unddies mit Rücksicht auf die so traurigen wirtschaft-- lichen Verhältnisse unserer Brüder und Schwester in Erez- Iisroel — Ausgabe der Gruppe sein, Kleidungsstücke, die seitens der Eltern oder der Mädchen selbst zur Verfügung gestellt werden, für arme Kinder in Erez-Jisroel herzurichten. Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Interesse ausgenommen, die Gründung mit Begeisterung beschloßen und das erste Zusammenkommen zwecks Wahl einer Leitung bestimmt. Es wurden gewählt: Als. Präsidentin: G. Engländer, Stellv. Präsidentin: V. Goldner, Schriftführerin: R. Deutsch. Am Schemini-Azereth fand sich die Gruppe unter der gewählten Leitung im Raume unserer Beth-Jakob-Schule ein; die Präsidentin mahnte, damit die Ziele der Gruppe auch, wirklich erreicht werden und nicht zuletzt unter; Berücksichtigung d.er Zeit, zur ernstey gemeinsamen .Arbeit und forderte die Mädchen auf, nach bestem ,Können' zur Lösustg. der Ausgaben, die die Gruppe sich gestellt hat. Die, Worte veranlagten die Mädchen, ernstes, der Sache würdiges Arbeiten sich vorzunehmen und sich zu bemühen, die Bestrebungen zu verwirklichen, so. daß die Gruppe eine ' günstige ' Entwicklung verspricht. j Als Institution ' des Keren-Hatorah besteht auch' seit Juni ds. Js. ein K r n d e r g a r t'e'U, indem dem Kinde eine wertvolle erzieherische Umwelt durch einen echten jüdischen Einfluß, der auf das Kind ausgeübt wird, geschaffen wird. An unserer Beth-Jakob-Schule hat das neue Schuljahr in 2 Kursen begonnen: neben der Aneignung hebr. und jüdischen Wissens, finden die Pflichten des jüdischen Mädchens besondere Berücksichtigung. Spendenliste vom 30. 8. bis 10. 10. der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt am Main, Postscheck-Konto Frankfurt a. M. Nr. 53 900. Keren Erez Jisroel (Schulwerkfond) Abterode: d. S. Westheim aus Synagogenbüchse 10, Challogeld in Westheim 1.50, Challogeld Oppenheimer 2, zus. 13.30, NN. 6. Amsterdam: N- S. Cohn 2. Aschaffenburg: Lehrer Leo Schloß 14. Aub: E. Kannenmacher 5. > m Babenhausen: Julius Seewald 10. Bad Kifsingen: d. Rabb. Dr. Bamberger 9.85 für Slichauskarten. Bad Schwalbach: Samuel Stern 10, Fr. S). Katz Ww.3. Baisingen: d. Hermann Kahn Thoraspenden ges. d. Abraham Erlebacher 83.70, Hermann Kahn 20, für - die Mädchenschule in Liberias Hermann Kahn 19, insgesamt 132.70. Bamberg: Zacharias Feldmann 5. Bechhofen: d. David Steindecker v. Lehrer Goldberg 2, David Steindecker 5, zus. 7. Bergen:, I.; E- Heiyemann 10. Berlin:,' Eugen Friedenau 3, Dr. Emil Hirsch 160, d. Rabb. Dr. Auerbach 300, Dr. Fritz Michael 50. Borken: d. Rabb. Dr. Köhler v. Erich Haas 10. Braunsbach: Salomon Pfeiffer 5, d. Louis Adler: v. 5. Wollenberger 1, Benno Pfeiffer 9, Jul. Pfeiffer 1, A. Frey 2, Manaffe aus Thalheim 1, NN. 3, zus. 17, Louis Adler 15, insgef. 32, Salomon Pfeiffer 30. Breslau: Frl. Tirza Wrefchner 10, Dr. Alfred Koppenheim 15. Burghaslach: d. S. Massenbacher: v. Seligmann Massenbacher 2, v. Rosa Massenbacher 2, von Bella Masfenbacher 2, nachträglich für Fasttage 1.50, zus. 7.50. Burghaun: d. Lehrer Berlinger 66.86. Burgpreppach: d. Rabb. Dr. May Ephraim: v. Frau Meta Berney 5, v. Siegfried Kahn 1, zus. 6. Butzbach: d. Lehret Fuld vön Gemeinde Butzbach ges. d. Friede! Britt, Lehrers M. Fuld 1, E. Rosenstein 1, H. Steinhardt 1, I. Rosenstein 0>50, I. Krämer 1, Oppenheimer 0.50, Rosenthal 0.50, Geschw. Fröhlich 0.30, Alb. Stern 0.50, Max Mayer 0.50, A. Oppenheimer 0.5b, S. Göldschmiüt 0.50, Simon 0.50, Wertheim 0.50, M. Bär 0.50, D. Grünebaum 1, N. Löb 1, W. Simon 1, Gebr. Katz 1, A. Bär 0.50, Ed. Simon 0.50, Ehrlich 0.50, NN. 0.20, zus. 15. Colmar: d. Oberrabb. Dr. Weill: NN. 4, NN. 16.45, Zahnarzt Spira 8.20, A. Weill, Saaralbes frs. 60, B. Leoy, Saaralbes frs. 15, Susanne Levy srs. 25, insgef. 45.10. Danzig: d. L. Nachmann ges. in den Synagogen 14. Darmstadt: d. Rabb. Dr. Merzbach 20, Rabb. Dr. Merzbach 10, A. Eisenheimer 5, I. Strauß 2, zus. 37, Oppenheimer u. Lorge 6. Dresden: d. Israel Wilder Sammlung in der Synagoge Ahawas Reiim 12.65, für Slichaus Karten 5, zusammen 17.65. Duisburg: S. Ofterfetzer 2. Edelfingen: Lehrer I. Adler 3.50. Ellingen: Israel. Kultusgemeinde 15. Esens: Prediger Bronkhorst 1. Essen: I. Meier Schlei 10. Frankfurt a. M.: Rausch Chaudesch-Spenden d. Herrn Glücksmann: Ernst Adler 6, Robert Aron 1.50, Oskar Aumann 3, I. Belgrad 1.50, Benno Bendix 4, N. M. Bier 4.50, Siegm. Aumann 6, Fr. Regina Bär 3, Sam. Bamberger 3, Emil Birnbaum 4, Jakob Beschoss 6, Siegfr. Birnbaum 4, S. Blumenthal 6, Herm. Bodenheimer 3, Dr. Isaak Breuer 18, Dr. Joshua Breuer 3, Siegm. Bender 3, Herm. Carlebach 6, Ernst Dülken 3, Moses Ehrmann 2, Jacob Emanuel 4, A. Eschwege 3, Herm. Frankenthal 4, Felix Freund 3, Leo S. Goldschmidt 4, Manfred Goldschmidt 4, M. S. Goldschmidt 15, Sali Goldschmidt 3, Emil Gottlieb 3, Frau Graß 2, Konditorei Grünebaum 6, Isidor' Hirsch 0.50, Dr. Markus Hirsch 4, Siegfr. Halberstadt 3, Jonas Halberstadt 3, I. Hamburger 2.50, Hugo Hofmann 2, Dr. Willi Hosmann 3, Hilde Holländer 3) Samuel Jacob! 3, Leo Jeidel 3, Nathan Jeidel 3, Gustav Kaufmann 2, M. Kaufmann 1.50, R.-A. Martin Katz 6, Th. Katzenstein 3, Leo Kruskal 8, Herbert Kruskal 12, Rüben Lange 4, Sara Landsberg 1.50, S. u. D. Löwenthal 1.50, S. A. Löwenthal 2, Leop. Löb з, Ä. Luß 3, A. Mainzer 3, Regine Markus 3. Albert Mayer 1.50, j Dr. Marx 6, Josef Mayer- 3, .Perez, Mosbacher 6^ Martin , Mrses 3, S. Neuberger 3, Jdä Oppenheimer 4, M. S. Oppenheimer 3, ,S. Oppenheimer 3, Leop. Oppenheimer 3, D. Pinter- Cohn 1.50, Dr. I. Posen 3, H. Peichert 1.50, Dora \ Rothschild y, B. Machelsohn 2^ M. Rapp 3, Albert; .. Ries, 9, Fpau Ar. Roos 4, Dr., Lina Rosenbaum 3. , Gehu Rat Dr. Rösenbgum 1.50, Jos. Rosenbaum 4, S. Rosenfelder 8, Jacob Rosenheim 16, Else Rothschild 3, Leon Seeligmann 3, Dr. G. Schnerb 3, Leop. Schwab 3, Siegm. Schwab 15, Hch. Schwarzschild 6, Ad. Schwarzschild 3, Albert Stein 8, Berthold Strauß 3, Eugen Weil 3, Hermann Wein-; berg 3, Jsi Wohlfarch 15, Josef Wolf 3, Arnold Wrefchner 3, S. O. Wreschner 3, Ruth Zuntz 1, Salomon Wolf 3, Dr. Stern 3, Wilh. Edinger 2, Frau Dr. Roos 2.20, Alexander Ellern 2, Dr. Siegfried Oppenheimer 10, Moritz Punkus 5, d. den „Israelit" 10, Jules Oppenheimer 2, Simon Mugdan 50, Dr. Isaak Breuer 10, Julius Schwabacher 2, d. Leopold Löwenthal: R. CH. Sp. Leo Wrefchner 10, M. Mosbacher 10, L. Mosbacher 6, P. Mosbacher 6, L. Löwenthal 6, N. Weis 4, zus. 42. N. M. Bier 5, Simon Mugdan 70, d. den „Israelit" 25.90, Frau Sanitätsrat Dr. Hirsch 10, Leo Wreschner 3, Frau Setti Schwabacher 5, Max Ansbacher 10, Sänger и. Friedberg f. verkaufte Telegrannne 9, Dr. Josef Frank 5, A. Trawis 10. Manfred Neuberger 2, Gunzenhäuser 10, S. Blumenthal Kapor.-Abl. 3, Frau . Sichel 1.50, d. Frl. Karaline Nachmann 33.11, Frau Dr. Jsaac Breuer anl. d. Geburtstages v. Herrn N. M. Bier 2, Julius Schwabacher f. Mädchenschule 20, Frau Jeanette Kaufmann 2.20, Frau Freimark 2, Erich Hosmann 3.05, Studienrat Kaufmann 3.20, Rabb. I. Horowitz anl. Geburt seines Sohnes 5.

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