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Der Israelit · 1930-10-06 · Heft 41 (6.10.1930) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 41 (6.10.1930)
Date
1930-10-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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6. Oktober 1930 Der Israelit Nr. 41. Seite 11 Arbeitsgemeinschaft „Sefer Chinuch" in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am Freitagabend, dem 17. Oktober, 20 Uhr, beginnt im Vereinslokal die bereits im Sommer begonnene Arbeitsgemeinschaft sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner Josef I. "Horowitz. Gäste willkommen. (Schwanenstraße 12.) Beginn der Winterarbeit. Am Schabbos Bereschis beginnt in der Agudas Iisroel-Jugendgruppe E. V. die Winterarbeit. Ueber den Beginn der einzelnen Veranstaltungen verweisen wir auf weitere Mitteilungen in der nächsten Nummer. Interessenten erhalten das Programm vom Büro Schwanenstratze 12 übersandt. Geschäflsjubiläum. Am Freitag, den 3. Oktober, beging die Schreibstube Hirsch (Inhaberin Frl. Therese Hirsch), die Feier ihres 25jährigen Bestehens. Die besteingeführte Firma befindet sich seit ihrer Gründung im Hause der Hirsch-Apotheke, Zeil 111. Geschmacklofigkertett im Frankfyrter Rundfunk. Man schreibt uns: Wenn in einer Zeit, die von einer Welle des Judenhasses ohne : gleichen getragen ist, der Frankfurter Rundfunk es, wie am vorletzten Samstag abend, für gut findet,' mit der bereits rühmlkchst bekannten „Judenkarikatur" die Lachmuskeln seiner Hörer zu kitzeln, so kann es dafür nur zwei Erklärungen geben: Entweder die Herren vom Radio sitzen in ihrer Rundfunkklausa und wissen nichts bon den Vorgängen in der Welt; sie hätten dann auch die Reichstagswahlziffern einige Tage früher gedankenlos und im Halbschlummsr heruntergeleiert. Oder sie wissen wohl,, was vorgeht und wollen bewußt, mit der Kunst oder mit dem, was sie dafür halten, ein wenig für die Edelkultur der Hakenkreuzler Stimmung machen. Die Tatsache, daß der Rundfunk in M. K. vom Schauspielhause einen jungen Fink findet, der sein eigenes Nest beschmutzt, belastet zwar diesen in noch weit höherem Matze, spricht aber die Herren vom Rundfunk nicht frei von der Verantwortung für solche deplazierte Geschmacklosigkeiiten, die unter ihrer Leitung produziert werden. Dem Herrn M. K. sei aber gesagt: Wenn Sie bei jüdischen Veranstaltungen glauben, durch biblische Parodien und abgeschmackte jüdische Karrrkatüren Flachgeister amüsieren zu müssen, ist es deren Sache. Wenn Sie aber Ihren Unsinn in den Aether Hineinreden, dann etwas mehr Takt, mehr Würde und mehr Selbstachtung, junger Mann! . . . Alte Herren: Mittwochs, von 8.30—10 abends Turnen Anna-Schule. Knaben: Dienstags von 6.—7.30 abends Anna-Schule. Damen: Donnerstags, von 8.30—10 abends Liebfrauenschule Schäferg. Mädchen: Abteilung I. bis elf Jahre: Mittwochs, von . 4.30—5.30 nachmittags Anna-Schule. Abteilung II. ab elf Jahre: Mittwochs, von 5.30—7. Anna-Schule. Frauen: Mittwochs, von 7.30-9abends S. R. Hirschschule am Tiergarten 8- Gemeinsame Veranstaltungen. Heim- und Spielabende: Dienstags und Samstags, abends von 8.30—10 im Heim Eschersheimerldftr. 65 Wanderungen: Sonntags, alle 14 Tage, nach vorheriger Bekanntgabe. Gebelzeiten. msv 1. und 2. Tag W ff Montag abend 5.40 H NV2VN 6.30 Morgens 8.00 'V r Nachmittag 1.— und 4.30;7 Abends I. Tag 6.35 i Festesausgang 6.35 ' ’ •'■' Wochengottesdienst: Morgens 6.20 Nachmittag 5.30 “isnan ^in na® Freitag abend 5.15 Samstag morgen. 8.— Samstag nachmittag 1.— und 4.30 Samstag abend 6.30 Wochengottesdienst: Morgens 6.20 Nachmittags 5.00 Tefillin-Legen am Morgen 5.40 Montag morgens an Msrain 6.15 •nw 'i'vV Montag abend 5.25 Dienstag morgens 8.00 Predigt „ nachmittags 1.00 und 4.30 „ abends 6.25 Festesausgang 6.20 Familiennachrichten. Barmizwoh:^ Gabriel Löb, Sohn der Herrn Prof. Dr. S. Lieben, Prag Kozi 5. mao srmn na«? 11. Oktober 1930. Friede!, Sohn des Herrn G. Winter, Kantor, Regensburg, Margaretenstr. 15II. mssia na». Geburten: Eine Tochter, Schabbos-Schuwoh Rabb. Dr. H. Gescheit und Frau Rosel geb. Loewenstein, Pohrlitz (Mähren). Briefkasten. H. S. 15. In aschkenasischer Aussprache heißt es „Tauroh", in sefardischer (orientalischer) Thora. Beide Aussprachen haben ihre historische Berechtigung. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Siehe „Sukaus im Mekor Chajim" im lokalen Teil. Agudas Jisroek-Jogenvgruppe. Schabbos 774 Uhr, Haschkomoh, Schwanenstraße 12, Das Jaumi-Schiur, Herr Herz Holpern, von 12—13, Sonntag von 11—12 Uhr, Montag bis Freitag von 12—13 Uhr, Gelegenheit zum Lernen — täglich von 9—12 Uhr, Schwanenstr, 12. — Gemoroh Bowo Mezio, Borbereitungsschiur, Dozent: Herr Eh. Liverhant, jeden Schabbos VU Stunden vor Nacht, Schwanenstr. 12. (Dieser Schiur ist der Borbereitungsschiur zu dem Montags und Mittwochs von 2072—2172 Uhr stattfindenden Schiur des Herrn Rabbiner Horowitz ’"J.) — Kizzur Schulchan Aruch-Schiur, Dozent Herr Louis Kahn, nach Schluß der Synagoge, Schwanenstr. 12. — Tefilloh-Erklürung, Dozent Louis Kahn, nach Beendigung des Schulchan Aruch-Schiurs, Schwanenstraße 12. — Kizzur Sch. A.-Schiur, Dozent Herr Spiegel, Ostendstr. 11 am Schabbos 1572 Uhr. Liwjath Chen. (Hörsaal Frievberger-Anlage.) Samstag 3U5 Uhr Vortrag zusammen mit Mekor Chajim Weitere Sonderveranstaltungen siehe lokalen Teil. Jüdischer Turnerbund E. V. Herren: Sonntags, von 8—9 vorm, städt. Schwimmbad Sonntags, von 9—12 Uhr vorm, kleine Ostparkwiese. Donnerstags, von 8.30—10 abends Turnen Anna-Schule Jugend: Donnerstags, von 8.39—10 abends Turnen Anna-Schule. ,• ^URO O * o z 2 4 JULIUS SCHMIDT FRANKFURT AM MAIN LANGESTRASSE 7 TELEFON HANSA 25865 POSTSCH.-KONTO FRANKFURTMAIN 142 353 EINZIGE INSERATEN-AN- NAHME FÜR FRANKFURTER GESCHÄFTS-INSERATE DES »ISRAELIT« AUSSERDEM ANNAHME VON INSERATEN FÖR SÄMTLICHE HIESIGE UND AUSWÄRTIGE TAGESZEITUNGEN, WOCHEN- UND FACHBLÄTTERZU ORIGINALPREISEN ♦ANNAHME VON DRUCKSACHEN (HANDEL, GESCHÄFTE, PRIVATE) FÖR DIE HERMON-DRUCKEREI BEI BILLIGSTER BERECHNUNG UND KÜNSTLER. AUSFÜHRUNG IN SCHWARZ- UND BUNTDRUCK LMF TELE W Die Tee-Einfuhr-Firma I. T. Ronnefeldt, Frankfurt a. M., gegründet 1625, bringt Teesorten in Originalpackungen in den Verkauf, die durch sachverständige Auswahl selbst dem verwöhntesten Geschmack "Rechnung tragen. Die Liebhaber einer Tasse wirklich guten Tees mögen nicht versäumen, bei ihrem Lieferanten ausdrücklich Ronnefeldts^Tee zu verlangne, er ist und bleibt der Beste. Keiner wird zu seinem Schaden der bekannten Herrenmaßschneiderei hier, Friedberger Anlage 2 (siehe Inserat) Miadowsky seine Bestellungen für die Wintergarderobe machen. Große Leistungsfähigkeit verbunden mit den allergrößten Fachkenntnissen macht es dieser Firma möglich, jeden Kunden nach seinen speziellen Wünschen zu bedienen. Unverbindlicher Besuch ist sehr erwünscht. Wie stöhnt die geplagte Hausfrau, weil ihr der Parkettfußboden soviel Mühe verursacht! Hat sie es denn nötig, daß sie sich bei dieser Arbeit so anstrengt? Nein, denn sie kann sie sich bedeutend erleichtern, wenn sie K ö t t o l i n gebraucht, das, garantiert säurefrei, ihr Zeit und Schweiß spart und nur geringen Wachsverbrauch bedingt. Ein Versuch wird jeden überzeugen und zum ständigen Verbraucher dieses idealen Parkettputzmittels machen. Man erhält Köttolin in allen bekannten Niederlagen, kann es aber auch direkt bei den Köttolin- Werken Frankfurt a. M., unter Telefonruf Maingau 77 733 bestellen. Wochenkalender. b. 4. - 11. Oktober 1930 ■ o. 12. - 19. Tischri 5691 Samstag 4 M WTRn Sonntag 5 113 Montag 6 >14 7VDD a*w Dienstag 7 ^s 15 niatn 's di’ Mittwoch , I8 16: maDT 'a oi’ Donnerstag 9 1? 1 * Freitag 10 18, f § Samstag >11 19' 1 p nVnp i3"mn na«? Bücherbesprechungen. Moses. Don Edmond F I e g. M ü n ch e n. R. P i - per u. To. Wer im rabbinischen Schrifttum bewandert und in seinem Geiste erzogen ist. öffnet dieses Buch des französischen „Heimkehrers" mit Mitztrauen. Denn man kann sich nicht vorstellen, datz ein Mann, sei er dichterisch noch so begabt, aus Uebersetzungen zweiter Hand in die Welt der Agava wirklich einzudringen vermöchte. In der Tat darf man nicht erwarten, in diesem Buche etwa besonders tiefsinnige Deutungen der um das Leben von Mosche Rabüeun sich rankenden midraschischen Berichte zu finden. Wohl aber hat es Flcg verstanden, in der kindlich einfachsten Weise den historischen biblischen Bericht mit der Fülle des agadischen Materials zu einer künstlerischen Einheit zu verflechten^und damit stärkste ästhetische Wirkung zu^erzielcn. Man mutz sich auf diesen rein ästhetischen Standpunkt stellen, um das Buch zu genietzen. Die Uebertragung ins Deutsche von Alexander Bergson ist gut gelungen, die Ausstattung von gediegener Schönheit und Einfachheit, wie sie dem Inhalt entspricht. Den gebildeten jüdischen Frauen vor allem, denen die alte Zeeno ur' eno verschlossen und der Schatz der Quellenschriften nicht geöffnet ist, sei das Buch warm empfohlen. M. Ntan rravVMi msnaw ‘-p’Va rin^n ppn. Hcrausgegeben von Dr. 3. Bae r. 4. verbesserte Auflage geb. 3.85 M. Die wie alle Editionen von S. Baer mustergültige: Neuausgabe des alten ppn liegt in vierter verbesserter Auflage zu billigen! Preise vor. Die erste Ausgabe erschien vor 52 Jahren. Der Druck zeigt die bekannten tiefgeschnittenen Rödelheimer Typen; auch die Mischnaterte sind punktiert. Revolutionär und Patriot. Das Leben Ludwig Börnes. Mit 8 Bildtafeln. Von Ludwig M a r c u s e. Paul List-Verlag Leipzig. Eine reife und kraftvolle Individualität erschlicht hier das Leben. Ludwig Bornes in feinen liefen. Die klare Schönheit und Durchdachtheit des vornehm ausgestatteten und mit acht Bildtafeln gezierten Buches wird erhöht durch die innere Anteilnahme des Verfassers an seinem Stoff, eine markig-gedrängte, wundervolle Diktion und die überraschend scharfe und prägnante Schilderung, der Zeitverhältnisse. Börne war ein Gegenwartsmensch und eine Kampfnatur, leidenschaftlich auf die Verbesserung der Zustände seines Vaterlandes bedacht, das er mit heitzer Liebe umfaßte, ohne dadurch seinen freien Blick für die Vorzüge anderer Nationen zu verlieren. Seine berühmten Briefe aus Paris sind kein Produkt des Hasses, sondern der reinsten Liebe zu Deutschland, er wollte aufrütteln, was lethargisch, welk, servil war, und konnte, seinem eigentlichen Wesen gemätz, nicht anders als mit Keulenschlägen dreinhauen. Auch den Theaterkritiker interessierte weniger die Kunst an sich, als ihr Reflex auf das Publikum. Ein Frankfurter Ghettokind, stachelte ihn die Unterdrückung der Juden ursprünglich zum Krieg gegen jede Art von Unterdrückung. Das Ghetto selbst hat er in , seinem Eeistesreichtum und in seiner Gemütstiefe, die sich unter der oft unschönen Oberfläche verbargen, nie umfassend verstanden, eine Untugend und ein Mangel, dir auf seinen wohlverwandten Biographen ein wenig, abgefärbt haben. Sein Uebertritt zum Christentum wird dürftig motiviert, allzusehr wundernehmen mag er nicht, da schon seinem Vater im Frankfurter Stadtarchiv ins Stammbuch geschrieben wird: „hat Verstand, ist ein Hofmann, bald altgläubig, bald N.eolog wie eine Wetterfahne". Wohltuend ruhig werden Börnes rein angebahnte und rein gebliebene Beziehungen zu der tiefsten Kennerin seiner Natur und besten Inspiratorin seines Geistes, Frau Jeanette Strauß-Wohl, behandelt. Auch der Gegensatz des mit der Zeit verguickten, völlig und unlösbar in ihr verhafteten Börne zu dem der Zeit abgewandten, über ihr schwebenden Olympier Goethe wird kräftig und überzeugend herausgearbeitet. Alles in .allem ist es ein Buch, mit dem sich nur wenige Biographien der Gegenwart messen können. Die Well auf der Wage, der Querschnitt von 20 Jahren Welkreife. Bon Colin Roß. F. A. Brockhaus, Leipzig. Eine Sammlung sehr interessanter Aufs?tze, die sich mit politischen Fragen beschäftigen, wird hier vorgelegt. Rückblicke auf die Vorkriegszeit, Behandlung der Gegenwart, Beobachtungen über die Technik und Technisierung geben dem Buche großen Reiz. Wenn der Verfasser in seinen einleitenden Worten von zu Ende gedachten Gedanken spricht, so wird man unbedingt feststellen müssen, daß diese Gedanken viele Anregung bieten. Mit Juden und Judentum unmittelbar hat die Schrift nichts zu tun. P.

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