Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 39 (26.9.1930)
- Date
- 1930-09-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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26. September 1930 Der Israelit Nr. 39. Seite 7 Wäre im geistigen Leben des neuen jüdischen Palästina die natürliche, einzig Bestand und Dauer gewährende Verbindung zwischen der Sprache und der Tradition unseres Volkes, des Volkes der RMgion, allgemein gewahrt worden, wäre nicht meist die Tradition zu Gunsten des geistigen Chaos der heutigen Kulturmenschheit negiert worden, es würde wahrlich besser um die Lage des jüdischen Palästina bestellt sein. Das Verhältnis zur Tradition zeigt freilich heute bei den geistigen Führern des neuen Jischuw — soweit es sich nicht um seinen religionsfeindlichen, kommunistischen linken Flügel handelt — freundlichere Tendenzen als noch vor wenigen Jahren. Diese Aenderung hat in dem allmählichen Bewußtwerden der eigenen Schwäche ihre Ursache. Wenn heute die geeigneten Menschen traditionellen Denkens und Lebens austreten würden, ausmerkende Ohren würden sich auch dort ihnen zuwenden, von Gesetzesübertretern, die man zu einem Minjan nicht zerren und bitten soll. Auf Anfrage von verschiedenster Seite erkläre ich hierzu, daß dabei selbstredend nur an ganz verständnislose und böswillige Uebertreter gedacht war, die zwar in manchen Zwergminjanim für Geld und gute Worte herbeigenötigt werden, aber von denen kein andachtförderndes Gebühren zu erwarten ist. Eine Ausschließung irgendwelcher sonstiger nicht gesetzestreuer Juden entspricht nicht dem Religionsgesetz und war auch nicht im Sinne obigen Artikels. Chicago, 14. Sept. Auf der hier tagenden Jahresversammlung der „American Astronomical Society" hielt Profosser Dr. M. Jung von der Staats-Universität in Iowa einen beifällig aufgenommenen Vortrag über „Die Opposition zur Kalenderreform mit Blanko-Tagen". Sprechsaäl. Zum Artikel „Notruf!". ^ÜRO JULIUS SCHMIDT FRANKFURT AM MAIN LANGESTRASSE 7 TELEFON HANSA 25865 POSTSCH.-KONTO FRANKFURTMAIN 142 853 EINZIGE INSERATEN.AN¬ NAHME FÜR FRANKFURTER GESCHÄFTS - INSERATE DES »ISRAELIT« AUSSERDEM ANNAHME VON INSERATEN FÜR SÄMTLICHE HIESIGE UND AUSWÄRTIGE TAGESZEITUNGEN, WOCHEN- UND FACHBLÄTTERZU ORIGINALPREISEN♦ANNAHME VON DRUCKSACHEN (HANDEL, GESCHÄFTE, PRIVATE) FÜR DIE HERMON-DRUCKEREI BEI BILLIGSTER BERECHNUNG UND KÜNSTLER. AUSFÜHRUNG IN SCHWARZ- UND BUNTDRUCK wo sie es nicht vermuteten. E. G. Personalien. Berlin, 21. Sept. Herr Rabbiner Dr. Eli Munk in Berlin schreibt uns, daß seine in Nummer 37 gemeldete Wahl zum Rabbiner der Adaß Jisroel-Gemeinde in London einen Jnterimscharakter trägt, da bekanntlich, der Posten in späteren Jahren dem Sohne des Heimgegangenen Rabbiners, Herrn S. Schönfeld, übertragen werden soll.;; Oberwesel a. Rhein, 14. Sept. In tiefe Trauer versetzt wurde die hiesigen israelitische Gemeinde durch den Heimgang ihres ältesten - Mitgliedes, der Frau Alexander Mayer, die im Alter von 76 Jahren aus ihrer tatenreichen irdischen Laufbahn abberufen worden ist. Wer sie gekannt hat, weiß, was dieser Verlust für die aussterbenden Gemeinden bedeutet. Sie war eine gute V»n im wahrsten Sinne des Wortes. Wo es zu schlichten, zu helfen oder zu lindern gab, da war ihr Platz. Die jüdische Frauenkippe, der sie 50 Jahre angehörte, verliert ihr vorbildliches Mitglied. Durch ihre überragende Lebensklugheit, Selbstlosigkeit und ihren Gerechtigkeitssinn wirkte sie im Stillen anregend auf das orthodoxe, jüdische Leben am Mittelrhein. Herr Rabbiner Dr. Bamberger, Mainz, würdigte in vortrefflichen Worten diese jüdische Frau. Die Beliebtheit auch bei Andersgläubigen gaben die Trauerkundgebungen und das Geleite kund. rrasun. Alle Berufsreisenden, die aus koscheres Essen Wert legen, müssen dem Herrn Verfasser dankbar sein für die Energie, mit der er einen großen Mißstand beleuchtet, von dem sich eben nur die ein Bild machen, die jahraus, jahrein gewohnt sind, mit der koscheren Wurst im Koffer durch die Lande zu reisen und duych den Mangel an warmem Essen sich ihre Gesundheiit dauernd gefährden. Ich kannte einen Nichtjuden, der eine große Summe erbte und dessen erster Gedanke war, jetzt baue ich mir ein Hotel mit Restaurant. Ist so etwas bei uns Juden möglich? Wir im Westen haben eben keinen jüdischen Restaurateurstand, einige Ausnahmen bestätigen die Regel. Der Kultusbeamte, der Metzger, auch mal eine alleinstehende Dame, die sich eine Existenz oder einen Nebenverdiensts schaffen wollen, machen meist mit ganz geringen Mitteln einen Mittagstisch auf, der sich bei Befähigung des Besitzers oft gut entwickelt. Es gibt Wirte, die sich wirklich alle Mühe geben, ihren Gästen etwas zu bieten und die ich hier aus begreiflichen Gründen nicht nennen kann, so gern ich es möchte Aber es gibt auch Speisegelegenheiten, auf die ich persönlich verzichte und lieber meine Wurst mit Brötchen im Hotel wenigstens mit Appetit verzehre. Auch soll es Inhaber von Restaurationen geben, die ihre Monopolstellung als einzige koschere Restauration ausnutzen, was sich u. a. auch in hohen Preisen auswirkt, die bei den heutigen Zeiten sich nicht jeder erlauben kann. Diese Mängel strafen sich ja von selbst, nur diese Restaurateure, die keine sind, beschweren sich dann, es wird so wenig koscher gegessen, wir können uns nicht halten. Vermischkes. Fricdrichstadt, 30. Sept. Rabbiner Dr. Cohen schreibt uns: In meinem Artikel „Winke für Kleingemeinden" vom 26. Juni ds. Js. ist die Rede Der Notruf verlangt ja nicht nur nach besseren Eßgelegenheiten, sondern nach mehr Eßgelegenheiten und da sollte der Hamburger Verein eingreifen, der selbstredend nur im Nahmen seiner Mittel, die ihm zur Verfügung stehen, arbeiten kann. Hat aber der Hamburger Verein schon alle Wege begangen? In dem Verzeichnis stehen viel Eßgelegenheiten, aber die meisten befinden sich in Bädern, die für den Berufsreisenden nicht in Frage kommen und sie tragen den Vermerk „Anmeldung erforderlich", was meist den schnellreisenden Geschäftsreisenden garnicht möglich ist. Was bleibt dann noch übrig zu tun? Ich verrate hiermit nun kein großes Geheimnis, daß es eine ganze Anzahl gesetzestreuer Reisenden gibt, die den größten Teil des Jahres unterwegs sind, auf vielen Plätzen bei religiös zuverlässigen Leuten essen, die nicht unter Aufsicht des Hamburger Vereins stehen. Ich habe mich schon verschiedentlich nach den Gründen erkundigt, weswegen diese Leute nicht in dem Verzeichnis des Hamburger Vereins stehen. Die Gründe sind verschiedene. Es gibt Leute, die sich für so vertrauenswürdig hallen, daß sie die Aufsicht als ein Manko ansehen, es soll auch Fälle geben, in denen der Verein bzw. der Aufsichtssührende besondere Schwierigkeiten bereiten, deren Berechtigung wohl begründet sein dürften und dann gibt es Leute, die die Kosten scheuen, die ihnen der Verein bereitet, gerade kleine Leute, die den Mittagstisch als Nebenverdienst betreiben. Ich möchte nun anregen, daß diejenigen, die es angeht, zusammenkommen und darüber beraten, wie man die oben angeführten zuverlässigen Eßgelegenheiten, die nicht im Hanlburger Verzeichnis stehen, der interessierten Oeffentlichkeit zugänglich macht. Jehudo Arjeh. Zämiliennachrichken. Varmizwoh: Berthold, Sohn des Herrn Josef Kösterich, Vörnestr. 391 Synagoge Börneplatz, 'S 'V, Heinemann, Sohn des Herrn Rabbiner Kunstadt. Fulda irnnn 's 'v In dankbarer Freude zeigen die Geburt ihres ->23 an und wünschen zugleich Dipl.-Ing. Wilhelm Stern und Frau Resie geb. Adler MÜNCHEN 2 SW. z. Zt. Isr. Schwesternheim Ich empfehle zum Herbst ^1^2 la Mastgänse u. Hühner sowie la Rauchfleisch - Dauerwurst u. Siedewürstchen MAX KATZ, Metzgerei, Oberlauringen/Ufr (Rabb. Burgpreppach) CONDITOREI LOESER Gr. Eschenheimerstr. 72 Telefon 27471 Unter Aufsicht der Jsrael. Gemeinde N21V vorhanden! Bayrisches Schächtverbot! Ms alteingesessene Frankfurter Groß>Schläch< lerei unb Wurslfabrik, unter Aufsicht stehend, empfehle ich mich zur Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren aller Art zu konkurrenzlosen Preisen bei promptem Postversand. Ich suche ferner zur Errichtung von Niederlagen für den Vertrieb von Frisch-Flelsch und Wursiwaren in Bayern geeignete Bewerber. 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Die Nichteinhaltung der obigen Bestimmung wird nach Art. 97 des obigen Gesetzes bestraft. General-Konsulat der ' Polen Frankfurt am Main Schaumainkai 43 Scfidn. große Reffe Nanraräe per sofort zu verm. Zu erfragen: Schwanenstraße 6. 3. Stock 44 »♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ t PARIS l 1 Hoffe Senßonf 4 in streng frommen 4 : Hause, 1. Referenzen. 4 SR. Birnbaum X J 5. Rue Andrieu», 8 x ♦4444444444444 Nebenstehende Firmen gratulieren zum neuen Jahr und bitten um frdl. Zuspruch Schön möbliertes großes Fimmer in schöner Lage per sofort zu verm. Off. ,J. 49 Erp. ür Dame aus gutjüdisch, aufe, E. 30, str. rel., geb. dflann AUFRUF! Die weltberühmte, heute für Klall Jisroel lebenswichtige ges. Bevorzugt wird Arzt Zahnarzt oder Rechtsanw. dem sehr günft. Bedingung, geb. roerden. Offerten unt. 1233c an die Exped. ds. Bl. Suche f. eine Bekannte aus sehr relig. Fam., 4V I., str. OCffioiLIKoHfl (Kaufm.) nach mittelgr. Ort Sehr günst. Gelegenh. zur Etablierung eines Bertretungsgeschäfts. 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M., Rosch-ha-schono 5691 Verlag des Israelit und Hermon G. m. b. H. Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 19802 8910