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Der Israelit · 1930-09-26 · Heft 39 (26.9.1930) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 39 (26.9.1930)
Date
1930-09-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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26. September 1930 Nr. 39 Frankfurt a. M., den 4. Tischri 5691 «[]]] Ein Centralorgan fOrdas orthodoxe Judentnm |[0| JJJ Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Ul k Abonnement ab Juli ISN: Deutschland 1.30 Mark monatlich; Ausland: Merteljahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutsch-Österreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Lollar; England 4' sh.; ab 1 Juli Frankreich 88 Fr.; Belgien ab 1.7.87. Belga 8.; Holland 8 fl.; Italien ab 1.1.28.18 Lire; Iugoslavien 55 Din.; Litauen 7JO Lit.; Rumänien ab 1. 7. 27.150 Lei; Polen 4 deutsche Goldmark zum Tageskurs über 7 Zloty' Schweiz 8 Fr^Tschecho-Slowaret 88 Kronen; Ungarn Pengb 5 ab 1. Juli 1827; Dänemark 3.50 Krön.; NÄwegen 3.50 Krön.; Schweden 3.50 Krön. " Einzelnummer vierzig Kowpfennige. . Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 50 Goldpf. für die stebengespaltene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzeigen nur 40 Pf. Die 75 mm breite Reklamezeile: letzte Textseite 2.— Mk., vorletzte Textseite 250 Mk.; Chiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach' Tarif. Bei laufenden Jnserataufträgen tarifat. Preiserhöhung jeder?». Vorbehalt. Inseratenannahme durch den Verlag des Israelit G. m. b. H.. Frankfurt a. M, Rechneigrabenstraße 7, Tel. Hansa 21081 sow. durch sämtl. Annoncen-Exped. d. In- und Auslands. Alleinige Inferatenann. für Franks. Teschäftsanz.: Jul. Schmidt, Langestr. 7, II, Tel. Hansa 25855. Platzvorschr. ohne Berbindltchk. Sahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Main) Nr. 19802. — Außerdem an: Postsparkaffe Wien Nr.79805. —Postsparkaffenamt Budapest Nr. 18424.—Postscheckkonto larschau Nr. 190757. — Postscheckamt Zürich Nr. 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Furcht, 1122, Freude, so werden die Empfindungen zu immer größerer SchönhM emporgestaffelt. Ist 'die Furcht der Antrieb, so ist 1122 das Ziel/und Freude der Lohn. So dürfen wir wohl den Sinn jener festlichen Einschaltungen' deuten, die der Schemauno Eßre der heiligsten Tage sogleich besondere Weihe und Heiligkeit aufptägen, uns im Schauer des schicksalförmenden Gebetes erzittern lassen. Rabbi Jehuda Halevy in seinem Kusari (Kap. 2 Nr. 44.) gibt dieser Elpschaltung einen andern Sinn: *pE/$rn V2 Gesamtmenschheit, “pay; Israel und b’pns Israels Erwählte, seine Propheten UUd seine Frommen! Lege auf die Gesamtmenschheit Deine Furcht, gib Deinem Volke Israel.^12S' das Schauen der Frotnmen, die da sind die;Oöstbarkeit'der Kostbarkeit, laß es Freude und Jubel sein. Aster nicht -losgelöst ist die Gesamtmenschheit von Israel und sind Israels Erwählte von der Gesamtheit des -Voltes: dis Gescrmtmenfchheit trägt Israel, isst der Boden, aus dein -es erblüht; nnd ebenso erblühen aus Israel seine Frommen. Wie dem aber auch sei, ob hier auf den Emzelmenfchen in der Ursache seines Handelns, auf -feine Tat und ihren Lohn hingewiesen werden soll, oder ob hier die Entwicklungsgeschichte der Menschheit angedeutet werden soll mit ihrem Ziel: den Frommen und Gerechten, im Mittelpunkt steht: „Und so gib Ewiger 1122 Deinem Volke." -n. Was ist 2122? Wir wollen hier keine sprachlichen Untersuchungen und keine philosophischen Erörterungen anstellen, dazu könnte eine gelassenere Zeit dienen, da wir nicht so sehr schon im Schatten der großen, der furchtbaren Tage leben. Wir weisen hier nur hin auf die Ausführungen des Rambam -im 64. Kapitel des More Rewuchim, die Jacob Roseuheim in seiner Arbeit „Die Wurzel des Aesthstifchen" in packendster Weife ausdeutet, und erinnern ferner daran, daß der Maldini zu dem Verse (2. Buch Moses, Kap. 33, Vers 18) *]“ii22 ns r» 'Jitnn ivx'l' ausgehend von den durch den Rambam festgelegten Grundbegriffen, eine weitere Definition von 1122 gibt, . Wir können vielleicht kurz und zusammenfassend' sagen, indem, wir von der 'n 1122 von der Ehre G'ttes, ausgehen: ^.1 1122 ist nicht zuerst und vor allem, die ,non uns G'tt zu erweisende LvstpreHsürig, 'n ^1122 ist bielmehr eine Bezeichnung des göttlichen Wesens selber. . Und wenn Moses bittet: ^1122 rirr .rr^ 'Jtnn Laß mich doch Deine Herrlichkeit sehen, so liegt in dieser - Bitte wohl der Schlüssel zu einer dem allgemeinen Verständnis faßbaren Deutung der auf G'tt zu beziehenden 1122-. Der große Bibelerklärer sagt: 1122 ,gezeichnet als geistige Schwere den Eindruck, den der geistigsittliche Gehalt eines Wesens macht, drückt in geistig-sittlicher Hinsicht dasselbe aus, was 1122die Schwere, in materieller Beziehung bedeutet. So wie.ni22' die Schwebe, das Maß für den materiellen Gehalt -eines Dinges abgibt, so ist 'Ti 1122 der Eindruck, die Spur, die das g'ttliche Emwirken in irdische Verhältnisse zurückläßt, aus welchen man eine Ahnung Seiner Gegenwart, und Seiner Größe zu gewinnen vermag. Laß mich.schauen Deine ni22' spricht Moses, laß mich aus den Wegen Deiner Wallung erahnenden Sinn Deines Wesens. Vor dem größten Menschen wird in der grüß-, ten Stunde seines Lebens als höchster Lohn der Vorhang) der über dem Geheimnis der g'ttlichen Wal-tung als Ausstrahlung des g'ttlichen Wesens schwebt, ein wenig gelüstet, und doch streiten die Männer des Talmuds darüber (Brochaus 7a), ob selbst in dieser Sunde höchster Gewährung vor unferm Lehrer Moses sich das letzte Geheimnis entschleiert hat. Rabbi Jauchanon sagt im Namen des Rabbi Jauffi, daß vor Moses Augen das Problem pnx i1? mol yen i^> vii vom Frommen, dem es schlecht, vom Schlechten, dem es gut geht, sich entschleiert hat. Rabbi Meir hingegen sagt, daß dieses Problemes Lösung selbst in diesem Augenblick Moses versagt blieb. Denn G'tt spricht zu Moses: ’ium vnirr nm m mvnii \mn ipk na- Wen Ich begnadigen will, den begnadige Ich; westen Ich mich erbarmen will, dessen erbarme Ich mich. Das ist und bleibt das Geheimnis Meiner Waltung: Wer Mein-er Gnade würdig ist, wer Meines Erbarmens. III. Die 'n 1122 das Wesen G'ttes, steht also über uns Menschen als das nie zu entschleiernde Geheimnis. Und doch soll 'n 1122 das Ziel sein, dem wir lastend und suchend nachzüstreben haben. . Und von diesem G'tteswort geht Äbo! Schon! aus (Sabbat 133b), wenn er, anknüpfend an den Vers der Schrro: 'nw rr nt „Dies ist mein G'tt, und ich will Ihm eine Stätte sein," sagt: iV man 'in Suche IHM zu gleichen. So wie Er mrni pan ist, versuche Du öimi pan zu werden. Und ähnlich sagt es auch Rabbi Chomo, der Sohn des Rabbi Chanino (Santo 14a). Was bedeutet der Schriftvers: Dem Ewigen, Eurem G'tt nach sollt ihr gehen? Ist es dem Menschen denn möglich, der g'ttlichen Majestät nachzuwandeln? Es heißt doch schon: Denn der Ewige, dein G'tt, ein verzehrendes Feuer ist Er. So ist deine Pflicht: ti"2pn Vp i’niiö “inx “[Vn1? Wandte nach den EigenschGten des Heiligen, gelobt fei Er. G'tt kleidet die Nackten, G'tt besucht die Kranken, G'tt begrübt die Toten; so übe und bewähre auch du dich in jeder Liebestat. n 1122 erahnen wir aus den Ausstrahlungen 'dieser 'n Diese g'ttlichen Ausstrahlungen sollen Leitsätze für den Aufbau unseres eigenen Wesens werden. Und je mehr die Menschen in diesem Sinne, dem Schöpfungswort gemäß, so G'tt ebenbildlich, ähnlich" werden, desto mehr ähnelt sich ihr Wesen dem Seinen an, desto stärker fließt aus der srr 1122 der Strom, in welchem diem'22n1122 sich gestattet. Und so ist rii'i2n 1122 ebenfalls nicht in erster Reihe die dem Menschen von andern Menschen

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