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Der Israelit · 1930-09-19 · Heft 38 (19.9.1930) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 38 (19.9.1930)
Date
1930-09-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 38. Seite 17 19. September 1930 Der Israelit!'! ' ' *• ';; '< Agudas Jisroel Ortsgruppe. Eslyird nochyiyl^' ayf die am Sonntagdem 21. September, n a ch ni j t.t g Z s/3^30 U hr ^chwcrnen-- straße 12 stättfindenoe^G'e n e r a'1 v ersämm lu n'g der Ortsgruppe (Neuwahlen) aufmerksam gemacht. Die Generalversammlung wird durch ein Referat des Herrn Jacob Rosenheim über die derzeitige Lage der Agudas Jisroel eingeleilet. - Neues aus der Agudqs Jisroel-Jugendgruppe.E. P. Das Programm für das Wintersemester 5690 (1930 bis 1931) . kommt auf Rausch .Haschono zum Versand au die Mitglieder.- Nichtmrtglieder erhalten auf Wunsch das Programm vom Büro (Schwanenstr. 12) zugesandt. An den beiden Tagen Rausch Haschono findet in den Vereinsräumen ein halachischer Vortrag des Herrn Herz. Halpern statt. Beginn um 15.15. Uhr. Am Sonntag, dem 21. Sept., abends 21 Uhr, findet im Vereinslokal Jahreszeitlernen anläßlich der Jahrzeit um Sali Michel f. A. statt., Aufruf der Jüdischen Frauenvereinigung. V . Von der Jüdischen Frauenvereinigung ergeht folgender Ruf an ihre.' Mitglieder und Freunde: .. j .. .1,. Ein Jahr der Not unä.-Sorge für Privat^--und für Wohlfahrtsanstalten ist vorüber: Unsere. MitmenmenscheNj-haben im Kampf um - d g^-^nackte Leben gerungen,'' haben versucht, sich und, ihre, .Familien , zu erhalten und schweren Herzens oft auf das Nötigste verzichtet. Und schwer wurde es den Wohlfahrtseinrichtungen, in all der verschärften Not helfend einzugreßseu, tow gern hätten sie mehr geleistet, mehr Menschen vor Verfzweiflung.-mtzd Sorg^.geschützt, . wenn, sie,, die Mittel, chazu gehabt'hätten. ‘ Nun naht wieder ein neues Jahr, das Rauschhaschonohfest mit seiner ernsten Mahnung kommt und pocht an die Gemüter, daß sie sich dem Wohltun öffnen. Das Rausch-haschonohfest ruft Euch zu: Oeffnet Eure Herzen dem Unglück Eurer Mitmenschen übet Liebe und Milde, daß auch Euch vom Ewi- . gen Liebe und Milde erwiesen werde. Lassen Sie diesen Ruf nicht unbeachtet Und. spenden Sie für unser Unterstützungswerk, soviel in Ihren Kräften steht. Postscheckkonto 42258. Die Israelitische Waisenanstalt.! Die Israelitische Waisenanstalt (Röderbergweg 87) bringt sich zu Rauschhachono bei ihren .Freunden in empfehlende.Erinnerung mit einem Glück- ..w u n s ch und einer sinnigen Gabe in Form eines schöneu Wandkalenders. Ueber das Kalendarium ist nicht viel zu sagen. Es ist nach, feststehenden Schlüsseln hergestellt, und ein gütiger E'tt möge es so fügen, daß jedes Blatt eine glückliche Woche für jedermann bedeute. Was die Waisenanstalt dazu "tun'könnte! hat sie getan. Sie hat einen festen Rückendeckel mit einem schönen Bild der Anstalt dazu geliefert und viele, nicht zuviele Postanweisun gen in die einzelnen Wochenblätter eingestreut, die uns Gelegenheit geben, von Zeit zu Zeitunsere tätige Liebe zu den Waisenkindern auf dem Röderbergweg und ihrem mustergültig geführten Heime, (einem Eltern Heime, wie es sich idealer nicht denken läßt) in bequemster Weise zu bekunden. Machen wir von dieser Gelegenheit eifrig Gebrauch! Alle -HeMye BxMWafteE in Frankfurt l. .. .!£«*» . <0.1 i ' *L, -• '•"•■'ii Dje^! Slichaustagv äst .-fFrühaWesteu"., rrhiein ffMheren ZeiM hier',;. in Heiliges,,Bruder1chstften -»MiniKrjchas iganze- Jsthr hindurch^.den- Morgeyf,! Mr -- Äbendschlgf entbehren müWn,..;.-,. , ,!.!!.f..." ' sind .W letzten 'JatzMndj^.Ji^..FrMffürt"^er vi®nj? nnan eingegangen. Zunächst die n-iixn -Kippe, deren Mitglieder je um Mitternacht um 12 Uhr, — mit Ausnahme der tachnunfreien Tage — nach den Anweisungen im. Buche ]v>x ns® sich zur Erde setzten, das Haupt mit Asche bestreuten und Kinoth über die Zerstörung Jerusalems anstiiymten. Z / ’ ' . Sodann sei der Kippe onvi® gedacht, deren Mitglieder die Ausgabe hatten, sich vor Taganbruch in ihrem Betlokal zu versammeln und sozusagen „mit Lernen den Morgen zu wecken", hh.- bis. zur..Gebetzeit Talmud zu lernen. , Noch.mehr aus. der Erinnerung der neuen Gene-! rätion /geschwunden Ist die rtnp niöy. Ihre Entstehungsgeschichte,' liegt weit - zurück! in der Zeit, da ' man in Frankfurt um das ' kämpfte. Da der Verfasser' irit Oriente (in Safed) lebte, hatte man hier die Hymne als Neuerung bekämpft. Erst zirka 1580 hatte der Gemeindevorstand „Interessenten" erlaubt, eine ^halbe Stunde'vor 'Mincho in -einer' Schul nun vA mit ^.jtn nib 'unb': zu beten, während in der Altschul' alles beim Alten blieb und in beiden Synagogen ' alsdann zur festgesetzten Zeit, kurz vor Sonnenuntergang. Mincho. mit unmittelbar nachfolgendem Maariw absolviert iöUrde. Seit länger Zeit ist nrr naV dem Ritual einverleibt. An die Kämpfe erinnert nur der Brauch, daß der Chasan bei diesem Gebete den Platz vertauscht . Ein Fünfundachtzigjähriger Herr Vünhard Girdisky in Frankfurt a. M., Uhlandstr. 4t), feiert am ersten nn - Tage seinen 85. Geburtstag. Der' Jubilar erfreut sich noch bester körperlicher und . geistiger Frische, ist ein alter, treuer An- Bernhard Girdisky Hänger der Israelitischen Religionsgesellschaft und fleißiger Besucher der Elaus-Synagoge. Ein guter Nim. ft, besucht er noch öfters die verschiedenen Schiurim.! Er' nimmt auch an allen religiösen Fragen lebhaften Anteil. Wir beglückwünschen den ehrwürdigen jugend- Orchen Greis mit einem kräftigen ®">»y. .* Hasomir. : > Zu dem Konzert es Hasomir, das am 1. Nov, unter Leitung des Dirigenten Leo Rosenblüth im Saalbau stattsinden wird, ist es nach längeren Bemühungen gelungen- Herrn Hauptkantor Wolf Levy, Mannheim als Solisten zu gewinnen. Das Programm des -Konzertes wird durch die. Mitwirkung dieses erfolgreichen Kantors eine.Wesentliche -Bereicherung erfahren-, v; H. B. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag nach Schul, Hörsaal Friedberger Anlage, Dinim, Herr Dr. Elieser Posen. — — vormittags 8 Uhr (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Vereinslokale, Gemoro, Herr I. Soffer. — vormittag 91U Uhr (ebenso Dienstag nachmittag 1 Stunde vor Mincho) Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. Sonntag nach Schul Ehaje Odom, Herr S. Schachnowitz. Montag morgens nach Schul (ebenso Donnerstag) Mischnalernen der Mitglieder. Freitag morgens nach Schul Mischna, Herr Dr. Elieser Posen. 9 Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag, jeden Abend 8% Uhr Schaslernen, Herr H. Halpern. Jahrzeitsstiftungen. na® 20. September Ahron Kallmann Sonntag, 21. September Lea Abigail Springut Montag, '22. September Esther Eschwege geb. Adler. Agudas Jisroel-Jugenvgruppe. Schabbos 7y4 Uhr, Haschkomoh, Schwanensttaße 12, Das Jaumi-Schiür, Herr Herz Halpern, von 12—13, Sonntag von 11—12 Uhr, Montag bis Freitag von 12—13 Uhr, Gelegenheit zum Lernen — täglich von 9—12 Uhr, Schwanenstr, 12. — Gemorah Bowo Mezio, Vorbereitungsschiur, Dozent: Herr Cy, Liverhant, jeden Schabbos iy4 Stunden vor Nacht, Schwane.^. iz, (Dieser. Schinr., ist. der.Borbereitungsschiur zu dem Montags und Mittwochs von 2Qy2—2iy2 Uhr statt- I und in manchen Synagogen (so auch in der. Klaussynagoge) das Talith ablegt. -"Als vierte Kippe ist hier die -Zäzä.t h - GH e w r a -zw-üen'Nen. ' In -der Altschul erhob.-fich eine-, Tribyste,, -Me'^fö>genaunte ,!/Hochschuk/-, . auf der: bte * Mitglieder hie- ' sbr Kippe nach dem ^Morgengebete Platz nahiyen, -ym, mitldestMi z eh n 'kMa mn.. st a r k zu .-lernen/i worMf ' Lernkäd'disch-lltzespr-ochrn wurde. Denn. das Lernkadhisch -sollte' doch' eigentlich nur ' dann gesagt-"werden, wenn '-wirklich -zehn : Leute . gelernt haben, nicht - wenn erst das ' ditz ^Schlafendes oder Schwatzenden -geweckt hat. Bei Errichtung der Mainz-Schul in der Börnestraße sah mein Vater überhaupt davon ab, Lernkaddisch sagen zu lassen, um den Mißstand, der in Privalgedetversammlung an Jahrzeiten eingerissen hatte, nicht auszunehmen. Dort lernte nämlich einer die Mischnah vor, nwährLnd>meüN' andere:- mit: ausgestreckten Hqstden .da- .ständen, »um gleichu.Mchdem wi ihren Obolus in "Empfang zu nehmen. > v Die genannte. Kippe.hieß Z j,z i t h - C h e w r a , weil sie nach Schul Schaufäden an arme Leute verteilte. Fertige Arbakanphoth gab es in meiner Jugendzeit noch nicht zu kaufen, vielmehr setzte jede jüdische Haus- - ffrau' 'ihren Stolz' darein-' dieses heilige - Gewand mit eigenen Händen aus . Wolle, Baumwolle oder Seidenstoff anzufertigen, -während der Mann die Zizith anmachte. Wie oft sah ich, wenn ich! durch die Judengasse ging, die Arbaka'nsoth am Fensterriegel hängen uyd die Männer mit heyr Einfädeln der Zizith .beschäftigt. Alljährlich in der; Woche zum Thoraabschuitt n^>®. der- .mit dem Zizithgebvt schließt,,'!.feierte diese Chewra ein Festchen in der . Form. eines Ausfluges. Die Mitglieder: suhren per Schiff nach Offenbach zu ihrer .„JayreszeM, Und, Mer hatte„chei der Heichkehr das Gleichgewicht verloren. ... Mit Niederlegung der beiden Synagogen 1845 bis 1854 hatte auch diese Zizith-Chewra ihr Ende erreicht. findenden Schtür des Herrn Rabbiner Horowitz ’~x) — Kizzur Schulchan Aruch-Schiur, Dozent Herr Louis Kahn, nach Schluß der Synagoge, Schwanenstr. 12. — Tefilloh-Erklärung, Dozent Louis Kahn, nach Beendigung des Schulchan Aruch-Schiurs, Schwanensttaße 12. — Kizzur Sch. A.-Schiur,' Dozent Herr Spiegel, Ostendstt. 11 am Schabbos- 15 y2 Uhr. " .! Kurse, auch in profanen Fächern, Arbeitsgemeinschaften und Schiurim, besonders für Schulentlassene, Zn der Jugendgruppe der Agudas Jisroel, Frankfurt, v Man wende sich an das Büro: Schwanensttaße'12, Sonntags von liy2—13 Uhr, oder telefonisch außerhalb dieser Zeit an den Vorsitzenden: Hartog Hartogsohn, Carolus 44 368, Ostendsttaße 82. Liwjalh Chen. (Hörsaal Frieoberger-Anlage.) Samstag nach Mincho, öy^.Uhr, Vorttag des Herrn S. Schächnowitz über „Aus der Gedankenwelt der n-r Gebete" (Zeitkommentare züfalten Texten). Agudistifche Frauenorksgruppe Frankfurt a. Kt. Angeschlossen der Jüd. Frauenvereinigung. Auf allseitigen Wunsch wird Herr Dr. S. Ehrmann am rui®.jn® mxi», den 27. September abends y*9 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage, aus Machsor zur Jommkippur sprechen. Gäste willkommen. Ortsgruppe Frankfurt a. M.- des Jüdischen Frauenbundes. Arbeiissitzung Donnerstag hen 25. September Abends sy2 Uhr, Langestr. 31. Gebetzeiten. ö’nsa Freitagabend 6.00 Samstag 'kvÄVN 6.45 Samstagmorgen 8.^- Samstagnachmittagi 1.00 und 5.00 Samstagabend 7.15 Wochengottesdienst: Morgens 5.15 Nachmittags 6.00 Tefillin-Legen am Morgen 5.10 Montag Morgens 4Z0 „ Abend 6.1^ Dienstag Morgens 5.55 Predigt „ Nachm. 4.30 „ Abend 7.G . Mittwoch Morgens ^5.55 „ Nachm. 4.30 Festesausgang 7.05 Morgens 5.— Nachmittag 5.45 Fastenbeginn 4.25 Fastenende 6.55 Während der Slichos-Tage finden Muhar- Vorträge des Herrn GemeindergbbiüHs in.der Synagoge, Friedb.Anl>-5-^6 statt und zwar xlych..nnä«^und 2'1VQ-G'ttesdienst I Aus der Asche e'kvv-f,^ neues Leben. Heute lernen in den thoratreuen Kreise.. naä) Schul im Rahmen der Lernvereme mehr als zehnt <we in den Hörsälen, um das . Lernkaddisch,, zu rechtfertig^. . . , Rach «Itsraokfurter Brauch °n,ro, Rüst-tag zu emem Festtage kem Lernkaddisch gesagt. . v ■ Außer diesen vier offiziellen Chewroth . ga^ „ Vereinigungen für - mn ansn iy der'Löb Rs.. ,Klaus.--Mnd im Rabbi Schmuel;S'traützfchen 'Eri- -Hanfe..--Rabbi S.,, Strauß war Pptter des „Ketaw Sofer" (1865 wohnte er bei ihm). Es war interessant zuznsehen, wie da Rabbi Schmuek vor einem wackeligen Pulte, ein Wachskerzchen in der Hand, stand und vorlernte. Der Schammes, Zwicker Hanau, mußte mit Phosphorstrich das Licht wieder zum Leben bringen, wenn ein Hyuch aus dem perlenden Munde Rabbi Schmuels es öfters zum Verlöschen brachte. In der Klaus lernte Jacob Schwerin und nach seinem Tode Moritz Kann Es gab noch ferner eine Jachil Cohn-Stiftung mit dem.Zwecke, jeden Mittag um 12 Uhr in einem geniietetey Zimmer Mischna mit zehn Leuten zu kernen, und einmal im Jahr, am 15. Schewäkh, Geld und Bekleidungsstücke an Arme zu verkeilen. Da sich bei der Verteilung große Mißstände herausstellten, wurde auf Veranlassung meines Bruders Michael und Alfred S. Geigers Vst die Materialverteilung abgeschafft und statt dessen die Verteilung von Geldunterstützungen eingeführt. Es ist mir nicht bekannt, ob das Kapital dieser Stiftung durch die Inflation aufgezehrt wurde. Möge das kommende Jahr bessere Zeiten, für uns und das gesamte Israel bringen, daß der gute alte .Geist in derneuen/.Zeit erhalten bleibt. Das Jahr entspricht dem Zahlenwerte n s nn- Es möge uns das Heil bringen!

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