Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1930)
- Date
- 1930-09-04
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Hfäffev dee Candesorganifafion dev Ngudar-Zirvoel in Deutfekland H. Jahrgang Hamburg, 4. September 1930 / 11. Elul 5690 Nummer 14 Schriftleitung: Wolf S. Jacobson in Kamörrrg. S. 2R. Slagler Vst - Rotterdam. Das Klagewobt Davids. um Saul wird in unserer Seele lebendig, da die tief erschütternde Nachricht uns erreicht: Saul Slagter, der fromme, gute, bescheidene, kluge Mann, einer der begabtesten und treuesten Führer unserer holländischen Schwesterorganisation, der unermüdliche Künder des Agudaideals in Wort und Schrift, ist plötzlich von uns gegangen, iv hw-itP’ ’3*n bbn ■pninn „Du Schmuck Israels, auf deiner Höhe gingst du von uns a'niaxn ibv2 yx „ wie sinken die Helden dahin!" Auf der Höhe seines Lebens ging er von uns, in vollster Manneskraft, im 48. Jahre seines Lebens,- auf der Höhe seines Glückes, da G'tt einen lange versagt gebliebenen Wunsch chm erfüllt hatte. Drei Tage nach der ri'?'» rvnn seines ersten Sohnes, auf der Höhe feiner Leistung, die der orthodoxen Gesamtheit gehörte, aber vor allem dem Thorajudentum Hollands, der jüdischen Gemeinde Rotterdam galt, derer Jugend mifin hy Zu erziehen der Inhalt und das Glück seines Berufes war. Der fein geistige, tiefschürfende V2N der ausgezeichnetste Schüler -.von Oberrabbiner Dr. Ritter der hervorragende Pädagoge, er hatte das Wort verstanden: hx 'X->3231 jm rp3 flijrun 'N'V»3 wi hx •rrn fix ijnn In jeder, dem g'ttlichen Worte zu erschließenden , Kindesseele sah er Zukunftssaat, Messiashossnung, deshalb ward er dem G'tteswovt ein so getreuer, die Menschen begeisternder und anspornender Künder. '3LN! Du, Schmuck und Krone unseres Volkes, noch steht deine Gestalt vor uns, wie du auf der letzten Kenessto Gedaulo als erster Redner in der Generaldebatte darauf hinwiesest, daß dies die Aufgabe von Agudas Jisroel sei, der Welt das Volk G'ttes nicht nur aufzuzeigen, sondern auch vorzuleben: nxn mvi nrtt'r Und es war nicht die Gehobenheit der Stunde, die dich diese Forderung aufstellen ließ, sie floß aus der "Bewährtheit deines täglichen Lebens! Fast in jedem Artikel, den du in dem von dir so vortrefflich geleiteten Organ der holländischen Agüdisten schriebst, spiegelte dieser Gedanke sich wieder, in deinen trefflichen, geist- und humorvollen Reden und Ansprachen, von denen ich so manche mit anhören durfte, wußtest du ihm immer neue, immer packende Form zu verleihen. Aber wenn du auch, unerschrocken und mutvoll, den Kampf G'ttes kämpftest, furchtlos und treu deine Ueberzeugung kündetest und für sie warbst, am liebsten warst du doch ein gründlicher und emsiger Erforscher des G'tteswortes: Nin mn hx xim saßest du bei deinen anso und „lerntest!" * Und wenn, zunächst im Kreise unserer lieben holländischen Freunde, die bange Frage tönt: •nmian 131? X'3» '»r Wer vermag ihn, den vielseitig begabten-, vielseitig bewährten Mann uns zu ersetzen, so klingt in unseren Herzen, injedem agudtistischen Herzen die Frage mit: W-er gibt der jüdischen Gesamtheit Ersatz für das, was mit dir auf ewig von uns gegangen, wer wird den Kämpfer und den Künder, den a^ivx wx> den in allen Situationen bewährten Mann der Treue ersetzen, den Mann, der immer an sich selbst gearbeitet, um so den andern ein immer reineres, strahlenderes Vorbild werden zu können: man*?» 'ha N3XN a'Ni3Ä ibsi yx spricht jeder von uns, der dich gekannt, dem mit. deinem Hnscheiden ein persönlicher Freund und vor allem der heiligen Sache treuester Freund dahingeht. Wir sindselber des Trostes bedürftig und wissen darum kein Wort der Aufrichtung für die Deinen, für deine treue Gattin und dein Töchterchen nrsa hx hxw* rmafür dein Söhnchen, dem man nur von dem Vater, von solchem Vater, wird erzählen können.- Mr können ihnen nur sagen, daß wir dich nie vergessen werden und daß wir, jeder an seinem Platze und nach feinen Kräften, uns bemühen wollen, deine Arbeit, deine Leistung sortzufetzen, daß wir aus der unauslöschbaren Erinnerung an dich — p-nx 7vt öVw — Kraft schöpfen wollen, weiter an unserem heiligen Werk zu arbeiten. Das geloben wir dir in die Ewigkeit, dies fei N1XN TIDT*?! W. S. I. Einzelheiten vom Lehrerforlbildungskurs des Seren Hathora in Polangen. (Aus dem Jiddischen.) Der Kurs war ein wichtiges Geschehnis im jüdischen Schul- und Kulturleben Litauens. Der Kurs fand unter Genehmigung und Anerkennung deslitauischen Bildungsministers statt. Zweiundfünfzig Lehrer und Lehrerinnen der hebräischen Jabne-Schulen und Gymnasien nahmen an den Kursen teil. Als Hauptlektoren vom Auslände wirkten Oberrabbiner Dr. Carlebach aus Altona und Dr. S. De utschlander, Wien. Ersterer widmete sich einen ganzen Monat lang der Sache und hielt mit der ihm eigenen Lebendigkeit und universellen Beschlagenheit eine Reihe von Vorträgen, die großes Interesse hervorriefen. Seine Hauptthemen lauteten: „Allgemeine Jugend- und Kinderpsychologie", „Autorität und Freiheit in der Schule", „die Lern- und Arbeitsschule", „die jüdischen Erziehungselemente in den allgemeinen Bildungsfächern", „die jüdisch-nationale Erziehung in der Gegenwart", (2 Vorträge), „die Schöpfungsgeschichte in der Thora und die Meinungen der Naturwissenschaft". Außerdem hielt er eine Reihe von Unterrkchtsproben in verschiedenen Schulfächern ab. Dr. Deutschländer las über „die geistigen Probleme in der Pädagogik", „Weltkultur und Judentum", „Geschichtsunterricht in der Schule", „die Ideen und Elemente des Judentums in der klassischen Weltliteratur". Ueber das „Wesen und die Moral des Judentums" und Erziehungsfragen hielt periodische Vorträge der Rabbiner aus Schauten, Rabbi Vak st, über „Tnach-Unterricht in der Schute" sprach Seminarlehrer H. I. Schmuelowitz. .Weitere Vorträge Helten: Direktor H o l z b e r g , Rabbi Fundiler aus Retowo, Gymnasiallehrer Tei!tsch, Herr Schereschewski, Leipzig und Dr. S ch i l a n s k i (Schulhygiene). Es wurde auch ein Kurs zur Vervollkommnung in der litauischen Sprache abgehalten, ebenso in Handarbeit und Gymnastik. Insgesamt haben die Kurse 200. Vortragsstunden zu verzeichnen. In den letzten Tagen fand noch anschließend eine Erziehungskonferenz statt, cm der alle m Polangen zur Kur weilenden Rabbiner und Lehrer teilnahmen. Die Aussprache war aktuellen Erziehungsfragen in Miauen gewidmet und dem Zusammenschluß aller für eine Erziehung im jüdischen Geiste wirkenden Kräfte. AM Abschiedsbankett für die ausländischen Lektoren beteiligten sich alle Rabbiner und viele prominente Persönlichkeiten der jüdischen Gesellschaft. Reden hielten der Rabbiner von Schaul, der Ponjewescher Raw, Oberrabbiner Dr. Earlebach, die Rabbiner von Schwekschne und Neustadt, Dr. Deutschländer, I. Schmuelowitz und H. Kopelowitz. Die Veranstaltung wuchs sich zu einer wirkungsvollen Kundgebung für die brennenden Fragen der jüdischen Erziehung aus. Wegen d>rmgender Geschäfte konnten die Herren Dr. Carlebach und Dr. Deutschländer einer Einladung nach Kowno nicht folgen, hielten aber öffentliche Vorträge in Memel. Beide Herren versprachen, bald wieder nach Litauen zu kommen, um die Primarschulen des „Jabne" in der Provinz zu inspizieren und am weiteren Ausbau der höheren Schulen mitzuarboiten. Die Leistunge nder Keren hathora-Vertreter verdienen Dank und höchste Anerkennung und werden als wichtige Etappe auf dem Wege der religiösen und kulturellen Annäherung von Ost und West begrüßt. Die nächsten Fortbildungskurse für Lehrer in Litauen sollen im Sommer 1931 in Hamburg stattfind-en. Es wurde beschlossen, eine pädagogische Wanderbibliothek zu organisieren, die eme dringende Notwendigkeit für die kleinen armen jüdischen Niederlassungen in Litauen ist. Lehrer und „Lehrer der Lehrer" in Polangen. W, fv --