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Der Israelit · 1930-09-04 · Heft 36 (4.9.1930) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 36 (4.9.1930)
Date
1930-09-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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4. September 1930 Nr. 36 Frankfurt a. M„ de« 11. Elul 5690 Der Israelif Jj) Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Juli 1829: Deutschland 1.30 Mark monatlich; Ausland: Bierteljahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Konen des Streifband-Berfanves) Deutsch-Österreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1 Juli Frankreich W Fr.; Belgien ab 1.7.87. Belga 6.; Holland 2 fl.; Italien ab 1.1.28.18 Lire; Ingo» slavien 55 Din.; Litauen 7.50 Bit.; Rumänien ab 1. 7. 27. 150 Lei; Polen 4 deutsche Gold- .. mark zum Tageskurs oder 7 Zloty; Schweiz 6 Fr.; Tschecho-Slowakei 26 Kronen; Ungarn ' Pengö 5 ab 1. Juli 1927; Dänemark 3.50 Krön.; Norwegen 3.50 Krön.; Schweden 3.60 Krön.;y ~. -■ Einzelnummer vierzig Goldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 60 Goldpf. für die stebengespaltene Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Famtltenanzeigen nur 40 Pf. Die 76 mm breite Reklamezeile: letzte Textseite 2.— Mk., vorletzte Textsette 260 Mk.; Chtffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufenden Inserataufträgen tartfm. Preiserhöhung jeder, Vorbehalt. Inseratenannahme durch den Verlag des Israelit (8. m. b. H., Frankfurt a. M, Rechnetgrabenstraße 7. Tel. Hansa 21084 sow. durch sämtl. Annoncen-Exped. d. In» und Auslands. Alleinige Inseratenann. für Franks. Geschäftsanz.: Jul. Schmidt. Langestr. 7, II, Tel. Hansa 25885. Platzvorschr. ohne Verbindlicht. Zahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Frankfurt (Maiu) Nr. 19892. — Außerdem an: Postsparkasse Wien Nr.79605. — Postspartassenamt Budapest Nr 18424.—Postscheckkonto Warschau Nr. 190757. - Postscheckamt Zürich Nr. VIII 7254. — Inkasso-Bank Rotterdam — Postscheckamt Amsterdam Nr. 24889 - Böhmische Anionbank in Prag—Lsoe» ^srm»rosel» Blank & Co. ht Bukarest - Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. - Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Rofch-ha-fchono-Glückwünsche können in drei Größen veröffentlicht werdeii: Größe I 10 Zeilen 1 spaltig zu Mk. 5.— Größe II 15 Zeilen 1 spaltig zu Mk. 7.50 Größe III, 10 Zeile» 2spaltig zu Mk.1Ü— Die Beträge wolle man auf Postscheckkonto -Nr. 19 802 überweisen, den Text durch Postkarte ernsenden. Texte, die bis zum 16. September in unserem Besitze sind, werden in der Rosch-Ha» schono-Nummer, später eintreffende rn der darauffolgenden veröffentlicht. Wer seine Glückwünsche zu Gunsten von Erez Jisroel a b z u l ö f e n und keine Anzeige zu veröffentlichen wünscht, wolle dem nach Belieben festzusetzenden Ablösungsbetrag eine Gebühr von 2.20 Mark für die Veröffentlichung von Namen und Wohnort im Sammelinserat beifügen. Frankfurt a. M. Verlag des Israelit G. m. b.h. •a Der Sabbatkongreß. Der (S^ö'anle, die durch die Entwicklung des moderüen^Mirtschaftslebens immer schwerer gefährdete Sabbathelligung durch organisiertes Zusammenwirken in Der e i n e n und V er bänden zu schützen, ist relativ alt, viel älter jedenfalls als die in den beiden letzten Jahrzehnten eingetretene Blüte des Verbandsgedankens überhaupt im jüdischen Kreise. Schon 1867 rief Rabbi Israel; Hildesheimer seinen „Deutsch-österreichischen Sabbat-Verein" ins Leben, feit den 80er und 90er Jahren erstanden nacheinander die jüdischen StellenvermMungsvereine in Hamburg, Breslau, Frankfurt, Berlin, 1899 wurde der „Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit" in Frankfurt (später Jsr. Stellenvermittlungs- und Versicherungsverein), 1900 die JsmelMsche StellenvermiMungszentrale ms Leben gerufen und 1905 erfolgte .dann auf breitester Basis die Gründung des „Verb andes d er Sabb atfreund e " , der organisatorisch und ideell Enormes leistete, auf praktischem Gebiete allerdings seine „Dar- 5 e h e n s k a s se de r Sabb a t fr e u n d e " nicht über unbedeutende Anfänge h-inausbrachte. . Der Krieg machte all diesen Bestrebungen und Organisationen ein Ende, und die Inflation Zerstörte auch ihre materiellen Grundlagen. Es entspricht der immanenten Logik der geschichtlichen Entwicklung, daß, genau wie ehemals, auch nach dem . Krieg zuerst die der praktischen Kleinarbeit dieM^den Stellenvermittlungsvereine und Anstalten — beginnend mit der S t ell e no er m i t kl u n g s z e n - t r a l e d e r A g u d a s I i s r o e l - Jugendorganisation — wieder auflebten, im Reichsverband der Schomre Schabb o s - S t e l l e n v e r m i t t l u n g e n in Berlin ihre zentrale Zusammenfassung fanden, und daß dann — und zwar, den veränderten Zeitverhältnissen entsprechend, ans internationaler Grundlage — ein neuer Verband der Sabbatfreunde unter dem Namen „W e l t v e r b a n d Schomre S ch a b b o s " erstanden ist, dessen erster Kongreßin der vorigen Woche zahlreiche führende Männer der Orthodoxie in Berlin vereinigt hat. Man hat in manchen Kreisen der gesetzestreuen Judenheit Zweifel darüber geäußert, ob es, nachdem leinmal in der agudistifchen Weltorganisation eine den Gesamtinteresfen der Thora dienende ~ Zusammenfassung der Kräfte vorhanden ist, angebracht war, eine Sonderorganisation für den S a b b a t s ch u tz ins Leben zu rufen. stM sowohl die Vertretung, der Jd.ee als auch die notwendigen praktischen Arbeitsorgane im Rahmen der „Agudas Jisroel" ins Leben zu rufen. Diese Zweifel erhielten um so größeres Gewicht, als die Gründung des Sabbatverbandes der Initiative einer dem „Misrachi" angehörigen Persönlichkeit, des Berliner Seminardozenten, Herrn Dr. S. G r ü n b e r g, -zu verdanken war, der naturgemäß wiederum -aktive Mitarbeiter aus seinem näheren Bekanntenkreise für die ehrenamtliche und besoldete Tätigkeit heranzog, so daß besonders mißtrauische Politiker in der ganzen Gründung einen wohlüberlegten misrachistischen Anschlag auf „Agudas Jisroel" erblickten. Wir halten dieses Mißtrauen für unbegründet und glauben, daß die gesamt e agud i st i s ch e Orthodoxie es als Pflicht empfinden sollte, dem Verbände die eifrigste, intensivste Mitarbeit zu widmen. Dem Gründer des. Verbandes tut man, Unrecht, wenn man seinem Vorgehen andere Beweggründe unterschiebt als die reine Absicht, den um und für den «nip-'rnv Ringenden durch die Mittel der oxganisterten Arbeit in einer Zeit schwerster Krisis zu Hilfe zu kommen. Er hat auch von vornherein das Bestreben gezeigt, einzelne Persönlichkeiten von agudistischer Gesinnung heranzuziehen und alle bewußte misrachlstische Partei-Einstellung zurückzudrängen. - Wir müssen aber gerecht genug sein, ,«m die schmerzliche Tatsache anzuerkentien, daß' bis zum heutigen Tage nicht alle gefetzestreuen Menschen von Wert und Rang sich zur Aguda gesunden haben, daß insbesondere in misrachistischen und gemeindeorthod'oxen Kreisen das Bewußtsein -davon fehlt, welche Rettung es für Thora und Mizwos (nicht bloß für Mizwas Schabbos), welch mächtigen Schritt zur nv'bw es bedeuten würde, wenn jeder indivduell thoratreue Jude — wie er auch zu den Organisationsfragen stehe — sich in die agudistifche Einheitsfront der Vmttn niax '»ibv unter Führung der *mn ’i’Ni einordnete. Es hätte nicht so kommen müssen, aber es ist nun einmal so: „Agudas Jisroel" als gemeinsame Plattform aller n *m bv min ist eine wachsende Hoffnung für die Zukunft, -aber noch immer keine Gegenwart. Dann aber haben wir in einer Zeit, in der Schicksal und Leben des Sabbats selber im Kreise des jüdischen Volkes so schwer und so unmittelbar bedroht ist wie heute, kein Recht, dem Kampf für den : rat? die Mitarbeit irgendwelcher Hilfskräfte zu verscherzen, die nun einmal in ihrer parteipolitischen Befangenheit den über alle Partei hmüberragenden universellen Charakter der „Agudas Jisroel" verkennen, und die darum auch für eine Arbeit zu Gunsten des Sabbats nicht zu haben sein würden, wenn sie unter der Flagge der Agudas Jisroel erfolgte. Freuen wir uns also, wenn es dem Verband gelingt, alle Kräfte mobil zu machen, die, aus welchen Gründen auch immer, der Erhaltung des Sabbats dienenwollen. In dieser Hinsicht berechtigt der Kongreß zu den besten Hoffnungen. Zwar hätte man eine stärkere Beteiligung des kaufmännischen und industriellen Elements im Verhältnis zum rabbimschen gewünscht, auch sind die Arbeitnehmer (abgesehen von dem kurzen Referat des Vertreters der P o a l e Agudas Jisroel, Herrn E ck e r m a n n,) wenig zu Worte gekommen — aber grundsätzlich durste man aus Präsenz- und Rednerlisten, aus Begrüßungen und Debatten die Bereitschaft zu all-seitiger Mitarbeit entnehmen. Die Hauptrolle spielten im Arbeitsbereich des Kongresses: Fünftagewoche, Kalenderreform und Sonntagsruhe, Probleme,

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