Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 34 (21.8.1930)
- Date
- 1930-08-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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21. August 1930 Nr. 34. Seite 7 einer ausführlichen Aussprache beschlossen, der Jewish Agency den Plan zu unterbreiten, daß die Jewish Agency und die Knesseth Israel, deren Exekutio-Organ der Waad Leumi ist, einen gemeinsamen Ausschuß zur Leitung und Erhaltung des hebräschen Schulnetzes in Palästina bilden sollen. Der Ausschuß soll zu Beginn des jüdischen Jahres 5692 in Funktion treten und zunächst fünf Jahre amtieren. Personalien. Frau Jenny Levy geb. Hirsch y"3- London, 17. August. Mit Frau Jenny L e v y, der hochbetatzten Gattin des ihr schon vor Jahren im Tode vorausgegangenen Herrn Michael Levy s. A., ist, wie bereits kurz gemeldet, das letzte Glied eines engeren Familienkreises dahingegangen, dem für die Geschichte des Judentums im vorigen Jahrhundert eine besondere Bedeutung zugesprochen werden muß. Diese ehrwürdige Greisin, die da in Englands Metropole in einem stillen, bescheidenen Heime, mit einem der Vergangenheit zugewandten Antlitz, einer trüben, sorgenvollen, neben ungezählten Anderen auch sie bedrückenden Gegenwart immerfort zu entfliehen und in stolzen Erinnerungen einer längst versunkenen Zeit sich einzuspinnen suchte, war eine geborene Hirsch, reine Zwillingsschwester der vor neun Jahren verstorbenen Frankfurter Rabbinerin, das jüngste Kind Rabbiner Samson Raphael Hirschs, vor acht Dezennien im selben Jahr geboren, in dem ihr Vater kurz zuvor das Frankfurter Rabbinat übernommen hatte. Eine geistig hochstehende, wahrhaft vornehme Frau, deren aus besten Kultürquellen genährter Sinn dem heiligen Geiste des Thora- und Prophetenwortes wie allem Wahren, Guten und Schönen der allgemeinen Weltbildung gleichmäßig aufgeschlossen war, schien sie wie geschaffen, die Gattin eines Mannes zu werden, der als Mensch, als Jude, als Geschäftsmann, auch dann, wenn er den unedlen Künsten heimtückischer Konkurrenz hätte gewachsen sein müssen, mit der Adelskrone eines pnx -w'i geschmückt war. Das berühnste Horebwort „Mensch- Jissroel" mit kritischen Glossen zu überschütten, die entweder aus der wissenschaftlichen Sphäre des Philologen oder der chaffidischen des Stübels stammen, ist ebenso leicht, wie es ungerecht ist, über die Tatsache hinwegzuschauen, daß dieser Rabbiner Hirsch mit seinen theoretischen Konstruktionen im doktrinär Schematischen keineswegs stecken blieb, vielmehr die Realisierbarkeit seiner Mensch-Jissroelvision durch eine stolze Schar von Schülern und Adepten, vor allem aber durch das leuchtende Beispiel seiner zehn Kinder und zehn Schwiegerkinder erwies. Fünf von diesen Kindern haben jahrzehntelang fern von Frankfurt im Geiste ihres Vaters gelebt und gewirkt. Nach einer Ueberlieferung des Midrasch haben die Kinder Jakobs es nicht gewagt, ihrem greisen Vater die Nachricht von Josef, dem noch Lebenden, in direkter Mitteilung zu überbringen. Das jüngste Kind, Serach, die Tochter Aschers, schickten sie vor, die mit der Lieblichkeit ihres Wesens und mit den süßen Schmeichelweisen ihres Harfenspiels seinem Herzen besonders nahe stand. An diese bevorzugte Stellung aller jüngsten Kinder erinnert ein altes Familienbild, das S. R. Hirsch im Kreise seiner Kinder darstellt: sie . umgeben ihn von rechts und links, das jüngste seiner Kinder aber hält er zärtlich auf seinem Schoße. Ihr, seiner jüngsten Tochter, die noch im letzten Augenblick an sein Sterbelager gekommen war, galt sein letzter Händedruck, als er vor 42 Jahren seine Augen schloß. Nachdem auch sie ihm jetzt in die Ewigkeit nachgesolgt ist, gehört die erste Generation seines Familienkreises der Geschichte an. Daß von ihren eigenen vier Kindern und Schwiegerkindern, die alle in ihrem Geiste leben, Sohn und Schwiegersohn berufen sind, in rabbinischer Stellung das Erbe ihres Hauses zu hüten und zu mehren, das war in den letzten Jahren die einzige Freude ihres von schweren Sorgen und tiefem Herzeleid umdüsterten Lebens. , n^axio- Berlin» 14. Aug. Oberkantor Keiles von der Adaß Jisroel feiert am 23. ds. sein 25jähriges Amtsjubiläum. Der Jubilar erfreut sich größter Beliebtheit innerhalb und außerhalb seiner Gemeinde, zumal er auch als bewährter Mohel einen weiten Bekanntenkreis besitzt. Vermischtes. Berlin» 18. August. Die Bbr. Bbr. (V. I. A.) treffen sich in einem geselligen Abend am Sonntag den 23. August um 8 Uhr abends bei Bbr. Dr. Fritz Levy, Friedrichstraße 128, 1. Gäste herzlich willkommen. Briefkasten. M. P. in K. Das jüd. Datum des 19. Aug. 1900 ist der 24. Aw. Eine Anzahl Personal-Notizen mußten wegen Raummangels zurückgestellt werden. Der J^s r a e l i t Iamiliennachrichken. Geburten: Ein Sohn, Emanuel. Bloch und Frau Edmee geb. Meyer, 21 rue Sellenick, Straßbourg. -Barmizwo: .Samuel, Sohn des Herrn Jacob Erlanger Bollag, Luzern. Vermählte: Heinrich Edinger, Sophie geb. Rapp. Frankfurt a. M.—Kirchheim, Bez. Kassel. Silberne Hochzeit: Löser Katzenstein und Frau Emma geb. Oppenheim, am 25. August, Rhina. Die lvoche. Ein Fünfundachtzigjähriger. Herr Isaak M. Mainz beging am letzten Sabbat in aller Stille seinen sünfundachtzigsten Geburtstag. Der große Kreis seiner Verehrer und Freunde ließ es sich nicht nehmen, dem allseitig beliebten jugendlichen Greise die freudige Teilnahme der Gesamtheit an diesem seltenen Festtage Ausdruck zu verleihen; auch die Gemeinden hatten sich mit offiziellen Glückwunschschreiben eingestellt. Isaak M. Mainz. Der jüdischen Oeffentlichkeit Frankfurts braucht man nicht zu erzählen, wer Isaak M. Mainz ist — eine Persönlichkeit von historischer Eigenart, der fast ausgestorbene Typus des altfrankfurter, von reichem Thorawissen und kindlich-rührender G'ttessurcht erfüllten Baalbajis, der in lebendigster Frische an jedem Zeitereignis, an Freud und Leid seiner Freunde teilnimmt,und doch ein Leben der Ewigkeit mit seinem G'tte lebt. Geschichte und Minhag des alten Frankfurt sind in ihm verkörpert; NPIX und ion mV-M waren und sind ihm selbstverständliches Lebensbedürfnis. Das ganze jüdische Frankfurt ruft dem Jubilar ein herzinniges: na? onpjn n»» i? in Gesundheit und Frische" zu. Frau Rosa Mayer geb. Jacob Eine stille, vornehme Frauengestalt, wie sie uns als Prototyp vergangener Generationen vorschwebt, ist mit Frau Rosa Mayer geb. Jacob dahingegangen. Bon früher Jugend -an der gewissenhaften jüdischen Pflichterfüllung und dem Glück unablässigen Liebeswirkens in Haus und .Gemeinde hingegeben, war die Heimgegangene ihrem Gatten, als er die Verwaltung des Königswarter-Hospitales übernahm, von Rendsburg hierher gefolgt, wo sie in erweitertem Rahmen Mizwos und Guttaten ausüben konnte und eine der tätigsten Arbeiterinnen der Frauen- Chewro wurde. Der Tod des geliebten Lebensgefährten traf die Greisin aufs schwerste; noch tieferes Leid kam über sie mit dem unerwarteten Hinscheiden ihres Schwiegersohnes auf der Höhe des Lebens, ein Schlag, den sie nicht verwinden konnte. Ihre Lebensenergie war von diesem Augenblicke an gebrochen, der Tod schien ihr Erlösung. Bei der Beerdigung, die am Mittwoch unter starker Beteiligung stattfand, zeichnete Rabb. Dr. Jacob Horovitz in zu Herzen gehenden Worten das Charakterbild der Verstorbenen, deren Andenken nicht verlöschen wird. rrasan. Liwjath Chen. Die Vorträge des Herrn Schachnowitz im Liwjath Chen werden wieder ausgenommen. Diesen Sabbat findet der Vortrag ausnahmsweise eine Stunde vor Nacht (in Gemeinschaft mit Mekor Chajim) im Hörsaale Friedberger Anlage statt. Agudas Jisroel-Jugendgruppe e. V. Wie bereits mitgeteilt, beabsichtigen wir Sonntag, den 8. September, eine Besichtigung des alten Mainzer Friedhofes unter Leitung von Herrn Redakteur S ch a ch n o - w i tz vornehmen zu lassen. Wir rechnen bestimmt auf eine große Beteiligung der Frankfurter Gruppe. Die Gruppen von Mainz, Wiesbaden und Darmstadt werden ebenfalls an der Besichtigung teilnehmen. Die Kosten für die Fahrt betragen für Personen unter 20 Jahren Mk.. 1.50. Für Personen über 20 Jahre Mk. 1.90. In Mainz selbst ist zum Einnehmen des Mittagessens Gelegenheit geboten. — Für den Nachmittag ist eine Dampferfahrt vorgesehen und zwarvon Mainz, Eltville, Bingen. Rüdesheim und zurück. Preis für Personen unter 20 Jahren Mk. 2.20, für Personen über 20 Jahre Mk. 3. Ab Montag den 25. August findet anstelle des Gemoro-Schiurs des Herrn Gemeinderabbiners Horowitz ein solcher über Hilchaus Kibbud Aaw Wo-em in den Räumen: Schwanenftr. 12, Montags von 20.30 bis 21.30 Uhr und Mittwochs zur selben Zeit statt. Die Arbeitsgemeinschaft über Erez Jisroel, Leitung Dr. S. Ehrmann, nimmt mit dem kommenden Mauzoe Schabbos (23. August), 21 Uhr, Schwanenftr. 12, ihre Ausspracheabende wieder auf. — Damen und Herren — und Gäste — herzlich willkommen. Im Hause unsres Dozenten Gerson Schnerb, Kantstraße 4, findet Donnerstags von 20.45 bis 22 Uhr ein Mischnajaus-Schiur (Schabbos) statt. Anfänger und Fortgeschrittene finden hier noch Aufnahme. _ Jüdischer Turnerbund E. T. Sport-Abzeichen-Prüfung. Der Reichsausschuß für Leibesübungen veranstaltet auf Beranlassugn des Jüdischen Turnerbundes E. V. Dienstag, den 2. September 1930, nachm. 5 Uhr, Sportplatz Kleiner Ostpark, die Abnahme der Prüfungen für Leichtathletik. Meldungen sind zu richten an Herrn Willi Spreng, Scheidswaldstr. 83. Da die Prüfungen sonst nur Samstags stattfinden, ist den Interessenten die Möglichkeit gegeben, sich aktiv zu beteiligen, auch für Nichtmitglieder. Frankfurter Vereinskolender. Verein Mekor Chajim. Samstag nach Schul, Hörfaal Friedberger Anlage, Dinim, Herr Dr. Elieser Posen. — — vormittags 8 Uhr (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Vereinslokale, Gemoro, Herr I. Soffer. — vormittag 974 Uhr (ebenso Dienstag nachmittag 1 Stunde vor Mincho) Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. Montag morgens nach Schul (ebenso Donnerstag) Mischnalernen der Mitglieder. — abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch abend), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Josef Breuer. — abends 8l/2 Uhr (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. Elieser Posen. Dienstag morgens nach Schul (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. Elieser Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag, jeden Abend 8% Uhr Schaslernen, Herr H. Halpern. Samstag Abend, 1 Stunde vor Nacht: Herr Red. S. Schachnowitz, Midrasch. Jahrzeitsstistungen. na®' 23. August, Jsac Bier-Stiftung. Dienstag, 26. August, Moritz Hirschberg-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Schabbos 774 Uhr, Hafchkomoh, Schwanenstraße 12, Daf Jaumi-Schiur, Herr Herz Halpern, von 12—13, Sonntag von 11—12 Uhr, Montag bis Freitag von 12—13 Uhr, Gelegenheit zum Lernen — täglich von 9—12 Uhr, Schwanenftr, 12. — Gemoroh Bowo Mezio, Vorbereitungsschiur, Dozent: Herr Ch. Liverhant, jeden Schabbos l1/4 Stunden vor Nacht, Schwanenftr. 12. (Dieser Schiur ist der Vorbereitungsschiur zu dem Montags und Mittwochs von 2072—21 Uhr stattfindenden Schiur des Herrn Rabbiner Horowitz '"2.) — Kizzur Schulchan Aruch-Schiur, Dozent Herr Louis Kahn, nach Schluß der Synagoge, Schwanenftr. 12.— Tefilloh-Erklärung, Dozent Louis Kahn, nach Beendigung des Schulchan Aruch-Schiurs, Schwanenstraße 12. — Mischnajaus Schiur, Dozent Herr Dr. Hirsch, von 1672—1772 Uhr, Merianstraße 35. Montag abend, 872 Uhr, Schiur über nav ma^n, Herr B. Rachelsohn (Zeil 2). Dienstags von 21—22 Uhr, Schwanenstraße 12, Gemoro- Schiur, Dozent: Herr Hermann Bing. Kurse, auch in profanen Fächern, Arbeitsgemeinschaften und Schiurim, besonders für Schulentlassene, in der Jugendgruppe der Agudas Jisroel, Frankfurt.' Man wende sich an das Büro: Schwanenstraße 12, Sonntags von 1172-13 Uhr, oder telefonisch außerhalb dieser Zeit an den Vorsitzenden: Hartog Hartogsohn, Carolus 44368, Ostendstraße 82. Ortsgruppe Frankfurt a. 21t. des Jüdischen Frauenbundes. Arbeitssitzung, Donnerstag, 28. August, vormittags 10 Uhr, Langestraße 3. Gebelzeiken, ritn nsw Freitagabend 6.50 Samstag .1222m 6.30 Samstagmorgen 7.45 Predigt Samstagnachmittag 1.00 und 5.00 Samstagabend 8.15 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.00 Tefillin-Legen am Morgen 4.25 Schiurim des Gemeinderabbiners. für Fortgeschrittenere: Sonntag morgens 8.30 Uhr Dienstag und Donnerstag, abends 8.30 Uhr im Amtszimmer des Rabbinats Friedberger Anlage' 4 DK) ns 1133 niD*?,“ Montag und Mittwoch abends 8.30 Uhr in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe - Schwanenstraße 12. 112N.1 isv mit Aussprache (für junge Leute), Samstag, nachm. 5.30 Uhr im Amtszimmer des Rabbinats, Friedberger Anlage 4