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Der Israelit · 1930-07-17 · Heft 29 (17.7.1930) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 29 (17.7.1930)
Date
1930-07-17
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
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Seite 2. Nr. 1 Der Israelit 17, Äüi 1930 Unlerstützungskasfe und erfüllet dadurch das Gebot: '12 71PM.N1 1»v IN' .NVS1 T77N 11V' '21 Ihr erwerbt Euch den Segen von n"2j?rv 711212 12 11271V '2Z7b NV11S j7112N (Vergl. Baba b. 9b.) 711212 K"’2 2'12N2 10"SV.N1. Die Fa. Kauffmann u. Co. gewährt auf unsere Veranlassung unseren Mitgliedern bei Einkauf von o’iso. und sonstigen Ritualien dieselben Vergünstigungen wie den Mitgliedern des Bayerischen Lehrerverems. Näheres ist durch die Firma zu erfahren. . Die Kassierer der unserem Reichsoebbände angeschlossenen Landesverbände dringend ersucht, umgehend die fälligen' Beiträge an loseren Kassierer, Koll. Wetzler-Königstein (Ts^einzusenden. Ebenso ist eine nalmentliche Mitgliederliste der einzelnen Landesverbände mit einzureichen. Ädressi "des Schriftführers und Kassierers: Lehrer Wetzler in KönigsteiN (Ts.) An vorgenannten Kollegen sind der Einfachheit halber sämtliche Berichte und Notizen, welche in der Rubrik unserer^Zeitung „Was die Kollegen interessiert" ausgenommen werdensollen, zu richten. Wohlan denn, l. Kollegen, verwandelt >alle schönen Worte und Anregungen unserer Mainzer Tagung in die Tat! Denn .1VVV.1 '1j?5? tPIlöTT' Protokoll Gemeinsame Tagung von Schochtim Deutschlands zwecks Gründung eines Reichsverbandes . im Sitzungszimmer der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Mainz am Montag, dem 9. Juni 1930 (13. Siwan 5690), vorm. 9.30 Uhr. A. VortagÄNg. Ani Vorabend der Haupttagung versammelten sich in der Thoralehranstalt des Herrn Rabbiner Dr. Hoffmann Frankfurt a. M., die Delegierten der einzelnen Landesschochtim-Verbände, sowie eine Anzahl Kollegen von Frankfurt und Umgegend zwecks Festlegung des Programms für die Haupttagung, Wahl eines provisorischen Komitees und Skizzierung von Statuten für den zu gründenden Reichsverband. Die für die Hauptversammlung gewählte Leitung setzt sich zusammen aus folgenden Kollegen: Vorsitzender und Leiter: Reustädter, Bad Kissingen; Schriftführer: Wetzler, Königstein (Ts.); Beisitzer: Holzmann Oberhausen (Rhld.); Wolsss, Leer (Ostfrsld.); Eoldberg, Frankfurt a. M. B. Haupttagung. Am Montag, dem 9. Juni 1930 fand, im Hörfaal der Synagoge der Religionsgesellschaft zu Mainz die Haupttagung statt. Anwesend waren 35 Schochtim aus allen Gauen Deutschlands, als Ehrengäste die Herren Rabbiner: Dr. S. Levi Rabbiner der Religions-Gemeinde Mainz, Dr. M. L. Bamberger, Rabbiner der Israelitischen Relig.- Gesellschaft Mainz. Dr. I. Mergbach, Rabbiner der Jsr. Relig.-Geß Darmstadl, die Vorstandsmitglieder der Jsr. Relig.-Ges. cu Mainz, bestehend aus den Herren Dr. Gust. Schlesinger, Hugo I. Cahn und Leo Bondi, ferner Herr S. Saalheimer, Würzburg und Herr Redakteur Schachnowih' vom „Israelit". Herr Rabbiner Dr. I. Hoffmann, Frankfurt a. M. hat sich schriftlich entschuldigt und wünscht nri^xm hdto dem neu zu gründenden Merke. Eine Anzahl Briefe von Kollegen aus den entferntsten Gegenden Deutschlands lagen vor, leider war es dich'en Kollegen wegen der weiten Entfernung nicht möglich, an unserer Tagung teilzunehmen. Sympathiekundgebungen, sowie herzliche Glück- und Segenswünsche sprachen aus deren Briefen. Ms Gast erschien Herr N. A. Safsra, Cchochet der Jsr. Relig.-Gesellschaft Frankfurt a. M. Der Vorstand der Israelitischen Regil.-Ges. zu Mainz hat in dankenswerter Weise ein improvisiertes kaltüs Frühstück mit Wein und Zigarren zur Verfügung gestellt. Punkt 9.30 Uhr eröffnete der Vorsitzende des provisorischen Komitees, Herr Gustav Neustädter, die Versammlung. Er. sprach mit Begeisterung und Ueberzeugungstreue nachstehende Worte: Liede Kollegen, hochverehrte Gäste! Durch die vorläufige Verwaltungdes heute zu gründenden Verbandes aller in Deutschland angestellten D’arno wurde mir der ehrenvolle Auftrag zuteil, Sie herzlichst zu begrüßen und Ihnen zu danken für das Interesse, das Sie uns und unserer gerechten Sache durch Ihr zahlreiches Erscheinen bewiesen haben. Ich rufe Ihnen ein herzliches zu und hoffe, Sie durch unsere Verhandlungen davon überzeugen zu können um pn->2i '2, daß der Zusammenschluß aller i=rt>nw eine unbedingte Notwendigkeit ist für die nwiro selbst und für den ganzen ^3- Jhr Erscheinen bei uns ist daher nicht bloß ein Interesse und eine Sympathie für uns, es muff auch als ein Stück nrny bezeichnet werden, indem ich Ihnen diejenigen Worte Zurufe)' die wir beim Eintritt in'.: das nv22n um. sprechen, in dessen Vorräumen wir , uns^LUfhalten: usw. 12U nrc- Wenmeder dm dieser Worte ovn allen anrr richtig erfaßt und in die Tat umgesetzt wird dann brauchen wirum das mnvv nicht zu bangen, dann wird .auch die r-tomv von uns allen und besonders von der Außenwelt so bewertet sein, daß man sie als eine tnpn rrai6» betrachtet und behandelt. Mit dem aufrichtigen Wunsche, daß diese Zeit recht bald kommen möge^..danke ich wiederholt allen, die sich hierher bemühf chäben, um ein Werk zubegründen, das heuta ganz' besonders der Beachtung und Aufmerksamkeit bedarf'.' ' v " Ich begrüße und danke besonders der Verwaltung der hiesigen Religionsgesellschast, die uns in lieben-wNidiger Weise dieses Lokal zur Verfügung aestellt > hat. Ich begrüße ferner die beiden -Herren Rabbiner von Mainz, Herrn Rabbiner Dr. Levi und Herrn Rabbiner D. Bamberger. Mainz ist feit alter Zeit die Stätte großer Männer Israels gewesen, viel Ersprießliches wurde hier geschaffen und so hoffen wir, daß uns nicht ein Zufall nach Mainz gefügt bat sondern daß das.-msr großer Männer unserer^Nache' verstehen möge. Ich begrüße ferner Herrn -Rabbiner Dr. Merzbach aus Darmstadt als .Lie^eter des Büros für Schächteangelegenheiten. Wir^ fteM uns, daß wir in unserer Mitte mehrere Rässb-'ner^'erblicken, ein Beweis, daß unsere Bestrebung^ von denselben gewürdigt werden und Beachtung gefunden haben. Dasselbe bekundet auch das Büro für Schachtangelegenheiten dadurch, daß es uns in der Person des Herrn Rabbiner Dr. Merzbach einen Vertreter gestellt hat, der nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch viel von rpw versteht. Wir vermißten bisher, daß wir L2->vniV bei Fragen im Abwehrkampf herangezogen. wurden upd hoffen, daß sich mit der Gründung des 'Reichsverbandes für La'vnny eine enge Brücke zwischen'Büro für, Schächtangelegenheiten und tzromz? ziehen möge. Des weiteren begrüße ich Herrn Saalheimer aus Würzburg als den Vertreter des Verbandes Israelitischer Gemeinden. Wir bäuerischen fca->t>nnp stehen g. ZI. an erpornierter Stelle und schauen jetzt besonders -auf zur Verbandsleitung, daß sie Mittel und Wege finden wird, die angestellten Lrovmiy so zu schützen, daß sie die Härten, die durch das Schächtverbot entstehen in ihrer Eigenschaft als Beamte nicht spüren. Ferne:: begrüße ich Herrn Hugo I. Cahn, Mainz als Vertreter des Preußischen Landesverbandes, des Halberftädter Landesverbandes gesetzestreuer Gemeinden und des Darinstädter Landesverbandes. Herzlich begrüße ich Herr Schachnowitz, Frankfurt a. M. als Vertreter der orthodoxen Presse und verschiedener orthodoxer Organisationen. Lassen Sie mich zum Schlüsse meiner Vegrüßungsworte noch eine kurze Begründung unseres Zusammenschlusses geben, damit sollen einerseits die Herren, die sich zur Debatte melden wollen, Gelegenheit haben, sich ein Urteil über unser Unternehmen zu bilden, andererseits wird es dazu beitragen, die Debatten abzukürzen und ersprießlich über alle Fragen zu verhandeln. Liebe Kollegen, verehrte Anwesende! Die Gründung eines Reichsverbandes für B'vmo, der Zweck unseres Beisammenseins, ist im eigentlichen Sinne des Wortes vollzogene Tatsache, nachdem dieselbe bereits bei der Tagung des Sochtimverbandes Bayern — den zu vertreten ich die Ausgabe habe — in Kitzingen am 5. Januar 1930 von den dort anwesenden v'vniv verschiedener Verbände beschlossen wurde. Wenn wir uns heute nochmals mit der Frage zu - beschäftigen haben, so geschieht es in erster Linie deswegen, weil seit dieser Zeit noch einige- Landesverbände ins Leben gerufen wurden, deren Vertreter die. Gelegenheit finden werden, bei der Beratung aller für einen Reichsoerband notwopdigen Fragen mitzuhelfen, aber auch deswegen, weil noch Immer Viele nicht in unsere Reihen eingeitreten sind. Ueber die Wichtigkeit eines Zusammenschlusses dürfte wohl nur eine ungeteilte Meinung sein, ist doch überall die ntvmi? auf gleichem Tiefstand, eine Tatsache, die so bedauerlich ist, doch ausgesprochen werden muß. Wie es häufig in den verschiedensten Rabbinaten mit dem Gebiete nu'mp aussieht, welche Personen oft mit diesem Amte betraut sind, darüber möchte ich in dieser Stunde nicht sprechen. Es muß aber Ausgabe des neuen Verbandes sein, das Uebel bei der Wurzel anzugreifen und dafür Sorge zu tragen, daß ein Sochtimstand herangebildet werde, der sich seiner Verantwortung und seines Amtes bewußt ist. Durch das Zusammenarbeiten aller B'vMD. durch den Zusammenschluß aller, die mit diesem Amte betraut sind, kann diesem Mißstande abgeholsen werden. Deshalb rufe ich allen zu -ruxn p o-nan ^>8» seid einig, wir benötigen einen einigen, tüchtigen Schochtimstand. Aber nicht nur im eigenen Lager, bei unseren Kollegen selbst ist der Hebel anzusetzen, int Gefamtlager ist der Grund zum Tiefstände zu finden. Man sagt von den dito’, sie seien v'nvn ■’Vtiw a'aism d’to-o- Gestatten Sie mir diesen alten Spruch in wahrem, wenn auch etwas anders als eigentlich gebrauchtem Sinne anzuwenden. B'SB'3, sie sind Dnr>> wo es sehr oft nicht am Glatze wäre, wo es sich um hohe, wichtige- Momente, um das Ganze handelt, Gar häufig.schämt man sich seines Judentums und dessen Vorschriften,., mit Gleichgültigkeit setzt man sich über,.. über die Speisegesetze hin- Mg -ftmö so müßiges kottimM, daß .ein Ministerin -Wayern anläßlich der ^BeMubirNgsfrageffagte: „Der grüßte Teil der Juden gibt nichts mehr äfff-.das Schächten." Man sagt ferner,"die Juden seien a^bn D-:»m So hervorragend und lobenswert diese dem ’-nn> angeborene Eigenschaft ist, so hat sie auch, soferne sie falsch angebracht ist, ihre Nachteile. Gar häufig ist das miftm. dem.- eigenen Geldbeutel, bei Demeinb-rögr^»»^ über in vorderster Reihe. Es ist -gnadezu ^beschämend, daß es noch immer eine große :-^»n--GkmHnden gibt, in denen dernicht nur für Hungerlohn arbeiten muß, di- »uch heute noch nicht für eine Altersuub Relikteuverforgüng eingetreten sind. Wohl haben Anzelrie Länder durch Staatsgesetz und Landesverbände di-Prn llebel etwas abgeholfen, aber es gibt noch' eine ganz große Anzahl von Gemeinden, die ihrer Pflicht noch gar nicht entsprochen Haben und selbst da, wo man der Not.gehorchend eine Versorgung geregelt hat, ist diese durch die geringen Gehälter der Schächtbeamten nicht ausreichend. Man macht uns den Vorwurf, unser Verband verfolge materielle Ziele, er sei ein Kampfverband gegen andere Beamte. Wirweisen diesen Vorwurf entschieden zurück. Wir vertreten nicht den Standpunkt eines anderen Verufsverbandes, der etwa meint: „nur der seminaristisch gebildete Lehrer habe Anspruch aus eine sorgenlose Existenz." Gewiß verlangen wir eine Besoldung, die unserer Arbeitsleistung entspricht: mw p« n»j? v>r dr- Ein Beamter, der Rot leidet, der Sorge um die Erhaltung seiner Familie hat, kann eine enpn roxbn mk die nv'ND es ist, kann eine Verantwortung wie die nvmv sie verlangt, nicht. übernehmen und deshalb fördern wir pns- Wir lehnen es ab, daß man an uns ivn ist, daß das an uns sich erfülle. Im Interesse der nv'nv und aus Standesbewußtsein ist unser Verband gegründet, jede Eigenbrödelei schadet dem und deshalb nochmals *voxn. p tmsn Unb wenn ich zum Schlüsse , noch sage, daß wir trtsmp es als ganz selbstverständlich, voraussetzen, daß der Beamte nicht nur Rechte, sondern in erster Linie auch Pflichten hat, daß die Mischna 0110 auch den umgekehrten Grundsatz ausstellt, nämlich nnp ps n*vm p« bm will ich namens meiner Kollegen zusammenfassemd folgendes seststellen: Der Reichsverband hat dafür einzutreten, daß durch Bildung von Landesverbänden und Fortblldungskonferenzen ein tüchtiger ' v n 1 v-Stand heranwachse. Er hat sich einzusetzen für die Interessen aller seiner Mitglieder und für alle B'vniv bei Fragen, die die rnomV ' betreffen. — bvM -ron^- Er ist ferner berufen, gemeinsam mit anderen Stellen den Kampf zur Abwehr gegen Schächtgegner zu führen, auf daß sich bewahrheite das Wort: nsio d->»e? bb?V nmr? Lasten wir also persönliche Vorurteile fallen und beachten die Mahnung, die einst der Reichskanzler des Deutschen Reiches einer Abordnung von Arbeitern gab als sie ihn um Vertretung ihrer Interessen baten und dre da lautet: „Gehen. Sie heim und werden Sie eine Macht, dann brauchen Sie nicht wiederzukommen." Allgemeiner Beifall folgte den trefflichen und begeisternden Ausführungen Neustädters. (Schluß folgt.) An alle bisherigen Mitglieder des Frankfurter Verbandes. , Zwecks Feststellung unserer Mitglied erzähl, die sich im Laufe der letzten Jahre durch Austritt von Kollegen und Eintritt derselben ' in andere Landesverbände wesentlich veränderte, bitte ich um -erneute Anmeldung zu unserem Verbände. Anmeldungen sind umgehend zu richten an Kollegen Goldberg, Frankfurt a. M., Noßdorferstrahe 24. Sobald ich im Besitze einer genauen Mitgliederliste bin, ergeht Einladung zu einer Tagung unseres Landesverbandes an sämtliche Mitglieder. Für den Frankfurter- Landesverband: Wetzlar, Vorsitzender. kleine Lhrouik. Seinen 50. Geburtstag feierte .am 13. Juli unser treuer Kollege P. Kula, Zwickau. Wir wünschen ihm noch lange Jahrzehnte bester Gesundheit und frischester Arbeitskraft, für feine berufliche Tätigkeit. ilnsec Kollege I. M. W e i s b e k e r , Frankfurt .a. Ak.-Sprendlingen, wurde durch die Geburt eines Jungen erfreut. Wir gratulieren.

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