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Der Israelit · 1930-05-22 · Heft 21 (22.5.1930) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 21 (22.5.1930)
Date
1930-05-22
Page
– (sequence 19)
Language
German
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22. Mai 1930 Der Israelit Blätter Nr. 8 Seite 3 wird, durch Besuche bei den Eltern, die die Gelegenheit gern benutzen, sich mit dem Lehrer über ihre jüdischen und allgemeinen Sorgen, vor allem aber über die Erziehung ihrer Kinder auszusprechen. Wenn ich hinzufüge, daß ich es für meine Pflicht erachte, überall für koschere Mesusoth, Zizis usw. zu sorgen, so bemerke ich dieses nur, um zu zeigen, daß vieles, was für die Großstadt selbstverständlich ist, in diesen kleinen Zwerggemeinden in Vergessenheit geraten und wieder frisch geweckt werden muß. Neben dem Keren Hatorah und den Einzelgemeinden gebührt besonderer Dank dem „Halberstädter Verband", der meine Tätigkeit seit längerer Zeit frdl. subventioniert. Daß der Herr Landrabbiner Dr. Vlum '"a mich in jeder Weise fördert und unterstützt und mir allezeit mit Rat und Tat zur Seite steht, ist selbstverständlich. S. Boley, Weener. Abrechnung des deutschen Keren hatorah für 1929. Einnahmen: Bestand am 1. Jan. 1929 1.176.03 Eingänge b. deutschen K. H. 61.965.96 Eingänge für die K. H Zentrale Darlehen Ausgaben: Subventionen Zentrale Abgaben an die A. I. (für K. H.-Zwecke) 6.186.59 T. T. Sonderkonto 4.222.— Spesen 4.788.21 Kontokorrentkonto 1.340.36 64.294.22 935.70 1.600.— 65.677.69 35.903.76 11.853.30 Saldo am 1. Januar 1930 Mk. 1.383.47 sowie Mk. 2200.— Hypothek Leop. Bermann- Testament. Vorstehende Abrechnung haben wir geprüft und mit den vorgelegten Büchern und Belegen des K. H. übereinstimmend gefunden. , Hamburg, den 22. April 1930 gez. Arnold Cohn Josef Kahn Mögen vorstehende Berichte dem Keren Hatorah die Herzen öffnen, möge unsere Bitte um schnelle und reichliche Zuweisungen williges und freundliches Gehör finden. Nehmen auch Sie teil an der Schowuaus-Aktion des Keren Hatorah und überweisen Sie Ihren Beitrag entweder dem zuständigen Orkskommissariat oder per Bank an: Dresdner Bank in Hamburg für Oberrabbiner Dr. S. Spitzer per Postscheck an: Landesdirektorium des „Keren Hatorah" in Deutschland. Hamburg Nr. 24 753. Ein Rundschreiben der deutschen Landesorganisation an die Ortsgruppen .An die Ortsgruppen der Agudas Jisroel in Deutschland. Hamburg, 11. Mai. Sehr geehrte Herren! Nachdem die wirtschaftliche Lage, die sich auch stark in dem minderen Eingang der Mitgliedsbeiträge wiederspiegelt, es uns unmöglich macht, mit den Ortsgruppen in persönliche Fühlungnahme zu treten, müssen wir versuchen, im Wegs des Briefwechsels die Beziehungen zwischen den Gruppen und uns und untereinander zu beleben. Wir wissen, daß dies nur ein Notbehelf ist. Dieser Weg ist aber dann nicht erfolglos, wenn Sie diesen Brief sofort zum Gegenstand der Besprechung von Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung machen und uns baldigst Ihre ausführliche Antwort zukommen lasten, deren Veröffentlichung in einer der nächsten Blatter-Nummern wir uns Vorbehalten. l. Es ist Ihnen bekannt, daß die Satzung der Agudas Jisroel (§ 2) 7 Wege vorsieht, das jüdische Volk im heiligen Lande und in der Diaspora geistig und physisch zu stützen. Aus Grund dessen bitten wir um Ihre frdl. Beantwortung folgender Fragen: 1. Was geschieht in, Ihrer Gruppe, den organisatorischen Zusammenschluß aller die Erhaltung des gesetzestreuen Judentums erstrebenden Juden Ihres Ortes herbeizuführen? Wie stehen die misrachistischen Kreise zu Ihnen? Sind die Gemeinde-Orthodoxen in Ihrer Gruppe (sofern an Ihrem Ort 2 Gemeinden bestehen) zahlreich vertreten? Wie sind die Beziehungen zwischen Ihnen und der Jugendgruppe, zwischen. Ihrer Jugendgruppe und dem Esra am dortigen Platze? Haben Sie bezw. die dortige Jugendgruppe Maßnahmen getroffen und welche, einen agudistischen Nachwuchs zu sichern? 2. Was geschieht in Ihrer Gruppe, das Bewußtsein von der Eigenart des jüdischen Gemeinschaftsbegriffes gegenüber allen Strömungen, die dem Judentum wesensfremd sind, zu erhalten? Ist Ihre Gruppe als solche in der Verwaltung Ihrer Gemeinde vertreten und gelingt es ihr, dort der agudistischen Weltanschauung zum Durchbruch zu verhelfen? 3. Was geschieht für die praktische Förderung des thoratreuen Lebens in allen seinen Anforderungen, für die tatkräftige Förderung des Thorastudiums und der jüdischen Er- . Ziehung im Sinne der Ueberlieferung? Hat Ihre Gruppe besondere Institutionen eingerichtet? Lernen Sie einen Das Jaumi-Schiur?, oder sorgt sie, und auf welche Weise, dafür, daß alle ihre Mitglieder an den Schiurim bestehender Lernvereine nach Möglichkeit teilnehmen? Fördert Ihre Gruppe und auf welche Weise, den Keren Hatorah und das Beth Jakob-Schulwesen? Bestehen an Ihrem Orte hierfür besondere Kommissariate bezw. Komitees, und auf welche Weife ist die Ortsgruppe darin vertreten? 4. Was geschieht zur Förderung einer vom jüdischen Geist erfüllten Literatur und Presse? Tragen Sie dafür Sorge, — hierfür genügt Mitteilung der Adresse an uns — daß allen Mitgliedern unsere „Blätter" zugestellt werden, und daß alle Ihre Mitglieder den „Israelit" lesen und die Möglichkeit haben, weitere agudistische Organe (Polens, Palästinas, „Beth Jakob-Journal" „Haneemon") im Agudoheim oder in der Wohnung eines Ihrer Mitglieder ständig zu lesen? 5. Was geschieht für die Besiedlung des heiligen Landes im Geiste der Thora? Hat Ihre Gruppe an der Adar-Aktion kräftigen Anteil genommen? Besteht eine ständige Palästina-Kommission: wie arbeitet sie? 6. Was geschieht für die Besserung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen? Befindet sich dort eine agudistische Stellenvermittlung, eine agudistische Darlehenskasse, bezw. arbeiten die agudistischen Kreise im Rahmen der Allgemeinen Schaumre Schabbos-Stellenvermittlung? Sind Sie in deren Vorstand vertreten? 7. Beteiligt sich Ihre Gruppe bei Veranstaltungen zur Abwehr von Angriffen auf Judenheit und Judentum? II. Es ist Ihnen bekannt, daß gemäß § . 4 des Normalstatuts für Ortsgruppen der Vorstand alljährlich in einer Generalversammlung, die ebenfalls alljährlich stattfinden muß, (8 6 des Normalstatuts für Ortsgruppen) zu wählen ist. Wann fand Ihre letzte Generalversammlung bezw. die letzte Neuwahl Ihres Vorstandes statt? III. Haben Sie Einrichtungen getroffen, die Agudisten Ihrer Gruppe menschlich und gesellschaftlich einander nahezubrmgen? (durch agudistische Klubs, Veranstaltungen in Privathäusern und gelegentliche gesellschaftliche Veranstaltungen). Wie haben sich solche Einrichtungen bewährt, und welche Vorschläge können Sie RWung hin auf Grund Ihrer Erfahrungen auch für die andern Gruppen machen? Beteiligt sich an diesen Veranstaltungen auch die agudistische Jugend und in welchem Umfange? Veranstalten Sie des öfteren Vorträge? Wie ist ihr Besuch, und gelingt es Ihnen, bei diesen der Agudo noch Fernstehende zu gewinnen? IV. Ist das Inkasso Ihrer Mitgliedsbeiträge befriedigend? Führen Sie sofort nach erfolgtem Inkasso an die Landesorganisation die für diese einkassierten Beträge gemäß § 5 des Ortsgruppenstatuts ab? Haben Sie in Ihrer Gruppe Einrichtungen betreffs Verkaufs von Agudo-Telegrammen und Marken getroffen? Welche? Wie bewährt sich diese Maßnahme? Sind dort Agudo-Büchsen ausgestellt? Wer führt das Verzeichnis darüber? Wann und mit welchem Erfolg wurden sie zuletzt geleert? V. Sind in Ihrer Gruppe auf Grund des Abkommens mit dem Phönix bereits nennenswerte Abschlüsse durch die Mitglieder der Ortsbezw. Jugendgruppen erfolgt? VI. Wünschen Sie, daß im Laufe dieses Jahres eine Delegiertenversammlung der Landesorganisation, die gemäß Z 5 des Landesstatuts in der Regel alljährlich einberufen werden soll, stattfindet? Verpflichtet sich Ihre Gruppe, evtl, an diesem Delegiertentag teilzunehmen? Haben Sie wegen des Ortes und wegen des Termins besondere Wünsche und evtl, für die Tagesordnung dieses Delegiertentages Vorschläge zu machen? Wir bitten Sie nochmals, im Interesse der Wiederbelebung der Arbeit, um umgehende und ausführliche Beantwortung dieses Briefes. Ferner ersuchen wir Sie schließlich höfl., uns baldgefl. ein Verzeichnis der Mitglieder Ihrer Gruppe zukommen zu lassen. Gemäß 8 3 des Statuts der Landesorganisation sind wir zur Führung und ständigen Ergänzung dieser Listen ausdrücklich verpflichtet. Wir hoffen, recht bald von Ihnen ausführlich zu hören und erwarten, daß Sie uns Manches mitteilen werden, was auch für die andern Ortsgruppen von großem Interesse ist und diese zu entsprechenden Neueinrichtungen und Maßnahmen anregt. In vorzüglicher Hochachtung Landesorganisatian der Agudas Jisroel in Deutschland nach diesergez.: Oberrabbiner Dr. S. Spitzer, Vorsitzender.

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