Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 21 (22.5.1930)
- Date
- 1930-05-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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i'~^r -7~',,t Seite 8 Nr. 21 Beteiligung an der Wahl wird daher als Selbstverständlichkeit angesehen. Die Leitung der Jugendgruppe begrüßt die Einreichung von Wahlvorschlägen, die von 10 Mitgliedern gezeichnet sind, bis zum 25. Mai, 13 Uhr, Schwanenstraße 12. Der Ausslug der Agudas Jisroel-Jugendgruppe nach Worms. Der Ausflug nahm am letzten Sonntag bei überaus starker Beteiligung und goldenem Sonnenschein einen herrlichen Verlauf. Der offizielle Teil am Vormittag war so reich an Anregungen und Eindrücken, wie der Nachmittag ein hohes Maß von froher Geselligkeit brachte. Ein ausführlicher Bericht erfolgt in nächster Nummer mit einigen photographischen Aufnahmen. Solche sind jetzt schon in der Form von Ansichtskarten bei Herrn Arno Katz (Atelier Bermann) Sandweg 7 zu haben. Arbeitsgemeinschaft über ps in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Der mit gutem Erfolg bis zum Semesterschluß geführte Zirkel, unter Leitung von Herrn Dr. S. Ehrmann, nimmt seine Zusammenkünfte wieder auf. Der erste Abend, hauptsächlich zur Festlegung des Pensums bestimmt, findet am r-no -»rsi» 24. Mai, 21.45 Uhr, Schwanenstraße 12, statt. (Für Damen und Herren.) Bürostunden der Leitung der Jugendgruppe Sonntags von 11.30—13 Uhr (Schwanenstr. 12). Außerhalb dieser Zeit nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung beim Vorsitzenden: Hartog Hartogsohn, Ostendstr. 82, Carolus 443 68. Ein Sijum des Daf-Iomi. Im Rahmen des Daf-Iomi beendete Herr Herz Holpern mit seiner Schar der Mitlernenden am letzten Sabbat pVm n-s», was vormittags mit einem Hadran und nachmittags mit einem kleinen Festchen in den Räumen der Aguda gefeiert wurde. Tiefe Thoraworte und heitere Reden würzten das Mahl in ausgiebiger Weise. nwira* Cecnen in der Jugendgruppe der Agudas Jisroel. Wie in den Jahren vorher, so wird üuch dieses Mal in den Räumen der Vereinigung, Schwanenstraße 12, das Lernen veranstaltet. — Die Interessenten — auch Nichtmitglieder — werden gebeten, sich bis zum 28. Mai, 21 Uhr, dafür vormerken zu lassen. Beginn des Lernens 23 Uhr (Preis Mk. 1.—). Vom Haushaltsplan der Israelitischen Gemeinde und etlichem dazu Gehörigem. (Etatberatung am 14. und 15. .Mai.) Not, Not an allen Ecken und Enden! Man muß sparen, auch in der vormals so reichen Israelitischen Gemeinde in Frankfurt. Der Vorstand hat in weiser Erkenntnis dieses Gebotes der Stunde nach reiflicher Erwägung seinen Haushaltsplan für 1930 aufgestellt. Er hat die Ausgaben, wie man heute so schön und malerisch zu sagen pflegt, „gedrosselt". Die Finanzkommission, in sechs langen und ernsthaften Sitzungen, prüft nach, schränkt ein, streicht ab, erhöht aber auch an einer wesentlichen und entscheidenden Stelle, beim Philantropin, um 12 000 Mark. Der Gesamtetat belanciert (vielleicht?) in Einnahmen und Ausgaben mit 1 844000 M. Die Besoldungsausgaben haben sich, automatisch und unabweisbar, um (wir nennen stets nur runde Ziffern) .6000 M. gegenüber dem Ergebnis von 1928 erhöht. Die „Jüdische Wohlfahrtspflege" muß, von beiden Seiten schweren Herzens zwar, da ihr aus 246 Sitzungen eine vielseitig ersprießliche Tätigkeit nachgerühmt wird, einschneidend an die Sparmaßnahmen glauben: Bewilligung von nur 300 000 M. statt 230 000 M. im Vorjahr. Hart für sie, denn/ erhöhen werden sich menschlicher Voraussicht nach Beiträge und Spenden im Jahre.1930 picht. Freilich: man will von Gemeindewegen werbend! für ihre Einkünfte stärker den heranziehen, der ein berühmtes, ausgeprägtes und ausgedehntes Spendenbeschaffungsvermögen besitzt: Nabb. Dr. Jacob Horowitz. Und man will auch sämtliche- Gemeinderabbiner veranlassen, Wohltätigkeitsspenden, die ihnen . aus kultuellen Amtshandlungen zugewiesen : werden, dem Vorstand zur Weiterlektung an die „Jüdische Wohlfahrtspflege" zu überantworten. Grenzte diese letztere ihre Wirksamkeit stets innerhalb des jüdischen Religionsgesetzes ein: man könnte die prinzipielle Abneigung gegen die Zentralisierung der Wohltätigkeit abschwächen. Wohlgemerkt: abschwächen, nicht ausgeben. — Ein Riesenposten: von dem Kultussteueraufkommen von 1 481 000 M., die Besoldungen mit 620 000M., wovon allein das Rabbinat (u. a. fünf Rabbiner, die allen religiösen und religiös sein sollenden Bedürfnissen Rechnung tragen) 120 000 M., die Hauptverwaltung 100 000 M., Religionslehrer und Kantoren 130 000 M., Schächter und Aufseher 47 000 M., die Synagogenchöre 46 000 M. verschlingen. Ein zweiter Riescnposien: die Philantropinsuboention: 312 000 M. Das Philantropin, das alte Schmerzenskind, vielbewundert und vielgescholten. / Was Wunder, daß dabei der alte Kampf wieder neu aufbrandet! Nur diesmal mit einer neuen Note. Die Vereinigten Konservativen — Volksparteiler auf der einen, die Liberalen auf der anderen Seite — haben früher stets ihre Unzufriedenheit mit der Schule geäußert, .die einen im positiven Sinn, weil sie ihnen nicht jüdisch genug, die anderen in negativem, indem sie ihnen zu jüdisch war. Die Volksparteiler — lies Zionisten — aus historischen Gründen dem alten, traditionellen, dem einzigen daseinsberechtigten Iudentunr leise zugeneigt, haben in trautem Verein mit den Liberalen, die an und für sich schon die überwiegende Mehrheit der Gemeindevertretung bilden, für die Be- Der Israelit willigung der Philantropinsuboention gestimmt, die Konservativen haben sich der Stimme enthalten. (Notwendiges und logisches Ergebnis vom „Sinn der Einheitsgemeinde", daß sie nicht mit Nein stimmen konnten. Man muß .conzedieren„ will man halten und erhalten. Wie sagt doch gleich Goethe? „Wenn du nehmen willst, so gib!") Augenblicklich und schon seit langem ist die Frage auf einen toten Punkt gelangt.: „Meinem Fru die Ilsebill — will nicht so wie ick wohl will". Der Vorstand erklärt kategorisch, einmal, zweimal, dreimal: Wir könnens mit unserem Gewissen nicht vereinbaren, mehr zu bewilligen, als uns juridisch obliegt. Also: 300 000 M. für die Realschule als Pflicht- und die Volksschule als freiwilligen Beitrag, und Abbau der Obersekunda, der Frauenschule, des Kindergartens. Die Gemeindevertretung sagt: Nein. Der Oberbau mindestens muß bleiben. Rumpfschulen sind Stückwerk, von Uebel, nicht mehr eristenzberechtigt. Sind in Hessen-Nassau nicht mehr vorhanden. (Wir bedauern, wiederholt die Irrigkeit dieser Konstatierung festzustellen zu müssen. In Hessen-Nassau gibts von Nichtvollanstalten (sechsklassigen Realschulen und Lyzeen) noch acht Knaben- und 16 Mädchenanstalten). Wir bewilligen, sagt die Gemeindevertretung weiter, 312 000 M. (nebenbei gegenüber 360 000 im Vorjahr). Für den Haushaltsplan ist ein übereinstimmender Beschluß von Vorstand und Gemeindevertretung notwendig. Die Verfassung der Gemeinde sieht einen Ausweg aus diesem Dilemma nicht vor. Und so bleibt es zur Stunde, wo wir dieses schreiben, noch unentwirrt bestehen, da beide Gremien auf ihrem Standpunkt beharren, der Vorstand freilich in der Meinung, daß die kleinere Summe als genehmigt gilt, wenn sie neben einer größeren zur Abstimmung steht. Dies Vorgeschichte und Einführung der neuen Note der Diskussion, die darin bestand, daß von allen Seiten ein heißes Liebeswerben um die Konservativen begann. Zum Zweck, ein positives, vollgültiges und volltönendes „Ja" anstatt der zaghaften Enthaltsamkeit zu erreichen, um dem einheitlichen Vörstandsbeschluh einen geschlossenen Gemeindeveriretungsbeschluß entgegenzusetzen. Die Konservativen, einen geschickten Sprecher an der Spitze, lehnen ab. Ihre Motive? Verantwortung trifft sie nicht, denn sie wissen: 312 000 M. werden doch bewilligt. Und sie wollen auch deutlich demonstrieren gegen den Schulrat, der kraft seiner Selbstherrlichkeit und seiner liberalen Majorität beharrlich bei Besetzung von Vakanzen seines Gremiums Konservative ausschließt und sich aus Gesinnungsgenossen ergänzt. Ueberhaupt: dieses Philantropin! Innerhalb der Fraktionen selbst bestehen Spaltungen und Meinungsverschiedenheiten Es gibt Liberale, die es gerne vom Erdboden verschwinden sehen möchten, weil sie grundsätzlich gegen jede Konfessionsschule sind und auch fürchten, daß es, dem sich vielerorts bemerkbar machenden vordringenden Strom der Zeit folgend, einmal in nationalistisches Fahrwasser münden könne. Es gibt aber auch in ihrer Lebensführung Konservative, politisch-zionistisch Eingruppierte, die im Anschluß an eine kleine Kapuzinerpredigt an die Liberalen im nächsten Augenblick diesen eine Liebeserklärung machen: Wir anerkennen die Liberalen nicht nur,. wir anerkennen sie aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele. (Und bu sollst lieben die Liberalen aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele.) Und die mit schmetternder Stimme verkünden: Das Philantropin ist ein allerorts anerkannter Kulturfaktor, ja ein Kulturfaktor, auch wenn das vom „Schreiber vom „Israelit" wieder beanstandet wird. Worauf der Schreiber vom „Israelit" gelassen und submissest sich zu erwidern gestattet, daß er sich niemals dis Befugnis zugetraut hat, das Philantropin als deutschen Kulturfaktor zu werten, sondern daß er diese Wertung Berufeneren überläßt. Daß er dagegen m i t aller Entschiede nh e i t i n A b r e d e st eilt, daß das Philantropin ein j ü di f:che,r K ulturfaktor im Geiste des e ch-te ms /'u,n Vi^i^ fälschten und unveränderli ch e nsstV^t t e^tz - i ,ge-s.etz.es ist.. > st •: /chi'r'y» T/V.i Noch Einiges aus den klargegliederten Gesichtspunkten, unter--denen' der Führer der Liberalen und gleichzeitig Vorsitzender der Finanzkommission .den Etat betrachtete. Nach'seinen'aus bester Quelle stammenden Informationen ist ein Rückgang von 15 Prozent Einkommensteuer des Jahres 1929 gegenüber 1923, wie man ihn bei Festsetzung der Kultussteuer zugrunde legte, bei weitem zu gering. Dem Preußischen Landesverband gegenüber beantragt er namens der Kommission Kündigung der Mitgliedschaft. Der Verband ist überorganisiert, hat viel zu hohe Verwaltungskosten und kann, nicht beanspruchen, dotiert zu zu werden, wenn man seinen eigenen Etat dadurch nicht balancieren kann. In Parenthese: Dieser Antrag wurde abgelehnt und 80 000 M., eine wesentlich kleinere Summe als im Vorjahre, bewilligt.) Alle Subventionen, die nicht in unmittelbarster Beziehung zur Frankfurter Gemeinde stehen, sind zu streichen. (Bewilligt wurden aber doch insgesamt 3400 M.) Die. „Weihestunden" der Westendsynagoge, überhaupt die religiösen Einrichtungen der Liberalen müssen ausgebaut werden. In gewissen Schichten der Bevölkerung herrscht Interesselosigkeit gegenüber Religiösem, nicht unbeeinflußt vom Zionismus. Dieser „nimmt ein Stück aus dem Judentum heraus". Seine Proklamierung, daß das Judentum nicht nur Religionsgemeinschaft, sondern auch Stammes-, Art-. Schicksalsgemeinschaft ist, ist ein Schaden für die ethisch-religiöse Bedeutung des Judentums, eine Herabsetzung desselben. — Eine religiöse Pflicht zur Unterstützung des „Keren h a j e s o d" besteht nicht, er beantragt Ablehnung, da er es für eine. Verantwortungslosigkeit hält, „ausländischen" Institutionen Geld zuweisen, wenn man Abstriche bei den heimischen 22. Mai 1930 machen muß. — Anhänger der Einheitsgemeinde ist er nur, wenn die liberale Richtung absolut und voll gleichberechtigt mit der konservativen ist. Dieses Prinzip ist durchbrochen mit der Aufrichtung der Hecke im neuen Friedhof, die den Kauhanim den Zutritt zum Friedhof ermöglicht. Das ist eine unerlaubte Verfassungsänderung. Was sein Fraktionskollege, der Vorsitzende des „Eentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" später noch derb aus den Vorwurf an die Konservativen unterstrich, daß man den Liberalen keinen „U r n e n f r i e d h o f" zugestanden habe, wobei es nicht bleiben könne. — Ordinarium. und Ertraordinarium, das u. a. pro memoria den Verkauf der Liegenschaften Fahrgasse 146 und Königs- , warterstraße 26 und dagegen den Umbau und die Einrichtung des . neuen Gemeindehauses Eschersheimer Landstraße vorsieht, wurden dann genehmigt. Jüdischer Mädchenklub. Im Jüdischen Mädchenklub, Langestr. 3, fand vergangenen Donnerstag eine schöne Feier statt zum Gedächtnis Friedrich v. Schillers und Walthers v. d. Vogelweide. Betti Stein und Dr. Hanna Stern spielten. Teile aus Beethovens 9. Symphonie und Lieder von Mendelsohn. Rosa Jeidel rezitierte Lieder und Gedichte Schillers und Walthers v. d. Vogelweide. Rosa Deutscher trug eine Ballade Schillers vor. Dr. Frieda Fuchs hielt die Festrede: „Was können uns Schiller und Walther heute noch geben?" Ein von Lena Dankner schön gesungenes' Lied Schillers beschloß die würdige Feier. So gab auch dieser Abend den jungen Mädchen Gelegenheit, einige schöne Stunden fern von den Sorgen des Alltagss-zu verleben. (Anmeldungen für den Mädchenklub jederzeit bei der Leiterin Frl. Henny Wallerstein, Langestr. £) Jüdischer Turnerbund. Wir machen höflichst darauf aufmerksam, daß bei der am Sonntag den 25. Mai 1930, abends 8 Uhr präzise im Jüdischen Heim Langestraße 15 stattfindenden ordentlichen Generalversammlung Gelegenheit zur gemeinsamen nwm n-nra n^sn gegeben ist. Wir bitten daher um gefl. pünktliches und zahlreiches Erscheinen zu der vorstehend angegebenen Zeit. Die große Schau vom Kind zur Frau. So betitelt sich eine Veranstaltung, mit der der Frankfurter Haussrauen-Verein unter künstlerischer Leitung des Malers Schwertfeger im Möbelhause Anton Becker Erben, Große Friedbergerstraße 40—42 vor das Frankfurter Publikum besonders vor seine Frauenwelt tritt und auf die schon in voriger Nummer des „Israelit" hingewiesen wurde; eine Veranstaltung, wie sie erstmalig hier in Frankfurt gezeigt wird. Die Wahl des „Schau"- platzes kann als eine sehr glückliche bezeichnet werden, da die Raumverhältnisse und die Vielgestaltigkeit des Stils, die Mannigfaltigkeit der Ausführung der Möbel in ihrer Vornehmheit und Gediegenheit einen wirkungsvollen Rahmen abgeben; selbstverständlich imryer dem Bilde angepaßt, das in den 30 verschiedenen Kojen gezeigt wird, ein Kaleidoskop könnte man es nennen, worin das Leben der Frau vom Säugling bis zur Matrone am Auge vorübergleitet, Bilder, wie sie sinnfällig das Ideal von Schönheit und Harmonie darstellen. Und wenn auch die meisten der Besucherinnen nicht die nötigen Mittel haben, sich ihr Heim nach den gegebenen Mustern zu gestalten, so kann und soll die Ausstellung dockst eine Anregung bieten, um sich über die Enge und Prosa des Alltags zu erheben und Auge und Herz an der Schönheit und Harmonie des Gebotenen zu erfreuen. Beginnen wir den Rundgang in der Kinderstube. Die Säuglingsschwester hier — wie alle übrigen Figurantinnen sind in Haltung und Kleidung so korrekt öargesWt, daß man versucht ist, beim Eintritt uMy Verleihung wegen 'der .Störung zu bitten. Manch junger Hutter mag hier der brennende Wunsch aufsteigen,/diese sausend nützlichen und schönen Kleinigkeien zur bequemen und hygienischest Pflege ihres Lieblings zu besitzen, ihn späterhin den mustergültig ausgestatteten Kindergarten schicken zu konsten oder ihsti zu Hause äst''dem praktischen Schülerpult das Machen der Schulaufgaben und Lernen zu erleichtern. Die. .Umschrift dep Zifferblatts der Uhr im Kinderzimmer kann ein Mottö 'sein für die glücklichen Insassen: erwache und lache! Doch die Jahre fließen pfeilgeschwind. Da steht sie schon vor uns, die erwachsene Tochter des Hauses in ihrem eigenen Reich. Aber unsere Zeit fordert für die Meisten Berufsausbildung. Drum zeigt dort der Hyusfrauen-Verein. als besonderen Zweig seiner Bestrebungen den häuslichen Lehrling und seine Meisterin in einer mustergültigen Küche — wie sie gerade daran gehen, das Mittagsmahl zu bereiten. Da steht die Sekretärin im Büro an der Schreibmaschine, die Kunstgewerblerin am Webstuhl, die Studentin, die eben von ihren Büchern aufgestanden ist. eine Kommilitonin zu empfangen. Und dann — gleichem als Krönung der Jungmädchenzeit — steht sie da, die strahlende Braut, einfach, aber umgeben von allerlei Kostbarkeiten in Wäsche, wie sie sich nur die wenigsten Bräute resp. ihre Mütter beschaffen können. Im nächsten Raum finden wir sie schon im neuen Heim im modernen: Pyjama vor dem für'zwei gedeckten vornehmen Früh.-." tückstisch, während sie nebenan im stilvollen WohnzimZ mer bei ernster Arbeit am Schreibtisch sitzt, gewissenhaft Eintragungen machend in die sinnreich eingerichtete Miniatur-Karthotek, „Stolzenberg-Freudenthal". In der anstoßenden Küche, ausgestattet mit allen Zeit und Kraft sparenden Errungenschaften der Neuzeit, wobei besonders die praktischen Schränke auffallen, waltet unterdessen die adrette Hausangestellte. Da steht auch in der-