Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 19 (8.5.1930)
- Date
- 1930-05-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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8. Mai 1930 Der Israelit Nr. '19 Seite 11 Es ist auch unwahr, daß uns von der Zentralkanzlei die Abhaltung der Rabbinerwahl je verboten wurde, und es entspricht auch nicht der Wahrheit, daß die Zentralkanzlei ein pi m zur Beurteilung dieser Angelegenheit angeordnet hätte. Wahr ist vielmehr, daß, nachdem Herr Juda Grünwald, Kaufmann in Luzern, nach erfolgter Wahl, bei der Zentralkanzlei npm- Anspruch anmeldete, nachdem er zur. Legitimierung seines Anspruches um Einsendung von w-wn aufgefordert wurde, er dieser Aufforderung innerhalb der ihm vorgeschriebenen Frist nicht nachgekommen ist, uns seitens der Landeskanzlei als höchstes Forum, das Recht eingeräumt wurde, die vollzogene Nabbinerwahl als rechtskräftig zu betrachten. Dies gefl. zu Ihrer Kenntnisnahme, zeichnet hochachtungsvoll Graf 1 i. V. des Gemeindepräses. IV. An die Redaktion des. „Israelit" Frankfurt a M. Mit Bezug auf Ihr w. Schreiben vom 22. ds. bedauern wir, in dieser Angelegenheit keine Informationen geben zu können, da diese Frage zum Gegenstände einer Amtshandlung unserer Kanzlei geworden ist. Budapest, 27. April 1930. Hochachtungsvoll Orth. Jsr. Landes-Zenträlkanzlei: Adolph Frankl Präsident An die Hanssrauen! Alljährlich, wenn zu Ostern die Schulen schließen, werden viele Mädchen entlassen, die nicht wissen, zu welchem Berus sie sich entschließen sollen. In den meisten Fällen wird zunächst ein Handelskursus mitgemacht, daraus folgt das Suchen nach einer Stelle als Stenotypistin. Für wenige sind Plätze frei und die Uebrigen? Sie sitzen monatelang im Elternhaus heraum, ehe sie sich entschließen, in einem fremden Haushalt sich zu betätigen. Selbst nach einer Ausbildung in einer Haushaltungsschule, wie sie die Schülerin aus Wolfrathshausen in einer der letzten Nummern des Familienblattes so trefflich schilderte, und durch den Artikel in der letzten Nummer des „Israelit" bestätigt wurde, ziehen diese Zöglinge nach Abschluß des Wirtschaftsjahres vor, in Heimen, Kindergärten ausgenommen zu werden, statt in einem Privathaushall. Woher kommt dies? Wie notwendig haben unsere Frauen eine fromme, gebildete Stütze in der Wirtschaft,, bei den Kindern, wie schwer sind solche zu erhalten. Wieviele brgve Töchter möchten aus dem Elternhaus als Haustöchter in Familien gehen, um sich zu betätigen, die Eltern zu entlasten. Warum deckt sich nicht eines mit dem andern? Weil nur wenig Hausfrauen es verstehen, dem jungen Mädchen die Stelle anzuweisen, die ihr nach Bildung und Familie gebührt. Zeder Mensch, der Pflichten übernimmt, hat solche auszuüben, aber zu den Pflichten kommen auch die Rechte. Die Arbeit muß eingeteilt sein, von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr läßt sich viel im Haushalt schaffen, aber nach dieser Zeit gehören der Haustochter freie Abendstunden, in denen sie über ihre Zeit selbst bestimmen können mutz. Gebt ihr diese Freiheit, Iaht sie zu Hause bleiben oder fortgehen, lesen oder schreiben, oder früh schlafen gehen. Gebt ihr die Freiheit einer Bürobeamtin, schenkt ihr Vertrauen und sie wird Euch Vertrauen entgegenbringen. Ein junges Mädchen, das weiß, ab 8 Uhr ist sie frei von Pflichten, wird um so freudiger tagsüber ihre Arbeit leisten, sie wird sich beeilen, ihren Pflichten nachzukommen. Sie wird sich selbstverständlich der Hausordnung fügen, am Abend wo Gäste kommen, wo Krankheiten Verzögerungen eintreten lassen, sich nützlich machen. Aber freiwillig, nicht gezwungen! Sollten sich unsere Hausfrauen obiges nicht einmal zu Gemüte führen? Wieviel Erleichterungen schaffen sie sich selbst, welche Mizwaus tun sie an so vielen unbeschäftigten, erwerbslosen jungen Mädchen, deren Arbeitskraft brach liegt, aus Scheu vor Ausnutzung und Degradierung. Mit gutem Willen, Mütterlichkeit und Geduld von beiden Seiten, Hausfrauen und Haustöchtern, schwindet der Mangel an weiblichen Arbeitskräften, schwindet die Arbeitslosigkeit der weiblichen Jugend und Ruhe und Behaglichkeit erfüllen unsere Häuser wie in alten Zeiten! H. Schlesinger -Halberstadt. Familiennachrichlen. .Barmizwo: Ernst, Sohn des Siegmund Halberstadt, Frankfurt a. M., Herderstraße 6 pt. Synagoge am Börneplatz, D’Enp nns nans. Die N)oche Der Ausflug der Agudas Jisroel-Jugenogruppe nach Worms. Am Sonntag, den 18. Mai, findet der Ausflug nach Worms, unter Leitung von Herrn Redakteur S. S ch a ch n o w i tz, statt (nicht, wie erst mitgeteilt, am 11. ds. Mts.). Teilnehmer aus Mainz, Mannheim und anderen Gruppen werden erwartet, sodaß diese Fahrt, deren Kosten verhältnismäßig niedrig sind, alle Interessenten — auch Nichtmitglieder, jüngere und ältere Jahrgänge, sind herzlich eingeladen — zufriedenstellen dürfte. Wer in den Genuß der Preisermäßigung kommen will, melde sich sofort, bis Mittwoch, 14. Mai, 20 Uhr, Schwanenstr. 12, schriftlich oder telefonisch: 44 368 (Hartogsohn). Das Fahrgeld ist ebenfalls bis zum erwähnten Tage zu hinterlegen. Der Zug nach Worms fährt um 6,39 Uhr ab Frankfurt a. M.-Hauptbahnhof. Fahrgeld für Personen unter 20 Jahren Mk. 2.50, für ältere Teilnehmer Mk. 3.20. — Es ist geplant, von Worms aus auf dem Schiffsweg nach Mainz zurückzufahren. Eine Siebzigerin. Am 12. Mai feiert Frau Adele G o t t s ch a l l Wwe. in Mainz in voller Frische ihren 70. Geburtstag. Frau Gottschall war lange Jahre Inhaberin des allseits bekannten und geschätzten jüdischen Restaurants „Ratskeller in Mainz. Sie hat außer den vielen Passanten, die gerne dort verkehrten, vielen jüdischen Soldaten im Kriege, nicht nur mit guter Verpflegung, sondern auch mit 'Rat und Tat zur Seite gestanden. Wir wünschen ihr, sicher im Verein mit vielen, die dies lesen, weitere ungezählte frohe und gesunde Jahre. v~w- Arbeitsgemeinschaft. Zwecks Besprechung einer Arbeitsgemeinschaft bitten wir dringend, sämtliche jüdischen jüngeren Leute von hier und auswärts nächsten n-Qv-Nachmittag ■nm? 's v'v'np 5,30 Uhr. sich im V e r e i n s l o k a l e des „Mekor-Chajim", Langestr. 18, einfinden zu wollen. Der V e r e i n s v o r st a n d rechnet bestimmt auf zahlreichen Besuch in Anbetracht der Wichtigkeit der Sache. Jüdischer Turnerbund E. V. Der Jüdische Turnerbund E. V. unternimmt am 8., 9. und 10. Juni 1930 (Pfingst.en) eine zwei- resp. dreitägige Wanderung an die Mosel. _ Da wegen des zu erwartenden guten Besuches frühzeitig Sorge für die Unterkunftsmöglichkeit getragen werden mutz, werden Interessenten gebeten, ihre etwaige Beteiligung schon jetzt der Vereinsleitung bekannt zu geben. Die genauen Angaben wegen der Moselwanderung werden dann rechtzeitig in dieser Zeitung veröffentlicht. Die Tour wird von den Herren Karl Buchbinder und Hermann Hackel geführt. Die Jeschiwa „Torath Chajim" in Jerusalem bittet um Hilfe! Die Jeschiwa „Torath Chajim" ist eine der ältesten und bedeutendsten Thorainstitutionen der heiligen Stadt und des heiligen Landes. Sie sieht auf ein Bestehen von 40 Jahren zurück und zählt zurzeit 300 Jünger, unter ihnen manche blühende Thoragröße. Auch einige aus Sowjet-Rußland geflüchtete Rabbiner fanden mit ihrer Familie in der Jeschiwa eine Zufluchtsstätte, sodaß sie heute im ganzen etwa 1000 Seelen zu versorgen hat. Die Jeschiwa hat allen Widerständen und Anstürmen der Zeit bisher widerstehen können. In einem Araberviertel gelegen, war sie schon 1921 das Ziel eines schweren arabischen Angriffs. Sie wurde in Brand gesteckt und der treue Diener der Lehranstalt wurde ermordet. Da sie sich in der Nähe des Tempelplatzes, mit dem Ausblick auf die heilige Mauer, befand, konnte man sich zu einer Ilebersiedlung nicht leicht entschließen. Erst nach den Augustpogromeu des letzten Jahres, von denen auch die Jeschiwa „Torath Cliaüm" schwer betroffen wurde, mußte sie in ein jüdisches Viertel verlegt werden. Die Jeschiwa und ihre Schutzbefohlenen befinden sich zurzeit in bitterster Not. Cs fehlt am täglichen Brote. Aus diesem Grunde wurde Rabbiner E. Jacob Glaser von der Jeschiwaleitung nach Europa geschickt, um alle Thorafreunde für das schwer bedrohte große Wer kdes alten Jischuw zu interessieren. Herr Rabbiner Glaser weilt zurzeit in Frankfurt a. M. und ist unter vielem anderen mit Empfehlungsschreiben von Oberrabbiner Rabbi Ch. Sonnenfeld und' Oberrabbiner K u k versehen. Am jüngsten Sabbat hielt er einen überaus eindrucksvollen halachischen und agadischen Vortrag im Bes Hamidrasch. Ostendstr. 18. Es wäre Ähnlichst zu wünschen, daß alle Kenner und Gönner der Thora unserer Stadt Herrn Rabbiner Glaser ein Ohr leihen und seinem Sammelwerke zur Rettung einer Pflanzstätte der Thora in der heiligen Stadt ihre Herzen und Hände öffnen. Spenden nimmt auch die Expedition unseres Blattes entgegen. Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Friedensbundes. Die neugegründete Ortsgruvpe Frankfurt a. M. des Jüdi'chen Friedensbundes lVors'tzender Dr. Martin Butz e r) beginnt ihre Tätigkeit mit einer Aussprache über das Thema: „Weshalb brauchen wir einen jüdischen Friedensbund?", unter Leitung von Herrn Dr. Martin Bub er, am Montag, 26. Mai 1930, 20 Uhr pünktlich, Frankfurt-Loge, Eschersheimer Ldstr. 27. Die Teilnahme ist für alle Interessenten kostenlos. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Sonntag morgen nach Schul (ebenso Mittwoch) im Hörsaale Friedberger Anlage sin "n, Herr S. Schachnowitz, — vormittags 8 Uhr (ebenso Samstag eine Stunde vor Nacht) im Vereinslokale, Gemoro, Herr I. Soffer. — vormittag 91/* Uhr .(ebenso Dienstag nachmittag 1 Stunde vor Mincho) Gemoro, Herr R.-A. G. Posen. Montag morgens nach Schul (ebenso Donnerstag), Mischnalernen der Mitglieder. — abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch früh), Gemoro, Herr Rabb. Dr. Josef Breuer. -- abends 8lj2 Uhr (ebenso Donnerst«), Gemoro, Herr Dr. Elieser Posen. Dienstag morgens nach Schul (ebenso Freitag), Mischna, Herr Dr. Elieser Posen. Samstag nach Schul, Hörfaal Friedberger Anlage, Dinim, Herr Dr. Elieser Posen. — Nachmittag 4y4 Uhr im Vereinslokale, Mikro, Herr Dr. Willy Hofmann. — Eine Stunde vor Nacht, Herr H. Holpern. Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr Leopold Oppenheimer. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag, jeden Abenb . 82/4 Uhr Schaslernen, Herr H. Holpern. Von Montag bis einschließlich Freitag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Friedberger Anlage Gemoro, Herr Dr. S. Ehrmann. Jahrzeitsftiftungen. Samstag, 10. Mai, Hermann Goldschmidt-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Schabbos 7'/4 Uhr, Hafchkomoh, Schwanenftraße 12, Daf Jaumi-Schiur, Herr Herz Holpern, von 12—13, Sonntag von 11—12 Uhr, Montag bis Freitag von 12—13 Uhr, Gelegenheit zum Lernen — täglich von 9—12 Uhr, Schwanenstr, 12. — Gemoroh Bowo Mezio, Vorbereitungsschiur, Dozent: Herr Ch. Liverhant, jeden Schabbos VI4 Stunden vor Nacht, Schwanenstr. 12. (Dieser Schiur ist der Vorbereitungsschiur zu dem Montags und Mittwochs von 20l/2—211/2 Uhr stattfindenden Schiur des Herrn Rabbiner Horowitz '"2.) — Kizzur Schulchan Aruch-Schiur, Dozent Herr Louis Kahn, nach Schluß der Synagoge, Schwanenstr. 12. — Tefilloh-Erklärung, Dozent Louis Kahn, nach Veendigung des Schulchan Aruch-Schiurs, Schwanensttaße 12. — Mischnajaus Schiur, Dozent Herr Dr. Hirsch, von I61/2—171/2 Uhr, Meriansttaße 35. Montag abend, Sxj2 Uhr, Schiur über nnv owi-v, Herr B. Rachelsohn (Zeil 2). An den Wochentagen, 30 Minuten vor Nacht, wird in der A. I. Jugendgruppe gelernt und anschließend findet um a’-Wa statt. — In dem veröffentlichten Jahresbericht blieb aus Versehen die Jakob Landau-Arbeitsgemeinschaft unerwähnt, was hiermit nachgettagen sei. Kurse, auch in profanen Fächern, Arbeitsgemeinschaften und Schiurim, besonders für Schulentlassene, in der Jugendgruppe der Agudas Jisroel, Frankfurt. Die Leitung der A.-J.-Jugendgruppe ist damit beschäftigt, auch für die Sommermonate, vielfach geäußerten Wünschen nachkommend, ein Programm auf möglichst breiter Grundlage zu entwerfen. — Nachdem das verflossene Semester drei gut besuchte Arbeitsgemeinschaften aufzuweisen hatte — abgesehen von den verschiedensten Schiurim und sonstigen Lernmöglichkeiten — und_ außer den öffentlichen Vorträgen, scheint die Notwendigkeit vorzuliegen, die Arbeitsgebiete zu erweitern. — Vorgesehen sind: 1. Sprachkurse für Anfänger, Fortgeschrittene. 2. Führungen durch Museen und Ausstellungen, Öffentliche Gebäude usw. 3. Ausflüge in Gebiete, die jüdisch-geschichtlich von besonderer Bedeutung sind. An die schulentlassene Jugend, an die Angestelltenschaft, an alle Kreise, die schon der Agudas Jisroel-Jngendgruppe sich angeschlossen haben, aber auch an die gesetzestreuen jungen Menschen, die immer noch nicht den Weg zu ihr gefunden haben, ergeht die dringende Bitte, die schwierigen Aufgaben erleichtern zu helfen, indem regste Mitarbeit, mindestens ein mittelmäßiges Interesse an den Veranstaltungen, eine Selbstverständlichkeit werde. Man wende sich an das Büro: Schwanenfttaße 12, Sonntags von 111/2—13 Uhr, oder telefonisch außerhalb dieser Zeit an den Vorsitzenden: Hartog Hartoasohn, Carolus 44368, Ostendsttaße 82. Liwjath Chen. Samstag bl/4 Uhr im Hörsaale Friedb. Anlage Vorttag des Herrn S. Schachnowitz über „R. Jochanan den Sakkais Rundstage und deren Beantwortung". Agudistische Frauen-Ortsgruppe. (Angeschlossen der jüdischen Frauenvereinigung.) Die Agudas-Jisroel Frauen-Ortsgruppe gibt bekannt, daß am Montag, den 12. Mai, abends 9 Uhr, in der Wohnung von Frau Heinrich Eisemann, Friedberger Anlage 15, eine Arbeitsgemeinschaft stattfindet, in welcher Herr Lehrer Hirschberg über „Pirke Owaus" sprechen wird. Gäste herzlich willkommen. Jüdischer Turnerbund E. B. Das Sommerprogramm des Jüdischen Turnerb.undes E. V. hat am 1. Mai bereits begonnen. Die dazugehörigen Rundschreiben wurden an die Mitglieder des Vereins versandt. Gebetzeiten. D'Enp 'INN N2V Freitagabend 7.20 Samstag NV2VN 6.45 Samstagmorgen 8.00 Samstagnachmittag 1.00 und 5.00 Samstagabend 8.50 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tefillin-Legen am Morgen 3.20