Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1930)
- Date
- 1930-03-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 13. Seite 11 27- März r 1930 D e r I s ra e l i t I u den, gibt e s n u r e i nenvomIssur freien Weg: den Austritt aus der Seme in de. W er feine g efetz es - treuen Brüder zu etwas anderem beredet, derift fchogeh, umafchgeh, tiLen'7 Fernbleibens aufs fchä.fste verwahren." der ge h t ftr re und führt i r r e." Die Woche. Joseph Das Purimspiel ver Bachurim. I. Der Rektor der Jeschiwa, Herr Rabb. Dr Breuer schreibt uns: „Eine Notiz unter der Ueberschrift „Pürimspiel der Jeschiwa" hielt es für angebracht, dieses seinem ganzen Wesen nach nicht ernst zu bewertende Ereignis zum Gegenstand ernstester Kritik zu machen. Purimspiele sind, seitdem sie sich eingebürgert haben, entweder mit wohlwollender Anerkennung bedacht oder gutmütig verlacht und deren etwaige Engleisungen oder.gar Verfehlungen im Zeichen mild verzeihender Purimlaune registriert und am nächsten Tag vergeben, doch niemals mit blutigem Ernst bewertet wroden. Diese in vorurteilsfreien Kreisen stets geübte Einstellung durfte auch das von unserer Bachurim-Vereinigung veranstaltete Purimspiel für sich erwarten. Dieses Spiel ging, wie allgemein in Jeschiwoth, unter eigener Verantwortung der Bachurim vor sich. Im Zusammenhang mit den in oben erwähnter Notiz erhobenen Vorwürfen stehen wir nicht an, zu erklären, daß auch uns die Tendenz des Spiels nicht zusagte, wir zudem manche Entgleisungen trotz aller Harmlosigkeit der Absicht bedauern und der Ueberzeugung sind, daß unsere Bachurim, den nun einmal bestehenden Verhältnissen Rechnung tragend,.sicherlich den Vorschlägen, die einer solchen der Purim-Heiterceit sicherlich nicht entsprechenden „Pressefehde" in Zukunft Vorbeugen möchten, gern Nachkommen werden. Mit aller Entschiedenheit verwahren wir uns jedoch dagegen, daß ein im schlimmsten Falle taktloses und unangebrachtes Pürimspiel Anlatz geben darf, gegen unsere Bachurim und die Verfasser des Spieles den Vorwurf zu erheben, daß sie mit diesem Spiel „der Erziehung zum hemmungslosen und ona maVn" Vorschub gegeben hätten. Der Geist unserer Jeschiwa, den ihr großer Gründer ihr eingepflanzt, der allseits bekannte Ernst und die vorbildliche Hingabe, mit der unsere Bachurim ihrer Ertüchtigung zu starken jüdischen Persönlichkeiten sich weihen die liebende Verehrung und bewährte Treue, die sie der Thora und ihren Trägern im Ern st e des Lebens entgegenzubringen wissen, das in weitesten Kreisen der Judenheit anerkannte hohe Thoramilieu, dessen tiefgehende, dauernde erzieherische Wirkungen sich unserer Jugend, die den Weg zu unserer Jeschiwa gefunden, stets noch zum Segen erwiesen haben, eine Tatsache, die ihr jedes Jahr aufs Neue lie dankbare Anerkennung der um die jüdische Zukunft ihrer Kinder besorgten Elternkreise ein bringt: das alles sind so unumstrittene und allbekannte Errungenschaften unserer Jeschiwa, daß sie ihr und ihren Bachurim das Recht geben, derartige Anschuldigungen als grundlos abzulehnen." Die vorstehende Zuschrift haben wir dem Herrn Einsender der ersten Notiz vorgelegt, der daraus felgendes erwidert: Es ist nicht das erste Mal, daß ein Purimspiel der Jeschiwa von weitesten Kreisen der Gemeinde, vor allem von ernsten anerkannten Talmibe Chachomim, als tatt.'os und unangebracht oder gar als unerlaubtes parteipolitisches Kampfmittel empfunden wird. Ilnd es ist leider auch nicht richtig, datz der Geist, der in solchen taktlosen und unangebrachten Purimspielen durchbricht, und der mindestens schon wochenlang während der Vorbereitungszeit alle die zahlreichen mitwirkenden, z. T. g a n z f u n g e n Menschen in seinen Bann schlägt, daß dieser Geist des jmx’V nun plötzlich mit dem Purimrausch spurlos verfliegen kann. Das ist schon psychologisch unmöglich. - Wer gewöhnt wird, im Purimscherz vor einem großen Kreis von Hörern mit der Tins anderer- Menschen,, sogar mit der 1122 von ^1;’ ’^vu zu spielen, der wird der Versuchung, es auch im Leben zu tun, gegebenenfalls schwer Widerstand leisten können. Von „Harmlosigkeit^ kann ta'ei wi.klich nicht die Rede sein. Wir möchten daher im Namen weitester Kreise unserer Gemeinde und sicherlich auch der berufenen Gemeindeorgane dringend wünschen, datz die zur Objektivität strebende Jeschiwaleitung, die sonst auf ihre erzieherischen Erfolgei m i t v 0 1 l e m Recht stolz . ist, doch auch in diesem Punkte die öffentliche.Kritik ernster würdigen möchte, als es .die Zuschrift erkennen läßt. Das liegt im Interesse, der Thoralehranstalt selber, deren Entwicklung und allseitige Anerkennung denen, die in diesem Falle Kritik über, ebenso sehr am Herzen liegt, wie der Leitung." ... H. , Per „Bachu.rtM Verein Haramath Keren h a.j e sch i w a" schreibt uns: . „Der in der vorigen Nummer des.„Israelit" erschienene Bericht über d.as Mn .uns veranstaltete Purimjp.iel hat..UNS anfs!'.äü.tz>erst^.befremdet. .Wir^.wenden uns vor allem , dagegen,".daß aus dem Pürimspielderartige den Tatsachen .hurchaps. Widersprechende' Rückschlüsse auf dM'ir^chWogejfl^aezogM;Kekdekkr.r:Es'7M uns.. uNchegreiflich, datz iein HürinWel auf solche, Weise mißdeutet und ransgewertet^wrrd.- Wik' wissen/ auch,-daß Kennerder an anderen Jeschiwaus üblichen Purimspiele das ünsrige keineswegs als / über den Rahmen des sonst Gebräuchlichen hinausgehend betrachten. Ferner ermächtigen uns die Herren Dozenten zu der Erklärung, datz sie sich gegen jeden Versuch einer Blotzstellung der Jeschiwa wegen ihres angeblich „demonstra- (Dätz das Purimspiel über den Rahmen des an anderen Jeschiwos „Gebräuchlichen" stark hinausging, wird durch den Rektor der Anstalt in seiner Zuschrift unzweideutig bestätigt. An eine „Bloßstellung der Jeschiwo" selbst hat niemand gedacht — nur der G ei st oder besser der Ungeist soll bekämpft werden, der das unqualifizierbare „Spiel" geboren hat und den der Leiter und die DozeNten der Anstalt, wie übrigens auch die u n g e - heure Mehrheit der Bachurim selbst durchaus mißbilligen. Es ist eine ganz kleine Gruppe jugendlicher Witzlinge — sonst recht wertvolle Menschen — die zur Ordnung gerufen, und zu sittlichem Ernst erzogen, nicht aber in ihrem Treiben ermutigt werden sollten. Red.) Hl. Sehr geehrte Redaktion! Jeder, der während der letzteu' Tage ein entschiedenes Wort der Kritik an dem in diesen Blättern bereits gekennzeichneten diesjährigen Purims, bl der Bachurim unserer Jeschiwa laut hat werden lassen, mutzte > es erleben, datz man ihm jeden Sinn für Humor, erlaubten harmlosen Scherz und Purimlaune absprach. „Es war doch Purim!" so lautete übereinstimmend die entschuldigende Antwort jener, die das Gebaren zwar für geschmack- und taktlos hielten, aber doch zu entschuldigen und zu verzeihen geneigt waren. Auch der Heimgegangene Raw^xi — so argumentierte man — mutzte es sich am Purim gefallen lassen, datz seine Bachurim ihn — in seiner Gegenwart sogar' — auf die Bühne brachten und karrikierten. Sollte es wirklich gar so schwer sein, die auf der Hand liegenden Unterschiede zu begreifen? Kein rernünf.iger Mensch hätte auch nur den leisesten Anstoß daran genommen, würden die Bachurim ein erweitertes Familienfest veranstaltet und sich daraus beschränkt haben die „Schwächen" derer festzunageln, mit denen sie während des ganzen Jahres in gegenseitiger Liebe und Verehrung zur gemeinsamen Arbeit verbunden sind. Solch ein „Spiel" darf sich mit Fug und Recht ein Pürimspiel heißen. Daß der Purimcharakter verloren geht, daß Scherz, Harmlosigkeit und Frohsinn verschwinden in dem Augenblick, in dem man den politischen Gegner „vormmmt", den man während des ganzen Jahres bekämpft, füllte auch einem Kinde verständlich sein, geschweige den vielen Erwachsenen, die an der Aufführung solchen „Theaters" ein Ergötzen fanden. Um diese Selbstverständlichkeiten zu sagen, verlohnte es sich kaum, die Oeffentlichkeit zu bemühen. Was mir die Feder in die Hand drückt, ist nun allen dings etwas anderes, auf das, soweit ich sehe, in den erregten Debatten der letzten Woche nirgends hingewiesen wurde und was doch der ganzen Diskussion erst einen tieferen Sinn geben könnte. Die Frage nämlich, wieso die Bachurim nun schon zum zweiten Male, gerade auf jene Stoffe verfielen, die ihrer Arbeit während des Jahres personell und ideell so ferne liegen oder aber liegen tollten Diese Frage stellen, heißt sie beantworten. Es stimmt etwas nicht in der Atmosphäre, in der sich das Thora studiuni an unserer Lehranstalt vollzieht. Gewiß, es wird niemand behaupten wollen, daß an der Jeschiwa. politischer Unterricht in einer bestimmten Richtung erteilt wird. Wohl aber wird man nach den jüngsten Erfahrungen mit poch größerer Berechtigung als bisher ruhig sagen dürfen und müssen, datz eine ganz bestimmte Tendenz gleichsam in der Luft, vielen vielleicht sogar unbewußt, hänge; datz dort, wenn auch unausgesvrochen, ein Geist waltet, der den Bachurim instinktiv die Feder führte und sie de'sen versicherte, datz ihr Elaborat einem behaglichen Schmunzeln bestimmter Kreise der Leitung und des Kuratoriums begegnen würde. Woher kommt dieser Geist? Woher die Atmosphäre, kn der „Spiele" wie die gekennzeichneten gedeihen können? Woher das Bewußtsein der Autoren, das „Richtige" und die „Richtigen" getroffen zu haben, die Gewißheit, bei dem Publikum Verständnis zu finden? Ich wäre der Leitung der Jeschiwa und ihrem Kuratorium dankbar, wenn sie diese Frage prüfen wollten. Denn darin wird es eine Meinungsverschiedenheit nicht geben können: die Jeschiwa gehört der Gesamtgemeinde; sie hat nur die eine Aufgabe: Thora zu lehren. Die Partekkämpfe, die sich draußen abspielen, gehen sie nichts an; in ihren Mauern darf davon nichts zu verspüren sein, will sie sich nicht dem Vorwurfe ausletzen, noch andere Zwecke zu verfolgen, als den, den ihr hr unvergleichlicher Gründer Wt und die Gemeinde gesellt haben. Diejenigen Männer, die in erster Linie unserem Heimgegangenen Raw. st A. die Mittel zur Verfügung teilten, das schöiie Heim zu erwerben, hätten und haben, das darf ich als der nahe'Verwandte, der ihre Gesinnung kannte und r\"bnb kennt, in aller Oeffentlichkeit und in voller Ruhe erklären, an dein" letzt--/'und diesjährigen Pürimspiel der Bachurim unserer Jeschiwa keine Freude gehabt:; ... i : ■ Möchten Leitung : und Kuratorium nicht. vergessen; daß die' gesamte Gemeinde/ mit größter Müfwerksamkeit' den. Geist, -Ler än /unserer Jdschiwä herhsHt^ -verfolgt und eipe^Mlärnng qbyeben, dje...Mch.> nüß ijenMKreise ^beruhigend /wirkt, die die EntwiSiung der letzten Jahre mit größter .Besorgnis. hghen.s K •;, a . Frankfurt a. M., 24. MSq. H ein richLifemann. Die großartigste Neuerung seit ./Erfindung des Gasherdes! Braten u. Grillen im eigenen Saft, ohne Begießen, ohneVorkenntnisse, im neuen SENKING - - Gasherd Mod. 1930 Rituelle und Sabbat-Vorschriften werden gern berücksichtigt M E. HAGE & Co. Am Eschenheimer Tor 3 Frau Chawoh Flamm In der Nacht zu nviiri's-r rersch/ed eine wahrhaftige npix Frau Chawoh Flamm, im Alter von 66 Jahren. Frau Flamm, die onain sru» ftammte und Enkelin des „Husiatiner" war, war eine ausgesprochenes nvn und nnva. nntm eine aV n»an und seltene bewandert in IJn und D’em»- und sie war geradezu schöpferisch in den Erklärungen und Belehrungen, die sie von sich gab. Sie zeigte, was das heißt, das Gebot des n ns ranto und nansi erfüllen. Für wvan ->T>n^>n hatte sie grenzenlose Gastfreundschaft. Sie war der Stolz des ihr in diesem Jahre in den Tod vorangegangenen Mannes. Sie scheute keine Mühe, ihre Kinder zu wahrhaftigen Jehudim zu erziehen. Die nanu, mit der sie die heutigen Schnurzen trug, war bewundernswürdig. Möge -"on den Kindern Trost gewähren. rrax:m- Oeffentliche Versammlung im Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens E. V. Am Montag, den 7. April 1930, abends 8'/4 Uhr pünktlich findet im großen Saal des Volksbildungsheims eine öffentliche Versammlung statt. Herr Rabbiner Dr. Neuhaus-Mühlheim-Ruhr spricht über „Der Talmud und seine Geheimnisse". Darauf folgt freie Aussprache. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schluß der Synagoge „Dinim", Herr Dr. E. Posen. — Nachmaittag 3/4 Stunde vor Mincho, Mikro, Herr Dr. Hofmann. — Eine 7» Stunde nach Nacht (ebenso Sonntrg vormittag 8 Uhr), „Gemoro", Herr Joachim Soffer. Sonntag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Mittwoch) im Hörsaal, cm "n, Herr Redakteur S. Schachnowitz. — Vormittag 9^/4 Uhr (ebenso Dienstagabend 6*/-, Uhr Vereinslokal) „Gemoro". Herr R. A. Gerson Posen. (Alle Schiurim wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Donnerstag, 3. April. Helene Apelt geb. Leucht und Ester Swetitzki-Stistung. Freitag, 4. April. Ernst Afcher-Sistung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Schabbos 7'/2 Uhr, Haschkomoh, Schwanenstraße 12, Das Jaumi-Schiur, Herr Herz Halpern, von 12—13, Sonntag von 11—12 Uhr, Montag bis Freitag von 12—13 Uhr, Gelegenheit zum Lernen — täglich von 9—12 Uhr, Schwanenstr, 12. — Gemoroh Bowo Mezio, Vorbereitungsschiur, Dozent: Herr Ch. Liverhant, jeden Schabbos 1st4 Stunden vor Nacht, Schwanenstr. 12. (Dieser Schiur ist der Vorbereitungsschiur zu dem Montags und Mittwochs von 20V2—2172 Uhr stattfindenden Schiur des Herrn Rabbiner Horowitz '"2.) — Kizzur Schulchan Aruch-Schiur, Dozent Herr Louis Kahn, nach Schluß der Synagoge, Schwanenstr. 12. — Tefilloh-Erklärung, Dozent Louis Kahn, nach Beendigung des Schulchan Aruch-Schiurs, Schwanenstraße 12. — Mischnajaus Schiur, Dozent Herr Dr. Hirsch, von 1672—1772 Uhr, Merianstraße, in der Wohnung des Dozenten. Montags und Mittwochs, 2072— 2172 Uhr, Gemoroh Bowo Mezio, Dozent: Herr Rabbiner Josef Horowitz, Schwanenstraße 12. Donnerstag, Mischnajaus Schiur, Dozent: Herr Gerson Schnerb, von 21—22 Uhr, Wohnung Kantstraße 4. Bürostunden der Leitung: Jeden Sonntag, Schwanenstr. 12 von 11—13 Uhr. Außerhalb dieser Stunden nur nach vorheriger telefolischer Meldung beim Vorsitzenden Herrn Hartog Hartogsohn, Ostendstraße 82, Carolus 443 68. Liwjath Chen. Samstag mittag nach Mincho 4.45 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage Vortrag des Herrn Schachnowiß „Der Niffanmond". (Etwas von der Kalenderreform). Jüdische Frauenvereinigüng E. V. Dienstag, nachm. 672 Uhr im Hörsaal, Friedb. Anlaget Arbeitsgemeinschaft Unter Leitung des Herrn Zahnarz, Dr. S. Ehrmann, „Die Sidroh". Gebetzeilen. mj?srnff Freitag. abend 6:20 Samstag 6.45 Samstagmorgen 8.— SaMtagnachmittag 1.— und 4.30 Samstagabend 7.40 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 . Nachmittags 6.30 Tefillin-Legen am Morgen 4.55