Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 11 (13.3.1930)
- Date
- 1930-03-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Frankfurt a. M., den Nr.11 «l|\ Ein Centralorgan für da: orthodoxe Judentum |[0| JJJ Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Ul j rat&oimemeKi ah Juli ILtz-r Dentschland 130 Mark «onaüirH: Auslandr Viertel- Mrpreife (entspre hend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutsch-Österreich: Schilling 6.—; Amerika 1 Dollar; England 4 sh.; ab 1. Juli Frankreich 28 Fr.; Belgien ab 1.7.27. Belga S; Holland 2 fl.; Italien ab L 1.28.18 Lire; Jugoslawien 83 Din.; Litauen 7.8V Lit.; Rumänien ab 1. 7. 27.18V Lei; Polen 4 deutsche Told- «ark zum Tageskurs oder 7 Zloty. Schweiz 6 Fr. Tschecho-Slowakei 28 Kronen; Ungar« Pengo 3 ab 1.Juli 1927; Dänemark 8.60 Krön.; Norwegen8.8V Krön.; Schweden 8.30 Kro». Einzelnummer vierzig Doldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserat» 60 Soldvf. für die stebeugespatt»»» Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bet Stellengesuchen und Familienanzeigen nur 4L Pf. Die 76 mm breite Reklamezeile: letzte Tertfcite 2.— Mk.. vorletzte Tertseite 2.80 Mk.; Ehisfregebühr in Höbe eines dopo. Fernbriefportos. Rabatt «ach Tarif. Bei laufende» Inserataufträgen tartfm. Preiserhöhung jederz Vorbehalt. Jnseratenannahme drMH de- Verlag des Israelit G. m. b. H., Frankfurt a. M., Rechneigrabenstratze 7, Tel. Hansa 21084 sow. durch sämtl. Annoncen-Erved. des In- und Auslands. Alleinige Inserate»»««, für Franlf. Geschäftsanx.: Aul.Schmidt. Langestr. 7, H, Tel. Hansa 28868. 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Und trotzdem oder gerade deshalb will die Mifchna, Adar und Purim zum Symbol der Pakästinafehnsucht, zum Stichwort der Palästinasammlungen machen trVpwn bp i'sr’awa mm mm Der Rauch, der am ersten Nissan von der heiligen Opferstätte zum Himmel aufstieg/hatte zu künden, daß mit Adarende das Schekel-Notopfer der gesamten Nation eingebracht sei. Jahrhunderte lang, in denen es keinen Tempel und keine Opferstätte-mehr gab, wußte man die gesteigerte jüdische tIebefreudigkeit im Purimmonate für das H e i l i g e L a n d auszuwerten. Der halbe Schekel, dein die jüdische Hand, vom jüdischen Herzen.geleckte, vor dem Verlesen des Megilahwunders in den Teller wirft, fand von jeher!den Weg über Länder und Meere zu den alten i Stätten, wo treffliche Männer lernten, beteten oder mit ihren Händen den. heiligen Boden bearbeiteten: ihren Schweiß, und oft genug ihr Blut, wie das beständige Opfer der Nation morgens und abends auch für uns auf dem Al? tür der Gottes- und Heimatliebe niederlegten und ntederlegen. Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel weiß diese heilige Tradition zu schätzen und zu hüten. Ihre Adaraktion in diesem Jahre zeugt, unabhängig von den materiellen Erfolgen, von dem tiefen Verbundensein der Gola mit Erez Jisroel, dem Zusammenklingen von'Millionen jüdischer Herzen, die nach gleicher Richtung gen Osten — p"p nb — schlagen. Wie hoch sich der Obolus der Liebe in Wahlen auch stellen wird, dem moralischen Erfolge darf heute schon ein Wort der Anerkennung und Bewunderung gewidmet werden. Unter der Losung „Für das jüdische. Kind in Erez Jisroel" konnte die P. Z. ihren Freunden und denen, die es werden sollten, einen T ä,t i gkeitsbericht von Tifchri bis Adar 5690 vorlegen, also seit der zweiten Ksnessio Gedaulo bis heute, der zeigt, wie die P. Z. mit den von der Kenessio Gedaulo erhaltenen Impulsen arbeitet. | Wir erfahren über organisatorische Maßnahmen, wie sie die letzten Ereignisse und die in Wien ausgetauschten Erfahrungen als nötig erachten liehen. Die eigene Hilfsaktion der P. Z., die nach der Katastrophe in Palästina eingeleitet wurde und nach Lage der Dinge eingeleitet werden mußte, ermöglichte, Mark 70 000 durch das Hilfskomitee der AgudainErezJisroel an diejenigen verteilen zu lassen, die am meisten geschädigt wurden und von den allgemeinen Verteilungskomitees am wenigsten zu erwarten hatten. Namen wie Rabbiner Sonne n f e l d , Rabbi Z l a tz - kin, Frank usw. dürfen der gesamten jüdischen Welt als Gewähr für eine gerechte Verteilung genügen. Wenn zu den Bewunderern des Hilfswerkes der Agudas Jisroel noch außerdem u. v. m. ein Mann wie Wolfgang von W e i s l, der bekannte Revisionistenführer, gehört, so zeigt das, daß die Ehrlichen im anderen Lager sich von dem wüsten Treiben gegen die Orthodoxie, zu dem leider auch Misrachi zum guten Teile beiträgt, daß Auge für die Wahrheit nicht blenden lasten. Im Mittelpunkte des Hilfswerkes und des Interesses des P a l ä st i n a r e s s o r t s der Agudas Jisroel steht aber nach wie vor das S ch u lu n d E r z i e h u n g s w e r k. Es ist längst von den berufenen Autoritäten anerkannt, daß das Einzige, was wir heute in Palästina tun können, das wäre, uns recht viel Seelengut z u sichern. Die Zukunft Israels im Lande Israel blüht heran oder geht i"n verloren mit dem K i nd e. Das gefetzestreue Schul w e r k in Palästina ist aber heute lediglich eine Geldfrage. Was geschehen konnte, ist geschehen. Die Gehälter der Lehrer und Lehrerinnen in den Agudaschulen wurden restlos ausgezahlt. Das Geld ist*— aus den letzten Fonds — in die Hände derer übergegangen, die sie durch tapfere aufopfernde, geistige Pionierarbeit verdient haben.^. Die Sorge ist geblieben. Wie wird es in der zweiten Hälfte des Jahres mit den fälligen Gehältern werden? Die Antwort wird von der Adaraktion erwartet. Sie wird, — daran zu zweifeln, hieße, an der Opferwilligkeit des jüdisches Volkes und an der Liebe zu Erez Jisroel zweifeln —, befriedigend fein. Hat und unterhält die Agudas Jisroel überhaupt noch Schulen in Palästina? hört man oft fragen. Darauf geben die Ziffern im Bericht Antwort. In Jerusalem besuchen die Aguda-Schulen 560 Knaben und 400 Mädchen, im Ganzen 960 Kinder. In Tel-Awiw zählt, die Talmud Thora - Schule, in deren Rahmen mit Genehmigung der Rabbinen neuerdings auch Englisch unterrichtet Wird, 150 Knaben. Für eine Mädchenschule, die ein schreiendes Bedürfnis ist, wird vielleicht die Adaraktion den ersten materiellen Ansatz schaffen. Vielleicht auch die Möglichkeit der Erweiterung für die Schule in PetachTikwah, die zur Zeit 80 Kinder umfaßt und weiteren hundert Kindern die Tore schließen muß. Petach Tikwah ist schulhistorischer Boden. Bestand doch da das Schulwerk „ N e z a ch I i s r o e l " unter der Leitung von Dr. Moses Auerbach, an das die palästinensische Judenheit voller Sehnsucht wie an die Glanzzeit des alt-neuen kulturellen Jifchuw zurückdenkt. Dieses Bollwerk der. Gefetzestreuen in Palästina muß zurückeroberr werden. In Safed unterrichtete Frl. Nachmann 100 Mädchen, und in T i b e r i a s werden von der gleichen Pädagogin 134 Kinder nach jüdischen und modernsten Prinzipien erzogen. Eine weitere Schule gibt es in Bn^ Brak mit 60 Kindern. Schülpläne in Haifa unä anderswo warten mit Sehnsucht und Spannung auf den Ausgang der Adaraktion —- warten a u f, u n s! . . . ';; Wen die Leiden, Hoffnungen und Erwartungen des Palästina-Schulwerkes der Agudas Jisroel kennen will, der lese das für die Adaraktion zur Verwendung kommende Büchlein „Das Schillwerk der Agudas Jisroel in Erez Jisroel", das Gutachten von den führenden Männern unserer Zeit und einen Aufsatz über palästinensische Schulfragen von Rabbiner I. Horovicz, Jerusalem, enthält. (Gedruckt im Hermon-Verlag, Frankfurt am Main.) Zu den hier genannten Namen kommen 77 deutsche Rabbinen mit einem Aufruf, und in einem zweiten Aufruf, u. a. der „Ctzofez Chajim", Rabbi Chajim Oser Grodzenski, der Gerer und Czortkower Rebbe. Nicht unerwähnt bleibe in diesem Zusammenhang eine künstlerisch ausgeführte Purimadresse, die mit ihrem Bilderwerk und ihrer farbenfrohen Graphik dem Sammelwerke in Palästina selbst gewiß beste Dienste leisten' wird. Die Palästina-Zentrale hie und dort hat alles getan, um die in den Purimtagen opferaeftimmten jüdischen Herzen für Palästina und das jüdische Kind in Palästina zu entflammen. Es gehört ein gewaltiger Optimismus dazu, heute in Palästina alte Positionen erhalten und neue schaffen zu wollen. Der Optimismus hat aber