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Der Israelit · 1930-02-27 · Heft 9 (27.2.1930) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 9 (27.2.1930)
Date
1930-02-27
Page
– (sequence 23)
Language
German
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I 27. Februar 1930 D et Israelit Blätter Nr. 5. Seite 3 ziehungswerk in Erez Jisroel die intensivste und hingebungsvollste Arbeit zu widmen. In einer Zeit, in der auch in anderen Kreisen davon gesprochen wird, daß Erez Jisroel in erster Lime als Kulturzentrum des jüdischen Volkes auszubauen ist, bedarf es wohl nicht des Hinweises, auf die allgemeine Uebereinstimmung der Meinungen bei der Kenessio Gedaulo, daß in der Erziehung der Jugend' der Schwerpunkt der agudistischen Tätigkeit liegen müsse. Mit unsäglicher Mühe und Anstrengung ist es gelungen, die Gehälter der Lehrer und Lehrerinnen in unserem Schulwerk seit der Kenessio Gedaulo bis zum. heutigen Tage restlos auszuzahlen. Die zermürbende, nervenaufreibende Sorge der Palästina- Zentrale ist aber damit natürlich solange nicht behoben, solange man sozusagen gezwungen ist, „von der Hand in den Mund" zu leben, solange tagtäglich mit banger Sorge die Eingänge beim Postscheck geprüft werden müssen, ob die Möglichkeit besteht, auch in diesem Monat das äußerst geringe Existenzminimum den Lehrern zu gewähren, denen in ihrer idealen Hingabe für ihr heiliges Amt wahrlich nicht zugemutet werden kann, zu hungern und zu frieren. Noch sind sich die agudistischen Massen ihrer Verantwortung hierfür nicht bewußt, noch fehlt es an Mäcenen, die mit einer einmaligen, größeren Summe auch nur die Aufstellung eines geordneten Etats ermöglichen, noch fehlt es an der selbstverständlichen Erkenntnis, daß ein jeder Agudist zumindest einen kleinen Betrag allmonatlich regelmäßig diesem Schulwerk zuführe. Ob auch in der zweiten Hälfte des Jahres es möglich sein wird, die Gehälter auszuzahlen, die Kinder zu speisen, das hängt iner st er Linie vom Erfolge der Adar-Aktion ab. Als Fortschritt auf dem Gebiete des Schulwerkes innerhalb der Berichtsperiode ist im einzelnen folgendes zu berichten: In Jerusalem ist für die eine unserer sephardischen Bene-Zion- Schulen, welche 130 Kinder mit 6 Lehrern umfaßt, ein neue Lokal gemietet, da die hygienischen Verhältnisse dies zur gebieterischen Pflicht machten. In einem der Gebäude der Mädchenschulen wurden aus demselben Grunde wesentliche Renovationen vorgenommen. Die Zahl, der unsere Anstalt besuchenden Kinder in Jerusalem beträgt in den Knabenschulen 560, in den Mädchenschulen 400, im ganzen 960 Kinder. In T e l - A w i w konnte erfreulicherweise eine neben der Schule der Agudas Jisroel bestehende Talmud Thora mit dieser vereinigt werden, so daß. die Schule dort nunmehr 150 Knaben umfaßt. Es wird ferner unter den^ Kuutelen, die von Rabb. Sonne n f e l.d und den anderen rabbinifchen Autoritäten genehmigt wurden, zum ersten Male auch die Möglichkeit gegeben, in Tel-Agr iw im Rahmen unseres Schulbetriebes, die englische Sprachezu erlernen. Eine Mädchenschule in Tel-Awiw gehört zu den dringendsten Erfordernissen, konnte aber aus Mangel an. Mitteln nicht eingerichtet werden.' Die Schule irr-,. Petach-Tikwo mit 80 Kindern erfreut sich allgemeiner Sympathie der Kolonie, die sich auch in der Gewährung einer kleinen Subvention äußerte, welche von Seiten der Kolonialverwaltung der Schule gewährt wird. Eine Erweiterung dieser Schule ist eine unabweisbare Notwendigkeit, weil mehr wie das doppelte der jetzigen Schülerzahl gern die Schule besuchte, wenn die Möglichkeit hierzu gegeben rpäre. Hier wäre es vor allem Ehrenpflicht dre Orthodoxie, das einstens so blühende Schulwerk erneut erstehn zu lassen, welches von Herrn Dr. Moses A u e r b ach unter dem Namen „Nezach Jisroel" in der Vorkriegszeit ins Leben gerufen wurde und welches noch heute als vorbildliches Muster für orthodoxe Schulen in den Kolonien in Erez Jisroel gelten darf. In S a f e d hat unsere Mädchenschule stark durch die Pogrome gelitten. Wir bemühen uns allmählich, den Wiederaufbau vorzunehmen. Gerade in Safod war in der Schule mit ihren über 100. Mädchen dank der zielbewußten Leitung von Frl. N a ch m a n n no chim Juli v. Js. ein innerer und äußerer Aufstieg zu registrieren, als jäh der entsetzliche Pogrom die auswärtigen Lehrerinnen von dort vertrieb, so daß wir auf die einheimischen Kräfte angewiesen sind. T i b e r i a s. Frl. N a ch m a n n hat, nachdem sie Safed verlassen mußte, nunmehr die Reorganisation der Mädchenschule in Tiberias mit gutem Erfolge vorgenommen. In einem Kindergarten, vier Schulklassen und einer Nähschule werden 134 Kinder nach modern pädagogischen Prinzipien unterrichtet. Es konnte im Laufe der Berichtszeit für die vier Bolksschulklasien ein neues Schulgebäude erworben werden. Aerztliche Untersuchung der Schülerinnen, Fachkurse für die Lehrerinnen und geordneter Schulbetrieb, sind Erfolge, die Frl. Nachmann schon jetzt zu verzeichnen hat. In der Kolonie B n e Berak ,konnte der Schulbetrieb mit seinen 60 Kindern 'aufrechterhalten bleiben, doch das Ersuchen p e r Ko lonie-Berwaltung um Vergrößerung muß t e eb en s o z u r ü ck g e - stellt werden, wie wir leider genötigtwaren, die Einrichtung einer Schule in Haifa solange zu verschieben, bis das Ergebnis der Adar- Aktion zu übersehen ist. Die Geldsendungen der Palästina-Zentrale für das Schulwerk betrugen im Laufe der letzten fünf Monate M a r k 3 2 7 5 0.—, hierzu kommen noch die Unterstützungen durch den Joint und die direkten Ueberweifungen aus den einzelnen Landesorganisationen nach Jerusalem. iv. Wirtschaftliches. Hier ist auf den Bericht zu verweisen, welchen die Palästina-Zentrale bei der Kenessio Gedaulo gegeben hat. Die projektierte Reise von Herrn N u ß b a u m zur Ausarbeitung eines Planes für die Kolonisierung für Machane Jisroel ist für Monat März vorgesehen. Ein großzügiger Plan für die Einrichtung einer Milchwirtschaft wurde der Palästina - Zentrale von Herrn Braun aus A f u l e vorgelegt. Interessenten hierfür wurde bereits in der slowakischen, deutschen und schweizerischen Landesorganisation gefunden. Dank dem Entgegenkommen des ,> Pale st i n e L l o y d " konnte die rituelle Verpflegung auf den Palästina-Schiffen dieser Linie derartig eingerichtet werden, daß nunmehr ohne Bedenken wir diese empfehlen können. Ein kurzes Merkbüchlein hierüber wurde von der Palästina-Zentrale ausgearbeitet und steht Interessenten zur Verfügung. Die Palästina-Zentrale ist sich dessen bewußt, daß dieser Bericht nicht ausschließlich ein Tätigkeitsbericht, sondern auch im gewissen Sinne ein Untätigkeitsbericht ist. In einer Zeit, wie der heutigen gilt es ja doppelt zu beweisen, daß, unabhängig von allen politischen Konstellationen, die Mizwa von Jischuw Erez Jisroel, die Sorge für die Erziehung der Jugend im Heiligen Lande zu den Aufgaben eines bewußten Juden gehören; gegenüber dieser gewaltigen Aufgabe ist nur geringes Stückwerk geleistet worden. Die hingebungsvolle Mitarbeit an der Adar-Aktion durch eines der folgenden Postscheckkonten: 71t. 53 900 Frankfurt a. 2H. der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Nr. 67144 Berlin (Dr. Aloses Auerbach für palästinaschulen der Agudas Jisroel), Nr. viii/12 017 Zürich der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. LeUfähe für die Adar-Aktion 5690 der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Die Orts- und Iugendgruppen werden ersucht, die künstlerisch ausgeführten Kupons zu Gunsten des Erez Jisroel-Schulwerkes zu vertreiben. Kuponhefte mit je 50 Quittungen stellen wir zur Verfügung. . Den Alädchengruppen sind besonders die Kupons zu Gunsten unserer Beth Jakauw-Schulen in Erez Jisroel zu empfehlen. Jeder Sammler und jede Sammlerin, - welche mindestens 50 Mark auf diese Weise aufbringen, können sich an unserem diesjährigen „Preisausschreiben" beteiligen. Für Kinder sind eigene Sammeltäschchen mit dem Aufdruck eines Gedichtes von uns zu beziehen. Wir bitten, diese reichlich anzufordern. Die Herren Rabbiner und Lehrer der Gemeinden bitten wir, in ihren Predigten und Vorträgen auf die Bedeutung des Schulwerkes in Erez Jisroel hinzuweisen. Die Vorstände der Gemeinden ersuchen wir, die am Sabbat Schekolim geschnoderten Thoraspenden/für unser Schulwerk zu bestimmen, während die Machazis Haschekel-Gelder an die Deutsch-Holländische Palästina - Verwaltung (Pekidim en Amarcalim) abzuführen s i n d. Wie in den Vorjahren haben wir auch in diesem Jahre hübsch ausgeführte Geschenkkarten, die für Schlachmonausablösungen dann verwendet werden können, wenndergesetzlich gebotenen Schlachmonaus- ^p f l i ch t g e n ü g t i st. Diese Schlachmonaus-Ablösungskarten werden von der Palästina-Zentrale an aufgegebene Adressen so abgesandt, daß sie rechtzeitig zu Purim im Besitze der Empfängersind. -Karten sind in dreifacher Ausführung a Mk. b 5.— und Mk. 10.— in beliebiger Anzahl von uns zu beziehen; der Text lautet: Schlachmonaus-Ablösung zu Purim Im Aufträge von Herrn — Frau wird auf den Namen von Herrn — Frau zwei Wochen ein Kind in Erez Jisroel unterrichtet, gespeist ichd gekleidet. Mit herzlichem Purimgruß Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Die große Nachfrage nach der humoristischen Purimzeitung „Die Purim-Sudo" veranlaßt uns, Interessenten zu bitten, die Zeitung frühzeitig zu bestellen. Bestellungen können direkt bei der Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., jeden Leser dieses Berichtes könnte es ermöglii Schwanenstraße 12 wie auch bei allen Gruppen chen, daß der nächste Bericht größere Erfolge auf-,gemacht werden. Der Preis betragt 75 Pfg. bel ---- -- - - ' i Bezug von mindestens 25 Exemplaren gewahren wir 20 Prozent Rabatt. Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. zuzählen hat. In diesem Sinne ist jeder Agudist ersucht, an dem zukünftigen Bericht mitzuarbeiten und zwar durch Schreiben eines Postschecks auf

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