Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 71 (1930)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1930)
- Date
- 1930-02-27
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 2. Nr. 5 D er Israelit Blätter 27. Februar 1930 d a n, Jacob R o s e n h e i m, sämtlich in Frank furt a. M. Eine zweite, bedeutsame Erfahrung, die aus den Besprechungen bei der Kenessio Gedaulo gewonnen wurde, war die, daß die Palästina-Zentrale (wie überhaupt auch die übrigen Ressorts der Agudas Jisroel) dringend solcher Persönlichkeiten bedarf, welche hauptamtlich für sie tätig sind. Bei aller Hingabe der Mitglieder der Exekutive und der Zentrale ist doch der Umstand, daß sämtliche Mitglieder dieser Gremien ehrenamtlich arbeiten, eine starke Hemmung für die Jntensivität und Ausbreitung der Organisation. Es ist angesichts der heutigen wirtschaftlichen Lage niemand, der ehrenamtlich arbeitet, zuzumuten, daß er große Reisen unternehme und den Kontakt der einzelnen Landesorganisationen miteinander aufrecht erhalte. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, haben sich, zunächst versuchsweise, folgende Herren zur Verfügung gestellt: Josef A p - pelbaum für Beßarabien, A. Stenzel für Oesterreich, M. Schwarzmann für Polen und Julius Rothschild für Westeuropa. Selbstverständlich wird es die Unterstützung der einzelnen Orts- und Ju gendgruppen finden. Es wird sich nunmehr her ausstelle-rö, ob in der Tat lediglich diese personelle Frage die Ursache für die Jnaktivität der einzel nen Ortsgruppen war. Die Bildung eines abschließenden Urteils war infolge der Kürze der Zeit noch nicht möglich. In dankenswerter Weife haben auch einzelne Landesorganisationen aus sich heraus Persönlichkeiten gesucht und gefunden, die sie in der Erez Jisroel-Arbeit unterstützen. Wir nennen hier vor allem die Palästina-Zentrale in K o l o m e a (Ostgalizien), welche in vorbildlicher Weise ein Netz von Vertrauensleuten geschaffen hat und dadurch die übrigen Telle der polnischen Landesorganifationen bei weitem übertrifft. Auch die belgische Landesorganisation muh in diesem Zusammenhang besonders hervorgehoben wer den. Auch die schweizerische Palästina- Zentrale, unter Leitung von Herrn H e i s e l - beck, leistete vorbildliche Arbeit, während leider die holländische Landesorganisation in Beziehung auf Palästina-Arbeit völlig versagte. Auf dem Gebiet des Schulwesens ist dies begreiflich diesen Herren nur dann möglich sein, eine frucht-! und entschuldbar, weil eine selbstverständliche bringende Tätigkeit auszuüben, wenn sie überall \ Rücksichtnahme aus die Pekidim und Amarkalim Palästina-Centrale der Agudas Jisroel SreisausscftreiSeii! Jeder sich in den Dienst der Adar-Aktion stellende Sammler, der mindestens RM. 50.— zu Gunsten unseres Schulwerkes sammelt, sei es durch Vertrieb unserer Coupons oder durch freie Sammlungen, kann sich an.der am 5. Nissan 5690 (3. April 1930) stattfindenden Verlosung beteiligen. Der Sammler hat folgende Bedingungen zu erfüllen: Bis zum 2. Nissan (31. März) müssen mindestens RM. 50.— als Sammelergebnis im Besitz der Palästina-Centrale sein (durch Überweisung auf das Postscheckkonto der Palästina-Centrale der Agudas Jisroel Nr. 53900 Frankfurt a. M. oder durch Vermittlung der für ihn zuständigen Gruppe). Die Palästina-Centrale stellt dem Sammler hiergegen eine numerierte Empfangsbestätigung aus, die ihn berechtigt, sich an der unter Aufsicht eines Notars stattfindenden Verlosung zu beteiligen. Er eise bei einem Sammelergebnis von: N M IX x x Kl Kl X M XI m K xi mindestens RM.100.— 1. Preis: Eine Reise nach Erez Jisroel. (Schiffskarte für Hin-und Rückfahrt incl. Bett und Verpflegung) Sobald für die Auslosung des 1. Preises mehr als 100 Sammler in Betracht kommen, wird als 2. Preis: ebenfalls eine Reise nach Erez Jisroel zu den gleichen Bedingungen ausgesetzt. mindestens RM» 75,— 3. Preis: 500 Palästina-Cigaretten 4. Preis: 1 Kiste Jaffa-Orangen 5. Preis: 1 handgravierte Challoplatte 6. Preis: 1 silbernes Challomesser 7. Preis: 1 Sederwaschgamitur 8. Preis: 6 Flaschen Palästinawein. 9. Preis: 1 silberner Kidduschbecher 10. Preis: 1 11. Preis: 1 12. Preis: 1 13. Preis: 1 silberner Mauziteller Hawdolo-Garnitur Chanukkaleuchter Mazzokorb mindestens RM. 50.— 14. Preis: 1 Paar silberne Tallisschließen 15. Preis: 1 silberner Bleistift 16. Preis: 1 elektrische Stehlampe 17. Preis: 1 Oellämpchen 18. Preis: 1 Hawdolo-Kerzenhalter 19. Preis: 1 Ascher mit Kerzenhalter 20. Preis: 1 Misrach 21. Preis: 1 Buch „Belehrung u.Mahnung" von Dr. S. Breuer s. A. 22. Preis: 1 Paar Reiseleuchter 23. Preis: 1 Sukkohängevase 24. Preis; 1 Sukkohängevase 25. Preis: 1 verschließbarer Korken XI W X M M XI X M X X X IXI m Ni I n es verlangt, daß deren bisherige Einnahmequellen nicht unterbunden werden; wie auch in Deutschland mit Nachdruck von Seiten der Palästina-Zentrale darauf hingewiesen wurde, daß beispielsweise ln der Adiar-Aktion die Machazis-Haschekel-Gelder der „Deutsch-holländischen Palästina-Verwaltung" zu überweisen sind. Doch war es in Holland trotz aller Bemühungen nicht möglich, für die Hilfsaktion eine agudistische Sammlung vorzunehmen oder auch nur einen Bruchteil der durch die Aguda gesammelten Gelder dem agudistischen Hilfsfond zuzuweisen, es wurden vielmehr alle Gelder dem zionistischen Fond überwiesen. Im Gegensatz hierzu ist als besonders erfreulich die Tatsache zu bezeichnen, daß in Litauen trotz des Mangels einer straffen, festgefügten organisatorischen Grundlage^ dank der hingebungsvollen Tätigkeit einer Reihe rabbinischer Führer für unsere Erez Jisroel-Arbeit relativ viel geleistet wurde. .Auch in der Tschechoslowakei wurde für die Hilfsaktion viel geleistet, während das eigentliche Schulwerk bis jetzt zwar nicht ganz vernachlässigt, aber nicht im genügenden Maße gefördert wurde. Indessen sind au chdort Ansätze einer verstärkten Tätigkeit zu verspüren. Der Kontakt mit. den einzelnen Landesorganisationen und Vertrauensleuten wurde von Seiten der Palästina-Zentrale durch Versendung von Mitteilungen über die hauptsächlichen Vorgänge mindestens monatlich einmal — aufrecht erhalten. n. Hilfsaktion. Naturgemäß bildete direkt nach der Kenessio Gedaulo die Hilfsaktion für die Pogrom-Opfer in Erez Jisroel die Haupttätigkeit der Palästina- Zentrale. Leider waren es ja gerade die der Aguda nahestehenden Kreise in Erez Jisroel, die am meisten unter den Pogromen gelitten haben. Auch die indirekten Folgen der Pogrome, die wirtschaftliche Verelendung und die durch die allgemeine Hilfsaktion so stark reduzierten normalen Eingänge für Thora-Institutionen, haben gerade die religiösen und philantropischen Anstalten des alten Jifchuw am meisten in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Hilfsaktion der« Aguda konnten über M a r k 7 0 0 0 0 — durch unser Hilfskomitee in Erez Jisroel verteilt werden. Dieses Hilfskomitee, welches auf Initiative der Kenessio Gedaulo,. im Einvernehmen mit der Palästina-Zentrale in Erez Jisroel gebildet wurde, besteht aus den Herren: Rabb. Sonnenfeld, Klatzkin, Frank, Bernte i n , E p st e i n , Rabb. Horovicz, in I er u s a l e m; Rabb. Kliers, Tiberias, Rabb. Silber mann, Tel-Awiw, Rabb. e i n g o t t, S a p h e t. Einige andere Herren verteilen im Aufträge dieses Komitees in gerechter, von den Herren Räbbinen eingehend geprüfter Weife, die Hilfsgeldör. Däs° Komitee ist selbstverständlich noch heute'in Tätigktzit, da-ja die Not ganz besonders bei den Angehörigen der verschiedenen Thoraanstalten -leider noch immer nicht aufgehört hat. Erfreulicherweise ist die Tatsache zu konstatieren, daß die Tätigkeit der Agudas Jisroel in Erez Jisroel auch in politischer Beziehung dazu geführt hat, daß in letzter Zeit, seit der Kenessio Gedaulo die üblichen Anrempelungen von zionistischer Seite verstummt sind, und einer besseren Erkenntnis über die uneigennützige und sachliche Tätigkeit der Agudas Jisroel, wenigstens vorläufig, zu weichen scheinen. Es ist beispielsweise nicht uninteressant, daß der reviionistische Führer, Wolfgang von Weißt, es für seine Pflicht hielt, dem Verhalten der palästinensischen Aguda während und nach den Pogromen in seinen Vorträgen uneingeschränkte Anerkennung auszusprechen. Daß diese Anerkennung nicht etwa auf Kosten von j Prinzipien erkauft wurde, dafür bürgen die Persönlichkeiten, welche an der Spitze der Agudas Jisroel stehen. in. Schulwerk. Nach wie vor hat die Palästina-Zentrale es als ihre heiligste Pflicht betrachtet, ihrem Er-