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Der Israelit · 1930-02-27 · Heft 9 (27.2.1930) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 9 (27.2.1930)
Date
1930-02-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Frankfurt a. Ü7l., den 27. Februar 1930 29. ^chcbat 5690 0k Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Nr. 9 Ävorrnemrnt ab Juli 1-^9: Deutschland l.30 M »rk monatlich: S n s 1 a n d: Bterreljahrprpfle (entsprechend dem deu"^«n Inlandspreis zuzüglich Koste« des Ttreifband-Ber« fandet) Deutsch-Üfierretch: Schilling 8^-; Amerika 1 Dollar; England 1 sh.; ab 1. Juli Franlret - 38 Fr.; Belgien ab 1.7. u. Belga 5: Holland 3 fl.; Italien ab l. > 38.18 Lire; Jugoslawien ö6 Din.; Litauen 7.50 Lit.; Rumänien ab 1. 7. 37. ISO Lei; Polen 4 deutsche Doldur«rrk züu, Tägeskurs oder 7 Zloty. Schweiz 8 Fr. Tkchecho-Slowakei 38 Kennen: Ungarn Pengö 8 ab I.Jult 1837; Dänemark 8. SV Kro».; Norwegen 8.50 Krön.; Schwede» Soll Krön. Einzelnummer vierzig Boldabu riae. Der Israelit erscheint jeden Donnerst«» Inserat» 80 Toldpf. für die flebengesralten» Nonpareille-Zeile. Abonnenten »ahlen bet Stellengesuchen und FamMenanzelge» nur 40 Pf. Die 78 nun breite Reklamezei't: letzte Tertseite 3.— Mk., vorletzte T^tlfeite 3.50 Mt.; Thiffregebühr in LS'ie eines top. Fernbriefportos. Rabatt nach Ta> if. Bei laufenden Jnserataufträgen tarifm. Preis»'böhimg jede«. Vorbehalt. Jnieratenannahme durch de« Verlag des Israelit E. m. b. tz>. Frankfurt a. M.. Rechnetgrabenstrabe 7, Tel. Hansa 8843 gw. durch sämtt. Aunoncen-Mwed» des In- «nd Auslands. Alleinige Jnkeratenan». für Franks, eschäftsant.: 9nt Schmidt, Sgtqeftr. 7, H, Tel. Hansa 4841. Platzvorichr. ohne Verbindlich!, Zahlungen direkt ^an den Verlag auf Postichecktvnto Frankfurt iWain) itr. 18803. — Aaberdem an: Por»svark"'le Wien Nr. 79805. — Poftsparkaisenamr Budapest Nr. 18434. — Postscheckkonto . Warschau Nr. 190757. — Postscheckamt Zürich Nr. Vlll 73^ — Jnkaflo-Bank Rotterdam — Postscheckamt An st -rd « Uv. 34889 — Böhmische Unionbank in Prag — ö-rne» Illarmmosed Lland & Co, ht Bukarest - Filiale des Wiener Bankvereins i« Aaram. — Der D-rtchtsstandkür alle aus Abonnements od r ins Inseraten nch ergebende» Zahlunasvervfltchtunge« ist Frankfurt a- M. Die Kalenderreform und ihre Gefahren. Unsere Leser sind durch wiederholte ausführliche Aufsätze in den Spalten des „Israelit" über die seit Jahren nicht ruhenden Bestrebungen zur Reform des geltenden Kalenders durch Einschaltung von Blankotagen unterrichtet. Es sind fast 5 Jahre her> daß das Kalenderreform-Komitee des Völkerbundes eine Kommission führender rabbinischer Persönlichkeitien anhörte, der von Seiten der A g u d a s I i s r o e l Oberrabbiner Für st - Wien' und Oberrabbiner Dr. Lewe n st ei n - Zürich angehörten, und an der ferner die Herren Oberrabbiner L e v i-Paris, Chief-Rabbl H e r tz - London und Mr. Lucien Wolfs- London teilnahmen. Damals gelang es wenigstens, zu erreichen, daß das Spezialkomitee des Völkerbundes in feinem Berichte erklärte, die öffentliche Meinung sei auf die Kalenderreform noch nicht genügend vorbereitet.' Inzwischen hat jedoch die. Propaganda für diese Reform.bedeutende Fortschritte gemacht^ und insbesondere in Amerika Erfolge erzielt. Demgegenüber haben sich die: fünf oben genannten Herfen Pabbinen zu einem „I ü d i sch e n K o m i^t e e b ei r e f f s K a l e n d e r r s f o r m " zusammengeschlössen, dessen Sekretariat von Herrn. Dbertahhiner Dr. L e w e n st e i n - Zürich geführt wird. . Dieses Komitee wendet sich soeben mit einem ausführlichen RundMxAhtznanv/a f le Ra b b i n e r d e x Z^^M^MWWMMf^WGMDstnpe^tion aller an der Erhaltung des Säb'bats- MerMier.-. ten Juden herbeizuführen, in der die großen moralischen und.materiellen Schäden einer Durchbrechung. der seit Jahrtausenden geltenden 7 Tage-Woche mit ihrem , festen Sabbat zur Folge haben wird. Die. Broschüre gibt eine sachliche und instruktive. Uebersicht über die hauptsächlichen Begründungen, hie für die Einführung eines neuen bürgerlichen Kalenders mit Blanko-Tagen geltend;gemacht werden, über -die Aussichten der ganzen Prypagandgmnd über die Gefahren, die im "Aaste des- Erfolges dem fabbattreuen Judentum drohen. Wir geben diese Auseinandersetzung zunächst ohne Kommentar im folgenden wieder. ' V '; . i. . - -. H a upts ä chl i ch e V e gründun g e n fü r d i e. E in!f ü h r ü.n g ei n e s neuen b ür - g erlichen Ka l e nd e r s mit Blanko-Tag. Sowohl von wissenschaftlicher als von korm merzieller und industrieller Seite wurde: schon während der letzten 20 Jahre in Kongressen, die zu dem Zwecke einberusen waren, daraus hingewiesen, daß der heutige bürgerliche Kalender als ungenau und unpraktisch bezeichnet werden muß. Ungleich ist nämlich die Zahl der Tage in den verschiedenen Monaten, ungleich ist die Tageszcchl in den verschiedenen Jahren. Februar hat 28 oder 29 Tage, fünf andere Monate des Jahres zählen 30 und die übrigen sechs Monate 31 Tage. Dreimal nacheinander zählt das Jahr 365 und das vierte Mal 366 Tage. Dadurch sind auch die Vierteljahre und Halbjahre von ungleicher Länge. Ebenfalls sind der A r b e i t s tage in den. verschiedenen Monaten weniger oder mehr, je nachdem es im Antznrg,eines. MgIats eMn Sonntag gibt oder mH. Üeberhaüpt ist in einem Zyklus von 28 Jahren kein Jahr einem anderen genau gleich, da es durch die vierjährige Einführung eines Schaltjahres 28 Jahre dauert, bis das gleiche Datum eines Monats stets wieder auf den gleichen Tag der Woche, fällt. .Diese Tatsachen führen zu Nachteilen und Schäden, die sich vor allem fühlbar machen in Großbetrieben der Industrie und des Handels. Es ist nämlich nicht möglich, einen Vergleich über monatliche und vierteljährliche Arbeit, Einnahmen und Ausgaben, anzustellen ohne Anfertigung von Ausgleichstäbellen, wozu besondere Büroarbeiten, nötig, sinh. ... . Wenn der letzte Tag eines Monats auf einen Sonntag, fällig muß? der Monatslohn . bereits Samstags ausbezahlt werden. Dazu kommt, daß bei Zinszahlungen die^ Banken das Jahr mit 360 Tageu^im ReHtung stellen. Für di^ Feststestvng der Daten von Gerichtssitzungen, udministrätivm Versammlungen. Jahrmärkten usw. müssen jedes. Jahr neue Bestimmungen! getroffen werden, da sowohl der Sonntag als die Festtage ein bestimmtes Monatsdatum verunmöglichen. Alle diese ökonomischen. Nachteile können in Wegsall geraten, wenn vor allen Dingen nicht nur jedes Jahr, sondern auch jeder Monat eine konstante Zahl von Arbeitstagen! . aufzuwe'sen hat. Dieses ist aber nur möglich' wenn das Jghr aus genau 52 Wochen vorr 7 Tagen besteht und der 365. Tag ein Ertrata-g wird, derkeinenRamen von einem der 7 Wochentage trögt und der überhauvt nicht als Arbeitstaa. rnitgerschnet wird tBlänko-Taq.) Ineinem Schältiabr würde am Ende iroend eines Monats des Jahres noch ein solcher Blanko-Tag hinzuzufügen sein. Das Jahr 1933, das mit einem Sonntag anfängt, würde sich schon dazu eignen, einen Anfang mit diesem reformierten Kalender zu machen, da dann immer weiter der 1. Januar auf einen Sonntag fallen würde. Statt in 12 Monate müßte das Jahr in 13 Monate eingeteilt werden, da dann jeder Monat 4X7 Tage zählen und der Letzte eines jeden Monats immer auf einen Samstag fallen würde. Allerdings gibt es eine Strömung, die die Einteilung des Jahres in 13 Monate ablehnt, jedoch die Reform mit Blanko-Tag ebenfalls für notwendig erachtet, um wenigstens bei entsprechender Abwechslung von 30- und 31tägWn Monaten vier gleiche Vierteljahre von je 13X7= 91 Tagen zu erhalten, die die gleiche Zahl Arbeitstage aufweisem D i e A u s s i chf e.n ö e r Vorschläge e i n e r Kalende r r e s o r m o h n e B l an ko-T a g. Es gibt drei.solcher Vorschläge. Der eine rücksichtigt wohl biö Aenderung der Tageszahl in den verschiedenen Monaten'!,'" ury, wenigstens durch drei Vierteljahre von je . 91 Tagen und ein Vierteljahr von 92 Tagen (im . Schaltjahre 9A). ., soviel wie möglich Regelmaß in den alljährlichen Vierteljahren herzustellen, kommt, aber der Hauptforderung, daß jedes Monatsdatum, oder wenigstens jedes Vierteljahresanfangsdatum, immer auf den gleichen Wochentag fallen soll, gar nichb entgegen. Der zweite Vorschlag kommt dieser Forderung wyhl entgegen. Es soll das Jahr 364 Tage zählen, und da nach je vier Jahren doch fünf Tage nachzuholen wären, soll jeweils nach 6 oder 5 Jahren eine Schaltwoche dem Jahre hinzugefügt werden. Der dritte Vorschlag geht auch davon aus. daß das Jahr 364 Tage zählen soll. Jedoch soll alle 22 oder 23 Jahre, indem das Jahr überhaupt in 13 Monate emgeteilt werden soll, ein. Schaltmonät von 28 Tagen eingefügt werden. Ob der erstgenannte Vorschlag, der in einer großen Reihe von Varianten von verschiedensten Seiten vorliegt, Aussicht hat - durchzüdringen, läßt sich beute noch -nicht mit Bestimmtheit verrieinen. Wenn die römisch-katholische Kirche und auch alle sonstigen. ' christlichen Kirchengenossen- ^schaftM sich gegen den -Bkanko-Tag ausgesprochen j hätten oder aussprechen würden, würde dieser > Vorschlag in allen seinen VarianteNi schon ernster I geprüft worden sein. Aber die Anhänger der

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