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Der Israelit · 1930-01-23 · Heft 4 (23.1.1930) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 4 (23.1.1930)
Date
1930-01-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 4 Der Israelit 23. Januar 1930 Lhanukkafeier der Bekh-3akob-§chule. Ein vollbesetzter Saal im „Bayrischen Hof" lohnte am 30. Dezember abends 7 Uhr die viele Arbeit und Mühe der jungen Veranstalterinnen der Chanuckafeier der Beth Jakob-Schule. In der ersten Nummer erfreuten unsere kleinsten die Gäste durch ein allerliebstes Vegrützungslied nach der Melodie „Moaus zur Jeschuafi", ferner konnten sie kn dem kleinen herzigen Stückchen „Die Chanuckapuppe" so recht ihrem kindlichen jüdischen Sinn Ausdruck geben. Nun folgte ein entzückender Kinderreigen. Wie da die Bäckchen glühten, und manche Mutter voll Stolz auf ihren Sprößling blickte! — FU. Frieda Steiner, die sich einen besonderen Verdienst um das Gelingen des Festes erworben hat, trug jetzt ihren selbstverfaßten Prolog vor, aus dem der wahrhaft jüdische Geist sprach, der das Wesen der Beth Jakob-Schule durchzieht. Außerordentlich gut und mit wahrer Begeisterung rezitierlte dann Frl. Schechter einige Gedichte von Morris Rosenfeld. — Zwei Schülerinnen der Fortbildungsklasse, P i n - ter und Presser, entzückten alsdann das Publikum durch einen reizenden Phantasletanz, den sie mit besonderer Anmut ausführten. — Jetzt gab Frl. Feldheim einige Lieder zum Besten, aus dem Klavier begleitet von Frl. Sternfeld, di: Hervorragendes hierin leistete. Diesen künstlerischen Genüssen folgte jetzt eine kleine Pause, während welcher reichlich den seitens vieler Gönner und Gönne i.meu in dankenswerter Weise gespendeten Leckerbissen zugesprochen wurde. Der zweite Teil nahm seinen Anfang mit Frl. K o h n s herrlichem Klavierspiel, und zwar dem entzückenden Ständchen von Richard Strauß Baß. Nun kommen wir zu Frl. Edith Glasers herrlichem Violinspiel, und es ist zu bewundern, mit welchem Temperament und welcher Charme sie den Csardas spielte. Ein Stück nach dem andern mußte sie zugeben, und wahrhaft meisterhaft paßte sich Frl. K o h n mit ihrem Klavierspiel an. Beth Jakob war es sogar gelungen, Frl. Gertruds Kraus für diesen Abend zu gewinnen. Ein nicht endenwollender Applaus und Hoch-Hochrufe zwangen sie immer und immer wieder aus die Bühne. Als Letztes folgte nun ein kleines Stück, von Damen der Benoth-Gruppe aufgejührt, „Der Weg der Treue", und paßte dieses Stück seinem Inhalte nach ganz besonders gut in den Rahmen der Beth Jakob-Bewegung. Die Darstellerinnen, Frl. Jetti Goldschmied, Genia Presser, Relly B a r b a s ch und Sopherl Klein, verstanden es glänzend, sich in ihre Rollen hineinzuversetzen und ernteten reichen Beifall. Besonders sei hier noch die entzückende schelmische Conferencier Frl. £ ali Wittlin erwähn!, die in launigen Versen, gedichtet von Frl. Frieda Steiner, das Publikum von Nummer zu Nummer auf das Kommende vorbereitete. Um 10,30 Uhr war nunmehr das reichhaltige Programm zu Ende, und ich glaube wohl, daß ein jeder vollauf befriedigt nach Hause gehen konnte. Den jungen Veranstalterinnen, die so von Beth Jakob-Geist erfüllt sind, gebührt ein besonderer Dank, und wollen wir ihnen nur von Herzen wünschen, daß sie diesen Weg, den sie so vortrefflich eingeschlagen haben glücklich vollenden mögen. Auch den leitenden Pe.smlichkeiten im Damen-Komitee, Frau Rabb. T w e r s k y , Frau Bella Schlesinger, Frau Gina Adler, die sich um das Gelingen des Festes besondere Verdienste erworben haben, innigen Dank Mignotus. Die Rosenthaliana in Amsterdam. Zum 40 jährigen Amtsjubiläum ihres Leiters I-rem ias Hillesum. Von Louis Lamm in Berlin. (Schluß.) 6. Het eerste te Amst. gedruckte Hebreeuw. Book. Amsterdam 1910. 9. Hebreeuwsche druk in Nederland, Amsterdam 1913. 10. Körte verklanng der voorwerpen in Gebruik by den Joodscher leredienst. S' Bosch. 1913. 11. Amandus May, Amsterdam 1913. 12. Een klei re bydrage to de Eeschiedenis der Portug. Israel. Eemeente te Amsterdam, 1915. 13. Het Kerkbestuur der Ned. Israel. Hoofdsynagoge te Amst. Kamt op voor zyn verdruckte geloofsgenooten in Polen Anno 1753, Amsterdam 1916. 14. Uit de geschiedenis der Jooden in Amst. 1917. Uit de geschiedenis der Jooden in Synagogal Ressort Utrecht, Utrecht 1918. 16. Een Keur uit de Handschriften en boeken der Biblioth. Rosenthaliana, Amst. 1913. 16. De Spi ozist sche Spraakkunst, Lezing: Haag 1921. 17. Een bydrage tot de Geschiedenis van de „Nieuwe Sjuel", Amsterdam 1923. 18. Een kleine bydrage tot de Geschiedenis van Menasfeh b. Israel alias Manuel Dias Soesro, Amsterdam 1926. 19. Uit de wordingsgeschiedenis der Hebreeuwsche Drukkereryen in Amsterdam. 20. Bydrage tot de bibliographie van Menasseh b. Israels Geschnften. s'Gravenhage 1928. 21. A Dutch-Piddisch bride song of the end of the 18the Century, Vilno 1928. 22. Rasjie's verUaring op Exodus 25, 22, Amsterdam 1928. 23. De „Porta veritatis" van Jacob b. Amram, s'Gravenhage 1929. 24. Versteigerungskatalog . . . Wagenaar (Proops), Amsterdam 1904. 25. Auktionskatalog . . . B. S. Berenstein (Proops). Amsterdam 1907. Außer diesen selbständigen Arbeiten sind eine große Menge Abhandlungen in allen holländisch-jüdischen Zeitungen und auch in der holländisch-bibliographischen Zeitschrift „Het Boek" von seiner Feder erschienen. Besonderes Interesse hat er für Menasse den Israel, über den er mehrfach geschrieben hat. (Eine Biographie 1899.) In einer ganzen Reihe von Amsterdamer Buchausstellungen hat Hillesum die jüdischen Abteilungen bearbeitet. Da die Pflichten der Bibliotheka Rosenthaliana dauernd mehr Zeit in Anspruch nahmen, stand ihm seit 1. Januar 1923 More Drs. L. Hirsche!, geb. 24. August 1895 in Amsterdam, als Assistent zur Seite. Dr. L. Hirsche! hat ebenfalls das Niederländisch-Israelitische Rabbinerseminar besucht und am 31. Dezember 1920 sein rma--Examen bestanden. Es ist ganz auf die Hillesumsche Methode und Art eingestellt. Jeremias Hillesum scheidet am 1. Januar 1930 nach 40jähriger Tätigkeit aus - seiner Stelle. - Zum 40.ährigen Jubiläum wird er viele Ehrungen erfahren und die Glückwünsche eines großen Teiles aller jüdischen Gelehrten der Welt in Empfang nehmen dürfen. Diesen schließen wrr uns von ganzem Herzen an und äußern die Hoffnung, daß seine ungebrochene Arbeitskraft unserer Wissenschaft auch für die Zukunft zugute kommen möge. Rabbi Josef Teomim. Rabbi Joses Teomim, Verfasser des „P e r i M e g o - d i m", dessen Grabstätte in Frankfurt a. Oder unser Bild zeigt, war ein Lemberger Kind. Er wurde im Jahre 1737 geboren und ging in jungen Jahren nach Berlin, Pf wo er Anschluß an das Haus des jüdischen Magnaten Daniel I tz i g (Jafse) fand. Im Bes Hamidrasch des Rabbi Daniel konnte er ungestört und sorgenlos seinen Thorastudien obliegen und dort bereitete er auch sein halachisches Standardwerk ans«» a zum Drucke vor. Später wurde er zum Rabbiner in Frankfurt a. O. gewählt, wo er sein Lebenlang blieb. Er beherrschte das ganze Gebiet des Talmuds und der Halacha mit souveräner Sicherheit und war dabei von rührender Bescheidenheit und geschmückt mit allen menschlichen Eigenschaften. Sein Tag und der größte Teil seiner Nacht waren dem Thorastudium gewidmet. Außer den beiden Teilen des 'ia zu Schulchan Aruch hinterließ er noch neun andere Schriften zu verschiedenen Traktaten im Talmud, auch Erklärungen zur Thora und Abhandlungen grammatikalischer Art. Er starb im Alter von 65 Jahren, gefeiert von der ganzen jüdischen Welt als der Größten einer. Ainderecke. Von Heinrich Einstädter. Der Vater erzählt: — Lang iß's her. Ich mag wohl ein Knabe von vierzehn Jahren gewesen sein, — ich gehörte einer jüdischen Schule auf dem Lande an, die damals gut besucht war,— als wir an einem Rausch Chaudesch unter Führung unserer Lehrer nach dem Mittagessen einen Spazi:rgang in ein benachbartes Dorf unternahmen. Das geschah im allgemeinen allmonatlich, obwohl damals die Schulbehörde noch nicht die „monatlichen Wanderungen" angeordnet hatte. Unsere Lehrer hielten es als unserer.Gesundheit förderlich, und wir sahen darin eine willkommene Abwechselung und nicht zuletzt eine Feier des Neumondstages. Es war Winter. Ueberall lag Schnee, und als wir uns nachmittags gegen vier Uhr auf dem Heimwege befanden, versank schon die Sonne still in einem Meer von Weiß und Blau. Kaum waren wir uns dessen so recht bewußt geworden, da war sie schon untergegangen, und fast gleick^eitig fielen die ersten Schatten des Abends über uns. „ Wir waren gerade in ein Feldgehölze gelangt. Unwillkürlich verstummte ursere muntere Schar. Ohne daß ich mir damals Rechenschaft über meine Gefühle hätte oblegen können, so war es mir, als hätte die Ahnung eines ernsten Geschehens mein Herz berührt. In diesem Augenblicke gebot unser Führer „Halt" und einer unserer Lehrer trat vor, unl Mincha zu beten. Er war ein sehr kenntnisreicher Herr, aber ein körperliches Leiden hatte ihn schon damals recht still und ernst werden lassen. Die Knaben zogen ihre Taschengebetbüchlein hervor, und die jugendlichen Lippen formten die gleichen Worte, die nun halblaut und wehmütig die Sticke des Waldes durchdrangen. Die Stille des Waldes? Wohl niemals vorher hatte ich deutlicher gehört als damals, wenn ein Zweig unter dem Froste leise krachte, oder ein Lüftchen durch das dürre Geäst zog, als in jenen Minuten, da unser ehrwürdiger Lehrer halblaut vortrug: „Du bist ewig allmächtig, Herr, Beleber der Toten bist du, reich um zu Helsen. Du, der du den Wind führst und den Regen schickst, du versorgst die Lebenden in Gnade und belebst die Toten in großem Erbarmen." — Was weiß ein Kind vom Tode? Und insbesondere ein Kind, dessen Eltern noch am Leben sind, vom Sterben und vom Beleben? Aber das kann ich versichern, daß damals eine große Ehrfurcht vor dem „Herrn der Allmacht" in das Herz des Knaben einzog und ein so starkes Gefühl, daß er noch nach vielen, vielen Jahren bei ernsten Vorkommnissen sich dessen erinnerte. — Seit jenem Tage wußte ich auch, daß es ein Geschenk von Gott ist, wenn man andächtig beten kann, und daß diejenigen sich versündigen, die durch allerlei Unruhe andere in der Andacht stören. Wie oft bin ich seitdem in die Lage gekommen, im Freien zu beten! Fast regelmäßig ber größeren Ausflügen suche ich um die Minchazeit — wie viele andere Leute auch — ein Plätzchen auf, an dem ich ungestört mein Gebet verrichten kann. Und wenn ich dann mich von der sterbenden Sonne weg der Himmelsgegend zuwende, wo sie am Morgen "wieder hell und rein aufgehen wird, wenn ich wieder und wieder miterlebe, wie Er in Liebe vergehen läßt, um in seiner großen Barmherzigkeit neu erstehen zu lassen, da finden meine Gedanken die Stützen, derer sie bedürfen, und das Bewußtsein von meiner Winzigkeit drückt mich nicht nieder; ich finde Zusammenhänge. Ja, Gott ist reich, um zu helfen! Wochenmienver. v 25. Januar b, 1. Februar 1930 26 Tebet b. 3. Schebat 6890 Aamstag 25 |25 VINN 1'2N2V mm Sonntag 26 n3B 26 Der Mauled ist Mittwoch abends 7 Nhr 32~/3 Min. Montag Jan. 27!27 Dienstag 28 ]28 Mittwoch 29;29 fvp “iias av> Vonnerstag 30 1 vm V«N freitag 31 2 -si-riqtaa Feb. 1 3 tmi Briefkasten. A. T. in Ar. Wir haben keinen Leserkreis für solche Zahlenrätsel. Besten Dank. Zahnarzt W. in Sir. ffs. 125.— für Abonnement eingegangen und verbucht. Familiennachrichken. Barmizwoh: Albert, Sohn des Herrn Dr. Herbert Brinkmann Frankfurt a. M. mav 'a Synagoge Friedberger Anlage. „ Josef Wiesbaden, Fulda Königftr. 7 a, feiert am 25. 1. 1930, seinen 80. Geburtstag. Erfreuliche Frequenzzunahme in Bad Homburg. Die Statistik über die Frequenz des Jahres 1929 liegt jetzt vor: Sie ergibt für die Gesamtfreqüenz eine recht erfreuliche Zunahme von rd. 1200 Kurgasten. Die Besucherzahl, stieg von 9146 im Jahre 1928 auf 10 327 im Jahre 1929. Die ausländischen Kurgäste erinnern sich wieder mehr und mehr des früher von ihnen so stark besuchten Heilbades. Besonders stark waren vertreten Engländer, Holländer und Amerikaner. Die Zahl der verabreichten Bäder hat ebenfalls eine wesentliche Steigerung erfahren.

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