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Der Israelit · 1930-01-02 · Heft 1 (2.1.1930) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 1 (2.1.1930)
Date
1930-01-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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2. Januar 1930 Der I s r aeli t Seite 13 Nr. 1 . Schüsse gegen die Kolonie Beex Jacob. ' Jerusalem, 16. Dez. . Gegen die jüdische Kolonie Beer Jacob röürden von unerkannt gebliebenen Tätern Schüsse abgegeben; niemand wurde verletzt, Das Haifaer Gericht verurteilte zwei Araber zu je einem Jahr, einen zu neun Monaten und zwei zu je drei Monaten Gefängnis wegen Plünderung der jüdischen Kolonie Rosch Pin ah während der Unruhen. Drei Angeklagte wurden freigesprochen. — Das Berufungsgericht hat das auf sechs Monate Gefängnis lautende Urteil gögen das Mitglied der arabischen Exekutive Salim Abdel Rahman und den Derwisch Khadi, beide aus Tulkarem, bestätigt. Gie wurden wegen Aufhetzung der Menge verurteilt. In Hebron wurden zwei Araber von der Anklage, das Haus von Joseph Katel geplündert zu haben, freigesprochen. — In Haifa wurden zwei Boykott-Agitatoren zu je fünf Pfund Geldstrafe oder je 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Ein Haifaer arabischer, Chauffeur wurde zu drei Monaten Gefängnis oder 25 Pfund Geldbuße wegen Mißhandlung eines Juden während der Unruhen verurteilt. ~ Personalien. Rabbiner Dr. Avigdor Schönselh V"5JT. London, 1. Jan. Nach Schluß der Redaktion geht -uns die Nachricht vom Ableben Rabbiner Dr. Avigdor Schön fei d s zu. Weite- Kreise wird diese Todesbotschast in tiefe Trauer vversetzen. Avigdor Schönfeld war ein ganzer Mann, ein Rabbiner und Führer, ein Schulmann und ein Jugendbildner von hervorragenden Qualitäten. Vorübergehend war er oberster Leiter des Misracheschulwerkes in. Palästina. Enttäuschungen verschiedener Art veranlaßten ihn, nach London zu seiner Gemeinde zurückzukehren, von wo er ' die orthodoxe Bewegung mit Interesse und seelischer Teilnahme verfolgte. Eine Gattin und in nsvi min großgezogene Kinder beweinen den Gatten und Vater. Daneben steht eine verwaiste Gemeinde an der Bahre ihres treuen Führers, der sich unzählige Freunde und Verehrer des Heimgegangenen überall anschließen. Eine ausführliche Würdigung folgt in einer der nächsten Nummern. Fra« Lea Katz-Wohlgemuth fy'j. Berlin, 31. Dez. Sre't Tage vor Chanucka erschüttert« unis die Nachricht vom Tode der Frau Lea K a tzder Tochter unseres verehrten Dr. Josef Wohlgemuth '"2- Beider Kewuroh zeichnete unser Raw Dr. E. Munk in ergreifenden Worten das Bild ihres Lebens und Leidens, nahm der Bruder von ihr Abschied, und am Abend ließ der Vater im Trauerhause an der Hand des Midrasch,,ir>3o npi"» s3’i ui»»a -o'-p abv ,i-:i23 nbv vor unseren Augen jene echt jüdische Gestalt wieder erstehen. Jüdisch in der Heiligung des Kvrperlisch-tSeelischen durch die eiserne Konsequenz, mit der sie auch in schwerer Krankheit sich zu reiner Verletzung der göttlichen Gebote bestimmen ließ; jüdisch in der Lebens- und Weltauffassung, im Durch- Ans Tvwatkanrl zu Kausen gejuckt! Die Frankfurter Rabbiner» von Rabbiner Markus Hororvitz s. A. Samson Raphael Hirsch-Werke Hebraica ♦ Judaica (auch Bücher jüd. Inhalts) ferner Talessim«Tefillin ♦ silb. jüd. Ritualgegenstände usw. Off. unt. RB. IÜ an d. Exp. Junger Wann (20jähr) «ei. Manuf.. sucht infolg. Liquid sein. Firma anverw. Wirkungskreis vorerst für Büro u- Laaer, spät, für die Reise, mögt in Frankfm, Off. 3288c a. Erp. Junge Jvanzöstn israel., 17 Jahre, wünscht eine Stelle au pair um ein. jungen Mädchen gleichen Alters od. 1-2 Kindern Iranzösls. Unterricht zu erteilen und zum Entgelt deutscheUnterrtchtsst. zu empfangen. Ang.u.3261c Erp. Kür hüvfryes junges Mädchen, gute Figur, 22 Jahre, häuslich u. geschäftlich tüchtig, religiös erzog., aus sehr angesehen, südd- Familie nt. vorläuf. 10 Mille Mitgift u. schön. Ausstattg gebikäeser junger Maua gejuckt Strengste Diskretion. Off. unter F. M. 8859 an Ala- Zaasenstein & Vogler, Frankfurt a. M. zu kaufen gesucht Ausf Off. an Schlietzf. 78, Fulda. 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Ihr schönster Schmück nach außen hin war die Zurückhaltung; nicht etwa, daß es etwas Ausgepfropftes, etwas Künstliches war; man wäre nie im Verkehr mit ihr, auf die Vorstellung der rmsfl mn gekommen. Vielmehr war dies so vollkommen ihr Wesen, so selbstverständlich zu ihr gehörig, daß man erst nach dem Tod, in der Rückschau, dieser Vollkommen- . heit bewußt wird. So war es ihre Hauptsorge in den fünf Jahren ihrer Krankheit, der Umgebung möglichst wenig zur Last zu fallen. In diesem Streben, sich selber in Heu Hintergrund zu stellen, in dieser rra, waren Pflicht und Neigung in eins geflossen. Und dies erweist sich wohl an der Art ihrer Geduld, an der Gelassenheit, mit der sie ihr Geschick trug. Um, wohl selbstverständlich bei solcher Seelenlage, die Einstellung zu den Mitmenschen: die Liebe, die sie so vielen entgegenbrachte, die Güte, mit der sie andere beurteilte, die Entfernung vom xin Was es bedeutet, als Kranker andere Kranke so zu beeinflussen, daß sie, aus fremden Sphären kommend, dem religiösen Judentum nahegebracht wurden, welche sich selbst überwindende Hilfsbereitschaft dazu gehört, bei allem eigenen Leid, schwer Erkrankten die Stunden so sehr zu verschönen, daß sie ihr Weh ganz vergessen, das läßt sich kaum wiedergeben. Was Wunder, wenn sie nun, bei ihrem Hinscheiden, bei einem so großen Kreis von Menschen Trauer hinterläßt und wehmütige Erinnerung; denn es wurde ihr jeder Freund,- der in ihre Umgebung trat. Am zweiten Abend der Trauerwoche richteten zwei Rabbiner, ein Schüler und ein älterer Freund des Vaters, innige Worte des Trostes an die c>'l-3rr. Möge unser Führer Trost und Freude finden an Kindern und Enkeln, nach all dem Schweden, das ihn in diesen Jahren traf. k1"3LUl- Alzenau, 30. Dez. Im hohen Alter von 85 Jahren -verstarb hier Frau Babette Marx. Die Verblichene war durchdrungen von unerschütterlichem Gottvertrauen und erfüllt von wahrer, in ihrem innersten Wesen - wurzelnden Frömmigkeit. Ausgestattet mit tiefer Herzensbildung und vornehmem Charakter war sie stets von größten Liebenswürdigkeit und gewinnender Freundlichkeit zu allen ihren Mitmenschen. Ihr höchstes Streben fänd sie darin, Gastfreundschaft zu üben. Auch um den hiesigen Frauenverein hat sich die srl. Entschlafene sehr verdient gemacht. So wirkte sie als-eine wahre.^n rtps im Kreise ihrer Familie und in unserer Gemeinde. Trotz eines schweren Fußleidens war die Verblichene noch regelmäßige Besucherin der Synagoge. Ließ sie sich doch noch einige Wochen vor ihrem.Tode von ihren Kindern unter Ausbietung ihrer letzten Kräfte ins Gotteshaus führen. Die große Beteiligung an ihrer Beerdigung legte ein beredtes Zeugnis ab von der Beliebtheit, welcher sie sich in allen Kreisen der Bevölkerung ohne Unterschied der Konfession erfreute. Am Trauerhause entwarf Herr Lehrer Wechsler in markanten Worten ein Lebensbild der Dahingeschiedenen und schilderte ihre hervorragenden Tugenden. Im Namen der Familie widmete ein Enkel derselben, Herr Lehrer Lehmann, Flehingen, der geliebten Großmutter tiefempfundene Worte des Dankes und des Abschieds. Während der NV3V hielt ein zweiter Enkel, Herr Kantor Adler, Fürth, der Heimgegangenen einen herzlichen Nachruf. Möge n npn die tieftrauernden Kinder trösten und ihr Andenken in unserer Gemeinde ein gesegnetes sein. ' ' fi"3XMl. Wetzlar, 30. Dez. Am Sonntag vergangener Woche fand in der Synagoge zu Ehren von Prediger K a tz e n - stein, der sein 25jähriges Ortsjubiläum beging, ein Festgotlesdisnst statt. Während der Synagogenchor unter Leitung des Herr Albert Schlesinger Boruch habö sang, wurde der Jubilar vom Vorstande in das Gotteshaus geleitet. Provinzialrabbiner Dr. Lohn- Marburg fei- 'erte den Jubilar als Führer und Lehrer in herzlichen Worten. Dann bestieg Herr Katzenstein selbst die Kanzel, um in tiefgreifenden Worten allen zu danken, die ihm diesen Tag zum Ehren- und Festtag gestaltet. Mit dem Gesang des Psalms 150 schloß die synagogale Feier. Mittags erschien eine Deputation des Vorstandes, als deren Sprecher Herr Meier R o f e n t h a l unter Ueberreichung einer Ehrengabe das Wort ergriff, während Herr Rechtsanwalt Dr. Rosenthal im Namen. der Ehewra den Jubilar in herzlichen Worten ehrte. Ehemalige und jetzige Schüler und Schülerinnen schlossen sich an, um, zum Teil in poetischer Form, unter Ueberreichung von Blumenspenden ihre Glückwünsche auszudrücken. Unter der Fülle von telegraphischen und schriftlichen Grüßen verdient das Schreiben des Bürgermeisters Kühn im Namen der Stadt besonders lobende Erwähnung. Dettelbach (Bayern), -25. Dez. Die beiden Kultusvorstäirde, Herr Hirsch Sittenheim und Herr Hermann Weichselbaum, wurden mit großer Stimmenzahl in den Stadtrat gewählt, ersterer zum 3., Male, letzterer zum 2. Male. Ein erfreuliches Zeichen konfessionellen Einverständnisses. Bemerkt - sei, daß beide Gewählten auf verschiedenen Listen standen. Leer, 28. Dez. Im jugendlichen Alter von 31 Jahren starbin Köln die Tochter des verstorbenen Lehrers Abt aus Leer, Fräulein Erna Abt. Die Heimgegangene war Erzieherin im Israelitischen Kinderheim in Köln und erfreute sich dort als Persönlichkeit und als pädagogische Kraft von reinstem religiösen Pflichtbewußtem "großer Beliebtheit. Ihr früher Heimgang wird aufs tiefste bedauert. , N"32ir>- Vermischtes. Mosbach (Baden), 30. Dez. Den Auftakt zu einer ersprießlichen und intensiven Winterarbeit in der Gemeinde gaben der „Verein für gesellige Zusammenkunft" - und der „Jung-Jüdische Jugendbund" durch Veranstaltung eines am Samstagabend, 21. Dez., um 6,30 Uhr, im großen Saale des Bahnhofhoteks, in allen seinen Teilen wohlgelungenen Theaterabends mit musikalischen und gesanglichen Umrahmungen. Nach einer sehr kernigen und temperamentvollen Begrüßung durch den Vereinsvorsitzender, Herrn Wilhelm Würzburger erläuterte Herr Lehrer Baracker das unter seiner sachkundigen Regie aufgesührte Stück „Die Perlen des Judentums", und appellierte an die jüdische Jugend, den Festsinn zu pflegen. Den Höhepunkt erreichte das Stück im „Thann ck a", womit es endete, bei dem der 14jährige Söhii unseres Lehrers die Aufmerksamkeit der versammelten Festgäste auf sich lenkte, als er mit schöner Tenorstimme die - ni3i3 beim Entzünden gesungen, wofür er mit rauschendern Beifall belohnt wurde. — Ein von Vereinsmitgliedern gut gespielte Humoreske erntete allseitige Zufriedenheit. — Eine Glanznummer des Programmes bildeten die von Fräulein Line Dilsheimer mit Innigkeit und Empfindung zu Gehör gebrachten Gesangsarien. Mit dem Bewußtsein, ein gut Stück Gemeindearbeit geleistet zu haben, schied man gegen Morgen vergnügt von dannen. Verden (Aller), 29. Dez. Der neugegründete Jugendverein Verden veranstaltet am 26. Dezember 1929 eine Chanuckaseier in engerem Rahmen. Der 1. Vorsitzende, Herr' Mar Löwenstein, erösfnete die Veranstaltung mit Anzünden der Chanuckakichter^, worauf sich «me Kaffeetafel anschloß. Herr Schragenherm erklärte in einigen kurzen Sätzen die Bedeutung des Chanuckafestes. Anschließend daran kamen einige sehr nette Vorträge aus den Mitgliederreihen, welche großen Anklang fanden. In guter Stimmung wurde die Veranstaltung (um 1,30 Uhr) beendet. Leipzig, 29. Dez. Die hiesige Höhere Jsraelttifche Schule, eine Gründung des Herrn Rabbiner Dr. Car leb ach, die sich das unendliche Verdienst erworben hat, im Laufe von Jahrzehnten viele Hunderte von jüdischen Kindern dem Judentum und insbesondere dem. Sabbat erhalten zu haben, hatte in den letzten Jahren mit wachsenden Schwierigkeiten finanzieller Natur zu kämpfen. Die Verhältnisse haben sich schließlich so zugespitzt, daß die Gefahr bestand, daß die Schule eingehen müsse. In dieser Situation haben einige führende Persönlichkeiten der .zionistischen Volkspartei die Initiative ergriffen, um die Schule vor dem Zusammenbruch zu retten und sie finanziell, zu fundieren. Wie verlautet, soll die Leitung der Schule in die Hände dieser Kreise übergehen, wobei die Führer der Partei versichern, daß weltanschaulich die Schule auch weiterhin im gesetzestreuen ■ Geiste geführt werden soll. Allerdings kann es kaum ausbleiben, daß diese religiöse Grundlage allmählich den zionistischen Anschauungen angepaßt wird. Berichtigung. In der Notiz über die Generalversammlung des. SchochtimvevkmnÄes Bayerns ist Ihnen «in Fehler unterlaufen; die Generalversammlung findet in Kitz in ge n a.^ M. statt, nicht in Kissingen._• senkiatg Die grossarftigsften ' Neuerungen seift ‘ Jahrzehnten bringt der neue Senking-Gasherd 6 umwälzende Verbesserungen Besichtigung hochinteressant. E. HAGE & Co. Am Eschenheimer Tor 3 Ferien und Reisetage dürfen,, wenn sie behaglicher und vollkommener Erholung dienen sollen, auf keinen Fäll der erforderlichen Hygiene entbehren. 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