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Der Israelit · 1929-12-12 · Heft 50 (12.12.1929) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 50 (12.12.1929)
Date
1929-12-12
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 4 Nr. 24 Funktion der Weltanschauung. Wenn wir glauben, daß in Agudas' Jisroel Ervigkeitsgedunken verkörpert werden sollen, wenn wir davon überzeugt sind, daß Ewigkeitsziele durch Agudas Jisroel ihrer Lösung harren, dann ist es schließlich einerlei, ob Dieser und Jener aus opportunistischen Gründen der Leitung angehört, dann ist es — ungeachtet allen Bedauerns hierüber — fast bedeutungslos, ob dieses oder jenes Land der Klallarbeit sich fernhalten oder sich ihr wieder entziehen will.' Was nützt die Vorstellung, daß dieses oder jenes Land der Welt-Aguda angehören, wenn man weiß, daß die Zugehörigkeit auf Kosten der Aktionsfähigkeit der Leitung geht. Wir wollen mit foem weit überwiegenden Teil der zweiten Kenessio ein ideales Agudas Jisroel-Organisatirmsge.bilde haben. Der Kenessio war es darum zu tun, als sie die Leitung für Organisation und Finanzen nach Frankfurt legte, endlich einmal von den bisherigen Zuständen loszukommen. Die Leitungskrise, in der wir uns seit Wien befinden, wird in kürzester Zeit den Erfolg der Kenessio auf Null heruntergeschraubt haben. Wir wollen endlich eine Lösung! Also bitte etwas mehr Mut! H. K. (Der Herr Verfasser, der es sicherlich sehr gut meint, übertreibt stark; so untätig, wie er glaubt, ist seit Wien weder die organisatorische noch die politische Leitung geblieben, wenn sie auch nicht jede Reise und jede Aktion in die Oessentlichkeit hinauszuposaunen für richtig hält. Richtig ist, daß einige Mitglieder der alten Leitung, aus deren Mitarbeit Wert gelegt wird, nach nicht wieder neu gewonnen werden konnten, was aber keine „Leitungstrise" bedeutet. In der Erez Jisroel-Schulfrage hat die Schriftleitung des „Israelit" ihren ausführlichen Darlegungen in der vorigen Nummer, die Herr H. K. offenbar nicht genau gelesen hat, nichts hinzuzufügen. Im Gegensatz zu Herrn H. K. müssen wir behaupten, daß die Lösung des palästinensischen Schulproblems im Sinne einer vernünftigen, im Einklang mit den rabbinifchen Autoritäten des Landes erfolgende Entwicklung durchaus eine Geldfrage ist. Hätte Agudas Jisroel die Möglichkeit, eine Persönlichkeit wie Dr. Moses Auerbach, wie vor dem Kriege, in Erez Jisroel zu stationieren und mit den nötigen Vollmachten und Geldmitteln auszustatten, so wäre eine Verständigung mit den palästinensischen Rabbinien, die natürlich in hohem Grade Vertrauenssache ist, möglich. Mit den Mitteln der Polemik und der Herabsetzung bestimmter Kreise in Jerusalem jedoch wird man das erwünschte Ziel niemals erreichen, sondern lediglichmjptm ''Lp» sein. Mut ist eine schöne Eigenschaft, aber nur wenn sie zum Aufbau und« nicht zur Zerstörung führt. Red.). Bestimmungen über den Ersah der Unruhe-Schäden in Erez Zisroel durch die englische Regierung. Die Regierung hat neue Bestimmungen über die Zahlung von Entschädigungen an die von den Unruhen Betroffenen erlassen. Zunächst ist als letzter Termin für die Einreichung von Entschädigungsansprüchen der 15. November festgesetzt worden. Ferner hat die Regierung beschlossen, Entschädigungen bis zu einer bestimmten * Höhe freiwillig („exgratia") zu gewähren, da die Erlöse aus der Verhängung von Strafen nicht hinreichen, um die Ansprüche der Geschädigten zu befriedigen. Es wird jedoch auch dann nicht möglich sein, die Verluste der Geschädigten in ihrer ganzen Höhe zu decken. Ms Prinzipien für die Auszahlung von Entschädigungen sind von der Regierung folgende Leitsätze aufgestellt worden: Entschädigungen für erlittene Verluste an Leben und Vermögen werden dann nicht bezahlt werden a) wenn nicht sestgestellt ist, daß .der Schaden oder der Verlust einem Angriff zuzuschreiben ist; b) wenn Schaden oder Verlust sich in eineni Gebiet ereignete, in dem Araber und Juden miteinander egkämpft haben; c) wenn der Schaden oder Verlust sich in einem Gebiet ereignete, dessen Einwohner nach der Verordnung über Kollektmstrafen bestraft wurden; d) wenn der Verlust durch die Aktion militärischer und polizeilicher Kräfte verursacht wurde; Der Israelit Blätter e) wenn es sestgestellt ist, daß die Einwohner des Gebietes, in dem der Verlust emtstanden ist, sich selbst an den Unruhen aktiv beteiligten; f) wenn der Erheber des Ersatzanspruches sich selbst emer schlechten Führung" schuldig machte; g) wenn es sich herausstellt, datz der Verlust auf die Nachlässigkeit der Appellanten zurückzuführen ist, weil sie versäumten, nach den Unruhen zurückzukehren oder angemessene Maßnahmen zu ergreifen, ihr Eigentum zu schützen, oder wo sie ihr Eigentum ohne Rat oder unzureichenden Grund schutzlos ließen; h) wenn das Eigentum gegen Verlust versichert war; i) wenn die Entschädigung für Gebäude, Geldverlust, Juwelen, Luxusartikel, Wertpapiere und Außenstände gefordert wird; k) wenn die Ansprüche auf den Ersatz indirekter Schäden, wie Verlust von Löhnen, entgangener Gewinne oder Renten gerichtet sind. Eine Entschädigung wird in gewissen Fällen an Hinterbliebene gezahlt werden, deren Ernährer während der Unruhen getötet wurde, ebenso für Verletzungen, die teilweise oder ganze Invalidität zur Folge hatten. Aus der Bewegung. Wien, 10. Dez. Vor einigen Wochen ist von Wien aus mit den Unterschriften von Rabbiner Chajim Sonnenfeld. Rabbi Elia Klatzkin, Oberrabbiner Fürst und Pros. Eisler eine farbige Ansichtskarte verschickt worden, auf deren Rückseite statk übertriebene Angaben hinsichtlich der Folgen der Progrome in Erez Jisroel enthalten. Auf Grund dessen wurden Spenden für einen Hilfsfond der A.-J. erbeten. Es muß um der Wahrheit willen festgestellt werden, daß diese Karte nach Inhalt und Form keiner führenden Stelle der Agudas Jisroel vor ihrer Versendung bekannt war, und daß die palästinensischen Unterzeichner von der Benutzung ihres Namens keinerlei Kenntnis hatten, während auch die Wiener Unterzeichner den Wortlaut der Karte nicht kannten. Die Aguda-Leitung muß daher ebenso wie die Unterzeichner jede Verantwortung für die übertriebene Karte ablehnen. Sie hat sofort, als sie Kenntnis von dem Schriftstück erhielt, aufs schärfste dagegen protestiert und die Einstellung, des Versandes verlangt. Die Sammlung der Agudas Jisroel für die Pogromgeschädigten in Erez Jisroel ist ausschließlich bei der Palästina-Zentrale in Frankfurt a. M. konzentriert. Manchester. Letzten Sonntag fand unter dem Vorsitz von Mr. P. E o h e n in Anwesenheit von mehr als 600 Zuhörern die Gründung einer Ortsgruppe der. „Agudas Jisroel" statt. Die Gründung erfolgte im Anschluß an die Kenessio Gedaulo, a n der eine Anzahl führender- Mitglieder der hiesigen Orthodoxie teilgenommen hat und die bei diesen Teilnehmern den Wunsch erweckte/ auch in Manchester einen dauernden und festen Stützpunkt der Aguda-Bewegung zu schaffen. Der Schätzer Rabbi, Rabbiner Moscovitz aus London, sprach Segensworte für die Versammlung und erklärte es als heilige Pflicht jedes gesetzestreuen Juden, der Aguda feine Kräfte zu widmen. Rabbiner Rabbinowitz aus Sunderland berichtete über den Verlauf der K. E. und über die reiche Fülle von Leistungen und Aufgaben, die der Aguda bisher vergönnt waren bezw. gestellt find. Er ließ die verschiedenen Abteilungen der Agodaorganisation: Jugend, Frauen, Schulwesen, Revue passieren und schilderte die Bedeutung der Konstituierung des Rabbinischen Rates. Mr. Goodman aus London begrüßte die Versammlung namens des Londoner Aguda- Komitees und des Zentralrates der Weltorganisation. Er wies die Notwendigkeit der Aguda für England selbst nach, indem er die derzeitige Organisation der englischen Orthodoxie in ihrem Kampf mit den liberalen Strömungen schilderte. Für das Erzishungswesen brauche das englische Judentum eine starke Bajs Jakow-Bewegung, da die Mädchenerziehung durchaus reformbedürftig fn. Insbesondere aber müsse die englische Orthodoxie durch die Aguda das Bewußtsein ihrer Eigenart erlangen und die Erkenntnis, daß Ost- und Westjuden, soweit sie auf der gleichen religiösen Basis stehen, aufeinander, angewiesen seien. Rabbiner Landonski, Leiter der Jeschiwo in Eateshead, berichtete über das Werk der Aguda in Osteuropa, insbesondere in Polen, worauf auf Antrag der Herren Hirsch Halpern und Eh. Cohen eine Resolution zur Gründung der Ortsgruppe Manchester einstimmig angenommen wurde. Zum Schluß dankte Mr. A. P. Landau- London der Ortsgruppe Manchester für die Gastfreundschatt und Wünschte der neuen Gruppe eine segensreiche Entwicklung. Spendenliste der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Frankfurt, Postscheckkonto Frankfurt a. M., Nr. 53 900. Keren Erez Jisroel. (Schulwerkfond.) Berlin: dch. Rabb. Dr. Auerbach v. Dr. Karl Goldschmidt 50, o. Jakob Oppenheimer 100, Rausch Chaudesch-Spenden 70; zuf. 220; dch. Frau Curt Salomon für Beth Jakob-Schulen in Tiberias 200. Birkenau: Emanuel Löb 3. Breslau: A. Berlinger 9. 12. Dezember 192S Brückenau: dch. Gundersheimer aus Gemeinde 23, Synagogenfpende 13; zuf. 26. Burgpreppach: dch. Dr. Mar Ephraim: Dr. Ephraim 15, Frau Hermann, Reckendorf 5, Frau Ullmann 3, Fam. Berney 5; zuf. 28. Frankfurt a. M.: dch. Jul. Schwabacher: Setti Schwabacher 20, Jul. Schwabacher 30, zuf. 50; Armin Blumenthal 1, Leo Wrefchner 3, Osias Naumann 5, dch. Jakob Strauß 23, Dr. Bamberger 5, San.-Rat Dr. Feuchtwanger 30, dch. L. Löwenthal Rausch Chaudesch-Spenden L. Mosbacher 3, L. Löwenthal '3, P. Mosbacher 3, N. Weids 1, M. Mosbacher 5, Leo Wrefchner 5; zus. 20. Furth: dch. Rafael Fellheimer, Challogeld 88.65, Rausch CHandesch-Spenden 95.82, Jsak Farntrog1 10, Dr. Leo Teitz 8, f. RMBH. Dr. B. Heinemann 2, dch. Rabb. Dr. Breslauer f. RMBH. 1.30; zus. 205.77. Halderstadt: dch. Rabb. Dr. Schlesinger Rausch Chaudesch- Spenden Marcheschwan L. Ascher, Rabb. Dr.'Auerbach, Dr. Auerbach, Rosa Auerbach, Dr. Reuwirth, Dr. Schlesinger, I. Sundner, Berta Rußbaum, I. Berliner, I. Bachmann, Earl Leisner, Grete Strauß, Hanna Landau, Mirjam Auerbach, Alfred Cahn, Frauengruppe; zuf. 46.50. Heidelberg: Rabb. Mayer 15. Heilbronn: dch. Jsrl. Nel. Gesellschaft Hch. Scheuer: Erich Schloß 1, Aussaeser 1, Dr. Bachrach 12, E. Neumann 2, H. Stobeyki 2, M. Bauer 1, Hch. Scheuer 9, S. Mandellaub 6, Dr. Strauß 18; zus. 52. Hersfeld: Berthold Katz 10. Karlsruhe: Marcus Stern 41. Karlsstadt: M. Strauß, anl. der Verlobung ihrer Tochter 10. Krumbach: R. Adler 5. Kitzingen: dch. Hermann Schönfärber Spenden von verschiedenen Gemeinden f. RMBH. 103. Leer: dch. Lehrer Popper, Lehrer Popper 9.37, Frl. Mergentheim 9.80; zus. 19.17. Rieder-Weisel: Jsrl. Gemeinde Lehrer Baruch Goldschmidt 39.30. Nürnberg: dch. Moritz Klugmann ges. dch. Alex Tachauer 24, dch. S. Wißmann v. Prof. Dr. Tachauer 5, dch. Kellermann 20, RR. 3, Ludwig Schwarz 5, RR. 10. Oberseemen: Siegfried Strauß 25. Oldenburg: Lehrer M. Meyberg Rausch Chaudesch-Spenden 6, I. Frank 2, RR. 2.90; zus. 10.90. Rimbach: Mar Mayer 10. Siegburg: Joseph Strauß-f. RMBH. 6, für Schulw. 4, zus. 10. Sontra: Lehrer S. Hasenfeler 3. ^Sprendlingen: L. Kaufmann 4. Schwabach: dch. Rabb. Dr. Mannes dch. Steinharter, Haimsfurth 66.60, Graf 2, Mannes 6, Graf 2, Mannes 6, Feuchtwanger 3, Bleicher 1; zuf. 100.60. Schweinfurt :dch. Rabb. Dr. Stein f. RMBH. 37, Thoragelöbnisfe 5, Challogrlder 13.50; zus. 55.50. Treuchtlingen: d:. Bernhard Fulder Rausch Chaudesch- Spenden 14, Challogelder v. Frau O. 2; zus. 16. Vollmerz: Siegmund Loeb 5. Wiesbaden: Ungenannt 10. Würzburg: I. Ullmann 5.50. Keren Hajifchnw. (Aufbaufond.) Chisinau: dch. Epelboim Doll. 40. Frankfurt a. M.: dch. Gerson Schnerb Büchsenleerung bei Schnerb in Merzig 6.40 u. Frs. 13.55. Gedern: Alfred Bauer Büchsenleerung 29. Hanau: Büchse RR. 5. München: Ruth Guggenheim u. Felir Feuchtwanger zus. 5. Oldenburg: Lehrer M M:yberg 3.05. Schwabach: dch. Rabb. Dr. Mannes v. S. Würzburger 1. Büchsen Bleicher 3.50, Feuchtwanger 0.49, Mannes 1.70; zus. 5.69.- Hilfsfond der.Agudas Jisroel „Rasche Hilfe für Palästina". Berlin: Richard Litten 10. Breslau: A. Berliner 10, Heinrich Sichel 15. Eiterfeld: Lehrer Oppenheimer 4. Frankfurt a. M.: Sal. Wolf 5. Fürth: dch. Rafael Fellheimer: Jsak Farntrog 10, Dr. Leo Teitz 10, E. Selig 7; zus. 27. Hamburg: Arthur Joe'srn 10. Heidingsseld: dch. Hauptlehrer S. Grünfeld v. Kultusgemeinde 30. Nürnberg: dch. Moritz Klugmann: Ernst Flamm 21, NN. 8; zus. 29. Schwabach: dch. Rabb. Dr. Mannes v. Lehrer Frank, Erlangen 93. Wien: Agudas Jisroel 85.21, dch. Rabb. Dr. Kohn v. Czortkower Rebbe Sh. 100, Braudler Sh. 5, Saloriki Sh. 10, Fraind Sh. 10; zus. Sh. 120. Bez .Wiesbaden: Ungenannt 10. Würzburg: Jony Ullmann 5, Rabb. Dr. Hanover 188.

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