Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 49 (5.12.1929)
- Date
- 1929-12-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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5. Dezember 1929 Frankfurt a. M., den 3, Asi-w mo EinCentralorgan für das orthodoxe Judentum llfjffj Begründet von'' Dr. Lehmann ln Mainz. \\\ Abonnement ab Juli J9S9: Deutschland 1-30 monatlich; Ausland: Biertel- - ---- tschen^JnrandspvLrs HtHützlich Kosten Ves SNeifbanV-Bev __ , _ „T _ __ _, T_ _ .cheToll)» mark znm Tageskurs oder 7 Zloty. Schweiz 8 Fr. Tschecho-Slowakei E Kronen rvngar» Pengö 8 ab I.Jult 1937; Dänemark 8.69 Krön.; Norwegen8.6V Kro«.; Schwede« 8LV «rov. Einzelnummer vierzig Toldpfe«»ige. Der Israelit erscheint jeden Donnerslao. Inserate 68 Toldvf. für die stebengespalten» Nonvaretlle-Zeile. Abonnenten zahlen &-1 -r“*-w —--1- Die 78 mm breite ReklamezeUe: let' Thiffregebühr in SS'se eines dopr. Jnserataufträgen tarifm. Verlag d'^—‘rxi ™ sow.durl^. „ Gefchäftsa»?.: 3 Soeben erschien in unserem Verlage: Die Speisegesetze Von Rabbiner Dr. Wolf: in Cöln (Band 1/2, Serie 4 der Hermon* Bücherei), Stark vermehrte und verbesserte Pracht-Ausgabe . Preis, in gediegenem Ganzleinwandband, Mark 3.60 Die nunmehr vorliegende Prachtausgabe von Wolf „Speisegesetze" unterscheidet sich in folgenden Hinsichten von der im Frühjahr veröffentlichten billigen Volksausgabe: 1} Herstellung auf vorzüglichem holzfreiemPapier undingediegenemGeschenkband. 2) Vermehrung des Umganges um über 50 Seiten und, zwar a) Beigabe eines dritten Anhanges : D ^Vorschriften üb er die Mahlzeit von Oberrabbiner Josua Schill, b) Die Vorschriften über die verschiedenen Genuß- Segenssprüche, c) Alphabetischer Index von Schlagworten, wonach aus dem Gesamtumfang des Textes die verschiedenen Vorschriften unschwer ermittelt werden können. Das Werk sollte zu Chanukka auf keinem Tische fehlen. Zu beziehen durch alle besseren Buchhandlungen, sowie direkt durch den Verlag, Porto pro Exemplar innerhalb Deutschlands 30 Pfennig. Frankfurt a* M. , Hermon-Verlag. Esau's Hände. „Die Stimme ist Jakobs Stimme und die Hände sind Efaus Hände" (1. Buch Mos. 27, 22). Von jeher sah man in diesem Verse die Gegenüberstellung zweier sich einander ausschließenden Prinzipien: Das Gebet, verkörpert in. der Stimme des jüdischen Volkes, und die Gewalt, verkörpert in den Händen römischer Legionäre. Das Ziel der Menschheitsgeschichte sei die Ueberwindung der Gewalt durch das Gotteskönigtum auf Erden. Was tun wir Juden, um die Gewalt in der Welt auszurotten? Wir, die wir das Prinzip der Gewaltvernichtung auf unsere Fahne geschrieben haben und die wir von der Verwirklichung des Prinzips unsere Und der Menschheit Erlösurig ersehnen, wir hätten doch, denke ich, am ersten die Verpflichtung, für den Sieg, des Prinzips unablässig und systematisch zu arbeiten. Was geschieht aber tatsächlich? So gut wie nichts. Gewiß wirken eine Reche von Juden an Werken des Friedens, der Versöhnung und des sozialen Ausgleichs mit. Gewiß sind die Juden gerade für solche Arbeit besonders bestimmt und geeignet. Aus diesem Grunde mögen auch relativ besonders viel Juden! an diesem Wirken beteiligt sein. Wasaber tut die jüdische Gemeinschaft als solche, welchen Beitrag leistet das Judentum für die Ueberwindung der Gewalt auf Erden? Daß wir Juden uns Jahrtausende hindurch haben totschlagen lassen, ohne uns zu wehren, ohne uns der Gewalt entgegenzusetzen, ehrt unsere Treue zum Prinzip der Gewaltlosigkeit zwar ganz außerordentlich, ist aber eher geeignet, die Gewalt zu ermutigen als sie zu hindern. Denn auch die Gewalt breitet sich dort am ersten aus, wo sie den geringsten Widerstand findet. Dies hat sie Mit dem Wasser und mit ollen Naturkräften gemeinsam. Also was tun? Der Gewalt etwa mit Gewalt begegnen, die Gewalt gemeinschaftlich durch sine geeignete Organisation zu vernichten suchen? Das hieße: den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Denn wenn ich die Gewalt als Mittel benutze, wenn auch nur, um sie selbst zu bekämpfen, so habe ich damit gerade ihre Nützlichkeit, ja, ihre Notwendigkeit erwiesen. Die Geister, die ich rief, werde ich dann nicht mehr los. Also was tun? Eine jüdische Friedensgefellschaft oder einejüdisch-soz>mle Orgomfattoni oder eine jüdische Anti- Gewalttiga gründen? All dieses würde den Kern der Sache nicht, berühren.; Solche Veranstaltun- In unserem Verlag erschien: Das Erziehungswerk der gesetzestr. Judenheit Referat über den Keren Hathorah, erstattet auf der II. Kenessio Gedaulo von Dr. Leo Deutschländer. Ladenpreis L Mark. Das stattliche, 113 Seiten umfassende Buch gibt in fesselnder Darstellung einen Ueberbliclc über den Stand des Erziehungswesens in der gesetzestreuen Judenheit der Gegenwart und knüpft daran einen ausführlichen, mit zahlreichen Belegen und statistischem Material ausgestatteten Bericht über den Aufbau des Keren Hathorah und seine bisherigen Erfolge. Niemand, der sich für die Zukunft des Erziehungswesens der gesetzestreuen Judenheit interessiert, sollte verabsäumen, sich in die gediegene Arbeit zu vertiefen. Zu beziehen durch alle besseren Buchhandlungen, sowie gegen Voreinsendung des Betrages oder unter Nachnahme (Drucksachen-Porto für 250 Gramm) direkt durch den Verlag, Frankfurt a. M. Hermon-Verlag. icoioioioicoioio: