Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 48 (28.11.1929)
- Date
- 1929-11-28
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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28. Nov. 1929 DerJsraekit Nr. 48 Seite 9 Der konservative jüdische Jugendverein. Am Sonntag, den 17. November, fand in den Vereinsräumen, Theobaldstr. 6, die Generalversammlung des Konservativ-Jüdischen Jugendvererns statt. Der größte Teil der Mitglieder war erschienen, um den Tätigkeits- und Rechenschaftsbericht des Vorstandes entgegsnzunehmen. Dieser beachtete, daß in dem vergangenen Vereinsjahr es gelungen je., dem Verein ein eigenes Heim im Hause Theobalostraße 6 zu schassen, und 'daß es gelungen sei, hierdurch für die Mitglieder einen neuen gcfllschaftlichen Mittelpunkt zu bilden. Die Mitglieder kamen in den neuen Clubräumen etwa dreimal in der Woche zusammen, um teils in Spielabenden, teils in Arbeitsgemeinschaften die Ziele der Vereinigung zu pflegen. Nach den Berichtsangaben ist die Kassenla^e so, daß auch' für das kommende Jahr das Heim als gesichert erscheint Nach dem Bericht des Vorstandes ergab sich eine lebhafte Diskussion in der Hauptsache darüber, wie es gelingen könnte, die Bewegung in noch größere Kreise der in Betracht kommenden Jugendlichen hineinzutragen. An dieser Ausspräche ^beteiligten sich vornehmlich die Herren Dr. Freimann, Josef Halberstadt, Akiba Hosfmann, Unna und Fräulein Josef. Man war einstimmig der Ansicht daß es in erster Linie die Ausgabe des neu zu wählenden Vorstandes sei, die bereits bestehende- Arbeitsgemeinschaft zu intensiver und systematischer Arbeit auszubauen. Hierauf wurde dem alten Vorstand Entlastung erteilt und folgender Vorstand neu gewählt: Herr Rechtsanwalt Klibansky als 1. Vorsitzender, sowie die Herren Josef Halberstadt und Akiba Hoffmaim und die Damen Martha Fiebermann und - Jeanette Meier als Beisitzer. Es würde beschlossen, daß in Zukunft jeden Mittwoch unter Leitung des ersten Vorsitzenden eine Arbeitsgemeinschaft stattsmden soll, die sich mit akuten Tagesfragen und Problemen der jüdischen Weltanschauung. befaßt. Neben dem Vorsitzenden haben die Herren Dr. Frank, Rechtsanwalt und Dr.. med. Ernst Freimann ihre Mitwirkung an dieser Arbeitsgemeinschaft zugesagt. Die Versammlung wurde von dem Vorsitzenden mit einem besonders herzlichen Dank für das infolge seiner Abwesen- . heit von Frankfurt ausscheidende Vorstandsmitglied Werner Groß geschlossen, nachdem die Versammlung den Vorstand beauftragt hatte, Werner Groß nach seiner Rückkehr wieder zu den Vorstandsarbeiten heranzuziehen. Hessen im Jahre 1928. Der Rückgang der jüdischen Bevölkerung hält weiter an. Schon das VolkszählungLsrgebnis aus dem Jahre 1925 zeigte klar die Situation. Es wurden ,nur noch 20 401 Personen jüdischen Glaubens festgestellt (1,5 ^03. der Gcjamtbevölkerung). Die Hochstzahl an Juden war im Jahre 1849 mit 28 061 (3,4 Pcoz.) erreicht. Seitdem ein unaufhörlicher Rückgang. Diese Tendenz des Beoölkerungsstandes wird durch die Bevölkerungsbewegung wieder gegeben. Greifen wir einige Vorkriegsjahre heraus und vergleichen sie mit den letzten Jahren. Die Zahl der ehelich Geborenen von Ellern jüdischer Konfession betrug im Jahre 1906-4-464, 1907 —459. 1920 — 346, 1924 — 291 und 1928 —■ H86 Seelen. Der Geburtenrückgang beläuft sich aber ' in 22. Jahren auf 40 Prozent. An jüdischen Gestorbenen würden gezählt: 1906 — 366. 1907 — 326,. 1920 — 314, 1924 — 318 und 1928 — 274. An der Gegenüberstellung der Natalität und Mortalität ersieht man, daß vor dem Kriege die Beoölkerungsbilanz. aktiv war, in den Nachkriegsjahren aber passiv geworden ist.: Noch ein zweiter Tatbestand ist bedeutsam. Die Rate der Geburten und Gestorbenen offenbart eine rückläufige Tendenz. Erstere sind aber viel schneller zurückgegangen als die Gestorbenen und so erklärt sich die passive Bilanz. Während bei der Gesamtbevölkerung in Deutschland nur aus ma h m s w e if e in einer Großstadt die Bilanz ein Minus zeigt, tritt bei den Juden. 0 hne Ern sch r ä n k u n g eine passive' Bilanz in Erscheinung. Auch, die Eheschlichungen haben' m Hessen im Vergleich mit der Vorkriegszeit eine Parke Abnahme erfahren. Wählen wir wiederum das Jahr 1906, so lauten die Zahlen: 1906 — 178, 1907 — 184, 1924 — 109, 1927 — 110 und 1928 — 112 rein jüdische Ehen. Dagegen sieht die Entwicklung der Mischehen folgendermaßen aus: 1906 — 11, 1907— 19, 1924 — 28. 1927 — 25 und 1928 — 23. Die rein jüdischen Ellern sind also in 22 Jahren von 178 auf 112 gefallen, hie Mischehen von 11 aus 23 gestiegen. Wenn Knöpfel, der frühere Direktor des Hessischen Statistischen'Landesamts in Darmstadt, in'einem Aufsatz aus dem Jahre 1912 schriebt, daß die jüdische Bevölkerung Hessens nicht gleich der übrigen Bevölkerung im raschen Wachstum begriffen sei, sondern das Bild der Stagnation liefere, müssen wir heute sagen, daß Hessens Juden dem Ausstsrben entgegengehen. Herbert Philippsthal. ' Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. teilt mit, daß die nächste Arbeitssitzung am Donnerstag, den '28. November 1929 vormittags 10 Uhr, Langestratze 31, stattfindet. Der nächste Ortsgruppenabend findet am Samstag, den 30. November 1929 20,30 Uhr, bei Frau Lily Goldschmidt, Vlittersdorfplatz 27, statt. Frau Dr. Dora Edinger spricht über „Wandel des Famiäenbegriffes im Laufe der Zeit. Hilfe für die Schwerhörigen! Jeder Schwerhörige ist infolge feines Leidens nicht nur mehr oder weniger von der Welt abgeschlossen, sondern er hat auch mit vielen Schwierigkeiten und Nachteilen int gesellschaftlichen Leben und in seinen wirtschaftlichen Verhä.tnijsen zu kämpfen. Der gemeinnützige Schutzoerband der Schwerhörigen (S. d. S.), der politisch und religiös neutral ist und Ortsgruppen in vielen größeren Städten Deutschlands besitzt, hat sich die Vertretung der Interessen aller Schwerhörigen in gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Beziehung zur Aufgabe gemacht; der oft vereinsamt und verbittert lebende Schwerhörige soll aus seiner Vereinsamung heransgehoöen und wieder ein froher, lebensbejahender Mensch werden. Äste Schwerhrr gm und alle Verwandten der Schwerhörigen sowie alle Freunde unserer 'Bestrebungen werden gebeten, unsere g lte Sache zu unterstützen und für sie zu werben; anch i.t es notwendig, daß sich jeder Schwerhörige u"s xm Verbände anschließt. Um weitere Kreise mit dem Wirken des Schutzverbandes bekannt zu machen., re anstaltet die Ortsgruppe Frankfurt a. M. am Dienstag, den 26. November, abends 6 "Uhr, im Restaurant zum „Goldenen Pfau", Vilbelerstrahe 26, eite große W:resoe.saminlurg. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul, im Hörsaale Friedberger An» läge, Herr Gustav Kaufmann. Samstag morgen nach Schluß der Synagoge „Dinim", Herr Dr. E. Posen. — Nachmittag % Stunde vor Mincho, (Vereinslokal Langestraße), Herr Dr. . Hofmann. — Eine '/- Stunde nach Nacht (ebenso Sonntag vormittag 8 Uhr), „Gemoro", Herr Joachim Soffer. Sonntag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Mittwoch) im Hörsaal, cns "n, Herr Redakteur S. Schüchnowitz. — Vormittag 9% Uhr (ebenso Dienstagabend 6l« Uhr Vereins lokal) „Gemoro", Herr R. A. Gerfon Posen. — Abends 6 Uhr Schulchan Aruch-Vortrag des Herrn Rabbiner Josef Horowitz., Montag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Don» nerstag), im Hörsaäle, Mischnalernen der Mitglieder. — Zu gleicher Zelt im Sitzungszimmer Friedberger Anlage voll ' Montag bis einschließlich? Donnerstag, „Gemoro", Herr Dr. S. Ehrmcmn.— Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokäle, „Geströro", Hetr Rabb. Dr. I. Breuer, — 8 */2 Uhr, (ebenso Donnerstag), „Gemoro", Herr Dr. E. Posen. , - > Dienstag morgen, nach Schluß der Synagoge, (ebenso Freitag), „Mischna", Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 8% Uhr „Schaaslernen", Herr Herz Holpern. Jahrzeitsstiftungen. Dienstag, 3. Dez. Julie Lißmann geb. Kallmann- und Pauline Lehman geb. Ephraim-Stiftung. Mittwoch, 4. Dez. Louis Golde-Stistung. Agudas Jisroel-Iugendgruppe. Am Freitag Abend spricht Herr Leopold Oppenheimer. Vorbereitungsschiur (Bowo Mezio), Mauzoe Schabbos, allwöchentlich 18%—1974 Uhr, Dozent Herr Ch. Lieverhcmt, Schwanenftt. 12. Mifchnajos Nasikin, Sonntags, von 11—12 Uhr, Schwanenstraße 12, Dozent: Herr Ch. Lieverhant. Einführung in die Grundbegriffe Talmuds, Dozent: Herr Jacob Landau, erstmalig: Dienstag, 3. Dezember. 21 Uhr, Schrvanenstr. 12. .Moderne Dramen in jüdischer Beleuchtung, Arbeitsgemeinschaft, Leitung Herr Professor Dr. M. Schüler, zweiter Abend: Mittwoch, 4. Dezember, 21 Uhr. Besonders sei hingewiesen auf die Hesped-Veranstaltung der Jugendgrnppe am Sonntag, 1. Dezember, 16 Uhr, im Anschluß an Mincho dortselst im Lokal Schwanenstraße 12, anläßlich des Ablebens des Telscher und des Wilnaer Raws. — Den Hesped hält Herr Herz Holpern. Schiur: Prophetien des achtenJahrhunderts, Leitung Dr. Arnold Merzbach, Donnerstags 20%—21% Uhr, Röderbergweg 9. — Interessenten — Herren — melden sich beim Vorsitzenden, Herrn Hartogsohn, Ostendstr. 82, Carolus 44068. Liwjalh Chen. Samstag nach Mincho im Härsaal Friedbergeranlage Vorttag des Herrn S. Schachnowitz über: „Elieser, der Diener Abrahams" Jüdische jZrauenvereinigung E. V. Sonntag, 1. Dezember, abends 6 Uhr im Hörsaal, Friedberger Anlage 5, Vortrag des Herrn Lyzeal-Oberlehrer Karl Ochsenmann: „Neuzeitliche Psychologie und Pädagogik im Lichte jüdischer Weltanschauung. " Mit Rücksicht auf die Veranstaltung des Schaumrei- Mizwo fallen am Dienstag, den 3. Dezember die Gemütliche Zusammenkunft und der Kursus des Herrn Dr. S. Ehrmann aus. Nächste Gesellige Zusammenkunft: Dienstag, den 10. Dezember. Ksks'.rvativer Indischer Jugcndvcr in. Am 4. Dezember spricht Herr Rechtsanwalt Dr. Josef Frank über „die Geschichte der Frankfurter jüdischen Gemeinde in den letzten 50 Jahren". SteNennrarkt des B. I. A. 1. Niederlassungsmöglichkeit für einen Arzt in einem bayerischen Landstädtchen (Badeort). 2. Eine zweite Hauslehrerstelle nahe Heidelberg. 3. Nebenverdienst für mehrere Studenten an allen Orten als Aquisiteure für literarisches Unternehmen. Gebetzeiten. *?n natf Freitag abend 4.05 Samstag n»3tzm 6.45 5amstagmorgen 8.— predigt Samstagnachmittag 1.— und 4.— Samstagabend 5.20 Mochengottesbienst: Morgens 6.50 Nachmittags 4.— . Tefillin-Legen am Morgen 6.50 Montag Morgens 6.25 'Grosser AUSVERKAUF* wegen Liquidation zu ausserordentlich ermäßigten Preisen Z“"11"1 V Einkauf für FEST¬ GESCHENKE in SEIDENSTOFFEN-SAMTEN - BÄNDERN EDUARD SCHOTT Kaiserstrasse 6 Kaiserstrasse 6 7965