Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 44 (31.10.1929)
- Date
- 1929-10-31
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Ofaifev kevausgegeben oon dec fandesoeganifafion der Agudas-Ziseoel in Veutfekiand.;5. Jahrgang Hamburg, 3% Oktober ^929 / 27. Tischri 5689 Schriftlsitung: Wolf S. Aacoöfon in Kamörrrg. Trümmer 2\ Dcriucndcf Slguda-OllavCten * Sefiäfflicfi in alten Ortsgruppen. Zeichnet die Aktien der Allgemeinen Kreditbank! Dve K. G. als Vertretung der thoratreuen Massen des jüdischen! Volkes stellte fest, daß die wirtschaftliche Not, die im Gefolge des Weltkrieges und der Inflation auf dem ganzen europäischen Kontinente lastet und die millionenfach alten ererbten Wohlstand zerstört und Hunderttausende gesicherter Existenzen mit einem Schlage vernichtet hat, unsere jüdischen Brüder vermöge ihrer besonderen Lage innerhalb der Wirtschaft am s chw e r st e n getroffen hat. Alles Betriebskapitales beraubt, von staatliche und kommunalen Hilfsquellen zurückgedrängt, führen sie einen schweren, mühsamen oft vergeblichen Kampf um die Wiederaufrichtung ihrer Existenz, einen Kampf, tausendfach verschärft durch die Erschwe rung, die die Heiligung des Sabbats im modernen Leben bedeutet. Um hier der heiligen Pflicht des by Yiayn bx *j$n dt zu genügen und soweit Menschenkraft es vermag, helfend einzugreifen», wurde die Gründung eines-Kredit-Institutes der A. I. unter dem Namen „ A l l g e m e i n e Kredit- Bank A. G." beschlossen. Das Aktienkapital beträgt Lst. 100.000.—, eingeteilt in 100.000 Aktien a 1 Pfd. Als erste Tranche werden 30.000 Aktien ä Lst. 1.— ausgegeben-. Die Bank hat ihren Sitz ir Amsterdam. Jeder Zeichner hat neben dem Gegenwert der gezeichneten» Aktie zum Nennwert 10 Proz. des Betrages als Beitrag zu den Gründungsspesen, zur Schaffung eines Organisations¬ und Reservefonds bei der Zeichnung in bar zu entrichten. H a u p t a u f g a b e der Bank ist die Währung von Krediten zu Geschäftszwecken. Organe der Bank sind: a) der Verwaltungsrat, bestehend aus dinier noch festzusetzenden Anzahl von Mitgliedern aus den verschiedenen Ländern, b) der Verwaltungsratausschuß, bestehend gleichfalls aus einer noch festzusetzenden Anzahl von Mitgliedern, der jeden Monat zusammentritt und dem die engere Kontrolle der Geschäftsleitung obliegt, 0) der Vorstand, bestehend aus mindestens 2 gleichberechtigten Direktoren, der die Geschäfte führt un!d gegenüber den Aktionären wie für den Verwaltungsrat für ordnungs-' und satzungsgemäße Führung der Geschäfte hastet. Die F ü h r u n g d e r G e s ch ä f t e wird auf rein kaufmännischer Grundlage erfolgen und zu Direktoren werden gewissenhafte Fachleute bestellt werden. Hervorragende insbesondere im Genossenschaftswesen erfahrene Persönlichkeiten der Bankwelt haben ihre Mitarbeit ain» führender Stelle in Aussicht gestellt. Nach den vorstehenden Ausführungen können die Anteile der Bank als sichere Kapitalanlage mit der bestimmten Aussicht auf angemessene Verzinsung betrachtet werden. Ihre praktische Tätigkeit wird die Bank aufnehmen, sobald die ersten 10 000 Anteile gezeichnet und eingezahlt find«. Zeichnungsschein. M die Ungemeine Kreditbank (ml Nelwaltungsaiisscviirr) z, H. des Herrn Leo wreschner Iranlifirrl am Main Im Trutz 13. Ich zeichne hiermit .Aktien ä Lst. 1 der / Allgemeine« Sredilbank, Amsterdam den v0llen Betragt und verpflichte mich, Süden hälftigen Betrag M züglich 10% des Nennwertes (letztere für den Organifations- und Reservefond der Bank » bestimmt) L sofort *) innerhalb 4 Wochen Name. in' bar zu entrichten. Wohnort! Straße:. Deutlich schreiben! ’ *) Nichtzutreffendes zu durchstreichen. Zahlungen können erfolgen an: 5. U. SevwarrsclMd Sövne. Frankfurt a. M vresdner Lank, Berlin Lippmann, Kosenmal $ Lo., Umsierdam ., den.19. Zur Nachahmung empfohlen. Die Organifations- und Fiuanzabteilung des . A. hat am Rüsttage zum Jom hakippurim die Aufforderung an di>e Landesorganisattonen und innerhalb Deutschlands an die Ortsgruppen ergehen lasten, sich der Durchführung der Trumas Chower-Nichboid-Aktion zu widmen. Als Vorbild für alle agud'istifchen Organe fei hier das Antwortschreiben' im Wortlaut wiedergegeben, das die Ortsgruppe Fürth darauf hm bereits am Tage nach Jomkippur an den G. A. gerichtet hat. Der Vorsitzende dieser Ortsgruppe schreibt folgendes: „Als erste Mizwoh nach Jomkippur habe ich mir die Erledigung der Chower-Nichbod- Veiträge angelegen fein lassen, wir werden in Fürth die uns auferlegten 4 Beiträge a Mk. 60.— TO. 240.— für 5690 fest übernehmen, einstweilen übersende ich Ihnen per Scheck Mk. 114.—, der Rest von Mk. 126.— wird im Laufe des Jahres 5690 erledigt." Wir hoffen, daß alle anderen Ortsgruppen innerhalb und außerhalb Deutschlands diesem Beispiel folgen und nicht nur ihre Quote bereitwillig fest übernehmen, sondern auch die Hälfte, noch bevor wiederum Roschchcmdesch gebenscht wird, an die Zentralkasse abführen Die Grez-Zisroel-Arbeil in der Palästina-Kommission der zweiten Kenessio Gedaulo von train Von Rabbiner Sr. PH. Frankl in tzalbersladt. In den Verhandlungen der zweiten Kenessio hat die Arbeit für p« einen breiten Raum eingenommen. In der Berichterstattung der Presse kommt dies auch deutlich zum Ausdruck. Und doch ist das Bild, das in diesen Berichten über die Erez Jisroel-Derhandlungen gegeben wird, nur sehr unvollständig. Betrifft es doch nur denjenigen Teil der Artzeit, der vor dem großen Forum der Oeffentlichkeit, im Plenum der Kenessio Gedaulo geleistet worden ist. Es wird aber in dem Berichte nicht gesagt, wie sehr man sich m der Palästina-Kommission der K. G., die alltäglich Sitzungen abhielt, bemüht hat, die Richtlinienfestzus-etzen, nach denen die künftige Arbeit für das heilige Land getan werden» soll. Es muß wahrheitsgemäß vorweg betont werden, daß die Palästina-Kommission unter sehr ungünstigen Verhältnissen ihre Arbeit aufnehmen mußte. Daran war in erster Reihe der Mangel an Organisation schuld. Die Palästina-Zentrale hätte längere Zeit vor der K. G. einige Männer, die mit der Materie schon ei-M ermaßen bekannt sind, bestimmen müssen, die das Rückgrat der Erez Jisroel-Kommrssion bilden sollten. Diese engere Kommission hätte bei Beginn des Kongresses um einige weitere Delegierte erweitert werden können, mit denen sie den wichtigen Gegenstand möglichst gründlich behandeln konnten. Da dies nicht geschehen war, so hastete der Kommission von Anfang der Charakter des Zufälligen an. Zu jeder Sitzung kamen Männer, die wohl großes Interesse für die Sache bekundet haben aber nicht im Bilde gewesen sind, weil sie an den vorangegangenen Sitzungen nicht teilge- -niommen hatten. Es waren nur sehr wenige, die bei allen 7 Sitzungen der Kommission zugegen gewesen sind. Es ist klar, daß unter solchen Umständen die Arbeit dieser wichtigen Kommission sehr leiden mußte. Wenn trotzdem auch da Ersprießliches geleistet werden konnte, so war dies nur dadurch möglich, daß alle Teilnehmer ohne Ausnahme von der großen Bedeutung des Gegenstandes erfüllt gewesen sind. In der ersten Sitzung der Kommission einigte man sich sogleich auf eine Dreiteilungder Arbeit. In erster Reihe sollte über das momentane Hilfswerk für die durch die traurigen Vorkommnisse der letzten Zeit Beschädigten beraten werden. Der zweite Verhandlunigsgegen staud betraf die Förderung des “]i:rn in Erez Jrsroel und schließlich sollten die Möglichkeiten wirtschaftlicher Arbeit erwogen werden. Die Frage der Beteiligung der Agudo an der Agency mußte aus der Kompetenz der Kommission ausscheiden, da sie dem rabbinischen Rat unterbreitet worden war, dem die Entscheidung über diese religiös-politische Angelegenheit zustehen mußte. Betreffs der Hilfsaktion war man sich in der Kommission darüber einig, daß seitens der Agudas Jisrosl etwas geschehen mußte, um dm» von den Pogromen ni Erez Jisroel Betroffenen wirksame Hilfe leisten zu können. Es kann sich bei der Lage der Dinge nicht um eine einmalige Hilfeleistung handeln, wenn man bedenkt, daß viele der Betroffenen nicht bloß vorübergehend geschädigt, sondernum ihr gesamtes Hab und Gut und um ihr Heim gebracht worden sind. Wenn auch die Verhältnisse in brrnv pK vorläufig nicht