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Der Israelit · 1929-10-29 · Heft 43 (29.10.1929) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 43 (29.10.1929)
Date
1929-10-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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©ei>re 6. Nr. 43 Der Israelit 29. Oktober 1929 und Eigentum gefährdenden Aktion gebildet zu haben. Sie haben eile judenfeindliche Demonstration veranstaltet und ha e: unmitt.'Iöar ander Tötung von Ifaac Mamaan teilgenommen. Besonders interessierte im Prozesse eine Aussage des Polizeikommandanten von Sased, §ara day, die die Tatsache ausklärt, warum Oberkommissar Chancellor einer bei ihm erschienenen Abordnung der Zionistischen Exekutive und des Jischr-: seinerzeit erklärt hatte, er habe die Information, datz die Juden von Sased die Unruhen provoziert hätten. Faraday erzählte, als man Isaac Mamaan mit tödlichen Verletzungen aus der Straße ausfand, habe er arabische Worte gesprochen. Man nahm deshalb an, datz es sich um einen von Juden getöteten Araber handle. Die erste amtliche Mitteilung habe deshalb gelautet, es hätten Unruhen stattgesunden, wobei Nicht gesagt wurde, datz die Unruhen antijüdischen Charakter getragen haben. Faraaday erzählte dann weiter, bei den in Sased durchgesührten Haussuchungen wurden bei Arabern große Mengen von Messern und Dolchen gefunden, während die Haussuchungen bei Juden nur einen ungeladenen Revolver zu Tage gefördert hätten. Urteil im zweiten Safeder Alordprozetz. Haifa, 23. Oktober. Das Gericht in Haifa hat die vier Araber aus Sased, die angetlagt waren, an der Ermordung der 60 jährigen sephardischen Jüdin Lula Farajoun während des Safeder Pogroms beteiligt gewesen zu sein, zu je 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht fand, datz das Beweismaterial nicht genug gravierend ist, um die Todesstrafe zu rechtfertigen. Die Angeklagten wurden nicht wegen Mordes, sondern bregen Beteiligung an Gewalttaten und der Bedrohung jüdischen Lebens und Eigentums verurteilt. Griechenland. Palästina-Resolution des Weltfriedenskongresses. Athen, 10. Oktober. Der gegenwärtig in Athen ftattfindende Weltfriedenskongreß hat mit 50 gegen 22 Stimmen die vom Franzosen Corvos eingebrachie und vom Engländer Smith bekämpfte Resolution angenommen, in der das Bedauern des Kongresses über die Ereignisse in Palästina ausgedrückt und der Wunsch ausgesprochen wird, datz England alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen Möge, um ähnlichen Vorkommnissen in der Zukunft vorzuberrgen. Amerika. Union orthodoxer Rabbiner Amerikas begrüßt Hoover und Macdonakd. New 2) o r f, 15. Dttohez. Die Union orthodoxer Rabbiner der Vereinigten Staaten und Kanadas, hat an Präsident Hoover die folgende Kundgebung gesandt: Als uns die wunderbare Botschaft zuteil wurde, datz die beiden größten Mächte der Welt, die Vereinigten Staaten und Großbritannien, zu einer gemeinsamen Verständigung gekommen sind, deren Zweck es ist, das Fundament für den Weltfrieden zu legen, haben wir orthodoxe Rabbiner, religiöse Führer in Israel, uns versammelt und ein Gebet an Gott gesandt, datz er die Frucht des Friedens reisen lasse. Wir beglückwünschen Sie, Herr Präsident, und den Premierminister von Erotzbrikannien, zu demu ngeheuren zivilisatorischen Fortschritt, den Sie erzielt haben, und segnen Sie darum. Der Weltfrieden, den unsere Propheten voraussagten und für den Sie wirkten, ist in der Tat der heiligste Faktor im Leben; auf ihn warteten alle Völker Jahrhunderte hindurch. Möge der Allmächtige beide Nationen segnen und diesem segenbringenden Werk seinen göttlichen Geist leihen. Möge die Begründung des Friedens in der ganzen Welt gelingen und das Wort wahr werden, das Iesajah sprach: Sie werden nicht Schaden anrichten und nicht zerstören, denn die Erde wird voll sein von der Erkenntnis des Herrn. (ITA.) Rofch-haschanah in Rewyork. New P o r k, 7. Oktober. New Port, die gröhte Stadt der Welt, hatte in den zwei Rosch Haschanah-Tagen eine eigene Physiognomie. Zu vielen Teilten der Stadt ruhte der Geschäftsverkehr fast ganz, Läden und Büros waren geschlossen, der Verkehr stark herabgemindert. Zwei Millionen Juden füll* fey die Synagogen. Hauptthemen der Predigten in den orthodoxen, konservativen und Reform-Kongregationen waren Ramsay Macdonalds F'iedensmifsion in Amerika, Louis Marshalls Tod und die Lage in Palästina. Durch die Festeseinkäuse a»r Vorabend des Rosch Haschanah herrschte Knappheit auf dem Lebensmittelmarkt, dies trotz der erhöhten Zufuhr von Geflügel und Nahrungsmitteln, die einen Wert von Milli inen repräsentierten. In Bronr, Brooklyn und in anderen jüdischen Teilen New Dorks wurden die Zeitungen nicht ausgetragen, weil die Zeitungsstandinhaber den Gottesdienstnen beiwohnten. Um die jüdische Bevölkerung über die Lage in Palästina, um die man sich Sorgen machte, auszuklären, wurde in den Synagogen öffentlich verkündet, datz an der Klagemauer und in' allen Teilen Palästinas keinerlei störende Zwischenfälle vorlamen. (ITA.) Personalien. Kiinzelsau, 17. Oktober. Nach Ausgang des heiligen Jom-Kippurs ging unsere allgeliebte Frau Sofie Stern, geb. Sahm, nach längerer Krankheit ein zum ewigen Frieden. Mit den Kinder!! umsteht die ganze Gemeinde ihre Bahre und trauert um die n?n Wahrlich sie war uns allen in selbstloser Liebe und Aufrichtigkeit zugetan. Wer Rat und Hilfe brauchte eilte zu ihr, deren Haus war rn-n^nns Ganz besonders die Armen, ohne Unterschied der Konfession, verlieren in der Verblichenen eine selteeue Wohltäterin. Vor der Ueberführung nach dem Friedhof Braunsbach schilderte Lehrer Eoldstein, mit Rücksicht aus die Zeit der Feiertage sich kurz fassend, Leben und Wirken der Verstorbenen. Aus dem Friedhof in Braunsbach ließen Rabb. Dr. Berli '.gor, Hall, und Lehrer Strauß, Thalheim, namens der Familie das Leben der i-iv-sj nochmals in seinen markantesten Zügen am geistigen Auge des zahlreichen Trauergefolges oorüberziehen. Mögen"apn die tieftrauernden Kinder ttösten und fei ihr Andenken ein gesegnetes für unsere gesamte Gemeinde, rrax ’n- Braunsbach, 21. Oktober. Am a" ans ging einer unserer Besten, Hermann Schiller, im Alter von 57 Jahren von uns. Der Verblichene, ausgestattet mit echt echt jüdischen Herzenstugenden, hervorragenden Eeisteseigenschafien, führte einen streng frommen Lebenswandel, erfüllte jede Mizwo aufs genaueste. Durch seinen kaufmännischen Berus tagtäglich unterwegs, hat er ttoh der vielen Beschwerden die rituellen Speisegesetze aufs strengste beobachtet. Um ja nicht naw bbnn zn sein, ist er am nan yys schon sehr zeiiig zu seinen Lieben nach Hause gekommen, allwöchentlich hat er dieses auch seinem Sohne eingeschärst. Jetzt ist dieser Mund für immer verstummt. Kein Wunder, datz ei nsolch edler Charakter, obwohl er bereits in jungen Jahren das elterliche Geschäft übernommen, dasselbe zur Blüte brachte, und sein Kundenkreis ihn mit Liebe, größtem Vertrauen und Anhänglichkeit entgegenkam. Weil ma nbald die vorzüglichen Eigenschaften in Hermann Schiller s. A. erkannte, hat man ihn zum Mitglied des hiesigen israelitischen Vorsteheramtes berufen, und die Gemeindepflege wußte man in seinen Händen aufs Beste untergebracht. Beide Aemter, die er aufs gewissenhafteste und sachlichste geführt, hat er bis zu feinem Ende inne gehabt. Herr Rabbiner Dr. Berlinger, Hall, ein Jugendfreund, Schulkamerad und ständiger Freund des Verblichenen, brachte am Grabe nochmals die hervorragenden Tugenden des Entschlafenen in seinem Hesped zum Ausdruck betonend, wie er ihn vor 32 Jahren getraut, heute von einem frommen, vorbildlichen, guten Iehudi Abschied nehmen mutz. Um ihn ttauert seine fromme, in Gott ihr Vertrauen suchende Gattin, seine drei Söhne, die ganze jüdische und politische Gemeinde, viele Freunde und Anhänger. rraxjjv Vermischtes. Schotten, 3. Oktober. Am vergangenen Sabbat wurde unsere Synagoge nach vollständiger und wohlgelungener Renovierung wieder neu geweiht. Die kunstvolle Ausmalung war von Kunstmaler Velte-Darmstadt ausgeführt worden. Die Synagoge, ein massiver Vasaltsteinbau, gebaut 1863, war im Innern kahl und eintönig'; jetzt erscheint sie im herrlichsten Schmucke, farbenprächtig und würdig ausgestattet. Die gewölbte Decke, in 90 quadratische, gleichmäßig gemalte Felder — Kassetten — eingeteilt, wirft aus ebenso vielen matten Kugeln ein herrliches Licht hernieder. An den Wandsimsen glänzen in Maßen, goldenen Lettern Bibelsprüche und in den prächttg gemalten Fensternischen biblische Namen. Der Festgottesdienst, zu dem eine große Anzahl geladener Gäste — Bürgermeister, Stadtvorstand, evangelische und katholische Geistliche, Kirchenoorstände, Bauamt rc. — erschienen waren, wurde durch einen Umzug mit den Thorarollen eingeleitet. Lehrer Kaufmann begrüßte sodann anknüxsend an die Bibelverse, die die Wände zieren^ die Erschienenen Md. dankte allen, die an dem schönen Werk mitgeärbestet und allen edlep Spendern, hiesigen und auswärtigen, die in anerkennungswerter Weife s zur. Deckung dA Kqst^r bestg^trägen, unter denen äu^ch die Stadt-Schotten, genannti y-lipdew MUß. . * ' Herr Propknzialrabbiner Dr. HiMch fel d-Gftßen behandelte' in seiner Feschreöigk die Mage : 'Was ist. eiye Synagoge, was 'ist ein jüdisches Gotteshaus? -Seine gehaltvollen Ausführungen machten auf alle Anwesenden einen tiefen, nachhaltigen Eindruck. Wiesenfeld, 5. Oktober. Dieser Tage fand die Einweihung der in ihrem Innern völlig erneuerten Synagoge statt. In seinem neuen Gewand macht das Gotteshaus, an uttb für sich ein schöner, stattlicher Bau, einen überaus würdigen Eindruck. Die wohlgelungen Ausführung der Arbeiten macht dem Bauleiter, Bezirksbaumeister Hußlein in Karlstadt, alle Ehre. Der herrliche Vorhang vor der heiligen Lade und die Decken auf dem Vorlese- und Vorbeterpult sind von Frau. Therese Bamberg er, der Mutter des Vorstehers der Kultusgemeinde, gestiftet. Die Einweihungsfeier, der auch der Pfarrer, die Lehrer, der Bürgermeister und der Gemeinderat des Ortes und andere auswärtige Gäste beiwohnten, begann mit dem Einholen der Thorarollen, die unter den üblichen Umzügen und Gesängen in die heilige Lade zurückgebracht wurden. Dann hielt der Vorsteher der Kultusgemeinde Wiesenfeld, David B a m b e r g e r, die Begrüßungsansprache, in der er der Freude über das wohlgelungene Werk der Wiederherstellung Ausdruck gab, dem Bauleiter und den Bauhandwerkern für die gute Ausführung der Arbeiten, dem Verband bayerischer israelitischer Gemeinden für seinen namhaften Zuschuß zu den Baukosten und dem Ehepaar Hugo Stern für die bereitwillige Ueberlassung zweier Räume zur Abhaltung des Gottesdienstes während der Bauzeit dankte. Hierauf hielt Lehrer B ehrend aus Veitshöchheim in Verttetung des verhinderten Bezirksrabbiners Dr. Hanover die Festrede, in der er in gedankenreichen Ausführungen die Bedeutung des Gotteshauses schilderte, auch den Opfersinn und die Opferfreudigkeit der kleinen Gemeinde und dis Verdienste ihres rührigen Vorstandes um das Zustandekommen des Werkes hervorhob. Mit einem Schlußgesang des Lehrers Vehrend schloß die eindrucksvolle Feier, die noch lange in den Herzen der Mitglieder der Kultusgemeinde nachhallen wird. Briefkasten. A. A. Das jüdische Datum ist der 18. Tischri 5682. Familiennachrichten. Varmizwo: Ernst, Sohn der Frau Martha Schönberger, Frankfurt a. M., Mendelssohnsttaße 84. Synagoge Friedberger-Anlage. mvuna nar\ — Theodor, Sohn des Herrn Dr. Wilhelm Freyhan, Breslau, Höfchenstraße 104. •tws-a na?. feil 95 Hasenqasw Tongesgasse25-2? Affe (ihren u.Schfnudc werden umgstaosQitocksr umgearbeirah .8 las ■ \ ist undtiieiM - M - d ä s-f Ö.e ste^;. iyiorgen-und Äbendgetränk. 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Ich,. halte ihn nicht nur fisr M vorzügliches ' Mittel 'bei Darmttanfheiten, sondern auch : für ein nahrhaftes» erfrischendes Getränk für ‘ Gesunde." ,DMer.Kestz: wird unter Aufsicht des Rahdinais der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt q» M., hergestellt. "

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