Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 39 (26.9.1929)
- Date
- 1929-09-26
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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26. Sepi. 1929 Nr. 19 Seite 5 Ausruf! Auf vielfachen Wunsch ist auch dieses Jahr von uns dafür Sorge getroffen worden, daß am Äom Hakippurim an der Kofel Maarowi für alle diejenigen eine Tefilla gesprochen wird, welche uns bis Montags den 3. Tischri 5690 '7. Oktober 1928 für unser Schulwerk einen Mindestbetrag von Mark 2.— emfenben unb dabei gleichzeitig den eigenen hebräischen Namen und denjenigen der Mutter Mitteilen. Wir bitten, von dieser Einrichtung weitgehendst Gebrauch zu machen. Paiäsima-Lenirale äer AguÄas Jisrocl Postscheckkonto Wr 53 900. Iraukfurt a. M. Aus der Frauentagung. W i e n , 25. S-epi. Die erste DsrsglNnMng war durch e«'m grotz'MM>ieg!tes Referat van Frl. Dr. Judith R äsend a u m ausgezeichnet, übler dessen Leitgedanien nach eingehend berichtet werden soll. Am Schab b as Abend w urde im Bayrischen Hof die zweite ebenfalls vollbesuchte Bersammtung agudistischer Frauen abgehakben-. Fran Galdschmidt-Lewenstein-Zürich eröfsmete als Vorsitzende den Abend mlit einem Beacht über die seinerzeit in Frankfurt >a. M. gelegenMich der Aguda-Bundestagung 1927 gegründete Jnternaitiionallie Arbe'idsgemeün'schast der Agudas Jiisroel-Mädchengruppen. Diese Arbeitsgemeinschaft en>tstand damals aus dem Vedürfiniis heraus, in-nerhailb der Mädchengriuppen eine stärkere Bindung hörzustellen, damit die Leistungen, in einzelnen Ländern und Gruppen durch AustaNsch von Arbeitsberichten Anregungen, Tagungen, steigern. Dieser Jintsvnat-A. G. sind bis heute Deutschland, Oesterreich, Holland, Belgien, Schweiz, angeschlossen. Di>e Zentrale, deren Sitz Zürich ist, hat durch schvifMche Fühlungnahme durch Versendung van Run>dschr'e'ibe>rr an die obengenannten Länder ihre Ausgabe zu tosen versucht. Da nun aNiäßliich der K. G. 'der G. A. den Zusammenschluß der Frauen- und Mädchengruppen angeregt hat, so soll nun, so führte Frau GoWschntidt aus, bei der Fmuentagiung in Wien die bMÄs bestehende Internationale Arbeitsgemeinschast in einer „Internationalen Böreinigung sämtKcher Agudas- Jisrosl-Fraue-n-- >u>nd Mädchengruppen" erweitert werden-. Sinn dieser Vereinigung 'ist es, durch die Konzentration der Kräfte eins intensivere, systematischere Arbeit zu erzielen. Vor allem ist es nötig, daß nach dem Vorbiild von Hamburgt Breslau, BertiNj, Polen und Lettland Fräuengruppen gegründet werden, damit das agudWfche BsrankwoEchkeAsgefühl und die BedätigungismögNichkeA beb den Mädchen auch über die Che hinaus erhalten' bleibt. Die Zentrale wird -in den nächsten Wochen^ ein^ Arbeiisprogramm., Lite.ratur'v>erze>l'chnlS!, Lehrpllanlenkwürfe ausarbetten und den' Gruppen zufeudeni. Die VersamMkung, deren Anwesende nicht beaustragle Deliegiierte lhres Landes waren' (die Fvauentagung wurde durch persch'isdene Gründe zu' spät an,gesetzt), anerkannte auf Grund ihrer Bevollmächtigung durch den G. A. ei'nsti mm lg, mit lieb'hastenr Beifall,, Me feierlich proklamierte Gründung der „Jniternalidnalisn' Vereinigung -der Agudas Jisroel-Frauem und Mädchöngruppen". Das Wort ergridff hierauf Frl. Szcrcmska, Dozentin am Bes Jakob-Seminar in Krakaus zu einem ausführlichen Bericht über NotweiMgLeich'.ÄyÄWkunF >und Tätigkeit der Voraus Agudas Jisroe!k-(Mädchena-rganisg>!>i>op) itrt Po- Der Israelit Blätter ley, welcher mit vorbildlicher Disziplin' und' Hingabe arbeiten. Cs b estehen heute ca. 100 Bnaus-Gruppen mit 10 000 Mitgliedern und auch einige Frauengiruppen. Die RedneriN schilderte die sozialen'/Leistungen der Bnaus- Gruppen,, d. s. Krankenbesuche, Krankenperpslegungen in den nicht-jüdischen Spitälern, WöchnerinnenMse!, Nachhilfestunden für unbemittelte Kinder, Bekleiden und Frühstücksspeifung armer Bes Jakob-Kinder, Chamifcho Ofar-Obstsendungen an Kranke und Waisenhäuser, Ferienkolonien. Die Geldmittel erhalten sie durch die strikt durchgöführte tägliche Groschensammlung sämtlicher Mitglieder, durch die finanziell Hervorragendes geleistet wird. Dieser Groschenfond wird erweitert durch vegelmähige SpendeneiinzeichNungen bei Familienfesten. In diesem Jahr fand der erste FiihreriNnenkurs iü den Karpathen statt, an welchem Führerinnen aus allen Teilen Polens von östlichen und westlichen Lehrkräften in Hinsicht auf ihre Führerinnenarbeit unterrichtet und instruiert werden. Propagierung, der Idee und geistige Aussprache 'geschieht durch das Bes Jakob-Journal. Rednerin betont die Notwendigkeit weiterer Anregung, durch ausländische Hilfe und begrüßt im Namen der Gesamt- Bnaus in Polen aufs lebhafteste die Gründung der Internationalen Vereinigung. Der zweite Bericht erfolgte durch Frau Meierrowitsch, Lehrerin der Tauroh im Derech Erez-Schälle in Riga. Auch dort stößt die Einführung des jüdischen Unterrichts bei den Mädchen auf große Schwierigkeiten, aber die Bes Jakob-Gruppe will alles daran setzen^ dieselben zu überwinden. Die Rigaer Vertreterinnen rechnen auf Mithilfe und Zusendung' von- Material der Jnbernationälen Ve'reinigung. Frau Vetti Wreschner, Breslau, berichtet über die Breslauer Frauengruppe, die bis jetzt sozial sehr gNt arbeitet und in der Wintersaison auch die kulturelle Tätigkeit beginnen will. An der daraus einsetzenden Debatte beteiligen sich Fbl. Holpern, Frau Bisher, Holland, Frau Bella Schlesinger und Frau Dr. Pollak, Wien. Aus Tiberlas (Erez Jisroel) berichtete Frau Miller von den Zuständen in den dortigen Schuten und appelliert an die Jnkernatibnale Vereinigung,, auch hier zu helfen. Frl. Dr. Rosenbaum, Frankfurt-Krakau, zeichnete nochmals klar die Richtlinien der neugegründeten Jnkrmäiomlen Vereinigung. Frau ©ig|. Bondi, Wien, schloß die Tagung, mit der Aufforderung, daß jede der Anwesenden in ihrem Lande an der Verwirklichung der Ziele der aign-Aftislchen Frauenbewegung mitwirke. Die Erziehungskonferenz auf der 2. Kenessio Gedaulo. Wien, 25. Sept. Von den verschiedensten Seiten, verlangt, von, Eltern und Lehrerkreisen mit Spannung erm-art-et, wurde die Erziehnngskonserenz Mit einiger Verspätung Freitag früh eröffnet. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand die Erörterung der Jugendschrlften- und Lehrt» üicherfraige. Aber im Hintergrund all dieser Dinge lauerte doch die weit mWigeoe Ae ganze Existenz und den« Bestand der Agudo in ihrem Kern berührende Frage, Tauroh oder Derech Erez, oder beides zusammen,. Eibe Vorbiere-iitung aus diese Frage schulten die Gemüter schon durch die bei der Kenessio aufkiegenden Ar-- bikel der LuachbMtdor (Von, Tauroh zu Derech, Erez) von Direktor Elias, und der jüdischen Presse (Rabbiner Thal, Holland), sodann durch die Ausführungen, des Rabbiners von Ansbach aus der Jugendtagung. Im Anschluß an ein Referat von, Direktor Elias über das Thema: „Was -geben, wir der Jugend zu. lesen und was kesien sie", 'entspann sich denn bald auch -eine heftige Debatte über Dinge, die den, westlichen Crzieherm, Selbstverständlichkeit, nur den Ostjuden noch fraglich find. Ob Bücher von Verfassern, die dem historischen Judentum in Leiben und Lehre' gegensätzlich gegenüberstehen, ob Schriften und Dichtungen nichtjüdischer Klassiker über Dinge dev profanen Welt und der Kunst unserer Iw gönd zur Erziehung in Ae Hände gegeben werden, sollen, ob den Töchtern -in den Bes Jakob-Sch,ulen, Pevez und Tschernikowsky oder Schiller und Goethe gereicht werden sollen,, ob diese Töchter zu Erzieherinnen, oder zu Takmiidem' Chachomim herangeb'ildet werden sollen, diese und noch viele andere Fragen wurden, aufgeworfen und mehr oder minder heftig, und mehr oder minder klug beantwortet. Wer-der ganzen Kenessio Gedaulo nur als spöttischer Beobachter und als lauernder Kritiker beiwohnte, konnte hier auf seiine Kosten kommen. Er konnte daraus entnehmen, daß zwischen Ost- und Westjudentum noch eine große Kluft gähne, und das KuMurprobtem den ganzen Agudo - Ge danken zur U nfruchtbar keit verdamme. Wer aber aufmerksam und elnsühlend den- Verhandlungen folgte, der sah, -daß in 'diesen Kämpfen ein Gewaltiges zum Vorschein kann: zwei Welten, Ae bisher durch unendliche Räume gsschisds'u, M-snschsn, die bisher durch ihre Gefftesrichtung einander entgegengesetzt waren, kamen hier von dem Willen, beseelt zusammen., aus der gemeinsamen, Grundlage der Tauroh eine gemeinschaftlich« Lebens- und Erz ieh un,g.s bafi s zu gewin,n>en. Nicht um das Erziehungsziel -geht es, nicht -um das Bildungsideat stritten sie, sondern um die Methode und um den Weg. Hatte schon der Referent darauf hingewiefen, daß Ae Jugendlektüre dem Jugendlichen den, Weg zeigen soll, wie er aus der einfachen nwip. aus dem unterhaltenden Lesen eine heilige rwnp, den Appell der Thora an sein jüdisches Wesen vernehmen könne, so kam immer mehr, und besonders in der privaten Besprechung den einzelnen Gegnern zum Bewußtsein, daßnur eines fehlte, den Sinn von dem BiAdungsideail zu lenkenauf das Bildungsobjekt und die Gemüter für die Erkenntnis zu gewinnen, daß zur BewrbeNung eines Stoffes -nicht nur die Idee des fertigen Kunstwerkes, sondern' auch das Matebial, das zu formen -ist, berücksichtigt werden müsse. Dieser Gewinnung sollte Ae Erz'ichungiSkonserenz Mnen und waren die folgenden Tage gewiAnet. Daß die verschiedenen Lebens-kreise verschiediene Lebensformen, und oerfchiedene Erziehungsmechoden erfordern/, daß Ae Erz-i!ehungseinrichlu>ng,en' -des Wöstens vom Osten und des Ostens vom Westen Verständnis erheischen und erwarten, das feil die gemeinsame Leistung,, das große Ergebnis der agudiftifchen E-rziitehungskonferenz. Die Resokutiion'vn der Erziiehüngskonsenenz sind anr Anfänge dieser Beilage abgedrückt. ' Spendenliste für rasche Hilfe für Palästina. Antwerpen: A. Schreiber 10. Ahrweiler: dch. H. Bär: Jsr. Gemeinde 50, Mof. Heymann 20, Fa. H. Bär 20, Zssachar Bär 10; zus. 100. Alzenau: Salomon Hamburger 10. Ansbach: dch. Rahb. Dr. Munk: Jsr. Kultusgemeinde 170. Aschbach: dch. Oberlehrer Wechsler: Jsr. Gemeinde 47. Aurich: dch.i B. Wolfs: Synagogengemeinde 40.78. Bad Brückenau: Hotel Kaufmann 10. Bad Freienwalde: Dr. med. Fritz Happ 100. Bad Homburg: Dr. med. Erich Rosenthal 5, Dr. med. A. Nosenthal 5, dch. Nabb. Dr. Wreschner 400 .Einzelausweis hierüber folgt), ges. dch. Jetta Rosenheim ü. Alice Pollack-Frankfurt a. M.: Dr. Leibowitz 10; Frau Goldschmidt 30, I. Salmon 5, E. D. Kaller 100, Drucker 20. RR. 5. RR. 5, A. M. Stavisky 10, NN. ,3, Schönbardt 5, Blum 5, E. Wolowitz 5, Frau London 5, NN. 1, Frau Heinemann 1, NN. 1, Frau Eh. Lipfchitz 3, Dr. L. 3, Frau Mokrauer-Oberstedten 3, NN. 1. NN. 0.50, NN. 2, NN. 1; zus. 224.50. Bad Kisiingen: dch. Rabb. Dr. S. Bamberger: Sammlung in Kissingen 309.17, aus Westheim 24; zus. 333.17. Bad Nauheim: gesammelt dch. Frl. Schüler und Frl. Philipps: Prof. Schüler 10, Fanc. Neuberger 6, Bettmann 5, Frau Gustav Oppenheimer 10, Fröhlich Mayer 5, Joseph Auzarnt 10, Hermann 5, A. Jnselbuch 2, I. Loeb 5, Lefmann 1.50, NN. 2.50, NN. 2, NN. 1, NN. 2, NN. 2. NN. 2. NN. 1, M. Kahn 5. NN. 1. NN. 1, Mr. Gimhel 20, NN. 2. NN. 2; zus. 103. Bad Orb: Adolf Adler 15, M. Silberthau 3, NN. 30. Bad Segeberg: Moritz Steinhof 10. QBad Schwalbach: H. Kcrtz 5. Balingen: Dr. Bloch 20. Barmen: H. Rothschild 10. Bentheim: K. Goldsteen 10. Berlin: NN. 10, Jos. Stein 10, F. Jacobi 2, Leschkowskr 5, Rabb. Dr. Eli Munk 21.80, Jsak Nußbaum 2000, Tischsammlung anl. der Brith Miloh seines Enkels 500, Dr. med Rau 100, S. M. Bier 50. dch. Rabb. Dr. Auerbach 65,30. Bmgen: Adolf Rvsenstock 10. Birkenau: Emanuel Löb 5. Bischossburg: M. Frankenstein 20. Brandoberndorf: Nathan Abraham 10. Braunsbach: S. Pfeiffer 100. Breslau: Berthold Danzig 60. Burghaun: dch. Lehrer N. Berlinger 323. Burgpreppach: Leop. Traub 5. Ereglmgen: dch. H. Katzenstein: Jsr. Gemeinde 79. Eronberg: Sally Strauß 5. Cronheim: S. Fuchs 10, Danzig: dch. Herrn L. Nachmann 134.40.