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Der Israelit · 1929-09-19 · Heft 38 (19.9.1929) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 38 (19.9.1929)
Date
1929-09-19
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Serbe 4. Nr. 18 Der Israelit Glätte r 19. September 1929 Zubauen, was unabhängig von der Zeiten Gunst und Ungunst erhalten bleiben muß, nämlich die Gewinnung der palästinensischen .Jugend für Thora und Tradition Die Palästina-Zentrale fühlte sich infolge der Verantwortung, die bei dieser wechselnden Kon stellation aus ihr lastete, veranlaßt, während der Berichtsperiode zwei Palästina-Konferenzen aller agudistifchen Landesorganisatkonen zu ver anstalten. Einmal zur Zeit der 4. Sllijah am 15. und 16. Elul 5689 iIN! Krakau und dann wiederum, als der Höhepunkt der Wirt schaftlichen Krise in Erez Jisroel eine Besprechung der Läge erforderte, am 2. und 3. Teweth 5688 in Berlin (Fortsetzung folgt.) Aufruf! Auf der Kenessio Gedaulo in Wien hörten wir zum ersten Male von Augenzeugen die er schütternden Berichte über die Pogrome in Crez Israel, die durch uns einer großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Heute aber schon möchten wir im Sinne der Beschlüsse des weltrabbinischen Rates die gesamte jüdische Öffentlichkeit aufrufen, noch dazu beizutragen, die Not zu lindern. Wir haben aus den bis jetzt eingelaufenen Geldern, ohne jede Rücksicht auf Parteizugehörigkeit, Herrn Oberrabb. Epstein für die Hinterbliebenen des Hebron er Blutbades, dem Hilfskomitee in Safed, dem alten Jischuw in Jerusalem, den Geschädigten in Tel- Aviv helfen können. Wir bitten um Zusendung weiterer Spenden aus das Postscheckkonto 53 900 Frankfurt a. M. Palästina-Zentrale der Agudas Israel. Bericht über deu Kriegswaisenfonds der Agudas Israel, erstattet der 2. Kenessio gedaulo» Elul 5689. Seit dem Jahre 1923, dem Jahre der ersten Kenessio Gedaulo, hat der Kriegswaisenfonds der Agudas Jtsroel seine Arbeit im Dienste der Waisenfürsorge nach Maßgabe der ihm zur Verfügung stehenden Mittel fortgesetzt. Die Mittel freilich waren stark begrenzt. Das Vermögen der Organisation war entwertet, und die Jahre der Inflation und die folgenden Jahre hatten die Kurve des Wohltuns, auf welchem die Tätigkeit des Krietzswaisenfonds aufgebaut ist, in einem erheblichen Maße gesenkt. Während die Papiermark mit vollen. Händen gegeben und auch noch im Jahre 1924 namhafte Bettäge in neuer Währung vereinnahmt wurden, beginnt sich im Jahre 1925 der wirtschaftliche Niedergang auch bei unserer Organisation stark bemerkbar zu machen, ^.rotz einer eifrrgen Propaganda, die in der Berichtsperiode entfaltet wurde, muß mit Bedauern festgestellt werden, daß die Spenden, die der Kriegswaisenfonds erhält, von Jahr zu Jahr eine Abnahme erfahren haben, und daß Beiträge von 20 Mark an schon zu den nennenswerten Zuweisungen gezählt werden müssen. Es ist notwendig, diese Betrachtungen dem Bericht voranzuschicken, und unter diesen Gesichtspunkten die Tätigkeit des K. W. F. zu dein deutschen Waisenhäusern oder in Privathäusern unterl die jungen Menschen, verschieden in Kleidung, verschieden gebracht sind. in Sprache, um einmütig den Willen zur Thora, Als ein lichter Punkt dieses Berichts darf das Leben zur Agudas Jisroel zum Ausdruck zü geben, m den Waisenhäusern, der Gesundheitszustand unserer S. Stern begrüßt den Tag im Namen der öster- Zöglinge, ihre körperliche und geistige Entwicklung und reichischen Aguda-Jugend mit dem Satze: „Wir verlangen, vor allem ihre Verbundenheit mit Tauroh und Mizwaus daß man von uns verlangt." Begrüßungsansprachen an die, bezeichnet werden. Es würde den Rahmen dieses Berich- 120 Delegierten, von 14 Ländern gesandt, wurden getes weit überschreiten, einzelne Bilder aus den Waisenhalten von Oberrabbiner Fürst (Wien) für Rabbinischen Häusern zu entwerfen — es darf ausgesprochen werden, Rat, Lewin (Rzeszow) für Zentralrat, Horckoitz (Wardaß unglücklichen und elternlosen Kindern eine Fülele [ schau) für G. A., Bondi (Wien) für vorbereitendes Ko-> von Liebe erwiesen wurde, und daß seit Beginn unserer Tätigkeit mehrere hundert Kinder einer neuen Heimat und einer freudvollen Jugendzeit teilhaftig geworden sind. Der augenblickliche Stand unserer Waisenhäuser ist der folgende: Bialystok: 58 Kinder; hiervon 41 Mädchen und 17 Knaben, je zur Hälfte Ganz- und Halbwaisen. Der Aufenthalt der Kinder im Waisenhaus bewegt sich zwischen 1 Und 11 Jahren, das Alter der Kinder zwischen 8 und 17 Jahren. Die Kinder vom 14. Jahre an befinden sich in der beruflichen Ausbildung, die Mädchen mitee. - Das Tagespräsidium besteht aus Lewenstein (Zürich), Goodman (London), Schenkolervski (Hamburg), Golrdon (Amerika), Kapito (Polen), Stroh (Wien). Es wird eine Resolution angenommen, die die tiefe Trauer der Agudajugend zu den Ereignissen in Erez Jisroel zum Ausdruck bringt und ein Telegramm an die Zeirim in Erez Jisroel gesandt. Dann wurde ein Er-- gebenheitstelegramm au den Nabbinischen Rat gesandt, desgleichen ein Begrüßungstelegramm an den Thofez Chajim. Ein Chebroner Jeschiwajüngling überbringt mit trähauptsächlich als Schneiderinnen, bi/ Knaben als Schnei- .nenerstickter Stimme die Brocho seiner Kameraden, di/ der Tischler, Kürschner, Maler, Mechaniker usw. Dem Heute schon in Jeschiwo schel maalo sitzen. Kein lugend- Waisenhaus ist eine Abteilung für Säuglinge angeschlos- | liches Auge blieb trocken. Referate wurden gehalten von Eli E. Munk (Ansbach), Schwarzmann (Warschau). (Ausführlicher Bericht folgt.) sen in welcher 12 Knaben und 8 Mädchen verpflegt werden. Warschau: 28 Mädchen und zwar 8 Ganz- und 20 Halbwaisen. Das Alter der Kinder bewegt sich Zwischen dem 8. und 19. Jahre, ihr Aufenthalt im Hause zwischen 1 und 12 Jahren. Die Hälfte der Kinder, welche, sobald sie erwachsen, beruflich ausgebildet ^werden, verläßt in einigen Monaten das Waisenhaus. Unter ihnen befinden sich hervorragende Stickerinnen und sehr geschickte Schneiderinnen und Modistinnen. Auch uach ihrem Weggang vom Waisenhause liegt dem K. W. F. die Verpflichtung ob, ihnen Zuschüsse zu ihrem Lebens unterhalt zu gewähren. Kali sch: 28 Knaben, hiervon 6 Doll- und 22 Halbwaisen im Alter von 6—17 Jahren. Hälfte der Kinder wird in jüdischen unb profanen Disziplinen unterrichtet, die anderen erlernen die Schneiderei im Hause, einige sind auch bei Handwerkern als Lehrlinge und Gehilfen untergebracht. Die Zusammenstellung ergibt, daß der K. W. F. aufhört, der Annehmer der Kriegs waisen zu sein und ach der allgemeinen Waisenfürsorge zuwendet. Das Waisenelend in Polen ist groß, und es wäre innigst zu begrüßen, wenn der K. W. F. in der Lage wäre, an Stelle der ausscheidenden Kinder andere Waisen zu betreuen Er erwartet von seinen Freunden und Gönnern, daß 'ie ihm die Möglichkeit geben, das Liebeswerk, das unter den schwierigsten Verhältnissen begonnen und fortgesetzt wurde, auch in der Zukunft zum Segen ünserer polnischen Brüder zu erhalten. Oie Delegierten auf der 2. kenessio Gedaulo. Aus dem Berichte der Mandatsprüfungskommission. Anwesend: für Pol >erv: M. L-erwer, A. S. Fried- Spendenliste der Palästina-Zentrale der Agudvs Jisroel, Fraakfnrt, Postscheckkonto Frankfurt a. M., Nr. 53 900. Keren Erez Jisroel. Abterode: N. N. 3. Aschaffenburg: Arnold Rosenthal 10. Bad Schwalbach: H. Katz 5. Etwa die I Berlin: Rosa Gottgeher (Rausch Ehaudesch-Spende) 1.60; Eugen Friedländer 2, dch. Rabb. Dr. Auerbach Rausch Ehaudesch-Spende 160, Dr. E. Brasch 5, Ruth Holländer 1.50, Dr. Emil Hirsch Rausch Ehaudesch-Spende 200 Rosa Gottgeher Rausch Ehaudesch-Spende 1.80. Braunschweig: Isidor Kohn 5. Breslau: dch. Lea Jedwab Challogeld 150, dch. Dr. A. Koppenheim von R. R. aus Ungarn 10. Burgpreppach: Dr. Mar-Ephraim 3. Eiterfeld: dch. Lehrer Oppenheimer von Gemeinde 12. Eppertshausen: Bernhard Moses 50. Esens: Prediger Bronkhorst 1. Frankfurt a. M.: Dr. Oppenheimer 10, Leo Wreschner R. Eh.-Sp. 3. R. R. 10, Simon Mugdan 90. Dr. Hermann. Oppenheimer 15, Herbert Kruskal Sammlung Blänkenberghs 70, dch. den Israelit 25, dch. Löwenthal R. Nh.-Sp. L. Mosbacher 3, M. Mosbacher 5, P. Mosbacher 3, L. Löwenthal 5, N. Weis 1, L. Wreschner 5, zus. 22, dch. S. Mugdan f. Jahrzeit 5 N. N. 3, Leo Wreschner N. Eh.-Sp. 3, N. R. 10. Fulda: dch. Ed. Stiebe! N. Eh.-Sp. 54, anläßlich Hochzeit Grünebaum-Stern 51, Tifcho B'Av-Spenden 182, zus. 287. Gelsenkirchen: von Frau Ww. Louis Meyer f. R. M. b. H. 11.45. mann; für L -sttl § nd : Rodakow; für Slowakei: Uersfeld: dch. Simon Katz 8. Reiner, Herzt; für Holland: Ankona; für (Snganb: Schönfeld; für Rumänien: Grünberg, Chiinau; für Deutschland: W. S. Jacobson, S. Efchwege; für benSB eit ju g -e rt b t <l g : Hermann Bondi, Wien. Es werden folgende Mandate bestätiigt: Polen: 208, hiervon 41 „Zeire Agudas Jisroel", 31 „Poale Agudas Jisroel". Slowakei: 19, davon 16 Delegierte, Lundesorganifativn. Lettland: 6, davon 3 Dele- Gurhagen:. dch. Isaak Katzenberg von Frau Berta Plaut 19.80. Halberstadt: dch. Rabb. Dr. Schlesinger 43. Hamburg: Felix u. Berta Strauß 5. Hüßfurt: Frau S. Hammelburger 5. Hersfeld: Berthold Katz 10. Hona: dch. I. Weingarten 2. Hopstein: Frau Alex Reingenheim 6. chenhausen: dch. I. Gradmann 130. gierte, 3 Landesorganflation. Deutschland: 39, da-1 Aülsheim: dch. S. Scheuer von M. Brückheimer 1, Abr von 36 Delegierte, 3 LanÄesorganisatHon. Hahn 1, S. Scheuer 2, zus. 4. Ein von Hermann Bing, Frankfurt a. M. eingevegier Landsberg: Oskar Rautenberg 3 trachten. Der K. W. F. mußte es sich unter diesen Um- Protest gegen die Frankfurter Delegterienwahl wird, da Leipzig: A. J.-Jugendgruppe 5. ständen genügen lassen, seinen Waisenhäusern nur emen Teil ihrer Eristenzmittel zukommenzulassen und mancherlet Ansprüche, die an ihn herantraten, nur zum Teil zu befriedigen. Freilich, auch ohne die verminderte Hilfstätigkeit des K. W. F. wäre es heute selbstverständlich, daß die polnischen Gemeinden, in deren Mitte die Waisenhäuser vor dreizehn Jahren errichtet wurden, zu der Erhaltung dieser bedeutsamen Institutionen beitragen, da es ja ihre Kinder sind, die hier dem Leben und dem Judentum erhalten werden. Besonders schmerzlich ist es, daß über ganz Polen schwerste Sorgen lasten, und die Gemeinden ihren Verpflichtungen nur teilweise Nachkommen können. Reben ihnen hat in den letzten Jahren der Joint große Mittel für die polnischen Waisenhäuser verwandt; die Kavitalien des Joint sind zur Zeit leider erschöpft, und Polen erwartet sehnsuchtsvoll ein Wiederaufleben der amerikanischen Hilfstätigkeit. Die folgende Aufstellung zeigt den bedauerlichen Rückgang der Einnahmen des K. W. H.: 1924: 24194 Mk.; 1925: 19 231 Mk.; 1926: 14 373 Mk.; 1927: 12126 Mk.; 1928: 11 281 Mk; 1929: bis 30. Mai 4 410 Mk.; Hierzu kamen freilich am 1. April dieses Jahres 10 358 Mk. als erste Ausschüttung der Wohlsahrtsrente. Die eingegangenen Gelder wurden den Waisenanstalten in Bialystok, Kalisch und Warschau zugeführt. Kleinere Beträge erhielten zu Begiim der Berichtsperiode die Waisen in Sowjetrußland; desgleichen wurde das Waisenhaus der Aqudas Jisroel in Baden bei Wien zeitweise bedacht wie auch einzelne Waisenkinder, 'welche er verspätet erfolgte, abgewiesen. I Mainz: A. Oppenheimer 10. Jugoslavten: 2. Deutsch öst e r r e i> ch: 12, Mannheim: dch. Joses Würzburger von Berthold Strauß davon 9 Delegierte (2 Jugendd.), 3 LandesorgMiMmon. io, von Alfred Kalter 4. Ein von der Jugendgruppe Wien II. eingelegter Pro- München: R. R 4. löst gegen die Wahl im XX. Bezirk, wird abgelehnt. Die Reckarbischofs'heim: 'Jsr. Gemeinde 8.50. Kommission hat sich lediglich m eine formale Prüfling Niederstetten: Oberndörser 20. eingelassen und bestätigt üiie Wahl, nachdem von Seilten N.: R. R 10. des G. A. für den XX. Bezirk ein Wahlkommiffar er- Oldenburg': Lehrer M. Meyberg R. Eh.-Sp. 9, anläßlich mrmt worden war, welcher die ordnungsmäßige Bor- Tanis 3, zus. 12. nähme der Wahl bestätigte. Der anwesende Jngendver- Rheydt: Dr.' Heymann 20. treder, Herr Bondi, enthält sich der Stimme. Siegburg- B Wallerstein 10 Palästina: 12, davon 9,Del., 3, Vertreter der j Schwabach.- dch. Rabb. Dr. Mannes Frl. Massenbacher L.-O. Belgien: 7, davon 4 Del.,, 3 Landesvorstand. S ch we i z: 8, davon 6 Del., 3 L.-O. 'Holland: 9, davon 6 Del., 3 L.-O. England: 7, davon 4 Del., 3 L.-O. Sudetenländer: 5, davon 2 Del., 3 L.-O. Frankreich: 2. Italien: 1. Dänemark: 1. Litauen: 2. Nordamerika: 5, davon 2 Del., 3 L.-O. Rumänien: 17 (Altrumänien, Beßarabten, Transsylvanien und Bukowina.) Agudistische Arbeitsgemeinschaft der Jngend: 6. Es sind also bestätigt insgesamt 368 Mandate. Weltjugendtag. (Vorläufiger Bericht.) Eine erhebende Ouvertüre der Kenessio Gedaulo war der Weltjugendtag. Aus allen Teilen der Welt kamen Burghaslach R. Eh.-Sp. 8.80, Graf 4, Mannes 6, Merel 1, Otto Reis Niederstetten 14, H. Feuchtwanger 10, S. Feuchtwanger 5, Jacob: 1, A. Feuchtwanger 1, R. R. 0.57, dch. Heinrich HUtzler Hüttenbach 10.61, I. Berlin 20, R. R. 1. Schweinfurt: dch. Rabb. Dr. Stein 74. Sprendlingen: L. Kaufmann 4. Tapiau: S. Becker 50. Treuchtlingen: dch. B. Fulder 26.10. Wiesbaden: dch. Alt-Jsrl. Kultusgemeinde 13.25. Wiesenfeld: Mar Vamberger 10. Würzburg: dch. R. Eldod gesammelt 100. (K e r e n H a j i s ch u w.) Fulda: dch. Eduard Siiebel Büchsen Fulda 25. Oldenburg: Büchse' M» , Meyberg 1.13. Schwabach: Büchse Graf 4,20.

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