Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 38 (19.9.1929)
- Date
- 1929-09-19
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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19 September 1929 Der Israelit Nr. 38. Sette 17 Personalien» Biebrich c. Rhein, 17. Sext. - 2tm-W>K vin »x-. o«?= säMd mmasarat rai,cy der am 76. Lebensjahre steh-enLe u-covitz BenDer vonhier. Die Kun-de von, dem W®1< len Hlnfche-idenerfüllte öoe Stadt wn:b beson-dersimyet 'pap mit mpm &tymer$ und Herder Trauer. Äst doch mit dem D-aymg.egaitWen.en >"t der nas vai, der (Sctpfeuer — auf den me ganze G-eme-inde stolz war und sich, stutzet, konnte — zu sr-uye aus unsrer Mime gerissen worcen und wehmutsvoll eamngen Me Worte |iü; untren Hippen^ ’i« Ul7rri miss? ni?ss n u? „weh uns,, oatz g-esall-en üteÄrone unsres Haupres". Dem welchen oekannven Hause Sender emstamm-eno, das echte une» unverfalf-cyt-e ÄudlMett allezeit hegte und pfteg,ve> förderte -uns vert-eid.t-g.bei, harte der Later Salomon -s-enoer dafür Sorge getragen, daß der Verstorbene niwn ■o-a r>v erzogen wurde und gao ihn in dae damals aufbluhende Le'hm-ann. sche Schule nach Urtams, von wo aus er nach Pa-ris in ein Bankhaus kam und neben seiner Laufmanntschen Ausbildung im viivn ni's c.es auvereyrten Rabv-l-ners Wei-skopf '"a dem riiinn ri2'? oot-ag. Als der Later ihm sr-ühzeitig entrissen ward, k-ehrre er hierher zuruch gründere «in Geschäft, Das auf ausgeze-ttyineter Reeckttät fußte und vertrat so een vielen noch unversorgten G-sschw-ifteru gegenüber die Barerstelle, gründete atsdann wir einer ihm gle-ichgesmn-E Gcrtum se-me-n eigenen Hausstand, in dem Thora und Mizwovy aaezeil herrschte und den mindern erngepftantzl! wurde. Ars t-anGä-hr-.ge>r Vorstand unserer Geme-mde' war er stets bemüht, oie JnsWu-tionen innerhalb derf-eib-en pi 'o?* mgesegestreuer We-i-je zu hegen und zu erhaoven, versah JayrzstMe -das. Amt eines PN und ypin pya an den a’KTia ll'Q' mit großer Andacht-und seiKener Hingabe und war so einia^-r --aisa poiy naivdra ein für alle Gemeindeb-elange sich in Treue und Liede H.ngeo-enLer. So kurz auchtw Z-e'tt zwischen L-em Aerscheiren und ai ",v? war, jo sorgte doch eme große Trauorschar aus allen Kre.,en olyne Unterschied der aioasessisonen von hier und nächster Umgebungder Bahre — ein Ztity-^n der VeliemMr dse Verstorbenen. Tee letztw-Algo LersüHunig des Day-inigeg-angenen, datz weder am Grase noaj, im s/aui^ tun wo,, QiefyaMen werlen dürfe, konnte und mußte schon des m und des nahenden Schab dos wegen eisullr weiden. Die stillklagende und tiefbewegee ^.ruue-ogenie-oiLe, .cue vom frisch auM-worfene n G raoesya-gel sich er-enn-te, jOigee mehr, wie Worte es vennogen, wer der Dahmgeg-angene war. Möge sein fiiar .cfer erauiern-L-e-n (Ä-a-ii-m uno- Len Kindern-, sowie besonders auch unserer K-elMoh -be-lstchen. Neidenstein (Baden), 15. Sept. Nach längerer Krankheit wurde eine unserer besten u>dn frömmsten Frauen ins bessere Jenseits abberusen: Frau Fviedvvtke M a y e r geb. Ettl-mger, e.NL Hrau voni-üttensr Fröminigkeiit und Gotterg^benhoi-t. Sie suhr.e zuijdmmsn mi-v choein Gatten mm echt jud.fch Ehe. D-e Atizwas Hachnosas Orchm übte sie miit ganz belj-onderer Sorgfotl aus. Keinenenttteh die Bervtichene mtt leeren Händerr. Ihre Kinder erzog sie zu gutenun-d aus-richtügen- Jehudim. Herr Äadö.ncr Dr. Hauer, Mannheim, gab au der Bahre mit beredten- Worten dem Schmerze Ausdruck, der hauprjachich von dem- Gatten und den beiden Töchtern sehr hart empfunden wird. Die rege Begleitung von 9tah und Fern auf ihrem letzten Weg, legten von der Beliebtheit, die di-e Berbitcherie genoß, Zeugulis ab. Möge das mar der Hsim-gegangenen den Hinterbliebenen m vollstem Maße zuieil wLodeiin-o^n. Vermischtes. Leer, 16. Sept. Am 25. August hielc der Schochtiiii- Bereiil der Landradbillatsbezirie Emden und Olvenvurg seine Mitgliederoelsmnnilung in unserer Genieinoe ab. Es waren 12 Teiinehmec erschienen. In dem geschüs»- ttcheii Teile wnroen verschieoene OrgaiiisattoiiL- und Clandessragen besprochen und eiilstimu.ig der A lisch!utz an den Preutzlscheir Schächterverband beschlossen. Dabei wurde dem Wunsche Ausd.ull gegeben, daß der Schächlerveroand baldigst zu einer strassen, ohne Ausnahme alte S ch o ch i i m umfassenden Or^anisa.ion erstarre und dadurch fähig werde, ebenso wirksam wie der Lehrerverband die Interessen seiner Mitglieoer wahrznnehmen und für die materielle Sicherung und ideelle Besserjtellung der Schächter einzutrelen. In dem wissenschaf.iichen Teil wurde eine Reihe schwieriger Fragen der Geoirah behandelt und sodann in dem genreinsamen Lernen der Schäch- Vorschriften fortge,ahren. Die nächste Sitzung wurde aus den 3. November in E,irden festgesetzt. Homburg v. d. H., 4. September. Sonntag, den 1. September fand sich eine stattlichere Zahl hiesiger Eemeindemitglieder im Gemeindehause zusammen, um nach mehr als vierjährigem, iägliche.n Lernen das Si^unr auf das ganze pp u -no zu feiern. Auch der Genreindeoorstand und .die hiejigeii Thorasreunde irahmen an dem schön arrangierten und harmonisch verlaufenen Feste teil. Der Vortragende, Herr Rabbiner Dr. W re sch n er. beleuchtete irr seiner Festrede die lieferen Beziehungen der sechs w-.iv an dem Jesaianischen Satze naua« 'in vyii naan mxiv' fon -pw und schloß mit dein Dailke an die hingebungsvollen Mitlernenden und die Förderer des niiv.i naa- Sichtlich gehoben und i mer.ich befriedigt gingen die Festteilnehmer nack) der Feier auseinander, beseelt von dem Wunsche, die Pflege des n in na'vn in der Gemeinde Homburg zu erhalten und zu lräftigen. Gladenbach, 8. September. Am Sonntag, den 18. August, wurde das 70jährige Bestehen der Ehevre gefeiert. Abends 7 Ahr fand in der hellbeleuchteten «yuagoge ein Fsstgottesdisnst statt. Herr Lehrer Amsterdam lstelc die Festrede. Er gedachte der verstorbenen Vorstaudsmitglieoer, die durch Erheben von den Pratzen geehrt wurden. Die Rede fand bei - den Versammelten großen Beifall. Der Redner wies aus die Bedeutung des Festes hiil und gedachte zum Schluß der drei Seniormitglieder, der Herren Wolf Schiff, Jakob Stern und Aron Lehmann. Die Feier nahm einen schönen Verlaus, die Mitglieder blieben bis spät in die Abendstunden zusammen. Berlin, 3. September. Am 13. v. M. hat im Vereinslolal der „Chewrah Bachurei Lomdei Thora" eine Versaminlung der ostJoischen Jugend 'stattgefunden. Es wurde beschlossen, daß sich die „Chewrah Bachurei Lomdei Thora" mit der „Zeire Agudas Ji^roel" vereinigt. Darum wurde ein Komitee aus 10 Bachurinr gebildet. Herr Josef Nagel wurde als Delegierter der „Zeire Agudas Jlsroel" zu der Kenefsio Gedaulo gewählt. Das Komitee versicherte, daß die „Zeire Agudas Jisroel" auch weiterhin bestrebt sein werden, das Hauptprogramnr der „Chewrah Bachurei Lomdei Thora" nämlich die Erhaltung des Lernens, sowie die ipai ais •ny» zu pflegen. Am 31. v. M. fand eine össentliche Versammlung der „Zeire Agudas Jisroel" in Beth Hamisrasch „Veth Chajioim Dger" statt. Die Versammlung wurde von Herrn Adolf Kaufmann geleitet. He.r Pinches Verleger sprach ü.er „Thora und Messorah". Dann sprach Herr Joses Nagel über „Ursachen der Gründung der Z. A. I., ihre Aufgaben und Pflichten". Herr Isaak R n b i n st e i n sprach über „Unsere Stellungnahme zu den Ereignissen in Palästina". Er las auch eine Protestresolution vor, die einstimmig angenommen wurde. Als Letzter sprach Herr Joses Nagel über die Bedeutung der Kenessio Gecatto. EINTRITT FREI SYNAGOGAL KONZERT A.M 24. SEPTEMBER.1929 ABEND.S 8 UHR IM SAAL 5 DES 1 VOLKS BILDUNGS HEIMS ESCHENHEIMER ANLAGE 40-41 (NÄHERES SEITE IO) MIT einleitungsyortrag VON HERRN CHORDIRIGENTEN MAX NEUMANN FRANKFURT A. M. ANFANG PRÄCIS. 8 UHR Niederstetten, 16. S-epd, Die seid zwei Jahrenhier tätige völkische Agitation! hat -eiM wau-rl-ge^ FolM g>ezeittg-t. Urvbe-kan-nle Datier hab-e-n denseit zwMhnnderti Jahoen besteh-en-don, aus e-in-fnm-er Höhe l-ieg-enben- Fri-eÄhos uHerer sud-ifchcn. Gernemde gesch-än-det. Aus 15 Grab- }k,'mn Ijrvbm die Rohlinge, welche in' denverschlossenen!, vo-ii! einer höhen' Mauer umgebenen Fviedhos emMdvungen waren, Hakenkreuze mil Steinen ein-gekratzt. Die jüdische Gemeinde hat auf dve Erg-r-eisung -der Tä-ter 100 Mark Belohnung ausgesetzt-. Heidelberg, 16. Sept. Vor 8 Jahren schloß sich -die g-orin.ge Anzahl der hier anisässigen d-sv zu olnem Verein. g-esetzestreuer Juden nin 'puna n->an zusammen, um in elfter Linie die Möglichkeit zu em-enr Mr-eg-elttien, den ÄnsorderunFen des pn entspr-echettdsn' Gollesdienft zu schaffen. Ein Teil der Mttg-lieder dieses Vereines^ hat sich zwar später zu einem eigenen paa zusammenigejchtossen, um ihren von der Heima-l milgebrachllen nvia nicht untreu zu werden. Doch da-rü-ber waren sich all diejenigen, denen d-be mm R-ichdschnnr ihres Lelbens ist, einig, daß endlich ein Führer gesunden' werden mußte, der der religiösen Anarchie unserer Kinder ein Ende W setzen und auch die erforderlichen religlösen- Einrichtungen auszubauen verstehe. Unen-d-licher Opfer aller raa'rri' bedurft,e es, um dieses Ziel zu erreichen,, da von auswäris uns fast gar keine Hilfe zustoß. Mil um so größerer Freude können wir deshalb berichten, daß sich die gestern stattgesundene AmtsenHührnnT des Herrn, Rabbiner Mayer ^a zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die Idee des gejetzestreuen Judentnms gestaltet hat.» Nach dem nnaa-Gebete, das nebst einigen a’nar feierlichst durch Herrn Lang, einen Hörer der Thora- Lehranstalt na’sp zu Frankfurt a. M. vovgetragen wurde, setzte unser neuer aa -in großangelegtsr Rede an Hand eines 'ovo-Wortes zur kommenden nno die Ziele und Ausgaben des orchodoxen Judentums' auseinander. Der Hoffnung, daß das mar seiner großen Lehrer , eines R. Breuer t?"sr und v"ni> v"n pa?'-ranb eines Raöb. Dr. Josef Breuer •>'% des jetzigen Frankfurter .“la'ty ihm bei der UebeiWindlung der domengleichen Schwierigkellen, die eines Rabbiners am hiesigen. Orte harren, veistehen wird, schloß er in eindringlichen Worren die Bitve an seine Gememde an, auch ihrerseits diese Hindernisse überwinden zu Helsen. Möge seine Tätigkelt für die Interessen des orthodoxen Judentums' in Heidelberg eine ersprießliche sein. Sprechsaal. .'»v ynn n’on^ Die in Nr. 34 der Jüoijch-liberalen Zeitung in Berlin aogedruckte Kri.ik eines Kurgastes in Bad Kifsingen über die dortigen synagogalen Zustände hat den Schreiber dieser Zeilen derart mir Empörung und Wehnmt erfüllt, daß er — ganz entgegen feiner sonstigen Gewohnheit — ein Wort zur Avwehr zu schreioen sich gedrungen fühlt. Wir fragen: Wer grbr dem Kritiker, selbst ein Beamter, das Recht, aus einen gefeierten, anertaimten Gelehrten sich zu stürzen, nur aus dem Grunde, weil seinem ästhetischen Gefühl nicht Genüge geleistet wird? Kennt der Krittler nicht die schwere Verantwortlichkeit ei-ies D'aaa ®va? Ooer meint er, daß die „beleioigle" Aeflhettl auch das Opfer einer schtveren religiösen nno sittlichen Verfehlung rechtfertigt? Welche'n Sinn und Zweck sollte deim dieser unerhörte, noch nicht dagewesene Ueber,all in der Oestentlichkeit haben? Vermeinte etwa der Kcititer, daß seine Auslassungen die Kraft besitzen, den geistlichen Hirten eines Dijtritts von 30—40 Kultusgememüen, die zum weimus größten Teil an ihrem Rabbiner in Treue hängen, bei diesen Gemeinden unmöglich zu machen? Wohin würden wir im össenllichen Leben gelangen, wollten nicht alle anständig und wohl Eejinnten sich von so.chem Treioen angewic-ert abwenoen? Die Phalanr oer Anständigen muß dagegen entschieden Front machen und dazu die Oessentlichteit anregen. Und noch eines. Dem Kritiker von seiner Einstellung aus mag die Tatsache, daß ein Prediger über antra und üoer nmoN r->ibana spricht, anstößig sein. Jehudtm mit anderer Einstellung, die aus diese heiligen Dinge Wert legen, werden es nicht nur begreiflich finden, sondern dicelt erwarten, daß der Rabbiner, aus den sich verlassend und stützend, Hunderte von Kurbedürstigen ein Bad aussuchen, in diesen Dingen Belehrung und Aufklürtlng gibt. Von welchem Gesichtspunkt aus immer wir zu beu Auslassungen Stellung nehmen ntögen, sie erscheinen uns laoelnsweri, sie erscheinen uns unbegreiflich. Wir nehmen Stellung zu diesen unerhörten Angriffen, um nicht au diesem Unrecht durch Schweigen uns mitschuloig zu machen, und um nicht den Anschein zu erwecken, als ob Schweigen Zustimmung bedeute. Einer für Viele. Di- Woche. Amtseinführung des neuen Rabbiners der Israelitischen Retigionsgefellfthaft. Der Vorstand der Jsraelii'tischieu Neligi-on«sjg!esellschasi lädt di-e GeiM'iuderuttgl'i-ede'r auf Doni-n e rs tagden 26. S-ep.'ember, abends 18.15 Uhr zur Amtseinführung dos Herrn Rabbiners Josef I. Horowitz eia. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung! einier Ausw-eistarie gestattet, die den Platzinhabiern bereite übersandt wurde. Gem-emdemitgli-edet', .dve nicht Jnhabs-r -eines Synagogsnplatz'es smd, können EinbrittÄkartein aus der Gemeind'ekanzl'ei vom 23. bis 25. September vorm. 9—12 Uhr, in Empfang n-ehmen. Soweit Platz vorhandon, werden auch an Mchtmit!glii«!der Kart-en ausg!eg'eb>en. Kinder in nicht schu-lpfbichtigem Atter haben k-e-inen Zutritt. Verlegung der Riederhosheimschen Synagoge. Die bisher im Ntedorhofheimschen Familienhatvse R-echneigrabenstraße 11 'b'esmdliche altbekannte „Niederhofheimsche Schul" hat ihr-e Räunve in das ehemalige KVHillo-Haus Ecke Rechneigraben- -und Schützenstraße verlegt, di-e -ihr von den Eigentümern, der Familie K o h n - Kopenhagen, zu diesem Zwecke zur Versiigiung gestellt wurden. Äon aian-'a rav an findet das Mm'jan um 6.30 Uhr vorm, dort statt. Eingang-: großes eisernes Tor, Schütz-enstmße. Jüdische Frauenvereinigung. Die Jüdische F-raueniolerMiiMnig! erläßt folgenden Aufruf an die jüdischen Hausfrauen-: Vielen bedürftigen FamM-en niangelt es an Leib-- und Bettwäsche, Kleidern und Mänteln für den Wmter. Deshalb bitten wir herzlich: Geben- Sie uns Mes> bei' Seite zu legende und Uebe-rflüsfige an. Kleidern, Wäsche -und Hausrat. Wir Ä'berm-ilteln es an- Fam-il-ien, di-e sich keine H / :':h. 'L-i-p t-rt. mr A?U;