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Der Israelit · 1929-09-05 · Heft 36 (5.9.1929) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 36 (5.9.1929)
Date
1929-09-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 36 Seite 11 5. Sept. 1929 möchte nicht übvr Mvrd uinÄ PlündeMng« KVag>o «erheben, fonid>srn Neibier hcmÄM. Jedes Schiff, ba& sich rvach Pä- Wstiina biögM, müßt« Juden« «ms Lanö> briWsn. Sogar an «dem Tage, an dem in Safed bi*e Maffakvos ftaütfand-en, «bandstsn LhaüiArm am Rußland in jßßläfMm. DWe Kundgebung soll d,en in Hebron« nöch am Lieb>en> geEebenien Kindern sagen!, daß nach W khmn Lebzeiten d>de Jaden'höit Hebwn wi«ed«e-r anfbanew mirb. Wir w,erden nicht nur «unsere alte Mauer verteidigen,, fondern «taufend «neue Mauern, Häuser für die Pi-oNiere bauen, die in Frieden im Lande leben wollen. Das fMifchs VE ist in PMstima za sehr verwurzelt, als daß man es aus diesem Lande herausreihen könnte. Für die vielen Tausenden Personen, die in d«ie Albert Hall keinen Einlaß «fanden, wurde unter freiem Himmel eine große Kundgebung v«elr«anistallüet, in welcher die Mitglieder des Unterhauses Wedgwood und Clayton, früherer Chefsekretär d«er Palästtna-Regierung, sprachen. Amerika spendet täglich für Palästina. New y o ir k, 2. September. Die Erekutive des Paleftine Emergency Fund hat befchloffne, täglich 50.000 Dollar nach Palästina zu schicken, um die augenbLickkichen Bedürfnisse zu decken«. Diese Sendungen sollen solange fortgesetzt werden, als eine Notwendigkeit hierfür besteht. Vermischtes. Köln, 3. September. Die Agudas Jisroel-Ortsgruppe in Köln teilt mit. daß die Gruppe nicht Montag, den 9., sondern bereits Sonntag den 8. September 10,29 Uhr ab Deutz abfährt. Anfragen find an Herrn F- Bayer- Köln, Rinkenpfuhl 23, zu richten. Teilnehmer, die die Fahrt in Paffau unterbrechen wollen, finden Zimmer zu M. 4.— bezw. M. 5.90 bis 6.50 im „Hotel Paffau er Wolf" bezw. „Hotel Weißer Hase". Tuche! 20. August. Die einst so blühende jüdische Gemeinde T u ch e l ist seit Lostrennung vom deutschen Vaterlande in Verfall geraten. Nur noch wenige jüdische Familien sind dort ansässig und leider nicht in der Lage, aus eigenen Kräften auch nur die allernotwendigsten Ausgaben zur Ausrechterhaltung der Gemeinde aufzubringen. Seit Jahren schon hat die Gemeinde keinen Kultusbeamten mehr. Jetzt droht die Mauer des altehrwürdigen jüdischen Friedhofes, auf dem viele Geschlechter zur letzten Ruhe gebettet sind, zu zerfallen. Große Lücken weist das alte Gestein bereits heute auf und droht vollends einzustürzen. Es ist dringend erforderlich, daß schleunigst Abhilfe geschaffen wird. Die kleine Gemeinde selbst tut alles, was in ihren finanziellen Kräften steht, jedoch sind die verfügbaren Mittel sehr gering. Alle Glaubensgenossen, die auf dem Tuchler Friedhof Gräber von Angehörigen und Verwandten haben, werden dringend gebeten, jeder nach seinen Kräften, möglichst umgehend eine Spende zur Aufrechterhaltung des Friedhofes zu geben. Es wird gebeten, Spenden auf das Bankkonto des Herrn Mar Cohn, Berlin, Leipzigerstr. 115, bei der Stadtban?, Berlin SW., Zimmerstr. 90-91, auf das Separatkonto Friedhof Tuchel, Nr. 1515, einzuzahlen. Königsberg i. Pr., 1. September. Am Sonntag, den 25. August, hatte der hiesige konservative Jugendbund zu einem Vortrag des Zeichners am Deutschen Bildfunk, Herrn Herbert Sandberg, eingeladen. Der Referent. der über das Thema „Der Jude in der Karikatur" sprach, behandelte zuerst das Wesen und die Ausgabe^ der Karikatur und kam dann nach einer kurzen Schilderung der Geschichte der jüdischen Malerei, aus die, Ansätze und die Bedeutung der jüdischen Karikatur zu sprechen, die besonders in Ländern mit jüdischer Presse sich anzubahnen Lbeginnt. Es ist dem referierenden Künstler gelungen, allen Zuhörern ein wirklich anschauliches Bild dieses Kunstzweiges zu entwerfen. Durch Musterungen des Referenten bezüglich der jüdischen Malerei wurde eine Debatte über religiöse Dinge hervorgerufen, in deren- Verlauf der Vorsitzende des «Vereines, Herr Lehrer Miloslawer, sehr inhaltsreiche Worte über die Bedeutung der religionsgesetzlichen Vorschriften sagte. Ein «gemütliches Beisammensein bei Tee und Kuchen beschloß den für alle Anwesenden eindrucksvollen Abend. Familiennachrichten. Barmizwo: Heinz, Sohn der Frau Bella Pollack, Frankfurt a. M., Fichtestraße 9. .ü’öbw nns* Vermählte: Verthold Blumenthal, Erna Oppenheim, Fulda, 15. Sept. — Max Lonnerstädter, New- Pork, Lea Weißmann, Köln, Dasselstr. 81.- Briefkasten. Bei Deutsch-holl. Palästina-Verwaltung im September 28. durch Herrn Lehrer Weingarten in Hanau für Chaloh Mk. 10.— eingegangen. ZS. M. Je nachdem, wie sie hergestellt sind. Sehr würdig muten sie in keinem Falle an. K. II. Es ist uns leider nicht möglich, die Sache in der Zeitung öffentlich zum Austrag zu bringen. Der Jsraeütt Die Woche. Trauerkundgebüng in fFrankfurt a. M. Frankfurt a. M., 4. September. Zur Vorbereitung für den Fasttag am Mittwoch lud die Orts- und J U" g e n d g rup p e der Agudas Jisroel für Dienstag abend zu einer Trauerkundgebung in der Aula der Realschule Am Tiergarten ein. Sie gestaltete sich zu einer Massenkundgebung bei vollgefülltem Saale. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden, Herrn Dr. Willy Hofmaun, ergriff Herr Redakteur Schach nowitz das Wort zu feinem Hauptreferate .Ein Prophet müßte kommen, sagte er, um d e m Ausdruck zu verleihen, was uns heüte hierher geführt . Und dann ertönten auch schicksalsschwere Worte aus Jirmijahu und Jesajas, die die Herzen erschütterten. Kurz streifte er die entsetzlichen Geschehnisse, besonders in Hebron und Safed, mit einigen Worten auch auf die historische Bedeutung dieser Städte des alten Jischuw hinweisend. An den drei Worten in Jesajas, 23 pr? um lao» 'ss zeichnete er die Skala des Schmerzes, beginnend mit stillem Weinen, das zur lauten Klage übergeht und dann im Fasten und Beten Ueberwindung sucht. Am Tage der Einkehr sollten wir uns Rechenschaft darüber ablegen, ob wir stets unsere Pflicht gegen Erez Israel erfüllt haben. Heilig sei uns die Westmauür, aber noch heiliger, Er, der hinter der Mauer unser wartet inn i»iy nt run und dem allein unsere Gebete und.unsere Tränen gelten. Eine Mauer im Westen hätten wir auch .hier zu schützen und zu pflegen. Der Tannis dokumentiere die Verbundenheit Israels in all seinen Teilen. Er sei nicht als Hungerstreik des jüdischen Volkes gedacht, aber eine 'Welt möge sehen, wie ein vielgeplagtes Volt seine stillen Proteste in Gebeten zu Gott emporsendet gegen eine Menschheit, die so krank ist, daß sre sich sogar in seinem eigenen Palaste gegen ihn erhebt. Die Stimme der Religion, die Stimme der mißhandelten jüdischen Neschomoh wird die Welt hören. Hört sie sie nicht, dann hätten wir doppelten Grund zu weinen und zu fasten, über uns und über der Welt byi ribs b»- Aber als Volk der frohen Hoffnung, des trotzigen y«r. aa werden wir nicht aufhören ZU Hoffen und zu glauben, an uns mb bie Menschheit, an Israel und Erez Jisroel. Redner schließt mit Trostworten der lausenden Haftora. Nach einer Weile stiller Ergriffenheit betrat Herr Jacob R o s e n h e t tn das Podium. Mit markanten Worten zeichnete er noch «einmal die tieferen Hintergründe des Unglücks. Die Situation sei ganz klar,, denn die arabische Exekutive mache in ihrer Eingabe an den Völkerbund gar keinen Hehl aus ihren letzten Wünschen. - Herr Rosenheim zitiert eine Stelle aus Maimonides, die davor warnt, in katastrophalen Ausbrüchen nur Zufälle zu sehen. Wir würden nicht verdienen, den Namen Jude zu ttragen, wenn wir nicht die richtigen Lehren für unseren inneren jüdischen Menschen aus den blutigen Ereigniffeu zögen. Herr R o s e n h e i m verliest noch zum Schluß ein Telegramm von Rabbi Mosche Mordechai E p st e i N in Hebron, der mit erschütternden Worten das Judentum der Welt zur Hilfe ausruft für seine Jeschowo, die in Jerusalem wieder errichtet werden soll. Eine von Herrn Dr. Ehr mann eingebrachte Resolution wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Mit weiteren Mahnworten, den «Fasttag zu einer Hilfsaktion für Erez Jisroel zu machen, schloß der Vorsitzende die Versammlung, die, ohne laute Proteste, sich zu einer machtvollen Trauerkundgebung gestaltete. * * * Am Mittwoch abend war die Synagoge, Friedberger Anlage, aus Anlaß des Fasttages gesteckt voll von Betern, die in Talis und Tefellm sich am pp na'o vi'- Eotttesdienste beteiligten. Herr Oberkantor B. Peis a ch o w i s ch trug die Gebete stimmungsvoll vor, und Herr R. A. Gerson Posen richtete ergreifende Worte der Trauer, des Gedenkens und der Mahnung an die Gemeinde. * * * Auch in den Synagogen Börneplatz und Unterlmdau fanden Mittwoch abend Trauer gottesdienste mit Predigt statt. Neubauten am Kränlenhause der Israelitischen Gemeinde. Am Krankenhause der Israelitischen Gemeinde wurde eine neue Infektionsabteilung sowie eine Abteilung für Nieren- und Blasen?ra nke errichtet. Die Infektionsabteilung ist der inneren Klinik angegliedert und untersteht dem Chefarzt des Krankenhauses Prof. Dr. I f a a c. Zum leitenden Arzt der neugeschaffenen urologischen Abteilung wurde der Facharzt für Nieren- und Blasenerkrankungen Dr. Rudolf Oppenheimer berufen. Bei der akademischen Feier, die am Sonntag im Garten des Krankenhauses unter einem Zelt stattfand, übergab Baumeister Georg Harth die Schlüssel zu den beiden neuen Gebäuden. Im Auftrag des Pflegamts des Jüdischen Krankenhauses übernahm Herr Arthur Forchheimer die beiden Abteilungen und dankte dem Baumeister für sein Werk. Die urologische Abteilung hat 21 Betten, die Infektionsabteilung umfaßt 23 Betten für «Jnfektionskranke und 9 Betten für Tuberkulöse. Justizrat Dr. Blau, der Vorsitzende des Vorstandes, bat nach Dankesworten an den Baumeister die Aerzteschaft um Förderung des Krankenhauses und begrüßte die beiden Leiter der neuen Abteilungen mit herzlichen Worten. Prof. Dr. I f a a c gab Erläuterungen über den Neubau der Jnfeltionsabteilung und hieß Dr. Oppenheimer in seinem neuen «Wirkungskreise willkommen. In der Infektionsabteilung soll im nächsten Jahr ein Dachgärten eingerichtet werden, um die offene Tuberkulose besser bekämpfen zu können. Aus Anlaß der Einweihungsfeier hat Prof. Dr. I s a a c eine Schrift über den Einfluß des Judentums auf die Entwicklung der theoretischen und praktischen Medizin verfaßt, die den Teilnehmern an der Feier überreicht wurde. Keren Hatauroh. ^Frankfurt a. M., 2. «September. Die Ziehung der Keren Hatauroh-Lotterie fand am 29. August 1929 unter Aufsicht der Polizeibehörde in Gegenwart des Notars, Herrn Dr. Oskar Klau, statt. Da nicht sämtliche Lose verkauft worden waren, wurde mit Genehmigung des Herrn Regierungspräsidenten in Wiesbaden die Anzahl der Lose von 3000 auf 2250 und dementsprechend der Wert der Gewinne von RM. 1000 auf NM. 750 herabgemindert. Wir teilen im Folgenden das Ergebnis der Ziehung mit: Nr. 1, 1 Talmudeermplar, Wert 400 M., Los Nr. 1703,' Nr. 2, 2 Schabbosleuchter, Wert 60 M., Los Nr. 9; Nr. 3, .1 Tallis, Wert 50 M., Los Nr. 2369; 4. 1 Sedergarnitur, Wert 50 M., Los Nr. 2830; Nr. 5, 1 versilberte Sederfchüffel, Wert 30 M., Los Nr. 2067; Nr. 6, 1 Menauroh, Wert 25 M., Los Nr. 2313; Nr. 7, 1 Schabbosuhr, Wert 18 M., Los Nr. 989; Nr. 8, 1 Tatscherplatte, Wert 15 M., Los Nr. 15; Nr. 9, 1 Schabbosklopfer, Wert 5 M>, Los Nr. 244; Nr. 10, 1 Hawdolohteller, Wert 5 M., Los Nr. 2132; Nr. 11. 1 Buch, Wert 3 M., Los Nr. 130; Nr. 12, 1 Buch, Wert 3 M., Los Nr. 716; Nr. 13, 1 Buch, Wert 3 M., Los Nr. 2959; «Nr. 14 1 Buch, Wert 3 M., Los Nr. 939; Nr. 15, 1 Briefbeschwerer, 'Wert 3 M., Los Nr. 611; Nr. 16, 1 Briefbeschwerer, Wert 3 M., Los Nr. 1766; Nr. 17 1 Briefbeschwerer, Wert 3 M., Los Nr. 2447; Nr. 18, 1 Briefbeschwerer, Wert 3 M., Los Nr. 505; Nr. 19, 1 Briefbeschwerer, Wert 3 M., Los Nr. 707; Nr. 20, 1 Briefbeschwerer, Wert 3 «M., Los Nr. 1461; Nr. 21, 1 Briefbeschwerer, Wert 3 M., Los Nr. 2175 Nr. 22. 1 Briefbeschwerer, Wert 3 M., Los Nr. 132; Nr. 23, 1 Briefbeschwerer, Wert 3 M., Los Nr. 2930; Nr. 24, 1 Briefbeschwerer, Wert 3 M-, Los Nr. 2337; dh. 25, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 189; Nr. 26, 1 Buch. Wert 2.50, Los Nr. 740; Nr. 27, 1 Buch. Wert 2.50, Los Nr. 378; Nr. 28, 1 Buch, Wert 250, Los Nr. 903; Nr .29, 1 Buch, Wert 2.50 M.. Los Nr. 2235; Nr.^30, 1 Buch. Wert 2.50 M., Los Nr. 1701; Nr. 31, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 828; Nr. 32, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 2637;Nr. 33, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 2109; Nr. 34, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 1309; Nr. 35, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 964; Nr. 36. 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 1460; Nr. 37, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 2816; Nr. 38, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 385; Nr. 39, 1 Buch, Wert 2.50 M.. Los Nr. 1948; Nr. 40. 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 1448; Nr. 41, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 2686; Nr. 42, 1 Buch, Wert 2.50 M., £„5 Nr. 2345; Nr. 43, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 2492; Nr. 44, 1 Buch, Wert 2.50 M., Los Nr. 1324. Jüdische Heldentat kn jFlörsheim a. M. Am vorigen Dienstag rettete Herr Martin A l t -- m,aier in Flörsheim unter Lebensgefahr einen neunjährigen Jungen vorm Ertrinken. Cs ist dies das dritte Menschenleben, welches unser Martin Altmaier gerettet hat. Herr Martin Altmaier ist der Sohn unseres ehrenamtlichen Chasens,' der trotz seiner 75 Jahre, sowohl am Schabbos wie am Jomtow immer wieder durch die wunbaren alten Nigunim unsere Kehillo erfreut. Aus der Agudas Jisroel - Jugendgruppe. Bei der dieswöchentlichen S'udo Schelischis-Veranstaltung (6,30 Uhr), spricht Herr Joses Sänger. Anläßlich des 200jährigen Geburtstages von Moses Mendelssohn wird demnächst eine Erinnerungsfsrer siattfindsu, für die Herr Redakteur C. Schachno w i tz das Referat übernommen hat. Nähere Einzelheiten werden noch bekanntgegeben. Abraham Löb Dieburg. (Siehe Artikel „Trauer in der Dieburger Synagogei" in Nr. 35 des «Israelit.) i

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