Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 35 (29.8.1929)
- Date
- 1929-08-29
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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'— Crzic^utiq und Lei) aj e zum Organ -es Kun-es gesetzestreuer Mischer Kehrer Drutjchlan-s. Berantwortliche Schrtftleitung: L. Kaufmann, Sprendlingen (Kreis Offenbach). Was lehren wir? .Chumisch oder TesiUoh »m Uebersetzungsunterricht'. Von Lehrer L. Wahrhaftig in Darmstadl. (Fortsetzung). Bekanntlich sind die Ziele eines «k-nstsn Religionsunterrichts, -einerseits jüdisches Wissen,, an'dere>rs!eits jüÄsiches Fühlen 'und Denken zu erzeugen. Mit dem ersten Teil haben wir uns bisher beschäftigt. Wenn, wir das zweite Ziel ins Auge fassen, haben wir zu prüfen, ob n^>sn oder irvin mit größerem Erfolg in den Menst dieseszweiten Zieles gestellt werden kann. Es scheint auf den ersten Blick so zu sein, 'daß nbon -öcr stärker wirkende Faktor ist, aus dem Grunde, weil die nVsn sittlich hohe und religiöse Ideen darbtetet und somit in direkter Richtung aus das jüdische Denken und Fühlen einwirkt. Bedenken wir nur, wie tief,ein, Gebet auf ein menschliches Gemüt einwirken kann. Jedoch eine genaue U-eberletzung wird uns erkennen, kaffen, daß dies wohl bei Erwachsenen,, ober nicht bei Kindern der Fall ist. Der Lehrer möchte, um ein Beispiel zu nennen, seinen Schülern das Wesen- und die Pflicht der Mischen Gastfreundlichkeit erklären, um ihre HeiMn für diese hohe Mizwoh zu erwärmen. Es stehen ihm zwei Wege offen. Das v»in und die nVsn. An Hand etwa des Benschens — ebenso bei andren Stücken — lassen sich die Gedanken anknüpfen, wie Gott alle Menschen versorgt. Keinen untergehen läßt, und wir wir, als Söhne eines Vaters, mit für die Le-benserhaktung des Bruders zu sorgenhaben, da ja unser ganges Besitztum nur, ein von Gott verliehenes Geschenk sei, dessen wir uns würdig zeigen müßten. Diese Grundgedanken werden schließlich von den Kindern rbegrifsen,, aber, ob sie - in Form' dieser MvrateinWirkung-für -ekn-. kindlich Gehtrn und Gemüt von solcher Wirksamkeit sind, daß' sie geistiges Eigentum werden, das -ist sehr fraglich. Es scheint, baß wir hier ein viel wirksameres MMebi ergreifen können. Wir übersetzen im vmn den Abschnitt „Die drei Engel! bei' Abraham". "■ Was läßt sich. HM Hcht ' alles zeigen und. lehren! WitzAbraha-rst-Es -8stS'Beste hoÄ, die Gäste sich waschen läßt, ihren Dank abweist und sie aus Gott, den Spen,der verweist. Das ist ein Stück Leben, kein' Theoretisie-re-n und was lebendig ist, das fiudet iim- Harzender Kleinen Anklang und was die Hauptsache ist: Das Ziel wird iN stärkerem Maße erreicht. Es ist nun . mal Tatsache, daß Kinder nicht gerne Moral in Form eister direkten Moraleinwirkung annehmen. Jedochbas Äufzeigen erhabener Bilder, vorbildsicher ÄhneUgsiftailtW'wirLt stark und unwillkürlich. besser als jede Dhegri!?r'>! > - - Und wie schön läßt' sich außerdem Gerbet die pädagogische- Fovdexuntz.woN"der Konzentration des Ustterrich-ts verwirklichen,.-5 Drei Stunde' bleibt nicht nur Ueb'ersetzunigsstunde. - Wist kommen auf das' Händewaschen zu sprechen, erzählen-: wie wir uns den1 Armen gegenübtzb zuverhalten '-dbö-r-oiii prägen uns als Vokabesir die Bezeichnung mancher SpsifM, «in und' dsrgs. mehr. (Das alles, nMnaks -kurze Andeutung, da Ä thodifche - AuMestaktung ches - U. Nicht istdest Rsthm'Ä dveLe». ArKkeilS!''geWH w ' ■ Und ■ ist' Wstp M^/findU der LiHrer''sast "j!n> stedech Kapitol -Asth-MspUnkte,' das ' Mische': chefühlsÄben: feister Km'dest'tz-u befruchten,. '" Ja,' die <Wvsgenhei-ten werden sich oft von selbst aus dem Schülertreis ergeben. ni-.ps 4t-: .-UlJJK. Der biblische Unterricht U'eM dennoch in seiner Bedeutung ungeschmälert. Der «rann U. ist eine! erweiterte und vertiefte BehanÄVung jenes jeweiligen biblischen Unterrichtsstoffes, denn jeder Vers bietet Gelegenheit zu verschiedenartiger Betrachtung und Beleuchtung eines Gegenstandes. Und durch die häufige Wiederholung prägt sich der behandelte Stoff umso fester ein. Leben verlangen die Kinder, Probleme wollen sie lösen, Schwierigkeiten zu überwinden,, das gereicht ihnen zur Freude. Und im t^in ist uns — dank des leben,swirklichen Vorwärtsschrei-tens!in der Handlung — Gelegenheit geboten, diesem Drange Genüge zu leisten. Wir erkennen also, wie viel Vorteile auf der einen und Nachteile auf der anderen Seite dafür sprechen, das ffmn in das Zentrum des Anfangsübersetzungs-U. zu stellen. Jedoch dürften für uns, denendas Prinzip «mnn r*> ntman ab« ip'sn obenan steht, alle jene erwähnten' Momente nicht so stark erscheinen, wir-dürftien nicht vorerst die n^vn hintenan stellen, wenn praktische Vorteile, d. h. religiös praktische Vorteile zu Gunsten der n^sv sprächen. Es wind angeführt: das Uebersetzen der -einzelnen Partien aus rfcsm ist nötig, Äantit durch Ne Ueberfetznngsfähigkeit das Kind der Gebetspflicht mit Verständnis Genüge tun kann. Verstehen soll es, was es betet; mit Andacht geschehe, was es betet! Aber wir fragen uns: Bestehen' diese Forderungen zu Recht? Es scheint nicht. Wir erleben es täglich und stündlich an uns selbst, daß die UebersetzuNgsfähigkeit noch lange keine Garantie für -sinandächOges Beten bietet. Das Benschen, das unsin der Ueberfetzung geläufig ist, wie oft wird es ohne irgend eine Kawonvh verrichtet! rwa erlangt man wohl bloß durch das -ernste Sichhineindenken und Hineinsühten in -das Dankbark'eitsgeftihl. das wir 'n schulden. Und dieses Gefühl kann und darf beim Kinde nicht voll erwartet werden. Fromme und ernste Eltern werden ihre Kinder zu Haufe zum Beten anhalten, auch wenn dieselben das Gesagte nicht verstehen.- Im Echt-religiösen Hause wieder wird diese Pflicht verabsäumt, selbst wenn das Verständnis beim Kinde ja, porhanden ist. Esist hier w-ke bei allen ^llizw-os. Sind uns Gottes Gesetze in der Tat - Gesetze,-. Gottes. dann werden sie -ausgeführt and bedürfen keiner! Begründung.' Sind sie es m-cht, dannnützt nicht die beste Begründung, ihre Befolgung. -zu verantassen. Seitens der Schule ist'nur daraus hinzuwiirken, daß zu Hause d>er Gebetspfsicht genützt wird. ' ' Wenn für uns der Schüler und nicht der Lehrstoff im Mittelpunkt des Lebensstehensoll, wenn wir das forma'lg Ziel tm Auge behalten, jüdisches Wissen- und Denken zu -erzeutzen -und Echt die trockene Kenntnis die-, ses oderjenes AhschnWe-s,,!:-dann wird--ahne Weiteres das Vmn .m, den' Bordetgrundl treten. Und welch mann!bfl-fa>Ntze Vorzüge bieten sich hier -dem Lchrer unddem Schüler! Die geheimnisvolle, wohltuende Kraft des Gottes-wortes - wtrd -ihre Wirküng auf die Kleinen^ nicht!oer- ' Den-. Das ist. das Wesender' nur daß sie keine Kompliziertheiten des Hartdlun-g' M.fich blirgt und j-dadurchi auch Erwa'chsen-e immer wieder aufs- Reue h-egersternkann. Und wieoiel mehr -erst die Jugend, deren RndMem Verstand sie so voll und ganz--antzemesfen, ist. Bei jejdem neuen SaG neues. ^Interesse.- -. Pa alles lebienditze - Handlung ist, bietet sich .-dem Lehrer gute' Gelmenheit!, - die Arbisilsmethode ' -anzuwen-dew. ^'Und> «M d-iefer M«H«he wird er nkcht -nur 'Jniteresst, -sbndernauch relin materiell große Borhsile . erzielen. . In 'verschiedensten! Nuancen, lassen sich , aus den gegebenen i Kerfen neUe Mitze Nkden-, die Grammasik kann oft" spielend an Hanh solch kleilner, se-lbstgewählter Sätzchen-'' eMÄk. werdend' Die MhEg-- keich des Ueberfetzens und' -deÄ SMsterarbeÄens wird üngemoin geförde-vt. Ein Vortoil, der sich im späte-ven Leben als sehr wertoost erweist, -M? ptzMust nu, dabei inangenehmer Weise unter Begeisterung und täsiger Mitarbeit der Kleinen. Die itf>sn darf auf keinen Fall ganz zu-vücktreten, -denn dafür muß -ihre praktische Bedeutung auch anerkannt werden. Sie tvitt vom 3. oder 4. Schuljahr ab zum vmn- U. hinzu, w-enn auch nach wie vor vvin der HaupÜlehrstosf bleibt. Uebungen und Vorbemitungsn zur Teilnahme am öffentlichen Gottesdienst dürfen nicht oe-mbfäumt werden (aber das zählt zur R-el-ig-ronslehre, -und nicht zum Uebersetzun'gs-U.). In -angenehmer Weise für Schüler und Lehrer werdensich jetzt die Vorteile bemerkbar machen, die durch den vvin - U. erzielt wurden-. Der Schüler ist -ans SelbsterarbSiten gewöhnt und wird oft ohne jede Schwierigk-eit manches von selbst ins Deutsche übertr-agen können. Und für den Sinn des Gebedsstückes wird er jetzt mehr Verständnis aufbringen. Das vmn wird aber auch weiterhin uns Grundlage und Ausgangspunkt sein -für -andere Te-rbe des U. wie Grammatik, Röligionslehre und Hebräisch-Schreib-en. Der Schüler wird immer mehr zu dem Gessthl komncen, daß die Bibel, sein vvin, ein erhabenes Büch der Menschheit, das beste Erziohung-sbuch ist. Diese Betrachtungen sind ein, Bersuch! zur Berlsbendi^ gunig des Rellig-ionsunterr'ichts, herv-orgegang-en aus dem Wunsche, die Liebe zur rvnn der Jugend zu üb'ermMekn. Mögen -auch die Kleinen einen leisen Hauch von dem Geiste der nanpn nun verspüren! Mögen unsere Schüler erkennen, daß die n-nn kein hoher, kebensfremder Wissensstoff ist, fondbrn ihnen wve uns eine „Lehre des Lebens" ist av"n rvvm irp^s u nb nm p2v -»iri ,3 „Denn im Lichte Deines Angesichtes hast Du>, Gott, unser Gott, uns gegeben «ine Lehre des Lebens. Dann werden sie mit Liebe an -dieser min hängen und vielleicht wird dann-, im schwachen Abglanz, der so gerne gesungene Simchaus Tauroh-Bers auch für den ständi-gen Religionsunterrich-t Geltung finden-: '2 minn nxia v'ir^i NUR! tp 13b R'N - Religionsschule im Internat. . - Bon Lehrer M. schloß in Diersburg! (Baden). Die -folgenden Anregungen o-erdank-e ich dem Referat eines bäbischsn Kollegen. Sie sind zu wertvoll, um sie der Vergessenhoit anhe-imfa-lleW zü lassen,. Mirdienen sie als R'ich-tfchn-ur, z-üma-l sie in,/manchen. Punktenmeine Arb des Religionsunterrichts berühren. Bielleicht' fallen siel, auch bei andern- Kollegen auf fruch-tbären Boden. Früher bildete ,das „jüdische" Haus eine Stütze der Religionsschule, ja noch mehr, eine Ergänzung derseib ben. Die Errungenschaften -der Schule fandenerst im Hause die Stätte-, wo der tote Buchstabe und das starre Gesetz schon «igentsiches Leben- «rhielten. Der Schüler mußte zuhause -üben und dort -erst das Geb,et zur eigent-- sichyp, religiösen Tat, zur MizwsK reifen 'lassen. Alles, was ihm die SchU'le bot, wurde" im Mischest Hause zur reifen Frucht. Ist doch.^das jüdische- Haus in . seiner natürlichen Bestimmung die PflanzMtte der Religion, wo e-s -der Mutter obliegt, dem kaum -der Wiege entwachsenen Kinde die ersten- Wortedes Gebetesauf die- Lippen zu -legen: w mw ni» Aus dem -Mmcke der Kinder und Säuglinge^ hast du dir Macht gegründet. — Doch weder solche Mütter noch solche Häuser bi-kden heute im - -großen - und ganzen Unsere Hoffnung. Keine' Klage aber, streife den Rahnjen. dieser mei-nien Aufgabe, -sie lasse mkfr aber biie Hoffnung^ aussprechen. Mitteln und Wege zu fisiden, üm auch ohne -das sonst. nnsntbehMche Elternhaus jüdische Kinder Bewahren, Jehüdiirn zu gewöhnen und anzu-lerten. Religiös' „erziehen" 'können rbrr -nicht, das -ist und- 'bleibt-vbWbgupd..allM-Aufgabe des.'-Eltern-» hastfes. Meist ist heute die hebräische Sprache -dem Kinde fremd, denn weder der Water noch die Mutter betein außer -am Schwbbos. Und so. muß das Hebräische in der üMchen. Methode «fett# „ Sp rach üstÄerrtch t s " Itü.H ::fi in: 'nun