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Der Israelit · 1929-08-29 · Heft 35 (29.8.1929) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 35 (29.8.1929)
Date
1929-08-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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29. August 1929 Der I s r <r e l r t Nr. 35. Sette 7 Die Woche. Taanis Zibbur. Aus Anlaß der furchtbaren Katastrophe in Erez Jisroel hat das Rabbinat der Synagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaft den 29. Aw (Mittwoch, den 4. September) zum Taanis Zibbur bestimmt. Alle Volljährigen, Männer und Frauen, mit Ausnahme von Schwachen und kranken, wollen den Tag als Fasttag begehen. Um 6.15 Uhr nachm, findet pp *vkö oi'-Gottesdienst statt. Verfastungsfeier der Israelitischen Volksschule. Die Derfassungsfeijer der IsraeMfchien. Bolksfchiule mußte -mifo-lige dev durch den Umban notweudig! gewordenen Rie'wov'ierun'g der Turuh-alle im Freien laib'g'efycutten werden. Wer vorher zweifelnd geg'lia'ub't hatte, das Fest könwbs vielleicht durch Ä>en> fe'hilen'den Rahmen des ge-- schlossenen Raumes nicht würdig g«en>ug werden, der wurde angenehm über-mfcht von der tiefen Feierlichkeit der BeranstaLdung. Freundlich strahlend' half die Sonne das Fest verschönern'. Ein ergr'eifender Chorgescmg „An das deutsche Vaterland" leitete die Feier ein. Dann zeigten Knaben ans allen Klaffen ihre .turnerische Fertigkeit. Herrlich erklang darnach die Weife eines deutschen Volksliedes, und ergriffen lauschten wir schön vorgetvagenen Wersen. Damit war die Stimmung geschaffen, in die hinein es 'erklang: „Liebesstuten waschen ab das Herzeleid". So «begann Herr Konrektor H i r s ch b e r g die weit angelegte Festrede zu Ehren des Verfassung stages. Warum wir allen Grund haben, den Geburtstag der Verfassung festli'ch zu begehen, wurde dargetcgt und gezeigt, wie die vergangenen zehn Jahre «inzuordnen sind in das historische Geschehen. Aber daß streng« Rechtlichkeit allein unser Tun nicht leiten darf, unser« HanÄlllüg Elmehr der ialmudifchen Forderung nn miw vstvi» entsprechen muß, wurde ausgehend vom P~>s erklärt: stv stni 'i>»->i»das fei die Sinnesart Sodoms. Denn dieser Spruch „tilgt das Prinzip der Liebe aus der Brust und den leitenden Gesinnungen' des Menschen, ohne welche der Mensch um seinen g ö ttlichen Adel und di« Menschengesellschaft um das ihr bestimmte Ziel gebracht ist." Das traurige Erleben des Weltkrieges und feiner schlimmen Folgien wurde fren Kindern in Erinnerung gebracht und das Herzeleid, welches der Krieg über all« Menschen der ganzen Welt gebracht hat. Herrlich« Midraschlim vertieften den Eindruck, und helle Begeisterung' strahlte aus alben Kinderaugen, als dann auf die Bedeutung der Verfassung hingewiesen wurde, deren oberstes Gesetz gleiches Recht für Alle verlangt. Nach den begeisternden Worten dies Herrn Hirschberg dankte Herr Rektor im Namen' der Versammlung und verlieh den Hindenburgpreis, ein schönes Buch, d'er würdigsten Schülerin. Als «in gutes Zeichen für den Geist unserer Heranwachsenden Schuljugend darf wohl gelten, daß dieser Preis verlost werden mußte ,weW mehr als eine Schülerin des Preises würdig gewesen wäre. Einem lauten „Hoch" auf die deutsch« Republik folgte das Deutschlandlied als' Abschluß der schönen Feier. Jüdische Ferienkolonie in Romslhal. Die U«b«rfchrisi des Berichtes über Äe jüdische Ferienkolonie in Romsthal läßt die Vermutung aufkommen, als handle es sich um «me Einrichtung der isroelittschen Volksschule. Das ist aber nicht der Fall. Vielmehr geschieht die Entsöndung einer jüdischen Doppelkoikonie, die keineswegs nur aus Schülern der israelitischen' Volksschule, sondern auch aus solchen aus anderen Schulen zusammengesetzt wird, schon seit bald 50 Jahren von dem paritätischen Verein für Ferienkolonien e. V. Nur■ während der letzten Kriegsjahre und M' der Inflationszeit mußte der Verein seine Tätigkeit einstellen. Inzwischen' wurde wieder energische Aufbauarbeit geleistet, und es ist dringend zu wünschen, daß diese segensreichen Bestrebungen auch aus jüdischen Kreisen reichlich unterstützt werden. Der Mindestmiltgliedsbieitvag beträgt Mk. 5. —; auch Egenden werden entgegengenommen'. Anmeldungen können direkt (Postscheckkonto 5100) oder durch den Unterzeichneten geschehen. Leider ist seit der Zerstörung seines früheren großen Vermögens der Vlerein darauf angewiesen, daß seine Pslieglinge ein'en gewissen Koftenb'eitrag leisten. Darum wäre es bei den derzeMgen schlechten Erwerbsverhältnissen, vielen Eltern nicht möglich, ihren Kindern' den Ferienaufenthälk zu verschaffen, wenn nicht die Zentrale für jüdiifche Wohlfahrtspflege (Langeftr. 30) di« Mittet in hervorragend großzügiger Weise zur Verfügung stellte; außerdem trägt die Zentrale nahezu die gesamten dürch das Kafchvus erforderten Mehrkosten. Gerne benütze ich die Gelegenheit, dem Verein für Ferienkolonien wie der Zentrale für jüdische WohlWrtspslege für ihre Unterstützung der guten Sache öffentttch zu danken. Wenn es möglich, ist, die Räume für «ine zweite Koilonie zu finden, soll im nächsten Jahre je «ine getrennte Knaben- und Mcldchenikolonie gebildet werden. Rektor Stern. Verfassungsfeier in der S. R. Hirsch-Schule. Herr Lyzelak-Oberlehrer Karl O chsen ma nn bittet uns, zu dem Berichte über We „Derfgssungsfeier in der Samson Raphael Hirsch-Schule" falzendes richkigzuftsllsn: Ich habe nicht gesagt, auch dem Sistne noch nicht, „es fei nicht zu leugnen, daß bei vielen Großtaten besonders auf dem Gebiete der Technik noch manches bei uns m der 'geistigen und sttM'chen Kultur anders werden muffe." Der Wortlaut war: „Wir haben der Welt unvergängliche Werte der Kunst, der Wissenschaft und der Technik gegeben — wer denkt nicht in dieser Stunde an dm über die unwirtlichen Gefilde Sibiriens Äahineilenden Segler der Lüfte. — Wir haben eine Geschichte voll von Großtaten auf allen Gebieten. Aber wir haben zugleich eine Uneinigkeit und Zerrissenheit unseres Volkstums innen und außen, Gegensätze nach Parteien und Klassen, Abgegrenztheit nach Stämmen und Glauben." Auch habe ich selbstredend bei der Schwei«; nicht von Rassen gesprochen, sondern' wortwörtlich gesagt: „Wir haben wohl das einigende Band der Sprache. Aber die kleine mehrsprachige Schweiz übertrisst uns als staatliche und politische Gesinnunjgsgemeinschast, weil sie vom Willen zum Staate beseelt ist." Das neue Jüdische Heim. Das I iidi s che Heim ist, wie an dieser Stelle schon kurz L'erichtet, in neue Regie übergegangen und wird iM alten Geiste unter Oberleitung eines Komitees und Aufsicht des Rabbinats der Israelit. Rekitz.-Ges. von bewährten Kräften weiter fovtgeführd. Am Mittwoch Ab>end fand sich eine kleine Zahl von Gästen und- Komiteemitgliedern, neben den ständigen Tischgästen und Abonnen-« t«n, in den neuen Räumen^, Langeftraße 56, zum traditionellen Emlernen «in. Frau Henriette B e st h o s f, die Vorsitze'nde des Komitees, beigrüßte die Versammlung mit schönen Wortenbester Hoffnung für die Zukunft des Institutes. Herr B. Rachelsohn lernte den üblichen Abschnitt und knüpfte daran «inpaar markante Ausführungen über Zweck und Ziel des Heimes und seiner Reorganisierung. Die neue Leiterin, Frau N. Rachelsohn, mit ihren Töchtern bieten die beste Gewähr für die weittre Entwicklung des Heimes in Bahnen, die alle befriedigen werden. Der beste Beleg für diese Prognose war der schüngedeckbe Tisch an dem Abend und die gastfrohe Bewirtung. Es wurden noch mehrere Tischreden« gehalten, u. a. von den Herren Dr. S. Ehrmann, Emil Lehmann und — im Namen der ständigen Gäste und Freunde — Max Löwenthal. Durch viele Reden leuchtete das Andenken an einen Mann hindurch, der das Heim mitbegründete und ihm seitdem bis ans frühe Lebensende mit der ganzen Glut seiner Seele «diente: an Leopold Stern- Heß r'ST- ' Möge das Jüdische Heim in allen Kreisen die Achtung und Inanspruchnahme «finden, die es in feinem Charakter als jüdische Mensa u n d Mit>te lstands kü che im besten Sinne verdient. Das Jahr des Jüdischen Frauenbundes. Bon der Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes wird uns ein Exemplar seines Wandkalenders für 5690 (1929/1930) zugefandt. Er erscheint unter dem Motto: „Das Gesicht der Stadt und ihre Juden" und bringt. in seinem Mldertetl aus jüdischen teressanten Städten der verschiedensten Länder charakteristisch« Abbildungen jüdischer Bauten oder jüdischer Stadtteile, jüdisch-sozialer Einrichtungen, jüdischer Kunstwerke und jüdischer Typen. Im Textteil enthält er vor allem Aussprüche von jüdischen Dichtern' oder Schriftstellern, die 'in den betreffenden Städten beheimatet sind. Die Firma Sven necken halt eine stabile Unterlage für den Kalender eigens angefertigt: aus schwarzem Metall mit einem hochstehenden Nickelbügel, gegen den däs Wild gelehnt wird. Diese Unterlage bedeutet eine einmalige Anschaffung; in künftigen Jahren ist 'lediglich der Block auszuwechseln. Jüdischer Turnerbund e. V. Kommenden Sonntag, den 1. September ds. Js., macht der I. T. B. eine Wanderung in den Taunus. — Treffpunkt um 7.45 Uhr präzise am Hauptportal des Hauptbahnhofes. Es ist die Besichtigung des Zockenhaufener Freilichttheaters zu der „Schinderhannes"-Vörstelluug beabsichtigt. Frankfurter Blindenvereinigung. Unsere Leser find'en im Inseratenteil unseres Blattes ein Arbeitsangebot der Frankfurter Blindenvereintgung, «auf welches noch einmal hingewi-efen sei. Man bekommt dort große Laub hü ttend ächer geliefert, auch Korb-! und B ü r st e n w a r e n aller Art. Ebenso werden dort Sühle geflochten, Klavie«re gestimmt. Wer um die Not der Zeit weiß, wird gerne diese Aermsten der Armen unterstützen, um so mehr, afs die Anstalt linterkonfessionell ist und ihr auch cai. 15 Jeh u - b I m angehömn, von denen zwei im Vorstand dien Vereinigung sind. Schlußsteinlegung „Haus der Jugend". Nachdem nunmehr an der Eschersheimer Landstraße zwischen Adickes-Allee und Dornbusch das „Haus der Jugend" im Rohbau fertiggestellt ist, soll am Sonnabend den 31. August, nachm. 6 Uhr, die Feier der Schlußstemlegung erfolgM!. Hierzu lädt der Verein „Haus« der Jujgen'd" die Frankfurter Bevölk'erung, die bei! der seinerzeitlgen Straßenscrmm'lun«g und bei der Lotterie durch einen vorbildlichen Opfersmn die ersten Mk. 145.000 als Grundstock des Baugeldes aufbrachte, sowie alle Frankfurter Iugendverbän'de, «für deren' Arbeit der Bau« die Erfüllung einer «langst hrlg-en Forderung bedeU'be'te, zur Teilnahme ein. Am Sonntag inemi 1. September -ist das Haus zur allgemeinen Besichtigung sreigegeb«en. In der Zeit von 9 Uhr vormi«ttags «bis 6 Uhr nachmittags werden Mitglieder des Berwaltungsrates sowie Kreisjugeudpfleger Führungen durch die Räume übernchmen!. Am Sonntag den 1. September erfolgt in der „Stunde der Jugendbewegung" «dn Rundfunkgespräch: „Das Haus der Jugend «in seiner Bedeutung für Stadt und Land". Genaue Zeitangabe ist aus den Ründsunkprogrammen ersichtlich. Lynagogeneinweihung in Bad Rauheim. Bei der Ehrung, di«e «in der Festpredigt von der Kanzel herab Herrn Löb geworden, muß es statt Louis Löb richtig 'heißen: Herrn „Jonas Löb". Abreise des Beizer Rebbe. Der Rabbi von Belz begibt sich mit seiner Begleitung Montag aben'd über Frankfurt nach Beuihen, um von dort aus Dienstag weiter nach Belz zu fahren. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. fnff vorm, nach Schluß der Synagoge a'ri. Dr. Elieser Posen. — 40 Minuten vor rmw: nipv. Herr Dr. Wilh. Hofmann. Sonntag morgen, 9x/a Uhr: pi>in 'on sim. Herr Rabb. Ass. G. Posen. Sonntag morgen, Dienstag abend, 1 Stunde vor nnw. Montag—Mittwoch morgens nach Schluß der Synagoge: Herr Dr. Sal. Ehrmann o'rnf 'd». Montag und Mittwoch abend 7—8 Uhr. Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer: *"2 'oa- Jeden abend 83/4—9l/2 Uhr. Herr Herz Holpern: v"v- Lernen. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schluß der Synagoge : Herr Red. S. Schachnowitz nnx ”n. Montag und Donnerstag morgens nach Schluß der Synagoge: mtpa Mitgliederlernen. Dienstag und Freitag morgens nach Schluß der Synagoge, rmtpa. Herr Dr. Elias Posen. Jahrzeiksstiftungen. fiat?, 31. August. Leopold Löb-Stiftung. Mittwoch, 4. September. Jsac Bier-Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Täglich von 12—1 Uhr Dafjaumi-Schiur. Herr Herz Holpern. Samstag, 17. August, abends llJ4 Uhr, S'udoh Schelischis. Herr Jakob Landau. Sonntag, 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr ab«eud) Chumisch. Herr Leopold Oppenheimer. Montag, 9 Uhr abends (ebenso Mittwoch) Mischna. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends (ebenso mu? nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emanuel Wolf. — 9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr . Gerfon Schnerb. Dienstag, 3A9 Uhr abends (ebenso «t? ®/45 Uhr) Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3/49 Uhr (ebenso na» 3 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W. Hofmann. — 3/49 Uhr abends (ebenso na» 3/4l0 Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Agudas Jrsroel-Mädchengruppe. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr. A. Merzbach, Jestjah Montag, 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandftr. 68. Dienstag, 9—10, Herr Dr. S. Weger, Trei« Osor, Zobelstraße 5. Mittwoch, 8—9, Herr Lehrer A. Hirschberg, Dimm. Samstag, 4—5, Herr Lehrer A. Hirschberg, Tauroh. Verein Liwjalh Chen. Samstag nach Mincho im Hörfaale Friedbergeranlage, Borttag des Herrn Red. S. Schachnowitz über „Zions Not und T r 0 st." (Auch zu den Vorgängen in Paläsüna). Jüdischer Tumerbund. Das Damenturnen (Donnerstagabend) findet ab September in der Li ebfrauenschule, Senkenbergstr. statt. (Nicht in der Annaschule). Gebetzeiten. Freitag abend 6.40 Samstag nawn 6.45 Samstagsmorgen 8.— Samstagnachmittag 1.— und 5.— Samstagabend 8.— Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 6.30 Tefillin-Legen am Morgen 4.40 Ueber den von Herrn Jelen verttiebenen Kefir schreibt Geheimrat Professor Dr. C. von Norden: „Ich bestätige hiermit, daß der mir überbrachte zweitägige Kefir von ganz hervorragender Beschaffenheit war und all die guten Eigenschaften in Bezug auf Geschmack, Säuregehalt und feine Verteilung des Gerinnsels zeigte wie bester Kefir haben soll. In solcher Qualität ist Kefir ein für mannigfache Krankheitszustände sehr werwolles» Gettänk." Im Hotel Pension Wolfs, Partenkirchen, bettägt der volle Pensionspreis einschlkeßlkch Zimmer mit fließendem kalt und warm Wasser und bester Verpflegung ab 1. September Mk. 9.—. Außerdem macht das Hotel darauf aufmerksam, daß der Vettieb über die hohen Feiertage geöffnet ist und für einen würdigen Gottesdienst Sorge gettagen wird. Baldige Anmeldung erwünscht. Siehe Inserat.

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