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Der Israelit · 1929-08-29 · Heft 35 (29.8.1929) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 35 (29.8.1929)
Date
1929-08-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 4. Nr. 35 Der Israelit 29. August 1929 solche unzerstörbare Garantie bildet aber m allen Emhe-itsgemeinden die Anerkennung des orthodoxen Landesorganisationsstatuts. Aus ü"w '’D n;/w p’ip nmna mwift ersicht li-ch, daß, falls die n-eologe Kongreßmajorität dem Verlangen der orthodoxen Minorität willfahr) hätte, an die Spitze des auf dem Kongreß zu schaffenden Landesorganisationsstatuts die Be stimmung zu stellen, wonach sämtliche in dem Kongreßstatute vorgesehenen Gemeinde- und Landes i w stitutio n e n voll und ganz dem Schulchan Aruch entsprechen müssen, sämtliche ci'p'ixi o’jikjl jener Zeit in die Schaffung eines gemeinschaftlichen Landesorganisations statuts für die ganze Judenheit des Landes eingewilligt hätten. Und doch gab es auch schon zu damaliger Zeit Zehntausende von v'>pl B’Wia innerhalb der größeren Gemeinden des Landes' Zum Schluffe wollen wir nun zur weiteren Rechtfertigung unseres Standpunktes auch ein hochinteressantes, unseren Gegenstand betreffen des Schreiben des großen Reorganisators der deutschen Orthodoxie, S. R. Hirsch veröffentlichen. Umfoeher, da dieses Schreiben bisher nur i n e i tu e m u n - garifchen Blatte*) veröffentlich worden und demzufolge demPubliku m in Deutschland völlig unbekannt g e b l i e b e n i st. Das Schreiben lautet wie folgt: Frankfurt a. M., 12. Juni 1881. An die löb-l. Durchführungscommission der isr aut. orth. Gemeinden Budapest. Sehr geehrte Herren! Indem ich es wage, diese hochachtungsvollen Zeilen anj Sie zu tzichten, fühle ich es sehr wohl, wie sehr ich dabei einer gütigen Nachsicht Ihrerseits bedürftig bin. Stehe ich doch völlig außer Beziehung zu Ihnen und dürfte ein jedes andere, weniger erleuchtete und weniger als Sie von reinem Gefammtinteresse erfüllte Collegium es mir als anmaßende Ungebühr zurückweifen, wenn ich es wage Ihnen gegenüber ml einer Angelegenheit meine ernsten sorgerfüllten Bedenken zu äußern, die zunächst nur das durchaus interne Interesse des Ihrer Vertretung unterstehenden Kreises berühren dürfte. Allein, Sie selbst, sehr geehrte Herren, wissen den Grundsatz nn m a-’ms; zu sehr zu würdigen, nach welchem es dem jüdischen, Mann kein fernes, fremdes, gleichgültiges Interesse geben soll und geben darf. Sie haben selbst in früheren Jahren bei mir eine solche aufrichtige Theilnahme für Ihre Angelegenheiten vorausgesetzt, und meine geringen Kräfte für eine Förderung derselben mit einer Betheiligung beehrt, daß Sie sicherlich auch diesen Zeilen Ihre nachhaltige Würdigung nicht versagen wollen. Mit lebhaftem Interesse habe ich die Entwicklung der Vorgänge in der Gemeinde Papa verfolgt und mit Genugthuung die völlige Auflösung der dortigen neologen Gemeinde und ihrer Institutionen, so wie den Zurücktritt der Mitglieder derselben in den Verband der orthodoxen Gemeinde ersehen. Mit aufrichtiger Freude habe ich aber die Vorsicht, Einsicht und Sorgfalt begrüßt, .welche die orth. Gemeinde und deren Vorstand bei Feststellung localstatutarischer Bestimmungen entfaltet, durch welche für alle Zeit die religiösen Institutionen der Gemeinde von jedem gesetzwidrigen Einfluß bewahrt, und nur Händen anvertraut werden sollen, deren streng orthodoxe Gesinnung für eine ausschließlich orthodoxe Pflege und Entwickelung aller speciell religiöser Angelegenheiten der Gemeinde p"mn ma die möglichste Bürgschaft gewährt. Diese Organisation zeugt von dem reinsten Interesse für die AufreMerhaltuyg unserer heiligen Gemoemdeangelegenheiten in unverfälschtem Geiste unserer p"mn> so wie von einem tiefen Einblick in das, was unserer Zeit für dieses Ziel notthut, und ist der Art, daß jeder *) Magyar Zsido, 1908;) Nr. 10. aufrichtige Jehudi deren Nachahmung, in allen ungarischen und nichtungarischen Gemeinden wünschen muß, und von welcher ich gar nicht zweifelte, daß Sie, geehrte Herren, die Sie an der Spitze orthodoxer Gmeeinden zur Wahrung und Förderung aller heiligen jüdischen Interessen berufen sind, in allererster Linie dieselbe mit lebhafter Freude begrüßen und anerkennen und ihrer Verwirklichung allen möglichen Vorschub leisten werden. Zu meinem schmerzlichsten Befremden erfahre ich nun durch meinen Schwiegersohn, den Rabbiner der Gemeinde zu Papa, daß Sie, soweit es an Ihnen ist, dieser Organisationj Ihre Befürwortung bei der hohen Regierung versagen und damit die religiösen Institutionen und Angelegenheiten den bedauerlichsten Wechselfällen und allermöglichen Gefährdung aussetzen. Mir ist dieses Ihr Vorgehen umsoweniger begreiflich, «nachdem ich von dem Orgamsationsstatut für die aut. orth. jüdische Religionsgenosfenschaft Kenntnis genommen, das ja den Boden des Bestehens und Wirkens der Durchführungscommifsion bildet. Dieses Organifativnsstatut hat ausdrücklich ni ch>t. d ie Bildun g von G e me in,d en von durchaus einheitlicher o r t h o d o x er Richtungihrer Mitglieder in Gesinnung und Lebenswandel zur Die für die Abonnenten des „Israelit" hergestellte billige Sonderausgabe von Wolf, Speisegesetze ist vergriffen und der Vorzugspreis erloschen. Die bis zum 15. August bestellten u. noch nicht bezahlten Exemplare bleiben bis 31. August reserviert; alsdann wird anderweitig darüber verfügt. Die erweiterte Band-Ausgabe v. Wolf, Speisegeseize zum Preise von Mk. 3.60 für das gebundene Exemplar erscheint in der Hermon- Bücherei Mitte September Frankfurt-M. Hermon-Verlag Voraussetzung, es fetzt vielmehr Stolz und seinen Vorzug darin, daß religiöse Richtung und Wandel aller Gemeindeangehöri'-!M> vor jedem gemeindlichen Einblick geschützt bleiben, spricht somit der Bildung von Gemeinden das Wort, welche die extremsten Gegensätze, den gewissenhaftesten Tom D’»p kt* sowie den ausgesprochensten yunsi O'np.’sx in sich vereinigt und glaubt der Sicherstellung der Gem-eindemftl' tutionen gegen den Einfluß selbst der extremsten neologen- Richtung durch die Bestimmung genügt zu haben, daß d er Borstand und jeder F u n k t r o n ä r du r ch e i n e n fr em S i n n e des y"ip wiederfprechenden Antrag ein Amt einbüß t. Allein, sehr geehrte Herren, fragen Sie doch einmal die. v'nvi» tnixai Jhers Vaterlandes, ob denn nicht schon die Zulassung eines Mfs tnip’SKi zum religiösen Vorsteheramte dem Sinne des y'W nicht zuwider ist, und ich bin überzeugt, sie werden eine solche Zulässigkeit entchieden verneinen. Aber abgesehen hievon, reicht!aum ein solcher Paragraph aus, um die religiöse Entwickelung der Gemeinden vor verderblichem Muß zu schützen. Nicht nur Anträge, überhaüH nichts^nur was geschehen soll, auch das, was nicht'geschieht, was unterbleibt, was zur Förderung der mmrm*p und geschehen könnte und nicht geschieht, wenn die msrn ’wn nicht v'iim sind, gereicht einem jüdischen Gemeinwesen, ^um .Verd-erb-en^ und schon düs Beispiel, welches irreligiöses Leben von Männern geübt, welche zu Verwaltern minn ^>sr mmn Vjn beftettt sind, ertötet jeden Respekt von unseren heiligen Institutionen, -ertötet jeden Geist ächt-er dw n«T vor allen in den Gemüthern der Heranwachsenden Jugend, die nur durch aufrichtigen Ernst für rvßtai mm gewonnen werden können. Wenn nicht von anderer Seite eben Ihr Organisationsstatut den Gemeinden d-ie Errichtung von- Spezi-alstatut-en aus der breitesten Basis und mit Wahrung des gewährleistete — eine Berechtigung, die auch keiner jüdischen Gemeinde durch irgendeine Instanz verkümmert, geschweige denn geschmälert werden kann, da v'2ivi tma-m einer Gemeinde mit deren n»2vn für ihre Verhältnisse das Recht eines Y'2 eingeräumt ist — und somit eine jede Gemeinde nach ihren Verhältnissen durch Spezialstatuten, ebenso -wie jetzt die Papaer Gemeinde, ihre religiösen Institutionen sicherstellen! könnte, so würde Ihr Organisationsstatut. nicht nur -eine der wichtigsten Grundlagen entbehren, sondern auch -den Keim zum höchsten Verderben in sich tragen. Ich bin fest überzeugt, daß Sie von dem besten Willen für das jüdische allgemeine Veste beseelt sind; allem ich darf es Ihnen nicht verschweigen, wie ich von der schwersten Sorge -erfüllt bin nicht nur für die religiöse Zukunft der Papaer Gemeinde, sondern für die religiöse Zukunft, ja für den ganzen Bestand Ihrer mit so vielen Kämpfen errungenen autonomen Religionsgenofsenfchaft, wenni Sie V'n der Verwirklichung der Papaer Spezialstatuten, wie selbe Vorstand und Gemeinde mit Billigungihres Rabbiners festg-estellt, Schwierigkeiten in den Weg legen sollten, und damit Ihren Gemeinden, Ihren Gegnern und der hohen Regierung zeigen -würden, zu welcher mißbräuchlicher Gefährdung und Verkümmerung der geheiligtesten Gerechtsame der Gemeinden ihre Centralleitung führen kann. Wollen Sie daher dieser meiner Bedenken um des gemeinsamen heiligen Interesses willen eme Würdigung nicht versagen, und d-ie Versicherung vorzüglicher Hochachtung genehmigen. Rabbiner Hirsch. Mrezpsnaenren * Nachrichten. Deutsches Reich. Esra-Bundeslag. Frankfurt -a>. M., 23. A-u-g. Der d-tssjähnM Vunde st -a g d e s- E s ra fand in der 'letzten Tamuswochie -iin- R-ei-lch e-nb erg b<etii Würzburg statt und war von Dellen des R-eichies her ehr stark besucht. Herg«sbrachbe-rweifetieitten. sichin seine Aufgaben, dD^ ArbÄtsg-eMÄnschaftendiie dem WrneNMid dsr wMMfcyÄu!W«sn- Schulung ^galten, und -der Führer-- , der sich mit den Grundlagen der Erz-llh unigs-ar-bM des Bundes zu- 'befassen -hatte. Vonzusa-mmenfass-enden Darstellungen ausgehend b-eschästiigte man sichmit der Einstellung > des Esra zu den. Ausgaben der- Klallia-vbe-rt, mit der Art -und Weise -der Jün-gerenerzilehnng nnd itfö'fc der Frage, mk sich der Uebergan-g des- Es-räiers ins «tätilge Leben vollzteht und. vollziehen soK In zwei! Ausschüssen wurden poetische und Aerwaillungsftagen behandelt; zu den erstemsi!-wurde vom Führevtag eine Statuitenänd^ rung beschlossen, die die Vertre-öMg -des- O. V. der Agudas.Ji!sryel--M! der EsrEuWesl-eAung UUsheM und fm Hier zu-m- Ausdruck -b-pingt, daß - durch die gemeinsame Ansrk>ennunU der SouneräMtäit der Tauroh -im EingelunÄ/ GemeWchasts-leiben- Agu«das It&to-eiv umd E.sra gesinnu n g sm ä ß ii'G m Bt e in rnn deL verknüpft-sind. — Besondere Be-tonuntz! fand das! Varherrsch-en er-zkeherischer Aufgaben in dev Bundiesarbeiit; von M-zÄNen Lösungsvebfuchen -auf diesem Gebiet fei die noch im Ansteögen befiNdWche Errichtung von Fsrienhe-iimen -genannt, die bereits zu sehr befriedigenden Ergebnissen geführt hat. FemevE ist. auf die) TMtzMt des- L ij m u d - amte s hinzuweisen, das unter der Leitung, von Moses

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