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Der Israelit · 1929-08-22 · Heft 34 (22.8.1929) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 34 (22.8.1929)
Date
1929-08-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Nr. 34 Der Israelit 22. August 1929 wieder nach Wahlert gehen können. Dringend za wünschen wäre, -daß bis dahin auch einigen jetzt noch bestehenden Uebelständen abgehoben wird-, daß z. B. ein Telefon angelegt, ein Jsolierraum geschaffen und die Waschgelegenheit verbessert wind, damit dieses Fleckchen Erde, das zur Ausnahme einer Ferienkolonie ganz besonders geschaffen ist, auch über die Einrichtungen verfügt öte bei aller EiiMchheG für die Erholung, unserer Großstadtkinder unentbehrlich sind. E. Korrespondenzen « tlachricbien. Deutsches Reich. Aus den Gemeinden Sachsens. Leipzig, 20. August. Die von der Gemeinde-Vertretung am 15. Juli beschlossenen Aen-derungender Gemeinde-Wahlordnung, sind nunmehr amtlich verkündet worden, Hervorzuheben ist die Einführung des. Ein he rts ^Stimmzettels, ferner die neue Vorschrift, daß jeder Wahlvorsch-lag auch einen! Hinweis darauf enthalten^ muß, von welcher Partei oder Gruppe er -herrührt. Erstmalige w-erden die neuen BestimmunWN M der GemMdewahl gegen Ende dieses Jahres Anwendung finden. Der genaue Wahlte-rmin fleht noch nicht fest. In Dresden wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung der Ad aß Jeschurun beschlossen, den orthodoxen^ Gottesdienst der Adaß Jeschurun «ufzu-Ws-en und mit dem orthodoxen Gem-Lindegotde-Menst zu vereinigen. Der -orthodoxe GemÄndegöltesdienst heißt -in Zukunft „Gemeindegottesdienst nach altem Ritus Adaß Jeschurun". In der Orthodoxen Kuktuskomm-issionverzichtest die Jüdische Boikspartet auf den Sitz ihres Vorsitzenden. Die „Voll-svereinigungfür Jüdische Interessen" und die Maß Jeschurun -erhalten dafür in der Orthodoxen Kultus-kommission zusammen- -drei- Sitze,. Vorbete-r und Synagog-endiene-r des Adaß Jeschurun werden vom Orthodoxen Gemeindegot-tesd-ienst übernommen. Es wird sich zeigen-, ob -dieser Modus, der der Orthodoxie 'n- Dresden wellig Selbständigkeit läßt, den Frieden, um defsentwtllen, man glaubt, die Opfer brillgenzu müssen, für die Dauer aufrecht -erhalten kann-. Oesterreich Internationale Studentenkonferenz in Krems. W-ien-, 12. August. An der Konferenz des I. S. S. (International Student Service), die soeben -in Krems- (Oesterreich) abgehatt-en wurde, nah man unserejüdischen Studen-teudeLeg-ie-rbe teil. Die Konferenz, welche von 25 Ländern aus allen fünf We-btte-We-n b-eschickt war, -befaßte sich auch mit der Loge der jüdischen Studentenschaft in der ganzen Welt und nahm diesbezüglich den folgenden Beschluß an-: Cs -ist wüns-chenswovt, daß die Konferenzen zwischen den jüdischen -und ni-chtjüdischen Stude-nten (ihr Zweck ist n. a. die Beseitigung -des Antrsemtismus an dm- Hochschulen-) weitsrgeführt werden, und daß die Arbeit einer derartigen Konferenz, wie sie Anfangdieses Jahres in Biero-i'lle (Frankreich) stattfand, fortgesetzt werde. In einer an-dsr-en Kommission -der Kremser Konferenz wurde beschlossen, die Not der -in Paris lebenden (etwa 3000) jüdischen- Studenten zu Lindern,, die gezwungen waren, aus -ihren HeiMaMndern auszu-wandern'. Ihnen soll der I. S. S. Stipendien-, Darlehen-, freie ärztliche Hilfe und sonstige Hilfe zur Drefügung stellen. Polen. Aufruf z« einem allgemeinen Fasttag. Wilna, 19. August.. Die kMsch-e Lage der Indien, -die MrtschafWche Krisis im gesamten Osten-, noch mehr aberdie geistige Not der Juden in S-o wj etru ßla nd, oeralll-aß-te das- Wilnaer Rabbinat, in Gkmeinfdjaft mit der Agud a t h Tarabbanin -in Polen -einen- Allgemeinen Fasttag Mr Sonntag dm- -ersten Tag der Sl>i>- chaus anzusetzen-. In einem ergreifenden Aufruf, un-- terzeichn-et für die beiden genannten Instanzenvom „Chofez Chaim",, Rabbi- Chajim Oser G -r o d z e -ns k y und Rabbi Schneiersohn (dem Lub-awitscher Rebben") wird -die vielfache Not, in der sich heute drei Milli-on-en Juden im Osten btefinden, in den grellsten Farben gesch-Wert. Daß die russische Judm-hei-t nicht mehr -di-e Kraft und di-e Möglichkeit -hat, den- Schrei, der die W-eA erschüttern soll, von sich aus anszustoßen, macht die Sache doppelt tragisch. Um so mehr sei eshieilige Pflicht der anderen- Teile des jüdischen Volkes,, inaltjüdifcher Weife auf di-e Vorgänge zu reagieren: mit einem Taa ni-th, der allen Voraussetzungen- -eines Tns n^yn entsprechen und für ganz Israel auf dem Erden-runde feine Gültigkeit hab>on soll. Neben -der EinhM-ung aller anderen für einen Fasttag vorgesehenen- Vorf-ch-rifden sei an diesem Tage allüberall ln Synagogen und- Bechänstzrn. I« W-chr. Berlin. Nachkommen von Moses Mendelssohn haben aus Anlaßdes 200jähri-- g-en Geburtstags ihres Ahns -eine- Stiftung von Mt. 250.000 gemacht, deren, Zinsenzur Förderung wissenschaftlicher Zwecke -dienen sollen. Dem Verwaltungsrat gehörenu. a. auch Wolf Harnack an>. Die Stiftung hat ihnen Sitz in Dessau. — In der Stadt K v s w -i g „ wo Hermann Coh -en -geboren wurde, wurdeam Geburts-Haus des Philosophen -unter großen FeierH chkeVen eine Er-innerungstaf-sI . angebracht. Auch das Rathaus -der Stadt erhielt eine sinnige Er>i-nn-erungsplak«tte. — Im Soycrld-ernoJra-Msch-en „Vo-rwär-ts" wird ange-re-gl, den Donners-tag zum Zahltag ^r die Arbeiter zu machen-. Für uns Judenwäre dies -im Interesse -des Sabbat sehr zu wünschen-, da vielen jüdischen- Geschäften die Tatsache, daß die Arbeiter am Samstagihren Lohn ausgezahlt bekommen, die Sabbathaltung wesentlich erschwert. — Herr Dr. Cha-rig, der General-diiröttor des Preußischen- Länd-esverbänd-es jüdischer Gemeinden-, ist aus dem Dienste des Landesverbandes ausget-reten. — Die Berliner Mendelssohn-Feier findet am 8. September in der Singakademie statt. Es sprechen R-öichsMinister Severing und Obe-rbürg-erme-ister Dr-. Böß. Die Feier soll durch Rundfunk verbr-este-t werden. Dessau. Am 6. SeOembM findet im Dessauer Friedrichs-the-aiier eine Festaufführung von Lesfings „N-ait-han der Weife" statt. Am 7. September folgen die religiösen Feiernin der Dessauer Synagoge und die Eröffnung -der Moses Mendelssohn-Ausstellung! in Der anhaltifchen GsmMegaisBs. Die Ausftsltung wandert nach acht Tagen nach- Berlin. Am 8. September folgt -die anhaMfche Staats¬ und Stadtfeier im Theater. Warschau. Der jüdische ParlameNtsklu-b übermi-tte-Ne dem Um terrichtsm-inister ein Memorandum, -in welchem darauf hinig-ewiesenwird, daß das Staatsgymnasium m Tarnobszegin feinem offiKellen Bericht für das Schu-Hahr 1927/28, der iN Buchform -e-rfchien, einen Artikel abgedruckt hak. -in welchem -der jüdische RituvÄnord -als geschichtlich -e-rwi-esen hingestellt wird. Der jüdische Parilamentskilüb ersucht den- Unterri-chltsmimstsr. d-en Berfafser des H-etzartikels und die Direktion des- Staatqgymnasiums. die diesen Artikel zum Druck beförd-e-rt hat, zur Derantwortunig zu ziehen. Moskau. Rach der neuesten- Statistik zählt manin Kiew» wo 45.000 jüdische Familien wohnen, nicht weniger als 10.000 Arbeitslose. Die A-r-bei-tslosigk-ei-L wird durch stark« Zuwan-derung von Ju-denausden kleinen- Städten erhöht. Erkelenz.' Der Prälat und Ehrendechanit Mfgr. Kamp -erläßt folgende Bekanntmachung-: „Seit einiger Zeit HM sich jemand inunserer Stadt auf, dessen Reden in der Bevölkerung Unruhe und Zwietracht! zu stiften g-ef-ognet sind. Zumal wendet er sich -gegen unsere jüdischen- Mitbürger durch Anpreisung des bskann-ten, Hakenkreuzes. Ich fühle mich oerpf-K-chbet, vor solchenungehörigen- und -g^fäh-Mchen Machenschaften entschi-eden zu warnen. Ich weiß, daß meine Warnung nicht bloß bei den Katholiken, sondern auch bei allen ohne Ausnahme Bi-llüg-unH findet." -das ermahnende Wort ans -b>erufenem Munde an die jü- Arfchen Herzenge-rich-tet, sie zu b-erv-egen, sie in der Liebs zu Gott und seiner Thora zu bestärken und sie -auszu-richten. Die Aus-erlesen-en des Bottes werden es -nicht versäumen, ihre glühenden G-ebebe vorher schon dem allgemeinen Taani-th vorauszufchicken, wie es di« Mifchna als Pflicht der Q’rrr erachtet. Die Rabbinen und geiftigen Führer -in- Palästina wi e in d-er gesamten Diaspora, auch die Ehassidimrabbis, wie diie Fü-Hrer der Rabbinerverbände allerorts werden ersucht, i-hre Aulo-ri-tät dafür einzufetzen-, -daß der Taanich. -am ersten Sellchos-tage zu -einem Ak-lgemeinen Fast-tage in allen- Ländsrn der Welt sich gestalte. Schweiz. Me Schlutzsihung des Agency-Louncils. Zürich, 16-. Augüst. Die Gchlußsitzu-ng des Agency-Conncils hat, wie -bsreüts t^lsgraphifch genveldet, in feiierWchster Weise am Mi-Uw-och Nachmiittalgsta-tigefunden» Nachdem auf Vorschlag Marshialls Edmund v. Ro!thfthM-Pari-s zum Chrenprästden-Üen der Agen-cy -ernannt war» wM-de We-izmann unter begckstevten- Hu-ldiWngen zum Präsiden-tep gewählt.' Vorsitzender des Eouncklsfind Ma r - f hall und Me ich-eil, V-oirsitzender des AdmmHtrati-vkomidees, das aus 40 Miig-li-sdern- -besteht, Felix Marburg. Ein« Exek-utiv-e der Agency wurde vorerst nicht gewählt, oüelmehr bleibt die Gesamt ex-ekutive bis auf wei-ter-es in den Händen der zton-ist i schen E x-e k-u-tiv«. Wie bereits gemeldet, hatte der Misrach-i schon beim Zionistenkongreß die Aufnahme eines Passus m die Konstitution der Agency gefordert wonach es de-rien- Aufgabe auch sei, für die B-efri-ed-vg-ungder religiösen Bedürfnisse zu sorgenl Gegen diese Resos-uMom rmmbilie sich die gesia-mts Linke mit großer üsidsnschaM-chkest, weil sie schon in der Erwähnung rM- -giöser Forderungen das Zeichen zu einem- Kulturkampf erblrckte. Der Zionistenkongreß nahm alsdann eine Resolution im Sinne des Misrachii an-, weigerte sich aber, die Aufnahme -der bis-tvsfsen-den V-efÄm-mung indie K onst ilu-t-i o nsur k-und-e der Agen-cy zubesürwortM,. Demgegenüber setzte sich! in der Sitzung des Councils Louis Marsh a 11> p erfönlich dafür -ein, daß die Fü-rforge für die ReMgion zu den AuMben -der Agmcy g-ehöre und in der K o nst-iintron erwähnt werden müsse. Um den- Bedenken der linken Parteien Rechnung zu tragen-, wurde -eine Klausel hrng-ugefülgk, die den Schutz der G-ewisfensfre-cheik vor den Uebergritffen der Reliigvon sich-e-rn soll. Mi!-t dieser Klausel! beschloß der Council alsdann, in Artikel 3 der Konstitut-ion folg-endM- Satz -ein-zufügen: „Die Agency soll in den Bereich ihrer Tä-tigkeit di-e So-rg e für die Befriedigung der jüdischen religiösen Bedürfnisse aufnehmen, wobei volle indtvi!- due-lie Gew-i--sse-ns-f-r-ei-h-e-i-t verbürgt und gesichert wird." Die Unterzeichnungdes Doku-mentes erfolgte Mt einer goldenen Feder unter Ansprachen -der einzelnen Unterzeichner, die nacheinander aufgerufen wurden. Sokolow machte „ Sch-eh e-chejon-u." Aus den letzten Sitzungen des Eouncil der Iewish Agency. Z-ü-riich, 15. August. Aus den letzten Aerhandlungien, über -diewir b-ere-öts in dre letzten Nummer nach telegraphischen Berichten Msammenfassend referierten, sei noch foWendes nMgeteilt: Dr. Lee Frankel, der Sachverständige der „Joint Survey Commission" stellt sich auf den- Standpunkt Granowskys, daß der PalästiNab-oden auf die Dauer im Eige-ntumdes Jüdischen NMvnalsondsbleib-e-n Müsse. Beim Dodenankauf -darf über der Küsteugegend in Emek das waldreiche Hüg-ell-and, das große industrie-lle- Möglichk-Men b-ietst, nicht vlergessen werden. R e m -e s, Palästina, will die kapitalistlfche Wirts-chaft aus der Bodens pvl-iibilk PaSäfti-nas ausg-efchalbst wissen. Schiplacvff aus Amerika erhofft die Demok-raMsier-ung -der I. A. von den jüdischen Arb-eitern in AmeriiL-a, di-e^ obzwarnicht Verlangen Sie beim Einkauf ausdrücklich ausdrücklich diflbPSiP Meinte Hersteller, Chamnitz-Kaped Garantiert nur aus reinen «Pflanzenölen hergestellt 100 Gramm-Stück 15 Pfg. 200 Gramm-Stuck 30 Pfg*

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