Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 31 (1.8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 31 Seite 7 m ÜSSPIfB MW Der Israelit 1. taigujt 1929 In H. meldete der “isic? dem Rabbiner einige Verstöße, u. a. sei Essen frisch gewärmt^ aber als gesetztes. Essen verabreicht worden. Da er nichts habe ausrjchten können bei dem Wirt, der persönlich keinerlei i-iiittKS verdiente, habe er aus Protest sich den ganzen mw um nichts mehr gekümmert. Was tat der Rabbiner? Anstatt dem Wirt mit Entziehung der Aufsicht zu drohen, wenn er sich nicht an die Anweisungen des halte, schrieb er an den —tfnw er solle nächsten r-ow nochmals prüfen, ob es denn wirklich so sei, erst dann könne er dem Wirt etwas sagen. Oder traute der 3-, dem iviv so wenig zu, dies richtig beurteilen zu können^ wie konnte er diesem einen nviv allein die ganze nmvv überlassen? Auch von seiten der Gäste liefen Beschwerden ein, z. T. über den ->»iv daß er das Milchmelken nicht beaufsichtige, sodaß die Gäste'->21 nin erhielten. Die Gäste wurden, trotzdem sie den Rabbiner um Bestätigung ihres Schreibens ersucht hatten, von diesem überhaupt keiner Antwort gewürdigt. Erst eine Beschwerde beim Hamburger Verein führte. zum Ziel. In R. wurden in Gegenwart des Rabbiners bei einer Hochzeit auf derselben Platte belegte Fisch- und Fleischbrote verabreicht, ohne daß der Rabbiner davon Notiz nahm. Zn einem Kurort entdeckte man, daß der 02v Ofen nicht in Ordnung war und die Gäste mit dem Wärmen der Speisen hintergangen wurden. Auf eine entsprechende Mitteilung schrieb der aufsichtssührende Rabbiner zurück: „Die Saison ist ohnedies in einigen Wochen herum, in der nächsten Saison werde ich für Abhilfe sorgen." Die genannten Beispiele ließen sich sicherlich noch vermehren, wenn L^ute, die viel reisen und ein offfenes Auge für derartige Dinge haben, ihre Erfahrungen mitteilen würden. In einigen der genannte» Fälle hat der Hamburger Verein für Abhilfe gesorgt. Aber viel kommt auch ihm nicht zur Kenntnis. Man kann nicht von jedem Rabbiner soviel praktischen Blick für Hotel- und Fabrikbetrieb verlangen, daß dr' eine Aufsicht. übernehmen kann, wohl aber darf man soviel Selbsterkenntnis und Verantwortungsbewußtsein fordern, daß er — zumal auswärts — Aufsichten ablehnt, wenn ihm diese praktischen Fähigkeiten abgehen. Wie wenig Rabbiner oft ihrer Aufgabe gewachsen sind, dafür nur ein Beispiel: Ich hatte vor einigen Jahren Gelegenheit, eine Fabrik für nvo Waren zu besichtigen, bei der mir manches nicht einwandfrei erschien. Im Gespräche erzählten mir nichtjüdische- Arbeiterinnen: „Ja, wenn der Herr Rabbiner kommt, müssen wir. es anders machen. Aber der meldet sich tags zuvor telefonisch beim Fabrikleiter an, dann gibt der uns morgens entsprechende Anweisung. Wenn der Rabbiner wieder , fort ist, dann arbeiten wir wieder nach der alten Art weiter." Ich wiederhole zum Schluß nochmals meine Frage, überlasse Antwort und die daraus zu ziehenden Konsequenzen dem Leser: Sind alle Betriebe, die Rabbinatsaufsicht unterstehen, auch wirklich zuverlässig? Frankfurt a. M. Dr. Salomon Adler. . Die Woche. Fahrt zur Kenessio Gedaulo! - Wie die Reichsbahnverwaltung mitteilt, ist es möglich, sofern 100 Personen zusammen einen D-Zug benutzen, eine Fahrpreisermäßigung von 25 Prozent herauszuholen. Jnteressenrengruppen und Einzelpersonen wollen sich zwecks Regelung der Dinge unverzüglich mit dem Vorstand der Iugendgrupps der Agudas Iisroel, Schwanenstr. 12, in Verbindung setzen. Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Bei der MeswöchenMch>en S' u d 0 h S ch lrfchis (BegMN 7.1ö Uhr) wird Syzxx Herz Hakper nsprechen. Sonntag, den 4. August, abends 9 Uhr, findet das Jahrz-Ät-Levnen für Herrn Dr. Isaak Sondheimer ^"2tr statt. Nationalsozialistischer Unfug in Frankfurt a. M. Die bisherigen polizeilichen Ermittlungen über Provokationen uniformierter Nationalsozialisten im Obersorsthaus ergaben nach dem amtlichen Polizeibericht folgendes: Die Nationalsozialisten fuhren mit ausgerollter Hakenkreuzfahne unter lauten provozierenden Rufen wie „Nieder mit Juda, Deutschland erwache" u. a. m. nach dem Obersorsthaus. Daselbst stiegen sie ab und sangen ein Lied, in dem es hieß: „Schmeißt heraus das Iudenpack". Ein Mitfahrer verblieb beim Auto, ein zweiter als Posten am Eingang zum Gartenrestaurant. An dieser Stelle fielen auch die Worte: „Aufgepaßt, auf den ersten Pfiff gehts los", was daraus schließen ließ, bei den Gästen ein Durcheinander hervorzurusen. Im Gänsemarsch begaben sich die Nationalsozialisten unter mehrfachen lauten „Heil"-Nufen durch den vollbesetzten Garten, und .zwar an den Stellen vorbei, wo die meisten Menschen saßen. Das EefamtverhaNen der Nationalsozialisten war derart, daß ein großer Teil der anwesenden Gäste fluchtartig den Garten verließ. Das herbeigerufene Ueberfallkommando war schnell zur Stelle und nahm die Nationalsozialisten fest. Die Ermittlungen werden nach ihrem Abschluß der Staatsanwaltschaft übersandt werden. , Rkichsvund jüdischer Frontsoldaten. Das hiesige Büro des'Bundes teilt uns mit, daß es von Kaiserstraße 13 nach Hasengasse 15 verlegt wurde, und daß das Büro am Schabbos und Jomtow geschlossen ist. Auch in dem Rundschreiben der Bundesleitung vom 16. Juli wird daraus aufmerksam gemacht, daß. das Bundes-Büro an Sonnabend sowie an jüdischen Feiertagen geschlossen gehalten wird. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Morgen nach Schul „Simm", Herr Dr. E. Posen, i'vovi Nirm 'b) 1 Stunde vor Nacht: Midrasch Herr Joachim Soffer. Sonntag morgen nach Schul (ebenso Mittwoch) tn« "n , vorm. 8% Uhr (auch Samstag eine Stunde vor Nacht) Gemoro, Herr 2. Sofer. — vorm. S1/* Uhr (auch Dienstag eine Stunde von Mncho) Gsmors, Herr R. A. G. Posen. Montag morgens nach Schul (ebenso Donnerstag), Mifchna. Mitoliederlertten. — Abends 7 Uhr (»Lenz2 Mittwoch) im Lereinslokale, Gemoro, Herr Rabbiner Dr. Jos." Breuer. — 8-/« Uhr abends (ebenso Donnerstag), Gemoro, Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen nach Schul (ebenso Freitag), Mifchna, Herr Dr. E. Posen. Iahrzeitsstiftungen. Sonntag, 27. Tamus: Josef Grünb«latt-Stft>ung>. Montag, 28. Tamus: Jettchen Stern g>eb. Stern-Stiftung. Donnerstag, 2. Aw: Moritz Lewin-Stiftung. Freitag, 3. Aw: Gertrud Moses-Stiftung. — Julius Hirsch-Stiftung Agudas 2:sroel-Iugendgeuppe. Sonnrag, 8 Uhr vormittag (ebenso Mittwoch 9 Uhr abieud) Chumifch. Herr Leopold Oppenheimer. . Montag, 9 Uhr abends (ebenso Mittwoch) Mifchna. Herr Rechtsanwalt M. Katz. — 9 Uhr abends tobeusa rav nachmittag 3 Uhr) Gemoro. Herr Emannei Wolf. — 9 Uhr abends (ebenso Donnerstag) Gemoro. Herr Gerson Schnerb. Dienstag, 3/49 Uhr abends (ebenso nn® 3IS Uhr) Gemoro. Herr Leo Schnerb. — 3U9 Uhr (ebenso nnw 3 Uhr nachmittag) Gemoro. Herr Dr. W. Hofmann. — 3/49 Uhr abends (ebenso rav 3/410 Uhr vormittags) Gemoro. Herr Dr. Js. Posen. Agudas Iisroel-Alädchengruppc. Sonntag, 7—8 abds., Herr Dr. 2f. Merzbach, Jefajah Montag, 9—10, Herr S. Unna, Newiim, Uhlandftr. 68. Dienstag. 9—10, Herr Dr. S. Woger, Trei Osor, Zobelstrahe 8. Mittwoch, 8—9, Herr Lehrer A. Hirfchberg, Dinim. . Samstag, 4—5, Herr Lehrer A. Hirschberg, Tauroh. Gebetzelten. 'VVQ 7I1V/2 D2V Freitag abend 7.25 Samstag 6.30 Samstagsmorgen 7.45 Samstagnachmittag 1. — und 5.— Samstagabend 9.— Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7.15 Tesillin-(egen am Morgen 3.45 Briefkasten. D. E. 100. Zur Beantwortung Ihrer beiden Fragen bedarf es keiner neuen Entscheidung. Sie sind beide ohne weiteres zu verneinen. I Vrt*®1 I Weitere Bäderanzeigen befinden sich Seite 12 Ostseebad NIENDORF i PARK-HOTEL Einziges jüd. Hotel-Rest, an der Lübecker Buchi Fernsprecher Travemünde 857 , Tagespension incl. Zimm. ab l. August Mark 7.— . 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