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Der Israelit · 1929-07-18 · Heft 29 (18.7.1929) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 29 (18.7.1929)
Date
1929-07-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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c/V- '-'"/*vyv:. ■ >r .-.-v >■ « .. W v 18-3uli 1929 Lranksukt a. ZIT., Den 10. Ta»»»»- 6689 Nr. 29 Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Momremvttt Juli 1S3S; Deutschland .. . .. ., , Sfflatl monatlich: 9TuSland: Stertei* jahrpreise (entwrechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Koste« des^Stretfband-Ber» Tandes) Deutsch-Lkterreich: Schilling s^-; Amerika 1 Dollar; Enaland 4 sh.: ab 1. Juli FranlreichWFr^; Belgien ab 1.7.27. Belga8; Holland 8 fl.;Italienabl. 1.88.18Lire; Jugoslawien W Dm.; Litauen 7.80 Lit.; Rumänien ab 1. 7. 37. 150 Lei; Polen 4 deutsche Goldmatk zum Tageskürs oder 7 Zloty. Schweiz 5 Fr. Tschecko-Slowalei 38 Krone»: Ungarn Prngö 8 ab 1.Juli 1937; Dänemark 8.60 Kro«; Norwegen 8.80 Krön.; Schweden 8.80 «ron. ' ■ ■ ‘ EtnzelnuuttnSk vierzig Doldpfenirtge. Der Israelit erscheint jede« Donnerstag. Inserat» 80 Goldvf. für die fiebengespalltm» Nonvareille-Zeile. Abonnenten zahle« bei Stellengesuche» und Familienanzeigen nur 40Df. Die 78 mM breite Rettckmezetter letzte Tertsette 8.— Mk., vorletzte Dertfeit» 3.A> SRt; Thiffregebühr in Höhe eines dopr. Fernbriefportos. Rabatt «ach Tarif. Bet laufende« Jnferataufträge» tarifm. Preiserhöh »ng jeder,. Vorbehalt. JnferatenauuSme durch de» ' Verlag des Israelit <0. m. 6. Frankfurt a. SW., Rechneigrabenftrabe 7, Tel. Hansa 6843 sow. durch sämtl. Annoncen-Exped, des In- und Auslands. Wlleintge Jnkeratenann. fur Frantf. Geschäftsanz.: Jul. SchmidtHangestr. 7, ll. Tel. Hansa 4841. Platzvorichr. ohneBerbindlichl. Budapest Rr. 18434. — lank & Co. in Banca Mannarosch Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. für August muß beim Briefträger zwischen dem 15. u. 24. Juli 1929 erfolgen; sonst berechnet die Post eine besondere Gebühr von 20 Pfennig. Die Zewish Agency und die thoratreue Zudenheit. Profesior Weizmann, der Führer der zionistischen Organisation, hat vor einigen Tagen anläßlich des bevorstehenden Zionistenkongresses eine Kundgebung - veröffentlicht, in der die berechtigte Genugtuung zum Ausdruck kommt, die dieser durch die Vorsehung in die vorderste Reihe der jüdischen Weltpolitik gestellte Mann über das endliche Zustandekommen! seines .ureigensten Werkes, der e r weiterte n;. Iewish A g e n c y, empfindet. Starke WihMtände innerhalb und außerhalb der zionistifchett Reihen waren zu überwinden, bevor dieses Ergebnis erzielt war. Diese Widerstände sind besiegt worden, weil zwei mächtige Faktoren, ein objektiver und ein psychologischerkräftig mitgeholfen haben: die äußerste wirtschaftliche Rot des zionistischen Werkes auf der einen, das soziale Geltungsbedürfnis weiter nichtzionistischer Kreise auf der anderen Seite. Jedenfalls ist die erweiterte Agency eine Tatsache. Sie bedeutet, daß unter der maßgebenden, lediglich durch dekorative Formen schamhaft verhüllten Diktatur der zionistischen Führer das G o l d der nichtzionistischen Amerikaner und der soziale Einfluß zahlreicher europäischer G emeindenotabeln in den Dienst des Erez Jisroel-Aufbaues gestellt werden. lieber diese Tatsache an sich kann sich auch die Orthodoxie freuen. Denn sie verheißt, daß jedenfalls ans eine Reihe von Jahren die wirtschaftlichen Verhältnisse von Erez Jisroel gebessert und wahrscheinlich, hoffentlich Zehntausenden von Juden die Erfüllung der hon®' p» 2w' msa ermöglicht werden wird. ., Dpr politische Ausgangspunkt für die ganze Erweiterungsaktion war Artikel 4, Abs. 2, Satz 2 des P a l ä st i n a m a n d a t e s, in dem es heißt: „Die zionistische Organisation soll in Beratung mit der britischen Regierung Schritte unternehmen, um die Mitwirkung aller Juden zu sichern, die gewillt find, die Errichtung des jüdisch-nationalen Heimes zu för d errr." Leider hat die zionistische Organisation — ob Weizmann hierfür persönlich verantwortlich ist, bleibt sich gleich — diese ihr durch das Mandat auferlegte Verpflichtung in einer höchst einseitigen' und h öchst willkürlichen A r t n n d W e i s e zu erfüllen versucht. Ihr kam es vor allem auf das G e ld an, und da in dieser Hinsicht der Krieg den ganzen Strom des Goldes aus aller Welt in die Kasten der amerikanischen Banken gelenkt hat, ein Symbol für die Gestaltung der Wirtschaftsverhältniste überhaupt, so läßt sich unschwer begreifen, daß neben, der fest verankerten z i onistis chen Borherrs chaft in der Agency eine h a l b w e g s maßgebende Rolle nur noch der amerikanische Dollar spielt. Der ganze Ausbau der Agency ist in unsrem demokratischen Zeitalter ein geradezu unerhörtes Unikum von Autokratie und Oligarch i e. Ein Me zwei Jahre zusammentretender und daher zur absoluten Cinflußl o s i g k e i t verurteilter Counckl von 200 Personen wird zur Hälfte von Zionisten plus einem zionistischen Präsidenten besetzt, zur andern Hälfte von vornherein statutarisch mit 20 Proz. den amerikanischen Geldbörsen ausgeliefert, und in die verbleibenden 30 Proz. teilen sich die von den Zionisten allerg n ä digst e i n g e l a d enen und zugelafsenen armen Europäer.' Daß sich diese Letzteren auf die ganze Farce eingelassen haben, ist zum Teil ein Beweis für die ehrliche und selbstlose Sachlichkeit, mit der man in außerzionistischen Kreisen dem Palästinawerk gegenübersteht, auf der andern Seite aber auch ein Zeugnis für die Macht des bereits oben erwähnten Geltungsbedürfnisses. Die internationale politische Salonfähigkelt des Zionismus lockt so manchen Kommerzienrat und Justizrat heran, den noch vor kurzem eine Gänsehaut bei dem Gedanken: überlief, durch Mitarbeit an einem jüdischen „Natlonalheim" in Palästina sein Deutschtum oder sein Franzosentum verdächtig zu machen. Der gleiche Materialistische und undemokratische Geist, der so in der äußeren Verfassung der Agency zum Ausdruck kommt, hat die zionistische Organisation auch zum bewußtenVerz i cht auf die M itw ir k u n g d erg roßen thoratreuen Massen des jüdischen Volkes, wie sie in A g u d a s Jisroel organisiert sind, bewogen. Um eine gute Ausrede für diesen Verzicht in rein formeller Hinsicht zu haben, hat man die Theorie konstruiert, daß überhaupt keine „Organisationen" zur Bildung der Agency hercmgezogen werden sollen, sondern nur ausgewählte Gemeinden und Einzelpersonen. Man gedachte aus diesem Wege am sichersten die Einheit der Orthodoxie sprengen und in allen Ländern einzelne orthodoxe Persönlichkeiten, auch führende Agudisten gewinnen zu können, die sich nichts daraus machen, ohne Rücksicht auf die Geschlossenheit ihrer Weltanschauungsg-emeinschaft, die Rolle Unbeauftragter „Vertreter" in einer fremden Körperschaft zu spielen. Soweit wir sehen können, ist es allerdings nur in ganz wenigen Fällen gelungen, agudistifche Persönlichkeiten für diesen schlauen« Plan zu gewinnen und auch in diesen wenigen Fällen glauben wir annehmen zu können, daß das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Es steht jedenfalls fest, daß die Initiatoren der Jewsth Agency trotz der seit sieben Jahren unablässig erklärten B e r e i t f chaft, ja, trotz der Forderung der Agudas Jisroel an der Agency teilzunehmen, die organisierte Vertretung der Orthodoxie vollkommen ignoriert und hierdurch entgegen der ausdrücklichen Vorschrift des Mandates gerade diejenigen Juden von der Mitwirkung ausgesperrt hat, die ihre glühende Sehnsucht nach Erez Jisroel mehr als irgend eine andere Gruppe des jüdischen Volkes seit 2000 Jahren offenkundig vor aller Welt am glänzendsten und tatkräftigsten bekundet haben. . Freilich war die Mitwirkung dieser Kreise des jüdischen Volkes, für die Erez Jisroel kein politisches, sondern ein religiös e s I d e'a l ist, selbstverständlich an« die Voraussetzung geknüpftdaß diese Mitwirkung fei ne' o ff en e A ü flehnung geg en den im Thoragesetz niederge l e g t e n ew igen $ött li ch e n W t l 1 en i nv o l v i e r t e. . Bereits in der Zentralratssitzung in Bresl a u Ende 1928 hatte A g u d a s Jisroel auf Grund einer gründlichen Beratung ihres großen rabbinischen Rates eine Entschließung veröffentlicht, worin gefordert wurde, a) daß die Agency < £ t

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