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Der Israelit · 1929-07-09 · Heft 28 (9.7.1929) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 28 (9.7.1929)
Date
1929-07-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seide 10. Nr. 28 Der Israelit 11. Juli 1929 fen), mo sie geboren trar und fast ihr ganzes Leben gewohnt hat, war in ihrer Jugendzeit noch -sine der größten' und angesehensten Mischen' Gemeinden Preu hens mit Beshamidrasch und Bachurim, mit Chewrauß und Chadovim, mit Chassidim und Misnagdim, mit R Simcho Rehfisch und dem großen Malbi-m, und ihr etge ner Vater, R. Salomon Scheyer, m tüchtiger und hochverehrter Jugendlehrer. Aus solchen Quellen' strömte ihr der Geist von min und tratr nxT> gut, der sie von Jugend an .erfüllte und dem sie gemeinsam mit ihrem vor 10 Jahren -ihr in die Ewigkeit vorangegangenen Manne, R. Jizchok Breslauer b"2j, in ihrem eigenen Hause eine Pflanz- und Pflegestätbe zu bereitenstre-b-te. Und es gelang -ihnen, n"2 alle ihre Kinder zu d-’KT’, zu min ’ams i-iav naipi zu erziehen und ihre Enkel in gleicher Art heranwachsen zu sehen-; der älteste Sohn, obwohl! berufstätiger Kaufmann, mehrfach durch nx-nn mnn ansigezeichnet; der jxingfte Sohn und ein Schwiegersohn Rabbiner; und alle Kinder und SchrbiegerkiNder, jeder in seinem Kreis, minn iia-b tätig. Am 23. 7V0 fand die n-voj? statt. Herr Rabbiner Dr. Simonsohn rühmte die Verewigte ob des Tauroh-Geistes, der sie'selber wie ihr Haus beseelte, und Herr Rabbiner Dr. B res lau er, Fürth,' b-eklagte schluchzend den- Verlust der gelieb-ten Mutter, die an Weisheit und Wissen, an rastlosem Fleiß und an Reichtum des liebevollen Gemütes, an Gotte s - - furcht und -an klugem Wohltun in hervorragender Größe vorbildlich, eine wahre t-'v oox gewesen. Diese N"v na, welche wie ein Tauroh-Kundiger ein mir vai zu hören verstand, besaß noch die heiße Inbrunst jüdischer Mutter treue, welche mit Flehen und Tränen unnnai «r.i^xa um das jüdische Werden ihrer Kinder und Kindsskin-der mit der nntctn zu ringen vermag! rraxan Bettrangen b. Heilbronn. 8. Juli. Unser früherer Lehrer, Herr Levy, und seine Frau Minna g-eb. Ries, jetzt -in Frankfurt a. M., Börneplatz 4, begingen am 7. Juli das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Als Herr Levy vor 48 Jahren fein Amt hier antrat, war unsere Gemeinde noch eine stolze und stattliche und er fand hier reichliche Belä-t-igung. Er war ein tüchtiger, begabter und erfolgreicher Schü-km-anN, der auch immer die Anerkennung seiner Vorgesetzten fand. Er war eilt meisterhafter Thovaoo-rleser und durch; die Einführung eines, einstimmigen Gemeindegesanges gestaltete er den Gottesdienst zu einem würdigen und erhebenden. Als er y-oreiniger Zeit fein goldenes Amtsj-ubiläUm unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde feierte,' ehrte ihn die Gemeinde und auch die Bezirkslehrerschaft durch wertvolle Geschenke. Frau Levy, eine Tochter unseres unvergeßlichen Lehrers Ries, erfreute sich durch ihr bescheidenes, freundliches und gefälligen Wesens allgemeiner Beliebtheit bei der gesamten Emmohnerschast. Das Jubelpaar übte Gastfreundschaft in reichem Maße. Selten fehlte ein Armer an ihrem Tische und Herr Levy war ein Fürforgender Minderbemittelter im Geheimen und seine Frau gehörte dem Vorstände des interkonfessionellen Frauenoerems feit feiner Gründung an. . Bei deren Wegzug nach Frankfurt a. M. lehntensie in ihrer Bescheidenheit die geplante Abfch-iedsfeier ab. Möge ihnen noch ein langer sonniger Lebensabend deschveden sein. . v"nv- Vermischtes. Emden sOftfvieSland), 4. IM. Im Saale des hiesigen israelitischen Waisenhauses fand unlängst in Gegen-! wart des Herrn Landrabbiners Dr. Blum die erste ordentliche Mitgliederversammlung des Schächtervsr-sins statt. Der Vorsitzende, Herr Lachm-ann, Aurich, verlas zunächst das Protokoll der letzten Sitzung, welches allfertig gutgeheißen wurde. Als dann -bekanntgegeben wurde, daß auch die Schächter -des Landesrabbinats-bezirks Oldenburg sich uns angeschlossen haben, war man sich darüber einig, daß -der Verein nunmehr den-.Namen „Schächterversin der üandesrabbinate Emden-—Olden-- bürg" führen soll. Anstelle des bisherigen geschäftsführenden Ausschusses wurde dieser einstimmig zum Vorstände ernannt und zwar Herr Lachmann, Aurich, 1. Vorsitzender^, Wolffs, Leer, 2. Vors, und Schriftführer und Wolkenfeld, Emden, Kassierer. Bei -der allgemeinen Aussprache beschloß man, sich zu einem Schiur zusammen zu finden, um sich hierbei -insbesondere die halachischen Kenntnisse der rnrrrc? in ihrer tiefsten Diese zu eigen zu machen.. Die Frage, ob man sich dem Preußischen oder Bayrischen Schächterv-erbanidte an-' schließen soll, wurde vorläufig zurückgeftellt, da ein positiver Entschluß als verfrüht angesehen wurde. W. Darmstadt, 1. Just. Bor kurzem versammekhen sich -im hiesigen Lehrraum eine große Anzahl von Männern, diesmal nicht wie allabendlich zu den Schiurim, sondern um einen Sijum auf - crvi? 112 mtz?» zu feiern, der in schöner Weise vom Talmud Thora-Verein veranstaltet wurde. Nach dem von Herrn. RMb. Wassermann, dem Leiter .des Schiur, vorgetrag-enen Schlußlernen,' begann die frohe Sijum-Sudoh, gewürzt durch nv-m-Worte der Herren Rabbiner Dr. Merzbach und Rabb, Wassermann-. Das Essen, der gute Trimtk und die von Herrn Safsva gesungenest herrlichen chbfsidischen M-eder brachten eine .pW.^wh-e- ^StichmMig^H. die Teilnehmerschaft. Man ahnte l-Äse die '3M>WM.Äer. SiHlußwvE von vast. . ' -t ‘‘ zmn.pL'pmv für Vs N"N »jj?T daß uns durch die ,?mn im 3nmef)!menfoen. Sitter-..un&,-iim wirch -in. nichtösfenilicher. ^Sitzung eine -aus den. Herren stetig fortschre-itenden Lernen eine immer klarere Erkenntnis unserer Aufgabe übermittelt wird. Erst vor Mitternacht trennte man sich -in dem Bewußtsein-, eine wahre r.isa bv nnne? durchlebt zu haben. Sprechsaal. Ferienaufenthalk. Wo werden wir dieses Jahr unsere- Ferien verbringen? Das ist die Frage, die z. Zit. viele beschäftigt. Für jeden streng orthodox -lebenden Jehudi ist es eine Selbstverständlichkeit, baß -er nur einen solchen- Platz wählt, an dem -er entweder selbst wirtschaftet oder in- ,einem Restaurat-ionsbetrie-b essen kann, der -einwandfrei koscher ist, d. -h. einer Rabbinajs-Aufsicht untersteht oder aber eine entsprechen-de Referenz -Nachweisen kann.. So war es bisher, aber was höre -ich -da auf einmal istdiesem Jahre?; -eine Familie, beremi Religiosität! über alle Zweifel hoch erhaben ist, wählt zuihrem diiessährttzen Sommerausenthatt -einenherrlich gelegenen- Matz, an dem sich auch eine rituelle Speifsgetegenheit befindet, die aber keiner „Aufsicht" untersteht und für die -auch keime Referenz -eines orthodoxen Rabbinersgenannt werden kann. Gestützt darauf, daß eine so fromme Familie in der Pension gegessen hat, entschließen sich auch noch viele andere,, diesen herrlich gelegenen Platz für chren- WesjähriMn Sommeraufenthalt zu wählen. Auch sie wollen, das Kaschrus selbst beaufsichtigen, jedoch wird es jetzt schon schwieri-ger werden, da -die vielen Gäste außerhalb des Hauses Wohnung nehmen, muffen und ich kann mir auch nicht denken, -daß sich ein Restaurateur von jediemaus die Finger sehen- -läßt. Sollte -dies dennoch -der Fall sein, 0 kann ich mir aber auch schon sehr gut vorstellen, daß die später kommenden Gäste des Kafchrus gar nicht mehr kontrollieren w-olten und nun der Wirt tun und lasten kann, was er will, da er da jetzt den- Namenfür streng koscher hat. Ich will einmal optimistisch sein- und annehmen, daß der Wirt es -nach wie vor mit allem genau nimmt. Wir stehen aber hier vor einer prinzipiellen Frage, bisher wurde nur in unter Aufsicht stehenden Betrieben gegessen, heute verläßt man sich auf das eigene Urteil. Wo soll das hmführen? Es gibt genug Plätze, andenenman- -einwandfrei koscher, b. h. unter Aufsicht eines zuverlässigen Rabbiners essen kann und nur di-e-se sollten, vonorthodox lebenden Jehudim ausgesucht werben-! L. Die Woche. Wahlen zur Lenefsto gedaulo in Frankfurt. 3um zweiten Male ruft die Agudas Jisroel-Weltorganifalion zur Wahl für die keneffio Gedaulo auf. Trug die erste kenefsio Gedaulo zum Teil den Eharakker einer Demonstration der in Agudas Iisroel geeinten gefeheskrouen Iudenheik, so ist der zweite Weltkongreß in der Hauptsache praktischer Aufbau-Arbeit gewidmet. Und gerade darum ist es so notwendig, daß ein feder Agudisi Wahlrecht als Wahlpflicht auffaßt! Es ist unsere Pflicht, uns der Verantwortung der Stunde voll bewußt zu werden. Das geschieht zunächst dadurch, daß unsere Freunde nicht allein am kommenden Sonnag den 14. Juli 1929 in der Zeit von 10 bis 8 Uhr sSchwanenstratze 12) ihrer Wahlpflicht Nachkommen, sondern auch, soweit noch nicht geschehen, durch Leistung des Trumas-Ehower-Beitrages von Alk. 1. womöglich die Zahl der Delegierlm erhöhen Helsen. (Trumas-Ehower-Beitrag kann noch am Sonntag im Büro Schwanensiratze 12 gezählt werden.) Ferien im Liwjakh Ehen. Dieser Sabblat nip nsns wie «n Äe-lv folgenden nnnv fallen Äie Vorträge im Liiwjg-th Ehen wegen' Ab-. Wesenheit des Dozenteno,us. Die Wi-eherWufn«!hane. wird an dieser Stelle bekanrttgegeben. Sitzung der Gemeindeverlreküng der Israelitischen " Gemeinde, am ü.. Jul» 1929. - » Jüdische Erwerbslose .ftMen! den Vorplatz am Sitzungs-zünmer und verlangten ihr Recht. Nach Privat-- besprechungen einzelner Gemeindevertreier mit! ihnen G-erlich.. Ist Kahn, L-eviin, MchtsanwE Sim 0 n und Frau F v r ch h e i m e r bestehende Kommission damit betraut,- mich - möglichster B-eschleunigung in Verhandlungen mit -einer dpsigliedrigen.Dellega-bivnder Erwerbslosen zu. tvechen. -. Ein Kompetenzkonsl-i-kt ziemlich' tiesigreife-nder Art wird erö-rchert. Ineiner knrMch Mchgehabten Sitzung spielte sich. folgende Szene ab. Gelegentlich der Etatbercüiung hatte die Gemeindevertretung für den Kerenhajes-od Mk. 3000.— bewilligt. Der Vorstand haiche dann, m -einem Beschluß die Summe auf ML. 1500.— eingeschränkt, womit sich die Vvlkspar-tei einverstandenerklärt'e. Der Vorsitzende der Gem'eindever-dretung schritt zu einer erneuten Abstimmung, die die Ablehnung der Mk. 1600.— ergab. Vom Vertvecher des 'Vorstandes wurde mit Entschtedenheit gegen die Vornahme dieser abiermaltgen Abstimmlung und tnii -noch stärkerer Entschiieden-hei-t dagegen- Einspr-uch erhoben^ daß man ihm nach -geschehener Abstimmung -das Wort nicht mehr erte.ilen wollte. Er berief sich auf das -in der Gemle!ind!ererfastung verbürgte Recht, daß dem Vorstand „ j e d e rze-it Gehörzu gewähr-en ist." Eine etwas stürmische AuseinaMersetzung- -endele damalsmit -einer Unter-hättung der Fra-kt'ions>führer und des Vorsitzenden -der Gemeimdev-e-rtretung -in einem Ne-ben-raum. Es war hauptsächlich zunächt die Frage zu klären!, ob bei einer Herabsetzung einer vonder Gemeindevertretu-ngbereits b-ewMigten Summe eine neue Abstimmung erforderlich ‘ab,er statthaft sei. Der „Seniorenko-nventt", wie manihn heute u-ann-te, -sn-ts.chi>ed sich für ei-ne neue AbsK-rmnuNg. Sie wurde erleichtert und v-erlor ihre augenb-kickliche Schärfe dadurch, daß inzwischen einge-trdffene H-ttfs-, ma-nnschaft ein zahlenmäßiges Uebergewicht für -die Annahme des Antrags herb-ieführde. Bestehen blieb in ungemin-deriem und un-gefchwächtem Umfangdie Frage, wieweit der Borstcmd nach der Abstimmung noch ein-- greifen durfte. In sehr präziser und kräftiger Form legte der Dorstandsv-ertreter gegen- -die Verletzungder Verfassung und Verge-walti-gunigi des Vorstandes Ber-! wahru-ng ein. Cr-i-nnerungsWüschungen mit demindiesem Fall nach mancher Meinung vielleicht nicht ganz über den Dingen stehenden Vorsitzend-ender Gemeindevertretunig vo-rbehalten, war es. nach Meinung des Berichterstatters faktisch bisher Gepflogen-he-tt der G!emeinde-! Vertretung, M-Mderbewill-ygimtgen des Vorstandes gegenüber einer bereits -erfolgten MehrbewiM-gung als gegebene und keiner neuen Abstimmung bedürftige Da-tfache hinzunehmen. Auch ein, no-rmaler üaienv-e-rstand dürfte wohl dieser A-uffasfu-ng huldigen-. Der Vorstand stellte sich geschlossen. hinter die Anschauung und schriftliche Darstellung seines Vertreters und brachte sein- Schreiben heute offiziell zur Kenntnis. Daß man diese Gren-zstrei-tiiFk-erten symptomatisch wertete, ging besonders aus der stark -betonten und mehrfach unterstrichenen Aeutzerung des Führers der Volkspartei hervor; Gtzmeindevertret-uitg und Vorstand seien k-o-ordinierte Organe. Sachlich parierte S y n d -i k us 2 r. Eugen Mayer die Bemerkung des Vorsitzenden, man könne nach der Abstimmung dem Vorstand das Wort nicht mehr erteilen, geschickt mit -dem Hinweis auf den prvu-! ßifchen Innenminister, der neuerdings nach Ablehnung des Rep-ublikschutzgesetzes das Wort erhalten und die Tragwe-tts der Ablehnung erörtert habe. Schließlich wurde die Auslegung -des „jederzeit" der Rechtskommission überwiesen. Womit allerdings der Fragen k-o mp lex keineswegs gelöst ist — abgesehen von der späteren Stellungnahme des Vorstandes zu dieser Auslegung —, sondern- -im -günstigsten Falle nur ein Teilau-sschn-ttt vom Verhältnis -der Gemeindevertretung zum Vorstand beleuchtet seinwird. Endgültige Klarheit zu schaffen, müßten, -soferndenkbar, R-egulaÄvparagraphen Rechte und Wirks-amkeiit der Gemeindevertret-ung feststellen. Dr. med. Freim-an-n berichtet kurz über die neue Kran-kenha-usordnu-ng -des Sptta-ls- Gagernstraße. Die Nechtskommifsion habe dem Enitwurf -im Wefentlichen zugesti-mm-t. Mit dvesen- A-enderungs-n g-elangt er dann zur Annahme. Verankert ist -darin u. a.: „Die Au-fn-a-hme von- Ni-ch-tmi-tgli--e.d-e rn der Ge-! mein de -ist nur nach vorheriger Gen-ehmig-ung des Pfl-egamles g-e statt et." Die auf der Tagesordnung stehende Erweiterung der Befugnisse der RitualkommWon wird vertagt. Hinsichtlich der dann angenommenen Grabmailordnung- oder eines ihr benachbarten- Gebietes scheinen noch gewisse religiöse und auch fozlale Fragender Klärung zu bedürfen. Ob Punkt 4 „Abkommen- -betr. Mazz-enbäckerei" erledigt oder verschoben wurde, war am Presse-tisch nichr verständlich. Eine kleine Debatte entspinn-t sich üb>er den- Grad der Ma-chtbefuignis -der Gemeindevertretung frei Verwendung der Gelder der Sozialen Kommission der „Jüdischen Wohlfa-hrtsp>flsg.e",.'-Äe etwa.über ein V-ierüsk der von der Gemeindeder letzteren berettgestellten. Mk. 230.000 verfügt. R. A. Simonformustert schließlich die Beziehungen - dahin; -daß -die - Soziale - Kommistilm^ Vorschläge-..mache, -die - BeschWsse. werden,, - wenn keine Einwendungen erhoben werdm,? Das PhilanÄopin wird' eine Mendelsföhn-Gedenkfeier vevaystkOyV..,.-.! t .-iOj-H;.; J ' -8

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