Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1929-06-13 · Heft 24 (13.6.1929) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 24 (13.6.1929)
Date
1929-06-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2446951-2450547-2450571--76058-2533613
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

13. Juni 1929 Der Israelit Nr. 24 Seite 7 Schweiz end-lich der verNente-n- Pensioni und Hmterbliebenen-Versorgung tötlhastitz w-erden. Es ist eine der vornehmsten Ausgaberv, die der Gemeinde-bnnd zu lösen- Hai. Nach -einer kleinen- Mittagspause bego-b sichder ganze Lehververba-ndin- Ne SynllT0-g>e zu Luzern, um -am- Lernen der Schweitzer Chewvas Sch-oh tei'lzunehmen. Das Lernen war ursprünglich im Gemetndesaal vorgesehen, aber der Saal -erwies sich! für-Ne -große Zahl der Erschienenen aus alten Gauen des Schweiz-erlandes als z-u klein-, und so wanderte der ganze Stab der LernienNn mit den großen- Foliantenuner -dem Arm in die Synagoge zu Luzern, die-, eine Zierde dev Stadt, beim Etntreten -in vollem LichterglanFe erftmfylite. Die Jug-en-d hauptsächlich drängte sich heran, -um Herrn Rabbiner Schwarz ans Basel, diesen großen Talm-udi-sten, vortrag-en zu hören über das Problem: „Recho Milso". Richaunim und Acharannim kamenzu Worte b-ei seinen Ausführungen- -und -Ne jüdische Schweiz darf stolz fein aus einen Mann wie Rabbiner Schwarz, der mit einer Klarh-ett, die einem Kindedas schmierigste Tau-s-waus mundg-erecht zu machen verstehi, ein großes Auditorium Ne Erhaben-hett und Größe der göttlichen Lehre inzweistündigem Vortrage genießen läßt. Es war keiner -bei diesem Lernen-, der nicht mit größter BefrieNgung seinen Empfindungen Ausdruck gab. Mit Recht sprach Rabbiner Brom von Luzernvonder Freude, die ihn beseele, w-enn er Ne Ver-sammilung begrüße, man merkte, daß die Worte Lo almon Jisroel -ihm von Herzen kamen. Nach Beendigung des Lernens fand noch eine Sitzung der BerwUltungsk-ommiffi-on des „Zentralverein-s zur Förderung -des -gefietzestvsuen Judentums in -der Schweiz" statt, in welcher Herr RschtsanmaR Dr. Mcrrous Cohn in Bafel über die Täti-gkeit des Zentralvereins in -den letzten Jahrenf-eit dem Hin-fcheiden seines Vaters, Rabbiner Dr. A. C o h n Vst, berichtete. Sodann kamen der Leiter der S -ch o m r e S ch a b b o s - S t e l t e n v e rmitt ttnn gs zen>tra-le, Herr Re-chtsanwatt Dr. O r t -k ie b, Züvich, sowie Ne M-i-tarbeiter in -den übrigen Schweizer Zentralen' zu Wort. Sie Me gaben sich viel Mühe, -aber die bekannten internati'vnalien Ursachen stellten sich auch hiier-zülande hindernd in den Weg. Noch ist -die Größe der Schabbos-Jdoe nicht in die jüdischen Massen gedrungen, noch ist der reine Geschäftsstandpuntt ziel- und ri-cht-ung-gebend. Das muß anders werden!. Unsere Rabbiner und Lehrer müssen Zeit und Kraft aufwenden, -daß denen, die -mit Mesiras Han-eo-efch die Hei- Kgkjeit des Schabbvs bewahren, an Hand gegangen wird. Der Vorstand des Zentralverein-s hat den Beschluß gefaßt, sich dem- Weltv-erband Schomre Schabbvs angnfchlive-ßen. Jyabsehbarer Zeit wird -er seine Freunde und Mitglieder zu einer Generalversammlung -einberufen -und chnen Gelegenheit geben, sich über alles -das auszusprechen, was Tauroh -und Emunoh in unserem Lande zu entfachen geeignet ist. Der Zentralverein hat wieder zu leben -begonnen, und -auch sein- Begründer, der selige Rabbiner Dr. Cohn in Basel, beginnt wieder zuleben in dem Gedächtnisse der Nachwelt, durch feine großen Verdienste, die -er sich in nie versagender Opfertreue für das Schweizer Judentum erworben hat. Jefchiwoh, Lehrerveretn,. Chewras Schaß: Wenn Neses Dreigeftir-nin der zu erhoffendsn LLu-chtk-raft zur Erweckung jüNfch-m- Lebens sich erhält, -dann wird das Land, -in dem der Völkerbund -tagt, -auch das Bnndesv-olk zum- Siege führen. I. Fr. hstligen Lade vermittelnzehn steile, b-unte Fensterstrerfen das Sonnenlicht. Im Raume selbst keine Säulen! nnd keine Sei-tensenster, nichts, was ablenkt, -alles ist auf , Einhsitlbchkeit und Sammlung b>erechnet. Almemor in i-d-er Mitte, Ne Frauengalerie--in Nischen geieM. Ewige Lampen zum Anden-k-ew an -die Gefallenen, prachtvoller! Po-muchesfchmuck u. v. m. zeugen noch beso-ndevs vom Opfer sinn der Gemeinde -und einzelnier Mitgli-eder. > Punkt 3 Uhr fetzte der Synagogenchor der Frankfurter Js-raelttifchen Rellgions-gefellschafb unter Leitung des Herrn Neumann mit -einem brausenden uw nn ein. Die Synagoge, die oben und unten zusammen etwa 180! Plätze hat, ist bis zuden Ausgängen gesteckt voll. Di>e l hellen Knabenstimmen und -Ne prächtigen Denö-re und , Bässe, abgetönt- und -im Schwünge gehalten vom Di-ri-- WNitMstWb, hüllen den ganzen Raum ineine Woge von Gesang und Andacht. Ein- Solopsalmgesang -des Herrn Kantor Frankfurlt folgt, und weitere Cho-rgesänge des Aus- und Einhebens schließen den« ersten Akt ab. Nun betritt Herr Prov-vn-zialrübbin-er Dr. M e r z - bach, Darmstadt, Ne Kanzel zu einer tief in Ne Herzen gehenden Weiherede. Die Bedeutung des Gottes- Vermischtes. Einweihung der neuen Synagoge in Dieburg. Dieburg, 9. Juni. Das schöne, saubere Städtchen Dieburg bet Darmsta'dt feierte ein Fest, von dem noch Generationen in der Gemeinde und Umgebung sprechen werden. Schon Freitag mittag ging die eigentliche Einweihung und Ilebergabe mit Festzug, Hakosaus und Festpredigt des Herrn Rabbiner vor sich. Am Sonntag fand man sich zum A k ad e m i s ch e n W e i he a k t e. Helle Sonne brach sich in den ersten Morgenstunden aus dem grauen Nebel. Der Marktplatz prangte im Fahnenschmuck. Auch die nichtjüdische Häuser in der Nähe gaben auf diese Weise ihrer freudigen Teilnahme am Feste der Juden in Fahnen und Farben Ausdruck. Die Straßen trugen festliches Antlitz. Jeder Zug brachte neue Gäste, und dis Autos sausten in langen Reihen aus allen- Zufuhrstraßen. Alles strömte dem mim GottesMkfe zu. Ein schöner, schmucker Bau, nach allen Gesetzen' der strengen Sachlichkeit und Zweckmäßigkeit von Herrn Architekten Rudolf Joseph ausgeführt. Ueber der -ein Gotteshaus, und hier die Pforte des Himmels!", zum! Erleben dieser Stunde macht. Ms jetzt ein, Frankfurter - Laienredner (S. Schachnowitz) auf die Kanzel trat, Ne - Worte der beiden Geistlichen aussing, sie zusammenfassend sin ihrer aller tiefsten- Bedeutung gar mit -einer schönen! Midraschparabel illustrierte, erschollen spontane Beiffallskundgebung-sn in den Ernst der Feierstunde. j Es sprachen noch ferner ein Vertreter des Kreis- Schulamtes, ein am Bau bete-iligier Handwerker, ein; Delegierter der Starkenburg-Loge in Darmstadt und der!Vorsitzende der Israeli tis chen Religions gefeilsch«ft in Darmstadb, zugleich im Namen des Darmstädder L a n d e s v e r ba n d e s. Der Vorsitzende dankte noch Herrn Neumann und dem Synag-ogenchore, der -diesen Dank mit einem herrlichen Jig-dal-Gesang quittierte. Damit war der Wecheakt zu Ende. Sonntag Abend fanden die Feierlichk-eilen noch mit einer zweiten gesellschaftlichen Ve-ranstaltung ihr Ende. Nun hat die Gemeinde ihre Synagoge, die täglich, morgens und abends, Sabbat für Sabbat, zu einem Feste lädt. Möge die Gemeinde unter diesem Zeichen und unter ihren tapferen- Führern wachsen und gedeihen! Die neue Synagoge in Dieburg. haases liege da-r-in-, baß man Gott hier finde -und ihn ins Leben hinanst-ra-ge. Das naiv nn« ’r-’Jin1? sh sei ein Motto des Alltags. Die Thora, die auf dem Tische in der Mitte des Raumes oorgetragen. werde, fei Mittelpunkt im Gotteswie im Familienhause. Keine drei Tage ohne Thora, und bei jedem freudigen! oder traurigen Anlaß gibt es eine „Ali'ah", einen Anfstkegzn-r Thorahöh -e. Mit HinwÄs auf Ne Bedeutungdes ersten Siwanklingt Ne WechereÄe in Segenswünschen für Gemeinde und Gemeinschaft aus. Der hochverdiente Vorsitzende, Herr Abraham Lob, der für den Syna-goge-nbau Jahve -hindurch -seine beste Kraft einsetzte, hat das zweite Wort. Er dankt -in bewegten Worten zunächst Gott, dann oe-rlas er eine große Liste von Namen ln- und außerhalb -der Gemeinde, (insbesondere auch den -eines Herrn Konsul Basch, der ln Amerika für den guten- Zweck Geld gesam-mM), -denen die Gemeinde tiefen- Dank -schuldet. Er -begrüßt die Ehrengäste, unter denen sich Vertreter der R-Sglieruing, der Staats- und der Stadrbehörden, der GeiMchke-lt be-i-- der Konfessionen, der Lehrerschaft und rmelsr jüdischer Körperschaften befinden!. Er - d-en-kt auch der gefallenen Holden, von denen fkackende Li-chiflämmchen zeugen und schließt mit einem wirkungsvollen Appell zu- Frieden und Eintracht >in-nerh-a>lb der Gemeinde und darüber hinaus unter den Kcmijefsionen-. In tiefer Dankbarkeit spricht der Lehrerveteran-, Herr Kaufmann, der delnahe ein- -halbes JahrhuMert in der alten Synagoge als Vorbeter gewirkt unddie Gemeinde geistig geführt Hai. Der für Ne Gemeinde und den Synagogenba-u -ebenfalls sehr verNenie zweite Vorsitzende, Herr Bär, zollt Herrn Abraham Löb Dank für feine beispiellose Aufopferung und erwähnt auch in Verehrung desfen Mutter, Ne ehrwürdige Matrone Henriette Löb, die vor kurzem ihren 80. Geburtstag gefeiert hatte und, eine Mutter der Gemeinde, ein wahres mütterliches Interesse der neuen Synagoge zuwendet. Herr Baumeister Joseph bankte dem Vorstand und seinen- Mitarbei-tern- und preist das Interesse der ganzen Gemeinde am wachsenden Bau. Ist doch -ein Achtzigjähriger, (Herr Löb Lorsch), auf das Dach g-esti-egen, -um dort nach dem Rechten zu sehen. Er bittet die Behörden-, der Gemeinde bei der Durchführung der weiter geplanten Bauten behi-lflich zu sein, was der Reg-i-erungs Vertreter sofort in einer überaus herzlichen Ansprache v-srspricht. Ebenso herzlich spricht der Herr Bürgermeister von Dieburg, aus dessen Mund man erfährt, daß die Stadt Dieburg alles Holz für den- Synagogenbau gratis geliefert hat. An dem schönen Frieden. der -in Dieburg unter den Konfessionen herrscht, sagt er fern-er, haben die Herr-en Abraham Löb -und Lehrer Kaufmann den größten Anteil. Nun erlebt man- -ein kleines Wunder. Auf der Kanzel steht ein katholffchsr Geistliche-r. der Dekan der katholischen Gemeinde, ein älterer Herr mit guten A-ug-e-n-, den grau-en Kopf mit einem Rabbikäppchen bedeckt, und spricht schlicht und ungezwungen, aber mit ehrlicher Begeisterung vom „Festhalten der jüdischen Gemeinde -an .der Ta>uroh"'(er sagt nicht Thora, sondern- „Tauroh"), vom „ B -e k e n nt - n i s z u H a s ch -ent", von der symbolischen Bedeutung des „Jad" und des „Taß" an der Thorarolle. Die Frömmigteiit und Gläubigkeit der jüdischen- Gemeinde sei als Muster hsroorzuheben usw. Und nach ihm, in Zlli-nder und Schwarzrock, der Pfarrerderevangelischen Gemeinde, der Jakob-Israel nennt und dessen tiefes Erlebennach dem Traume, -da -er ruft: „Es ist dies Familiennachrichten. Barmizw o: Zielmut, Sohn des Herrn Joseph Baer-, Halberstadt, Roonstratze 6. nwi 'q 'p rnw« Die lVoche. Ausspracheabend des Angeftellten-Vundss „Agudas- Jisroel". Am Dienstag, den 16. Juni, spricht im Nahmen eines Ausspracheabends des Angestellten-Bundes „Agudas- Jisroel", Ortsgruppe Frankfurt, Herr Rechtsanwalt K l i b a n s k y über das Thema „Warum brauchen wir einen Angestellten—Bund „Agudas-Jisroel". Gäste willkommen! Die Veranstaltung findet im Promenaden- Kaffee, Friedberger Anlage, abends 8.45 Uhr statt. Der Angestellten-Bund „Agudas-Jisroel" (Telefon Car. 42570) sucht Stellen für Lehrlinge und Lehrmädchen, sowie für Buchhalter, auch stundenweise. Bartmaschine. . Vom Orthodoxen Rabbinerverband wird uns geschrieben: Sehr vielfach sind die sehr klein schneidenden Bartmaschinen verbreitet. Hierbei gibt es zweierlei Arten, bei der einen liegt die untere Platte, die auf der Haut aufgesetzt wrrv, fest, und bei der Bewegung des Griffes bewegt sich lediglich der obere Teil. Bei der anderen ist es umgekehrt, daß der obere Teil festsitzt und durch die Bewegung der Griffe sich lediglich der untere, der Haut zugewendete Teil hin und her bewegt. Es sei darauf hingewiesen, daß nach v"v K"sp '-»o tt> diese letzte Art zu benutzen, nicht gestattet ist. Auftakt zur stenessio Gedaulo. Di-e Versammlungder Agudas Jisroel am Dienstag äbend in der Liederhalle war -guk besucht!. Die Refer-enten, die Herren: Dr. R. Weiß, Berlin, Dr. K-libcmsky und Joel Sänger fanden aufmerksame Hör-er. AusführWcher Bericht folgt in nächster Nummer. Jüdischer Frauenbund. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes veranstaltet am Montag, den 17. Juni, abends 19.30 Uhr, Langestraße 30, eine Zusammenkunft. Referat: „Zwei jüdische Frauentagungen". Reserentinnen: Dr. Dora E d i n g e r, Elfe Z e d n e r. Aussprache. Gäste willkommen. Die nächste Arbeitssitzung findet am Donnerstag, den 27. Jüni, vormittags 10 Uhr, Langestraße 30 statt. Agudas Jisroel Jugendorganisation. Die Mitglieder der Orts- und Jugendgruppen der -Agudas Jisroel erhalten in nachstehenden Hotels und Pensionen gegen Vorlage eines entprechenden Ausweises 10 Prozent Ermäßigung auf die üblichen Tagespreise: Pension Walbeck, Vab Dürrheim, Inh. David Frank; Pension Waldeck, Konstanz, Jnaber David Frank; Privat-Pension, Sulzburg (Baden), Inh. Frau Sal Kahn Wwe.; Hotel zum Löwen, Strümp selbrunn, Inh. I. Israel; Pension Tarlowski-Rosenseld, Bad-Harzburg;, Pension Grünebaum, Eersfeld. Die Bestätigung ist bei dem'Büro der Agudas Jisroel Jugendorganisation' Schwanenstraße 12, gegen Vorlage der letztbezahlten Beitragsquiltung erhältlich. Dis Trauer um Dr. Mar Oppenheimer Nachdem bereits vor Abschluß der Schiwotage in Frankfurt wie in Mainz inc Hause der Trauernden kurze DHson im Kreise der Familie gehalten worden waren, fand am letzten Mittwoch in Mainz eine offizielle Gedenkfeier auf Veranlassung der Agudas Jisroel Jugendgruppe in Mainz, deren Begründer und leiter der Heimgegangene war, statt. Unter der Hand wuchs sich aber die Veranstaltung zu einer offiziellen Trauerkundgebung der Gemeinde aus. Der dafür in Betracht genommene Raum in der Vorhalle der Synagoge erwies sich bei der überaus starken Beteiligung von Herren und Damen als zu klein, so daß der Hesped in der Synagoge abgehalten werden mußte. Eine große Gemeinde war anwesend und aus den Galerien hatte sick eine große Anzahl von Damen eingefunden. Der aus Frankfurt berufene Redner (Herr Rcdalteur S. Cchachirowllz) Ichil-- derte in Anknüpfung an das Wort der Siora bv et» nnm n'2b mmxa Dr. Oppenheimer als einen 'hxi bv p'x

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.